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Zum Wiedemann-Jahr.

Das Jahr 2005 war reich an bedeutsamen Jahrestagen fur das estnische Sprachleben. Gedenken wir zuerst einiger derer, die seit kurzem oder langerem nicht mehr unter uns weilen: Heino Ahven, Paul Ariste und Lauri Kettunen. Der Mann, der schon uber 100 Jahre tot ist, aber dessen Schaffen noch heute Berucksichtigung finden muss, war der am 30. Marz 1805 in Haapsalu (Hapsal) geborene Ferdinand Johann Wiedemann. Der im Estnischen Ministerium fur Bildung und Wissenschaft gebildeten Jubilaumskommission lag es am Herzen das Thema um Wiedemann seinem akademischen Rang entsprechend zu behandeln, sich des Vergangenen zu erinnern sowie den Namen und die Bedeutung Wiedemanns auch den Menschen nahe zu bringen, die vielleicht bisher noch nicht viel uber ihn wussten.

Die Aktivitaten der Kommission konnte man mit folgenden Stichwortern zusammenfassen: Wissenschaftliches, offentlich wirksame Vorhaben und Veranstaltungen zum Wiedemann-Sprachpreis. Eine solche Gliederung ist mehr zufalliger Art, denn Wissenschaftlichkeit durfte die Offentlichkeit und umgekehrt nicht ausschliessen und alle mit dem Sprachpreis verbundenen Unternehmungen birgen in sich sowohl Wissenschaftlichkeit als auch Offentlichkeit.

Die am 1. April in Tallinn von der Gesellschaft fur Muttersprache, der Akademie der Wissenschaften und dem Institut fur estnische Sprache organisierte Konferenz "Ferdinand Johann Wiedemann 200" hatte wohl als wissenschaftliche Veranstaltung in Estland besonderes Gewicht (Sepper 2005). Uber Wiedemanns estlandische Schaffensperiode sprachen Huno Ratsep (Wiedemanns-Phanomen), Karl Pajusalu (die estnische Grammatik von Ferdinand Johann Wiedemann), Urmas Sutrop (das estnisch-deutsche Worterbuch von Wiedemann) und Arvo Krikmann (F. J. Wiedemann als Forscher und Publizist von Kurzformen der Volksdichtung). Ausserdem stellte U. Sutrop die Neuauflage der Wiedemann-Monografie von Paul Ariste vor, die durch bibliografische Daten zu Wiedemanns Schaffen (zusammengestellt von Mare Pikkel) und durch einige Illustrationen aus dem von Wiedemann und E. Weber erstellten Werk uber die hiesige Flora erganzt wurde

In einem Teil der Konferenz stand Wiedemann als Finnougrist im Mittelpunkt. Eberhard Winkler, Professor an der Universitat Gottingen, beurteilte aus seiner Sicht ziemlich kritisch F. J. Wiedemanns Beitrag zur ostseefinnischen Sprachforschung und unterstrich die Notwendigkeit Tagebuchnotizen des Akademikers zu veroffentlichen. Alho Alhoniemi, Emeritus der Universitat Turku, behandelte das Thema "Ferdinand Johann Wiedemann als Erforscher des Marischen und Ersanischen". Nikolai Kuznetsov, Doktorand an der Universitat Tartu, beleuchtete ihn als Erforscher der permischen Sprachen.

Die internationale Behandlung des Wiedemann-Themas wurde am 16. April in St. Petersburg fortgesetzt. Die estnische Gesellschaft fur Muttersprache, die Universitat zu St. Petersburg und das Ministerium fur Bildung und Wissenschaft der Republik Estland haben gemeinsam in der Aula der filologischen Fakultat der Universitat den Tag der estnischen Sprache und den Jahrestag "Akademik Ferdinand Johann Wiedemann 200" vorbereitet und begangen (Valge 2005).

Das gewiss etwas eklektische Programm der Veranstaltung ist durch die Verknupfung zweier Veranstaltungen bedingt: einerseits wissenschaftliche Konferenz und andererseits Sprachtag der in der Newa-Stadt lebenden Esten. Die doch geringe Zahl der Benutzer der estnischen Sprache einmal ausser Acht lassend war es fur alle Beteiligten eine nutzliche Sache.

