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Verbs for 'be' and copulas in Uralic languages/Seinsverben und kopulae im uralischen.

0. Die Seinsverben gehoren zu den am am haufigsten verwendeten Lexemen, infolgedessen konnen ihre Lautgestalt, Bedeutung und Funktionen ein kunterbuntes Bild ergeben. Eine ihrer haufigen Aufgaben ist die Rolle als Satzkopula bzw. die Verknupfung von Subjekt und Pradikat (in Konstruktionen, die mit nonverbalem Pradikat gebildet werden).

Beim Studium der diesbezuglichen Fachliteratur hat es mich einigermassen erstaunt, dass die aufeinander folgenden Forschergenerationen den uralischen Seinsverben generaliter und auch den Seinsverben in den Einzelsprachen inconcreto nur vereinzelt weder aus morphologischer noch aus syntaktischer Sicht besondere Aufmerksamkeit gewidmet haben. Eben deswegen war es eine ganz schwere Aufgabe zu erkunden, wie die Situation in den einzelnen Sprachen und Sprachgruppen denn aussieht. Das gilt besonders fur die samojedischen Sprachen.

Folgende Lexeme in den uralischen Sprachen konnen zum Kreis des Seinsverbes (in weiterem Sinne) gezahlt werden:

(1) FU *wole- 'sein, werden' (UEW I 580-581),

(2) FU *le- 'sein, werden, leben' (UEW I 243-244),

(3) U *ela- 'leben' (UEW I 73),

(4) Sa "ae-(? ~ * ae-, *e-) 'sein'" (Janhunen 1977 : 16-17),

(5) Sa "*me- 'nehmen' (tr.), 'sein, werden' (intr.)" (Janhunen 1977 : 91),

(6) Sa "*tena(-) 'dasein'" (Janhunen 1977 : 144-145).

Die Funktion der Kopula wird in der Regel vom Seinsverb versehen, so auch in den uralischen Sprachen, allerdings nicht in vollem Ausmass. Wenn von der Kopula die Rede ist, dann muss man in den uralischen Sprachen noch zwei weitere Moglichkeiten in Betracht ziehen: Oft trifft das Phanomen auf, dass unter gewissen Umstanden anstelle des Seinsverbes entweder ein Element Null (O) oder irgendein pradikativissierendes Element (Numeruszeichen und/oder Partikel) die Funktion der Kopula erfullt (ausfuhrlicher daruber Honti 1992; 1993). An dieser Stelle behandle ich unter den vier Verben diejenigen aus der uralischen/finnougrischen Periode (FU *wole-, FU *le-, U*ela-), zu den nur in den samojedischen Sprachen belegten Verben (*ae-, *me-, *tena-) aussere ich mich nur kurz.

1. Zunachst diskutiere ich das Schicksal der eigentlichen finnougrischen Seinsverben, die in den einzelnen Zweigen der Sprachfamilie (auch) eine kopulativedie Funktion der Kopula versehen (die Quellen der sprachlichen Angaben aus den unten zitierten UEW-Wortartikeln habe ich nicht angefuhrt!).

1.1. Die finnougrischen Seinsverben

"wole- 'sein, werden' FU

Finn. ole- 'sein'; est. ole- I mord. E M ule- [= ule-] 'id., werden' | tscher. KB ela-, U B ula- 'sein' | wotj. S vil-, K vel-, (Wichm.) G vili- 'id., vorhanden sein (S K G), existieren (S K)', S, (Wichm.) G 'war' | syrj. S vel-, P vev-, PO vo-l- 'sein; es gibt', VU vijim 'ist, es gibt' | ostj.... V wal-, Trj. wav- ~ wov-, DN ut-, O ol- 'leben, sein, wohnen' | wog.... TJ al-, KU P ol-, So. cl- 'werden, sein' | ung. vol-, val-, vagy- 'sein, vorhanden sein, dasein, sich befinden', vagyon 'Vermogen, Habe, Besitz' ... " (UEW I 580).

"le- 'sein, werden, leben' FU

Finn. lie- (lienen, lienet usw.) 'durfen, mogen, (vielleicht) werden'; est. lee'-werden' | lapp. N lae-, lae-, laekke- 'be (both as copula and in the sense of occur, live, exist, etc.)', L liehke -, lahke- id., K ... lea-, la-, lie-, le-, li-, li-, le-, le- 'sein, werden' | ? mord. E l'evks, M lafks 'Junges (v. Tieren); Kind' | tscher. KB lia-, U lia- 'sein, werden, moglich sein; kalben, lammen (KB U); fullen (KB)', B lija- 'konnen, durfen; werfen (Kuh, Stute, Schaf, Zicke)' | wotj. S lu-, K lu- 'sein, werden; moglich sein', ... G lui- | syrj. S lo- 'werden, entstehen, geschehen, sich ereignen, sein', P vo-, PO lu- 'werden, geschehen' | ung. le- (lev-, lesz-, dial. le-, lo-, loj-) 'sein, existieren; werden; geschehen; geboren werden', let 'das Sein, Existenz, Wesen; (altung.) Geburt, Ursprung'" (UEW I 243).

1.1.1. Diese beiden Verben weisen in allen Zweigen der finnougrischen Sprachfamilie irgendeinen "unregelmassigen" Zug auf, der sich hauptsachlich indurch Stammalternationen bemerkbar macht, auf. Eben dieses Phanomen will ich jetzt der Reihe nach in den einzelnen Sprachen und Sprachgruppen behandeln.

In mehreren finnougrischen Sprachen und Sprachgruppen weist das Seinsverb Formen in der 3. Person auf, die eigentlich deverbale Nomina sind, und nicht unbedingt direkte Derivate des betreffenden Seinsverbes sind.

Die ostseefinnischen Fortsetzungen von FU *wole- in der dritten Person verursachten den Fachleuten einiges an Kopfzerbrechen. Im Ostseefinnischen zeichnet sich *wole- (> fi. ole-) morphologisch dadurch aus, dass dass in der 1. und 2. Person Person des Prasens die Personalsuffixe an den Stamm ole- treten, wahrend in in der dritten Person der Stamm o- ist:
Finnish:    Sg.        P1.