Unter den drei Bereiche umfassenden Vortragen hatte der von Tonu Tender den engsten Bezug zu Wiedemann, indem er uber dessen Leben und Wirken sprach. Maria Jermakovas Darbietungen waren betitelt mit "Der Deutschbalte in der Imperatorischen Wissenschaftlichen Akademie zu St. Petersburg. Das Archiv von F. J. Wiedemann" und darin stellt sie noch unveroffentlichte und mit Wiedemann verbundene Dokumente vor. Tiiu Erelt machte die Zuhorer mit Wiedemanns Ansichten uber die Zukunft der estnischen Sprache und seinem Wirken auf diesem Gebiet bekannt. Mati Erelt fasste in seinen Darlegungen Veranderungen der estnischen Sprache in jungster Vergangenheit zusammen und Irina Kulmoja ausserte sich zum Sprachgebrauch der in Estland lebenden Russen. Die Sprachpolitik Estlands bzw. die Russlands stand in den Ausfuhrungen von Juri Valge bzw. Aleksej Burykin im Mittelpunkt. Die Finnougristik in St. Petersburg war das Thema von Natalja Kolpakova.

Dieser Veranstaltung, auf der das Wiedemann-Thema gemeinsam mit Finnougristen aus St. Petersburg behandelt wurde und wo dieses sowohl den dort ansassigen Esten als auch den diplomatischen Vertretern Estlands und Ungarns vorgestellt wurde, kann eine uber Wiedemann hinausreichende Bedeutung beigemessen werden.

Bei der Eroffnung der Konferenz teilte Sergei Bogdanov, Dekan an der filologischen Fakultat der Universitat St. Petersburg den Teilnehmern mit, dass man beabsichtige, im kommenden Studienjahr die Fachrichtung Estnisch einzufuhren.

In gewissem Masse ist es dabei (auch in Verbindung mit Wiedemann) gelungen, den russischsprachigen Zuhorern Akzenten der estnischen Sprachpolitik zu verdeutlichen. Anhand des Vortrags von Aleksej Burykin, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Akademie der Wissenschaften Russlands, konnte man sich ein Bild von den sprachpolitischen Entwicklungen im postsozialistischen Russland machen. Um Integrationsschwierigkeiten in Estland begreifen zu konnen, sei hier ein inhaltliches Zitat aus dem Vortrag von A. Burykin angefuhrt: "Eine der sprachpolitischen Komponenten in der UdSSR war eben der Begriff der Fremdsprache und die damit verbundenen ideologischen und kulturellen Konnotationen. Als Ergebnis wurde Kindern ab dem 11.-12. Lebensjahr wahrend der Schulzeit eingeflosst, dass eine Fremdsprache eine fremde Sprache, die Sprache des Feindes ist, die sie niemals ordentlich beherrschen konnen. Eine derartige Ansicht verursachte kolossale psychologische Schaden. Diese pragten Vorurteile gegenuber jeder anderen Sprache, unabhangig davon, ob es sich um die Sprache entfernt liegender Volker oder naherer Nachbarn handelte. Eine andere Sprache wurde unbedingt als eine ausserordentlich schwere Sprache, als Trager einer wertlosen und feindlichen Ideologie, als Ausdruck einer Kultur niedrigeren Standes dargestellt. Es gingen sogar Geruchte um, dass sich Sprachkenntnisse nicht in eine ethnisch geschlossene Gesellschaft integrieren lassen."

Wenn man versucht, A. Burykins Behauptung vom Fortbestehen prosowjetischer Propaganda mit dem heutigen Wissen daruber, an welchen Hochschulen der grosste Teil der in Estland tatigen russischsprachigen Lehrerschaft seine Ausbildung erhalten hat, zu verbinden, dann gibt uns das schon genugend Stoff zum Nachdenken.

Zu den wissenschaftlichen Veranstaltungen kann auch das am 6. Dezember an der Universitat Tartu abgehaltene Symposion mit der Vorstellung der Faksimileausgabe von Wiedemanns Grammatik gezahlt werden. Das Erscheinen dieses Werkes war ein wichtiges Ereignis und man sollte sich daruber freuen, dass jetzt auch die "Grammatik der ehstnischen Sprache, zunachts wie sie in Mittelehstland gesprochen wird, mit Berucksichtigung der anderen Dialekte" (18 + 664 Seiten) zu den bedeutendsten sprachbezogenen Faksimileausgaben gehort. Die Zweckstiftung fur estnische Sprache hat bisher das Wastne Testament (2001), Texte von Kristjan Jaak Peterson (2001), die aus dem Jahre 1884 stammende "Grammatik der estnischen Sprache" (2001) von Karl August Hermann und Kreutzwalds Poem "Lembitu" (2003) als Faksimileausgabe veroffentlicht.

An dieser Stelle sollte zugegeben werden, dass die Plane fur 2005 etwas umfangreicher waren, als sie sich tatsachlich realisieren liessen und damit setzte sich Heli Laanekask auseinander. Doch auch hier lasst sich Positives entdecken, denn die nun in 2006 verschobene estnische Ubersetzung der Grammatik gibt uns erneut Anlass uber Wiedemann und uber aktuelle Fragen der estnischen Grammatik zu sprechen.

Sehr wirkungsvoll im Bereich Offentlichkeitsarbeit war die vom estnischen Postunternehmen Eesti Post herausgegebene Postkarte zum Thema Wiedemann. Man hat keinen genauen Uberblick, wohin die Postkarten verschickt worden sind, aber sicher ist ein Teil uber die Grenzen Estlands hinausgegangen. Eesti Post gebuhrt bestimmt fur die gute Zusammenarbeit bei der Verewigung des Themas Sprache auf seinen Druckerzeugnissen Dank und Anerkennung. Hier sollte man ruhig auch an die anlasslich des europaischen Sprachjahres herausgegebene estnische Briefmarke, die zu den schonsten dieser Thematik gehort, und an den Paul Ariste gewidmeten Sonderbriefumschlag erinnern, die beide von Lembit Lohmus entworfen worden waren.

Das von Peeter Laurits gestaltete und in zwei Grossen gedruckte Plakat bildet den Akademiker Wiedemann und sein aus der Sicht der estnischen Sprache bedeutsamstes Werk ab. Dieses Plakat ist sowohl in Estland mit dem Versand an Schulen, staatliche Behorden, ortliche Selbstverwaltungen, Bibliotheken, wissenschaftliche Institutionen und Hochschulen als auch im Ausland vertrieben worden.

Das auf dem Plakat abgebildete Portrat von F. J. Wiedemann hat eine direkte und sehr angenehme Verbindung zu dem Gemalde, das die Veranstaltung am 6. Dezember verschonerte. In Zusammenarbeit mit dem Museum fur Geschichte war es moglich geworden, offensichtlich erstmalig das von Gustav Hippius 1853 gemalte Bildnis der Offentlichkeit zu prasentieren (ursprunglich befand es sich in den Raumlichkeiten der Gesellschaft fur Estnische Literatur). Unserem Kenntnisstand nach soll Wiedemann vom Kunstler als Dank fur seine Spenden an Witwen, Arme und Alte portraitiert worden sein.

Im wahrsten Sinne des Wortes ist ein Gedenkstein zum gewichtigsten Objekt geworden, der nun fur immer an das Wiedemann-Jahr erinnern wird und der auf dem Smolensker Friedhof in St. Petersburg seinen Standort gefunden hat. Viele Personen, namentlich erwahnt seien nur Juri Trei und Kulli Sulg, sowie Institutionen haben dazu beigetragen, dass dieser Gedenkstein Realitat wurde. Es ware begrussenswert, wenn St. Petersburg besuchende Esten ganz selbstverstandlich auch dieses Denkmal aufsuchen und in Gedanken bei Wiedemann, seinem Schaffen und dem Schicksal des Gedenksteins verweilen wurden, denn das einstige ihm gewidmete Denkmal ebenso wie sein Grab sind zerstort worden. Der neuerschaffene Gedenkstein befindet sich nun an symbolischer Stelle in der unmittelbaren Nahe der Grabstatte des Rektor der Universitat Tartu Parrot. Die hier geschilderten Tatsachen sollten auch Anregung dafur sein, wie unser Volk seiner beruhmt gewordenen und im Ausland beerdigten Sohnen, wie etwa Andrus Saareste, und Tochter in Ewigkeit gedenken will.