            1. ole-n   ole-mme
            2. ole-t   ole-tte
            3. o(-)n   o-vat


In mehreren finnougrischen Sprachen und Sprachgruppen weist das Seinsverb Formen in der 3. Person auf, die eigentlich deverbale Nomina sind, und und nicht unbedingt direkte Derivate des betreffenden Seinsverbs sind; vgl.: "A letige egyes es tobbes szam 3. szemelyu alakja tortenetileg nezve szekunder jelenseg, mert altalanos nezet szerint voltak kopula nelkuli allitmanyi szerkezetek, voltak csak nominalis mondatok, ahogy ez meg ma is sok urali nyelvben megvan.Aletige paradigmaja tehat eredetileg legalabbis jelen ideju alakjaban hianyos volt, a 3. szemely(ek) alakjai hianyoznak. Ebbol kovetkezik, hogy az egyes szam 3. szemelyu igealak elofordulasai mindenkeppen ujabbaknak tarthatok, mint azok az elofordulasok, melyek itt az egzisztencialis iget hasznaljak" (1) (Winkler 2003 : 203).

Die Form der dritten Person des Seinsverbes im Finnischen, Karelischen, Ludischen, Wotischen und Estnischen on, im Ludischen und Wepsischen om, im Livischen um, u'm, om 'er/sie/es ist, es gibt' und im Finnischen oma 'eigen; Eigentum' usw. ist die Fortsetzung jenes urfinnischen Vorgangers, der laut Stellungnahmen in der Fachliteratur ein sehr altes (prauralisches?) deverbales Nomen von FU *wole- (> fi. ole-) 'sein, werden' ist (s. SKES II 430-431; Itkonen 1968 : 500; UEW II 717; SSA 2 : 265). Die Formen des wepsischen Seinsverbes in der dritten Person Singular: om (~ fi. on) 'er/sie/es ist, es gibt', in der dritten Person Plural hingegen: oma(d) (~ fi. ovat) 'sie sind' ([TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] 1981 : 254) sind keine direkten Ableitungen des Seinsverbes *wole-.

Im Lappischen gibt es keine Spuren des Verbs *wole-.

Die entsprechende verbale Form im Mordwinischen ul'i entspricht ebenfalls 'ist' und als Substantiv 'Eigentum' (MdWb 4 : 2449), ist also eindeutig ebenfalls ein deverbales Nomen.

Eine ahnliche Lage ist auch im Tscheremissischen anzutreffen: "ulam, elam 'vagyok' ige ragozasa a 3. szemelyben nem szabalyszeru, ... -es vegu alakja is megvan" (2) (Beke 1911 : 314), z. B. die Prasensformen: ulam (1. P Sg.), ulat (2. P. Sg.), ulo (3. P. Sg.), "die Form der 3. Person Singular vom Verb ulas ist ules; unpersonliche Form: ulo ... was vorhanden ist, all ganz ... vermogend, reich" (MaNyjSz 4/9 : 3241-3243).

Die permischen Sprachen zeichnen sich dadurch aus, dass in der rezenten Fortsetzung von FU *wole- drei Verben mehr oder weniger miteinander verschmolzen sind, so einerseits die einzelnen Formen in das das FU *le- 'sein, werden, leben' und andererseits U *ela- 'leben' in das Paradigma des eigentlichen Seinsverbes (daruber s. u.).

Auch im Ungarischen ist der gleiche Dualismus (Nomen ~ Verb) wie im Mordwinischen und Tscheremissischen anzutreffen: vagyon [??] van.

1.1.1.1. Der Suppletivismus der uralischen Seinsverben

U *ela- 'leben' ist in das Paradigma des Seinsverbes FU *wole- eingeschmolzen, wahrend U *ela- 'leben' semantisch mit den obugrischen Fortsetzungen von *wole- verschmolzen ist. Letztere Wortfamilie sieht folgendermassen aus:

"ela- 'leben' U

Finn. ela- 'leben; wohnen'; est. ela- | lapp. N alle- eei-, L ielle-, alle-, K ... T jielle- (jea-), Kld. [ie.sub.i]lle- | ?? mord. E era-, ara-, M era- 'leben, wohnen' | tscher. KB dle-, U B ile- | wotj. S ul-, ... G uli- 'id.; sein' | syrj. S ol-, P ov-, PO o-l- | ostj.... V jel 'Quellader'; V jelwayld-: koldylds pan os jelwaylds 'er starb und wurde wieder lebendig', O jitpald- '(von einer Krankheit) genesen', O jilpdt- 'wiederbeleben (z. B. einen Ertrunkenen)'; V jeldw 'neu, frisch (Fleisch, Schnee)', DN jetdp, O jilap | wog.... TJ ilt-, KU P jalt-, So. jalt- 'gesund od. geheilt werden' | ung. el- 'leben; geniessen, gebrauchen' [parallel] sam. jur.... O jiie- 'leben; wohnen'; jen. Ch. ioi-, B jire- 'leben'; twg. nile-; selk. Ta. Ke. ila-, ... Tur. ila-, ... Ty. ela-; kam. jili- 'wieder aufleben'; jili 'lebendig'; taig.... ilinde" (UEW | 73). Das SSA (1 : 103-104) erwahnt nicht einmal die eventuelle Zugehorigkeit des mordwinischen Wortes, die Etymologie ist aber ungeachtet des mordwinischen r gut (s. Keresztes 1987 : 181-182), vgl. auch die Entsprechung l ~ r des Negationsverbs fi. ala ~ est. ara (Redei 1980 : 260; Honti 2013 : 20-21)!

Die samojedischen Vertreter dieses Verbes fasst Janhunen folgendermassen zusammen:

Sa "*ila- (ng, sk, tg) ~ *jila- 'leben' // ng (M) va nilid'e / en (C) aor. sg. l. Ch. iriro', B. jiredo' / jr (P) der. (vn) [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] / neT va (T) uvecb (L) O jile, vgl. der. (T) [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] (<*jile-) / neW (L) Lj. aor. sg. 3. [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] / sk (Pr) va -iliqo / km (D) (?der.) prs. sg. 1. tililem 'Wiederaufleben', der. vn dili 'lebendig' / tg (P) der. vn [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] (< *ila-nta) //" (Janhunen 1977 : 27).

1.1.1.1.1. In den permischen Sprachen hat die Fortsetzung von FU *wole- 'sein, werden' eine defektive Konjugation. Das Seinsverb verfugt uber zwei Formen der dritten Person,

(a) im Prasens: wotj. van 'er/sie/es ist, sie sind' (in jeder Person beider Numeri gebrauchlich),

(b) in der Vergangenheit: val 'er/sie/es war', vilem 'sie waren'), syrj. em, vijim 'er/sie/es ist, er/sie/es existiert' (je nach Dialekt nur die eine oder andere Form gebrauchlich).

Diese konnen nur als nachdruckliches Pradikat vorkommen (Redei 1967 : 164), zugleich aber auch als Substantive mit der Bedeutung 'Besitz, Eigentum' (Bartens 1996 : 70). Das syrj. vijim (~ vilim): olem-v. tirjis vijim 'sein Eigentum ist reichlich, gross, olem 'Leben' (WUo 183, 339) ist ebenfalls ein Abkommling des alten Seinsverbes *wole- (> syrj. vil-, vel- ~ wotj. vil- ~ fi. ole- ~ ung. val-, vol-) mit dem Suffix -m, wahrend syrj. em die suppletive Form von 'sein' ist, vgl. e.-bur 'Vermogen', bur 'das Gute' (WUo 20, 41) ~ wotj. vaii (Stamm: vaiim-): v.-bur 'Eigentum', bur 'recht, gut' (WUoK 28, 295-296, 307), welches ein ebensolches Derivat von U *ela- 'leben' (> syrj. ol- ~ wotj. uli- ~ fi. ela- ~ ung. el-) ist (Redei 1967 : 165-166; 1978a : 110; 1978b : 85; vgl. auch Csucs 2005a : 274-275).

Das Seinsverb in den permischen Sprachen wotj. vil- und syrj. vel- hat kein vollstandiges Paradigma, teilweise erganzen sich die aus dem Stamm der Verben wotj. lui- ~ syrj. lo- und (U *ela- 'leben' >) syrj. ol- entstandenen Formen (Redei 1978a : 110; 1978b : 85; Csucs 2005a : 277). Vgl. dazu noch: [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] [Absatz] [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII]

1.1.1.1.2. Im Obugrischen gestaltet sich die Situation noch bunter als im Permischen: Es gibt im Ostjakischen ein Verb (*wal- ~*wol- >) VVj wal-, Trj wav- ~ woa-, Kaz wqa- usw. 'leben, sein, wohnen' (DEWOS 1577-1580) und ein Verb (*was- ~*wos- >) Vj was-, Trj wos- usw. 'jmd od. etwas sein' (DEWOS 1630--1631). Im Wogulischen ist der gleiche Dualismus zu beobachten: (*al- ~*ol- >) TJ al- ~al-, So cl- usw. 'sein, leben, wohnen, bleiben' (DEWOS 1580; WWb 382; Wogulische Volksdichtung VII 19) ~ (*was->) TJ as-, LO os- usw. 'sein' (DEWOS 1631; WWb 392; Wogulische Volksdichtung VII 48). Unter ihnen versehen diejenigen mit dem Element s in den obugrischen Sprachen mit Ausnahme der sud- und teilweise der nordostjakischen Dialekte in der Regel nur kopulative Funktion.

Munkacsi wies darauf hin, dass im Wogulischen: "N al- 'lenni' ige ind. praesensenek szabalyos ale'im, ale'in alakja az 'elni, lakni' jelentesre szoritkozott (am tit ale'im en itt elek, itt lakom, Xasa at ale'im soka nem elek), mig a 'vagyok, vagy' kifejezesere egy tovabbkepzett as- (nyilvan e. h. *als-) to szolgal, pl. tit asem itt vagyok, nan james xum asen te jo ember vagy; de 3. szemely; ali, pl. taw xot ali? o hol van?" (3) (Munkacsi 1894 : 49); LM "Mint az ejszaki vogulban, ugy itt is a 'lenni' igenek szabalyszeru olem, olen praesenskepzese 'elni, lakni' jelentesben alkalmazodik; e mellett a 'vagyok, vagy' kifejezesei: osem, osen; pl. am nan oarenten osem en neked ados vagyok, nau ver osen te fiatal vagy; a praes. harmadik szemelye itt is: oli" (4) (Munkacsi 1894 : 134), TJ am in najar-puw asem, naw t'at'ka sinpalta asdn 'ich bin jetzt der Kaisersohn, du bist der Oheim Senpalta' (Wogulische Volksdichtung III 159).

"Az osztjakban es a vogulban a letigenek igen gyakran 'el, lakik' jelentese is van. Foltuno, hogy az el ige megfeleloi az osztjak--vogulbol nincsenek kimutatva ... Valoszinu, hogy az osztjak-vogulban az 'el' jelentesu iget kiszoritotta a rokon jelentesu ('van, letezik') letige, ugyhogy ma az 'el' jelentes is a letige alakjaihoz ([osztj.] ol, [vog.] al stb.) fuzodik. Vo. a magyarban is: Mar ket esztendeje a fianal van (= eldegel). Csak eppen hogy van (= el)" (5) (Klemm 1923-1927 : 401).-In Klemms erstem ungarischen Beispielsatz hat van hingegen die Bedeutung 'er/sie/es wohnt', im zweiten Fall ist 'er/sie/es lebt' nur als kontextuelle Bedeutung zu analysieren.

Dass der rezente obugrische Fortsetzer des Seinsverbes FU *wole-auch der Trager der Bedeutung 'leben' ist, zeigen eindeutig die folgenden Satze: wog. TJ alest, kojast jukanat ansaek 'es waren (und) lebten ein Mann (und) eine Frau; (es) waren (und) lagen mit einer Frau ein Mann' (Wogulische Volksdichtung III 154, 249), NVag oles kujes kum jekanseX 'es lebten (und) waren ein Mann und eine Frau; (es lebten (und) lagen [Sing.] ein Mann (und) ein Frau-Mann)' (Wogulische Volksdichtung III 148, 248), So ekapiy akekal cley, Xos csiy, wati csiy 'der Neffe einer alten Frau lebt mit (seiner) Tante, lange lebten sie (oder) kurze Zeit lebten sie (so)' (Wogulische Volksdichtung III 35), ostj. V merem kulne valmen [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] pame soy pani ulsem t'i walleyen [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] Ser tome jeten sunna, tome turem imenan xitenen uttanen 'in jener fernen(?) Gegend, in jener Weltgegend leben eine Frau und ihr Neffe' (Steinitz 1975 : 280), Syn oxsar imi sewer imi ullenen 'Fuchsin und Hasin leben' (Steinitz 1975 : 80).

In den obugrischen Sprachen tragen also die Fortsetzungen von *wole-auch die Bedeutung 'leben', nicht hingegen im Finnischen (vgl. NSS 4 : 51-59), im Mordwinischen (vgl. MdWb 4 : 2448-2449), im Tscheremissischen (vgl. MaNyjSz 4/9 : 3241-3247; TschWb 866-869), im Wotjakischen (vgl. VotjSz 662; WUoK 320), im Syrjanischen (vgl. WUo 329; SyrjWb 2 : 1190-1193) und im Ungarischen (vgl. ErtSz 7 : 223-233) kann man hochstens in einem bestimmten Kontext mit dieser Bedeutung rechnen.