Neben diesem Gedenkstein gibt es noch ein weiteres Objekt, dem zumindest Langlebigkeit zu gesprochen werden kann, und es handelt sich dabei um die am 25. September im Eichenhain von Vaike-Maarja gepflanzte Wiedemann-Eiche. Mit dem vom estnischen Prasidenten gepflanzten Baumchen wurde ein Logikfehler im Eichenhain der Preistrager korrigiert, denn bis dato gab es keine Eiche der Person, die dem Wiedemann-Sprachpreis ihren Namen verliehen hatte. Das Pflanzen einer Eiche weist auf solche Moglichkeiten hin, die ein zweihundert Jahre alter Akademiker der Entwicklung des heutigen Sprachlebens und der Sprachpolitik anzubieten hat. Hier sollte der Standpunkt des Prasidenten der Republik Estland Arnold Ruutel uber das Wesen der notwendigen Sprachpolitik Estlands wiederholt werden: "Aus diesem Grunde mussen alle Parteien die notwendigen Massnahmen zur Entwicklung der Muttersprache in Einklang bringen und unabhangig von der Zusammensetzung der Regierungskoalition auch in der Realitat umsetzen."

Ohne eine derartige Ubereinstimmung kann man weder der Entwicklung der estnischen Sprache noch einer ihrer Schlusselfragen, und zwar der erfolgreichen und moglichst problemlosen Losung des Sprachunterrichts der Nicht-Esten, gerecht werden.

Mit dem Pflanzen dieser Eiche in Vaike-Maarja wurden auch andere fur das gegenwartige Sprachleben wichtige Fragen aktualisiert. Die Ubersetzungen der "Strategie der Entwicklung der estnischen Sprache (2004-2010)" in die ungarische und in die finnische Sprache (Eestin kielen kehittamisohjelma, Tartto 2005; Az eszt nyelv fejlesztesi strategiaja (2004-2010), Szombathely 2005) lieferten wohl dem ungarischen Botschafter Istvan Mohacs und dem finnischen Botschafter Jaakko Kalela den Anlass, sich an diesem Unternehmen zu beteiligen und beide betonten die Notwendigkeit um die Sorge und Erhaltung aller finnisch-ugrischen Sprachen. Eine wesentliche Voraussetzung dafur sei, die Sprache seines eigenen Volkes zu schutzen und zu entwickeln.

Erkki Piisang aus dem Ministerium fur Bildung und Wissenschaft hob in Vaike-Maarja das Anliegen hervor, ein staatlich geleitetes Terminologieprogramm auf den Weg zu bringen. Inzwischen sind auch Mitarbeiter des Justiz- und Aussenministeriums zu dem gleichen Standpunkt wie die Sprachleuten gelangt.

Der Landrat der Gemeinde Vaike Maarja Olev Liblikmann widmete einen wesentlichen Teil seiner Ansprache der Frage, in welcher Sprache die hiesige Doktorausbildung eigentlich stattfinden sollte. Der geistigen Inhalt der Veranstaltung lasst sich eindrucksvoll mit einige Satze aus dem Vortrag von Professor Mati Erelt, Vorsitzender der Gesellschaft fur Muttersprache, zusammenfassen: "Die russische Macht ist durch eine hochst pragmatische Macht des Geldes ersetzt worden. Sie fallt im Schatten der Globalisierung "weltumspannend" uber die estnische Sprache her. [--] Man kann nur hoffen, dass die Elite der Esten um des Geldes willen ihrer eigenen Sprache gegenuber nicht gleichgultig wird, so dass das weltumspannende Englisch nur neben die estnische Sprache, nicht an ihre Stelle tritt; und dass das fur alle Esten grundsatzliche Recht auf muttersprachliche Bildung auch auf hoherer Ebene erhalten bleibt, koste es, was es wolle." Die Universitat Tartu hat in der letzten Zeit die estnischsprachige Hochschulbildung betreffende Vorhaben tatkraftig unterstutzt und so waren Beschlusse uber den Estnischunterricht in allen Fachbereichen, uber das Verfassen und Veroffentlichen von estnischsprachigen Hochschulbuchern zu nennen.