1.1.1.1.3. Klemm rechnete wahrscheinlich aufgrund von Munkacsis oben zitierten Angaben damit, dass das ostjakische *wal- ~ *wol- und *was- ~ *wos- sowie das wogulische *al- ~ *al- und *as- einem Stamm entspringen: "Azt hiszem, az osztjak vogul igei-nevszoi allitmanyu szerkezetben szereplo [osztj.] osem, osen [vog.] asem, asen stb. igealakok eredetileg mozzanatos alakokbol fejlodott folteteles alakok voltak, tehat eredetileg modalis jelentesuk volt ..." (6) (Klemm 1923 1923-1927 : 391 391-392).

Papai und Beke haben sehr unsicher mit einem etymologischen Zusammenhang der beiden ostjakischen Verben gerechnet, , beim Verb ol-, ul- 'van, el; sein, leben' haben sie auf das Verb os-, vos- 'van; sein' verwiesen (Papai, Beke 1959 : 52), aber bei letzterem findet man keinen Verweis auf das Verb ol-, ul- 'van, el; sein, leben' ' (Papai, Beke 1959 : 53). Zunachst rechnete auch Steinitz damit, dass die beiden Verben etymologisch zusammenhangen, aber er gab keine Erklarung dafur ab, dass beide Varianten auch eine Funktion der Vergangenheit haben, vgl. Ser "ut- 'sein, leben' hat als Prateritalstamm gewohnlich u-, z. B. usem, us 'ich, er war'; aber auch utes 'er war'" (Steinitz 1950 : 68).

In einem Teil der ostjakischen Dialekte--mit Ausnahme der zumeist sudlichen und teilweise der nordlichen Dialekte--haben die Vertreter des Verbes *wal- ~ *wol- ein vollstandiges Paradigma. Die Fortsetzer von *was- ~ *wos- fungieren hingegen als Kopula, in einem Teil der Dialekte haben sie keinen temporalen Bezug. In der Regel werden sie nur in der 1. und 2. Person verwendet, vereinzelt aber auch in der 3. Person.

Das ostjakische Worterbuch von Steinitz behandelt behandelt die ostjakischen Verben (*wal- ~ *wol- >) wal- 'leben, sein' (DEWOS 1577-1580) und (*was- ~*wos- >) was- 'jmd od. etwas sein' (DEWOS 1630-1631) bereits ganz gesondert, es wird nicht einmal erwahnt, dass die sie etwas miteinander zu tun haben konnten, aber die jeweiligen wogulischen Entsprechungen finden Erwahnungwerden erwahnt: TJ al- usw. (DEWOS 1580), TJ as- usw. (DEWOS 1631).

Klemm zufolge haben mehrere Forscher (Budenz 1884-1894 : 356; Setala 1887/1981 : 170-171; Szabo 1904 : 219; Schutz 1910-1911 : 17; Munkacsi 1894 : 42) das s der Verben mit dem Element s--falschlicherweise--als verbales Derivationssuffix eingestuft. Laut Klemm ist dieses Element ein Verbalnomensuffix, in dem er einerseits ein Tempuszeichen, andererseits ein Suffix mit "konditionaler Bedeutung" ("folteteles jelentesu") sieht (Klemm 1923-1927 : 391). Aber auch die Auffassung Klemms ist falsch, denn eigentlich ist das s namlich ein integraler Bestandteil des Verbstammes (Klemm 1923-1927 : 391).

Das DEWOS veranschaulicht die Situation in den sudostjakischen Dialekten skizzenhaft folgendermassen: "KoP usem 'ich bin', Kr. usem, usen (andere Formen werden nicht gebraucht) ich bin, du bist; (Prat. utem, uten, utot usw. s. hier DEWOS 1577 wal-). S[er] usem, us, Kaz wosem, wos Prat sg. 1., 3., DN ustam, ustan (andere Formen werden nicht gebraucht) ich bin, du bist (Prat utem, uten, utot usw.); Patk. ustam, usem Pras., Prat. 1. Si." (DEWOS 1577-1578: wal-, 1630-1631: was-).-Im Sudostjakischen haben sich also die Fortsetzer von urostjakisch *wal- ~ *wol- und und *was~ *wos- gegenseitig so kontaminiert, dass zumindest in den Formen der 1. und 2. Person das Prasenszeichen (*l >) t erschienen ist: ustam, ustan, wahrend die Formen der Vergangenheit regelmassig sind und den Erwartungen entsprechen, vgl.:
DN utta 'leben, sein':

    Prasens                            Prateritum

Sg. 1. uttam                           utem
    2. uttan                           uten
    3. ut                              utot

Du. 1. uttemen                         utmen
    2. utteten                         utten
    3. utteyen                         utyen

Pl. 1. uttew                           utew
    2. uttete                          utte
    3. uttet                           utet

DN usta 'jemand oder etwas sein':

Sg. 1. man tul ustam 'ich bin toll'    man tul utem 'ich war toll'
    2. non tul ostan 'du bist toll'    non tul uten 'du warst toll'
    3. tew tul 'er ist toll'           tew tul utot 'er war toll'
    "usw"?                             "usw" (Karjalainen, Vertes
                                       1964 : 19-20).


In den sparlicher belegten sudostjakischen Dialekten sind im Grossen und Ganzen solche Formen anzutreffen wie im DN:

C utta 'leben, sein': uttam, uttan usw., aber das Verb usta (~ DN 'jemand oder etwas sein') verfugt auch uber eine Gegenwart: ustam, ustan, seine Vergangenheitsformen (!) sind hingegen: usem, usen (Karjalainen, Vertes 1964 : 55),

Kr utta 'leben, sein; wohnen': uttam, uttan (Gegenwart) usw., utam, utan (Vergangenheit) usw ..., aber das Verb usta usta (~ DN 'jemand oder etwas sein') hat Formen der Gegenwart: usem, usen (Karjalainen, Vertes 1964 : 86-87).

Dieser Dualismus des Stammes ist auch in den nordlichen Dialekten nicht unbekannt, vielleicht nur mit Ausnahme des Ni-Dialekts, vgl. utta 'leben, sein; wohnen': Prasens uttrm (1. P Sg. 1.), utel (3. P Sg. 3.), Prateritum utem (1. P Sg. 1.), utmrt (3. P Sg. 3.) (Karjalainen, Vertes 1964 : 305). In dem von Bela Kalman aufgezeichneten kurzen Text kommt dieses Verb nur einmal vor, und zwar als Kopula (und somit nicht us-!), wenn auch in der 3. Person Singular der Vergangenheit, und in der fur den Dialekt typischen Weise in Form eines mit einem possessiven Personalsuffix versehenen Partizip Prateritum: tuw aj utmet pa sek jur 'o kicsi volt, de nagyon eros' [= 'er war klein, aber sehr stark'; L. H.] (Kalman 1960 : 339).

Den Ser-Dialekt betreffend vgl. das oben angefuhrte Zitat von Steinitz (1950 : 68).

Im Kaz-Dialekt hingegen finden wir folgende Situation: "Die Konjugation des Verbs woAti 'sein, leben, wohnen' ist unregelmassig: es hat als Prasensstamm woa-, als Prateritalstamm wo-. Die 3. P. Sing. Pras. ist mit dem Prasensstamm identisch. In der Bedeutung 'leben, wohnen' tritt das Prateritalsuffix an den Stamm wov-: wovsem 'ich lebte, wohnte', woasen 'du lebtest, wohntest', woves 'er lebte, wohnte' usw.
      Prasens                                     Prateritum

Sing. 1. wovvem 'ich bin, ich lebe, ich wohne'    wosem 'ich war'
      2. wovven                                   wosen
      3. wov                                      wos

Dual  1. wovvemen                                 wosmen
      2. wovveten                                 wosten
      3. wovvenen                                 wosenen

Plur. 1. wovvew                                   wosew
      2. wovveti                                  wosti
      3. wovvet                                   woset" (Redei
                                                  1968 : 27).


Ein davon einigermassen abweichendes Bild zeigen die knappen Aurzeichnungen Karjalainens, vgl. Kaz wovati 'leben, sein; wohnen', s. Karjalainen, Vertes 1964 : 321:
      Prasens     Prateritum

Sing. 1. wovvem   wosem (selten: wovsem)
      3. [wov]    wos (wovmav, vgl. Ni utmat)


In Redeis Grammatikskizze des Kaz-Dialekts fungiert wos- als Kopula, aber es ist bei weitem nicht sicher, dass es ausschliesslich in der Funktion der Vergangenheit auftritt, sondern der Zeitwert hangt vielmehr eher vom Kontext ab. Mir scheint, dass die Forscher die finiten Verben mit dem Stamm wos- automatisch im Prateritum ubersetzt haben, obwohl die folgenden Ereignisse oft mit Verben des Prasens beschrieben werden, z. B.: "kasem joxan xosa katra woset sepan-jcx. met won sepan-xo wos movtan. movtan jex katra vunteset sarten jcxa, met tasen woset. viw woset aj wos joxan, won wos joxan xcnneten. si joxanet ar xua tajset. wonteten ar-sir wejet woset. viw ar wuvi tajset. movtanet kuten ar sepan wos. viw sorma jitev jupijen sar'vaa (sartepsivav) met aj pox va va pa met aj ewivava pitvet--Am Kazym-Fluss lebten vorzeiten Schamanen. Der grosste Schamane war moatan. Man betrachtete die movtans ehemals als Zauberer, sie waren am reichsten. Sie wohnt e n an den Ufern des kleinen wos-Flusses und des grossen wos-Flusses. Diese Flusse hatten viele Fische. In den Waldern gab es viele Tiere. Sie (die Schamanen) hatten viele Rentiere. Unter den movtans gab es viele Schamanen. Nach ihrem Tod kommt ihre Schamanenkunst ihren jungsten Sohnen und Tochtern zu" (Redei 1968 : 32, 33; Hervorhebung von mir, LH.).

Redeis Beschreibung zufolge ist die Konjugation des Seinsverbes in der Siedlung Muzi die gleiche wie in Kaz: "Az ulti 'lenni, elni, lakni' ige ragozasa rendhagyo, mivel mult ideju tove nem ul-, hanem u-" (7) (Radanovics [= Redei] 1961 : 26). Insgesamt ist der Unterschied (abgesehen von einigen minimalen phonologischen Abweichungen) der, dass die Formen des Duals in der 2. und 3. Person zusammengefallen sind, in beiden Formen ist das Personalsuffix -ten (Radanovics [= Redei] 1961 : 26-27).

Nikolaeva [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] gibt das Paradigma des Seinsverbes O ul-, ol- und u-, o- ahnlich wie Redei (1968 : 27) wieder (ich zitiere jene Angaben der beiden Dialekte, die dem von Karjalainen aufgezeichneten Obdorsker Dialekt naher zu stehen scheinen):
     Prasens      Prateritum

Sg.  1. olem      osem
     2. olen      osen
     3. ol        os

Du.  1. ollemen   osmen
     2. olleten   osten
     3. ollenen   osnen

Pl.  1. ollew     osew
     2. olleti    osew(!)
     3. ollet     oset ([TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII]
                  1995 : 118-119)


Anmerkungen:

(1) Ich bezweifle, dass die Formen der 1. Person Singular olem und 2. Person Singular olen korrekt sind, meiner Meinung nach muss(t)en sie ollem und ollen sein,

(2) das Suffix der 1. Person Plural wurde von Nikolaeva in phonetischer Form wiedergegeben,

(3) die Pluralform der 2. Person osew (bei Nikolaeva: osuw) ist offensichtlich ein Druckfehler statt osti.

In den Grammatikaufzeichnungen Karjalainens kommt das Obdorsker Seinsverb nicht vor (Karjalainen, Vertes 1964 : 337-338). Zum Gebrauch dieses Verbes aussert sich Nikolaeva folgendermassen: [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] es scheint also, dass die verbalen Formen mit dem Stamm os- im Prateritum gebrauchlich sind.

Mir scheint die von Steinitz im DEWOS vertretene Ansicht realistisch bzw. jene, dass die beiden obugrischen Verben etymologisch miteinander nichts zu tun haben. Diejenigen mit dem Element l- (urostj. *wal- ~*wol-~ urwog. *al- ~ *al-) sind naturlich die etymologischen Entsprechungen von ung. val- ~vol- und fi. ole, wahrend der Ursprung derjenigen mit dem Element s (urostj. *was- ~*wos-, urwog. *as-) ratselhaft erscheint. Seit langem fuhle ich zum Gedanken verleitet, dass Letzteres eventuell in der obugrischen Grundsprache selbstandig wurde und ein Zeuge der Kontakte mit irgendeiner iranischen Sprache (oder Sprachen) ist bzw das obugrische *was-~ *wos- ein iranisches Lehnwort sein konnte. In dem Buch Eva Korenchys (1972), wo dieses Thema grundlich aufgearbeitet worden ist, findet man dieses Wort nicht, was auch zugleich bedeutet, dass zuvor niemandem dieser Gedanke aufkam. Dabei konnte sicher auch eine Rolle spielen, dass (1) die beiden obugrischen Verben eine ahnliche Funktion haben und sich insgesamt nur um einen Konsonanten voneinander unterscheiden, also ein etymologischer Zusammenhang schlechthin nicht ganz unmoglich schien (Munkacsi und Klemm versuchten sich auch mit einer solchen Erklarung,

wie wir oben sehen konnten),

(2) das Zusammenfallen der Fortsetzungen der Verben FU *wole- 'sein, werden' und U *ela- 'leben', das in der obugrischen Grundsprache eingetreten ist, kaum unabhangig von dem Erscheinen eines eine kopulative Funktion ausfullenden Lehnverbes mit einem Element s sein kann ('leben' ist nicht spurlos aus dem Obugrischen verschwunden, in einzelnen Derivaten ist es namlich erhalten geblieben, s. UEW I 73, vgl. noch Klemm 1923-1927: 401),

(3) Verben viel seltener von der einen in die andere Sprache ubernommen werden, als Substantive.