Die erste offentliche Veranstaltung im Wiedemann-Jahr fand am 24. Februar 2005 statt: die Verleihung des staatlichen Sprachpreises an Haldur Oim, der ihn unter anderem fur Sprachtechnologieteil des Programms der Sprachstrategie und fur seinen Beitrag zur Aufnahme des staatlichen sprachtechnologischen Programms erhielt. Es bleibt zu hoffen, dass im Jahre 2007 mit der Verwirklichung dieses Programmes begonnen wird.

Auf dem mit dem Sprachpreis verbundenen Sprachtag in Vaike-Maarja am 21. April 2005 trat der Preistrager H. Oim traditionsgemass auch selbst auf ("Was ist Sprachtechnologie"). Einen weiterer Brauch, wonach neben dem Gewinner auch andere fur den Preis vorgeschlagene Kandidaten auftreten, half Professor Tiit-Rein Viitso fortzusetzen, der in seinem Vortrag "Sprachnorm und Sprachschutz" das wohl ewig dauernde Problem des Auswahlens der richtigen Begriffe beim Ubersetzen, so auch die zu diesem Zeitpunkt sehr aktuelle Wortfassung des Estnisch-Russischen Grenzabkommens behandelte.

Auf dem Sprachtag erlebte das von Eevi Ross verfasste Buch "Ferdinand Johann Wiedemanni keeleauhind 1989-2003" (Tallinn 2005) seine Vorstellung. Darin wird die Entstehungsgeschichte und der Werdegang dieser Auszeichnung dokumentiert.

Wir konnen noch auf ein erfreuliches Ereignis des Wiedemann-Jahres zuruckblicken, denn alle 17 noch lebenden Wiedemann-Sprachpreistrager unterstutzten den Vorschlag der Wiedemann-Jubilaumskommission, bei der Stiftung des Estnischen Nationalkultur einen Nebenfonds zur Unterstutzung der nationalen Erziehung und der Aneignung der estnischen Sprache einzurichten. Seit dem 4. Dezember 2005 finden sich auf der Grundungsurkunde dieser Wiedemann-Stiftung die Unterschriften von Tiiu Erelt als Stiftungsvertreterin und die von Eri Klas in seiner Funktion als Vorsitzender des Rates der Stiftung der Estnischen Nationalkultur.

Die Grunder der Wiedemann-Stiftung sind: Nikolai Baturin, Tiiu Erelt, Mati Hint, Rudolf Karelson, Eduard Leppik, Uno Liivaku, Viivi Maanso, Uno Mereste, Lennart Meri, Mari Must, Valdek Pall, Juhan Peegel, Huno Ratsep, Ellen Uuspold, Helju Vals, Ulle Viks und Haldur Oim.

Im Vorstehenden wurden die Aktivitaten des Wiedemann-Jahres kurz beschrieben und als einer der Organisatoren ist es nicht mein Anliegen hier eine Einschatzung vorzutragen, aber eins steht fest: Es lohnt sich nicht, solche Jubilaumsserien nur wegen des Jubilaums an sich zu veranstalten, denn was man sich vornimmt, sollte an Vergangenes erinnernd stets der Losung gegenwartiger und zukunftiger Probleme dienen. In Verbindung damit wurde ich die Aufmerksamkeit noch kurz darauf lenken, dass im Jahre 2006 wieder ein Jahrestag ansteht und zwar wurde vor genau einhundert Jahren hierzulande die estnischsprachige Gymnasialbildung eingefuhrt. Wenn wir von estnischsprachigen Hochschulbuchern und von estnischsprachiger Hochschulbildung sprechen, dann beziehen wir ja neben der Universitat auch das gesamte estnischsprachige Bildungssystem in Betracht. Und dieses ist die Grundlage zur Erhaltung unserer Sprache und unseres Volkes. Gleicher Meinung war auch schon Wiedemann.

LITERATUR

Sepper, M.-M. 2005, Ferdinand Johann Wiedemann 200.--KK, 516-519.

Valge, J. 2005, Wiedemanni konverents ja keelepaev Peterburis.--KK, 601-605.

* Aus dem Vortrag zum Abschlusssymposion in Tartu, 6. Dezember 2005.

JURI VALGE (Tartu)
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Author:Valge, Juri
Publication:Linguistica Uralica
Date:Mar 1, 2006
Words:2352
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