Ich vermute einen der iranischen Vertreter der indoeuropaischen Stamme des Seinsverbes als Quelle des obugrischen *was- ~*wos-. Als in Frage kommende (IE *[h.sub.1]es- >) urindoiranische Form konnte es sich um *as'sein' (> 3. Sg. altpersisch as-tiy 'ist', altindisch as-ti ~ griech. toxi, lat. est, got. ist) (Brandenstein, Mayrhofer 1964 : 71; Mayrhofer 1992 : 145; vgl. noch Walde, Pokorny 1930 : 160 ff.; Mann 1984-1987 : 253) handeln, das in der obugrischen Ursprache in der Lautform *as- oder *as- einheimisch wurde und in Analogie zum eine ahnliche Lautform und Bedeutung aufweisenden *wal- ~*wol- ein prothetisches w bekommen konnte, das vom Ostjakischen bewahrt wurde. Die Kontakte zwischen der obugrischen Grundsprache und dem Mitteliranischen, die vielleicht auf die Periode zwischen dem 6. vorchristlichen und 4. nachchristlichen Jahrhundert datiert werden konnen (Korenchy 1972 : 40), waren wohl kaum nur episodenhaft, denn in der Liste Korenchys (1972 : 46-84) kann man 44 Lehnworter oder als Lehnworter vermutete Elemente finden (allerdings sind einige davon, ungefahr sechs bis zehn, viel alter, z. B. "ma. [= ung.; L. H.] szarv 'Horn, Gehorn', szaru 'Horn, Hornstoff' ~ fi. sarvi 'Horn'", "ma. [= ung.; L. H.] szaz 'hundert' ~ a fi. sata 'id.'" und deren obugrische Entsprechungen, denn Korenchy hat jedes obugrische Wort mit iranischem Ursprung behandelt). Unter den entlehnten Elementen gibt es auch drei Verben aus der Zeit des Obugrischen oder Urwogulischen (wog. P muf- 'gewinnen', ostj. DN not-, not- ~wog. T nat- 'helfen', ostj. V wer-, Kaz war- ~wog. T war-, war-, So war- 'machen', s. Korenchy 1972 : 59, 61, 80).

Das Eindringen des iranischen Verbes ins Obugrische konnte auch durch den Umstand erleichtert werden, dass die uralischen Sprachen im Prasens ursprunglich kaum eine Kopula verwendeten und so konnte sich das betonte 'sein, leben' neben der unbetonten O-Kopula als fakultative Variante einburgern. Dass es dafur vielleicht schon in der uralischen Grundsprache ein Bedurfnis gab, zeigt die pradikative Deklination der Nomina und Adverbien im Mordwinischen und Samojedischen sowie die in den permischen Sprachen im Nicht-Singular ubliche Pradikativisierung mit dem pradikativen (pradikativisierenden) Pluralzeichen -es im Wotjakischen und -es im Syrjanischen. Eine pradikativisierende Partikel ist auch im Ostostjakischen in Verwendung, aber wenn das Subjekt nicht in der Einzahl ist, dann k a n n der sich am ortsadverbiellen Element des Pradikats befindlichen pradikativen Partikel auch noch das Dual- und Pluralsuffix des absoluten Nomen-Paradigmas folgen, letzteres sogar zwei oder drei (!) Mal; daruber habe ich bereits ausfuhrlicher berichtet (Honti 1992; 1993). Z. B. mordw. loman-an 'ember vagyok' [= 'ich bin (ein) Mensch'; L. H.], loman-at 'ember vagy' [= 'du bist (ein) Mensch'; L. H.], loman-O 'o ember' [= 'er/sie ist (ein) Mensch'; L. H.], loman-tano 'emberek vagyunk' [= 'wir sind Menschen'; L. H.], loman-tado 'emberek vagytok' [= 'ihr seid Menschen'; L. H.], loman-t 'ok emberek' [= 'sie sind Menschen'; L. H.] (Keresztes 1990 : 63), mon os-sa-n 'en a varosban vagyok' [= 'ich bin in der Stadt'; L. H.], ton to-sa-t 'te ott vagy' [= 'du bist dort'; L. H.] (Lako 1991 : 18), jurakisch man nuda-dm 'fiatal vagyok' [= 'ich bin jung'; L. H.], man nuda-n 'fiatal vagy' [= 'du bist jung'; L. H.], man nuda-O 'o fiatal' [= 'er/sie/es ist jung'; L. H.] (Hajdu 1982 : 47), selkupisch mat qum-an 'en ferfi vagyok' [= 'ich bin (ein) Mann'; L. H.], tat qum-anti 'te ferfi vagy' [= 'du bist (ein) Mann'; L. H.], tep qum-O 'o ferfi' [= 'er/sie/es ist (ein) Mann'; L. H.] (Hajdu 1982 : 47), wotjakisch cumolosti kidokin-es-ges 'a ti boglyaitok kisse tavoliak' [= 'eure Schober sind ein bisschen weiter (entfernt)'; L. H.] (kidokin 'messze, tavol' [= 'weit, fern'; L. H.]), syrjanisch kiten-es 'hol vagytok?' [= 'wo seid ihr?'; L. H.], mi tan-es 'mi itt vagyunk' [= 'wir sind hier'; L. H.] (kiten? 'hol?' [= 'wo'; L. H.], tan 'itt' [= 'hier'; L. H.]), ostjakisch V kat ellr-ki 'a haz nagy' [= 'das Haus ist gross'; L. H.], kat-yen elle-ki-yeen 'a hazak(2) nagyok(2)' [= 'die Hauser(2) sind gross(2)'; L. H.], kat-et([infinity]) elle-ki-tatet([infinity]) 'a hazak([infinity]) nagyok([infinity])' [= 'die Hauser([infinity][infinity]) sind gross([infinity]); L. H.]', Trj ma katne-O 'ich (bin) im Hause', min katna-yen (~ katne-O) 'wir beide (sind) im Hause', men katna-t (~ katne-O) 'wir (sind) im Hause' (fur die Quellenangaben s. Honti 1986 : 97--98; 1992 : 264; 1993 : 136, 137).

Im Obugrischen ist es nicht das einzige Seinsverb mit einer solchen Funktion als Kopula, das fremden Ursprungs ist: wog. T sow- 'werden', welches aus dem Syrjanischen stammt, vgl. syrj. suni 'erreichen, erlangen, einholen' (Redei 1970 : 157), z. B. TJ naw sown t'at'ka sinpalta, am sowem najarpuw wanka 'du wirst der Oheim Senpalta sein, ich werde der Kaisersohn Vanjka sein' (Wogulische Volksdichtung III 158-159).

Aufgrund der rezenten obugrischen Angaben scheint es so zu sein, dass das mitteliranische Verb als Kopula in die obugrische Grundsprache gelangt war und langere Zeit keinen temporalen Bezug aufwies, nachdem es aber in den westostjakischen Dialekten mehr oder weniger mit den Verben FU *wole- 'sein' und U *ela- 'leben' zusammengeschmolzen war, kam es zu einer semantischen Kontamination mit der ostjakischen Fortsetzung des obugrischen Seinsverbes und es bildete sich ein temporaler Bezug heraus, da das Element s an seinem Stammende mit dem Suffix s der Vergangenheit assoziiert wurde.

Erhard Schiefer beurteilt die innersprachliche Beziehung der Verben 'sein' und 'leben' im Obugrischen anders: "Zwar fehlt furs Wogulische eine monographische Bearbeitung, aber in den prinzipiellen Punkten durften sich gegenuber dem Ostjakischen keine Abweichungen ergeben, da die Vorkommensbedingungen fur die beiden Kopulae ahnlich sein durften. Wenn man nun in Betracht zieht, dass die finnisch-ugrische Grundsprache uber ein Verbum fur 'leben' verfugte (belegt in ung. elni 'leben' und fi. elaa 'id.'), nicht aber uber eines fur 'existieren', dann erscheint die Annahme begrundet, dass dieses Verb im Ostjakischen und Wogulischen bewahrt ist, und zwar dialektal verschieden in der Lautgestalt (w)ol, wozu es ausserdem das mit der Kopula 2 [= ostj. *was- ~*wos-, wog. *as-; L. H.] identische Befindlichkeitsverb als Sonderentwicklung gibt. Die altere Forschung hat ung. elni und finnisch elaa zusammengestellt, das ostjakische und wogulische Wort fur 'leben' jedoch ausgeklammert, und diese Meinung hat sich in den etymologischen Worterbuchern als Standard festgesetzt. Andererseits wird das betreffende ostjakische und wogulische Wort mit der finnischen und ungarischen Entsprechung von 'to be' verbunden" (Schiefer 1982 : 326). Der Verfasser wollte mit dem speziellen Symbol (w)ol wahrscheinlich das ostjakische Verb *wal- ~*wol- und das wogulische Verb *algemeinsam bezeichnen. Ich denke aber, dass Schiefer den bereits oben ziterten Satz von Klemm nicht verstanden hat: "Valoszinu, hogy az osztjakvogulban az 'el' jelentesu iget kiszoritotta a rokon jelentesu ('van, letezik') letige, ugyhogy ma az 'el' jelentes is a letige alakjaihoz ([osztj.] ol, [vog.] al stb.) fuzodik" (8) (Klemm 1923-1927 : 401), den Schiefer so kommentiert hat: "Gegen die Verbindung der obugrischen Entsprechungen fur 'leben' zwar nicht mit der ungarischen Kopula van, jedoch mit der finnischen Kopula 3. Sing. on und 3. Pl. ovat spricht auch die z. B. von Hans Fromm vertretene Meinung: "Die Formen on und ovat fuhrt man auf (< *om <) osfi. *oma bzw. *omat zuruck, die man mit dem Adj. oma 'eigen' zusammenstellt." (9) So gesehen konnte bis in die Zeit des Ostseefinnischen die Funktion der Kopula vom alten Verb mit der Bedeutung 'leben' ausgeubt worden sein" (Schiefer 1982 : 327). So wie ich die Worte Klemms verstehe, ist in dem zitierten Satz nicht davon die Rede, dass das entsprechende obugrische Verb etwas mit dem ungarischen van und finnischen on zu tun hat oder nicht, da er sich mit internem Problem im Obugrischen befasste. Aber er konnte offensichtlich nur den allgemeinen Standpunkt vertreten, dass das ostjakische *wal- ~*wol- und das wogulische *al- die etymologischen Entsprechungen des ungarischen val-, vol- und des finnischen ole- sind. Ich verstehe aber nicht ganz, warum das Verb U *ela- 'leben' die Bedeutung 'existieren' hat und auch als Kopula fungieren hatte mussen (vgl. die im UEW angefuhrten heutigen Vertreter dieses Verbes), denn im Gegensatz zu Schiefers Ansicht enthalt FU *wole- 'sein, werden' ganz unbestritten auch den Begriff 'existieren'. Die teilweise oder ganzliche Verschmelzung in einzelnen Sprachgruppen (im Permischen und Ob-ugrischen) erklart sich offensichtlich aus der lautlichen und kontextuellen semantischen Ahnlichkeit.

1.1.2. Was uber die rezenten Vertreter von FU *le- 'sein, werden, leben' leben' bekannt ist, gebe ich im Folgenden wieder. Ich meine, dass ich dies am authentischsten tun kann, indem ich die Ansichten der Forscher zitiere.

Ostseefinnische Sprachen

Meines Wissens hat Gyorke die Situation in den ostseefinnischen Sprachen am vollstandigsten zusammengefasst, daher daher zitiere ich dies im Folgenden ausfuhrlich:

"In den ostseefinnischen Sprachen vertritt die kurzere Form (estn. le-, finn. lie- usw.) im allgemeinen drei Hauptfunktionen, resp. Hauptbedeutungen: l. Futurum (ich werde usw.), 2. seltener-mit Ausnahme des Finnischen-Potential (ich mag sein usw.), und 3. vereinzelt--Prasens (ich bin usw.). Alle drei Gebrauchsvarianten lassen sich auch in anderen verwandten Sprachen nachweisen" (Gyorke 1936 : 24-25; Hervorhebung im Original, L. H.).

Im Finnischen ist die Morphologie dieses Verbes defektiv, es gibt keine

infiniten Formen und keinen Imperativ, nur die Formen im Potential sind bekannt, z. B. lienen, lienee, lienette. Ohne das Zeichen des Potentials hat es die Funktion eines possibilitiven Verbes (ung. -hat/-het), z. B. kukahan lie? 'wer kann er doch sein?' (Gyorke 1936 : 13).

"Die Tatsache, dass man z. B. anstatt der finnischen potentialen Form l. ollen, 2. ollet usw. die in ein ganz anderes Paradigma gehorende Form 1. lienen, 2. lienet usw. zu gebrauchen anfing, zwingt gerade zu der Annahme, dass an die Form l. lienen, 2. lienet usw. diesel be Bedeutungsnuance geknupft worden war wie an die Form l. ollen, 2. ollet usw. Dieses Moment ergab nun den Zustand, dass zum Ausdrucken einer Funktion (z. B. im gegenwartigen Falle des Potentialis) zwei gleichbedeutende Formen zur Verfugung standen. Der Kurze halber mochte ich hier nur auf die Feststellung von G e n e t z hinweisen, welcher in betreff des Karelischen sagt: "koncess. preteritissa on apuverbilla kaksi muotoa: ollen, ollet, ollov, ollemma, olletta ja lienen, lienet, lienov l. lienov, lienemma, lienetta, joista edellista enemmin kaytetaan EK:ssa, jalkimmaista PK.-ssa" (10) (vgl. Genetz TVKK 220 (11))" (Gyorke 1936 : 30-31; Hervorhebung im Original, L. H.).

"Von den ostseefinnischen Sprachen ist die estnische die einzige, in der das Verbum lema bereits fast ganzlich verloren gegangen ist. Es wird lediglich auf einem recht kleinen Gebiet--auf Saaremaa--gebraucht, sonst angeblich nur in Volksliedern. Vom Standpunkte der lebenden Sprache aus handelt es sich im letzteren Falle allerdings um langst erstarrte Formen. Wir verfugen hingegen uber zuverlassige Angaben daruber, dass dieses Verbum auch in der zweiten Halfte des vorigen Jahrhunderts ebenfalls nur auf dem genannten kleinen Gebiet gebraucht wurde. Es ist ein "wie es scheint, nur auf den Inseldialekt beschranktes Zeitwort", schreibt Wiedemann (vgl. EGr. (12) 488). Einst werden diese Formen unzweifelhaft weiter verbreitet gewesen sein. Bei Hornung (Grammatica 109) (13) finden wir z. B. noch das vollstandige Paradigma des Potentialis: Sing. 1. lenen, 2. lened, 3. leneb od. leb, Plur. 1. leneme, 2. lenete, 3. lenevad od. levad. Unsererseits sind wir der Ansicht, dass diese Formen neben dem potentialen Werte--auch zur Zeit Hornungs--wahrscheinlich auch noch das Futurum haben ausdrucken konnen. In dem von Hornung mitgeteilten Satze: ehk meie leneme savaa 'vielleicht werden wir bekommen' verbleibt ja beim Fortlassen des Wortes ehk 'vielleicht' das reine Futurum. [Absatz] Neben der langeren Form lenen usw. gibt Wiedemann andererseits das vollstandige Paradigma der kurzeren Formen ohne das Potentialsuffix -ne-: Sing. 1. len, 2. led, 3. leb, Plur. 1. leme, 2. lete, 3. levad (vgl. EGr. (14) 488). [Absatz] Diese kurzeren Formen kommen uberwiegend in Konstruktionen wie len tundmas 'ich werde erkennen' vor" (Gyorke 1936 : 6).

"Es ist nur zu naturlich, dass nun neben den Formen olen usw. (praesens) und olin, bzw. olen olnud (perfectum) des Verbum substantivum auch die Form len usw. (futurum) in die obigen Konstruktionen eingedrungen ist: sa led olemas 'du wirst sein' usw. Es muss jedoch bemerkt werden, dass schon die obigen Konstruktionen ziemlich alte Formen darstellen konnen. Zur Bestatigung dessen mogen Hinweise auf die ganz ahnlichen Konstruktionen im Livischen dienen. [Absatz] Wir verfugen im ganzen bloss uber zwei Beispiele, wo in Verbindung mit dem Verbum lema eine andersartige Konstruktion erscheint: lep olewa 'er wird sein' (Hornung, Grammatica (15) 109) ehk meie leneme sawa 'vielleicht werden wir bekommen' (vgl. noch EGr. (16) 488). Eine genaue Ubereinstimmung mit diesen Konstruktionen finden wir in der wohlbekannten finnischen Konstruktion des Futurums: olen oleva 'ich werde sein'; on tuleva 'wird kommen' usw." (Gyorke 1936 : 8-9).

Lappisch

Das Norwegisch-Lappische bildet bestimmte Derivate des Seinsverbes aus dem Verb orrot 'sein' (Lako 1986 : 102). Vgl. dazu orrot 'be still, quiet (not move, not do anything); stay; lie; be (substituted for laet, which is defective; can also be used as lae 1, but not as copula' (LpOb 3 : 204), laet '1. be (both as copula and in the sense of occur, live, exist, etc.' (LpOb 2 : 604). Im Sudlappischen hat das Seinsverb lea- ~li- eine defektive Konjugation, die fehlenden Formen werden durch arrudh 'bleiben, dauern; sich aufhalten; (ver)weilen; wohnen; leben; sein = bleiben usw.' es a vaaraadidh 'sein; dauern usw.' ~ vearaadidh 'id.' ersetzt (SlpWb 1 : 141, 246; SlpWb 3 : 1398). Im Lulelappischen ist das Paradigma des Verbes liehket ~ ltohket: la- 'sein' auch nicht vollstandig (LlpWb 1 : 413; LlpWb 4 : 1887-1892), die fehlenden Formen werden durch die entsprechenden Formen von arrot 'sein, bleiben, wohnen, sich aufhalten' ersetzt (LlpWb 3 : 1514; LlpWb 4 : 1887). Es scheint, dass im Inarilappischen das Paradigma des Verbes lede, lede 'sein' vollstandig ist (IlpWb 4 : 43-44). Des weitereen scheint auch im Ostlappischen das Paradigma des Verbes leD 'sein' vollstandig zu sein (s. KKS I 203; vgl. noch KepT 1971 : 178-209).

Tscheremissisch

Im Tscheremisschen ist die Bedeutung des Verbs 'van, lesz; sein, werden': M min erla tiste lijam 'morgen werde ich hier sein', JT men palem, mo lijat 'ich weiss, was du wirst', M erla dur lijes 'morgen wird es Regen geben' (MaNyjSz 4/4 : 1257 ff.; vgl. noch Beke 1911 : 324, 333, 341, 351, 356). Bis zu einem gewissen Grad ist dieses Verb mit dem Verb ulas 'sein' verschmolzen, an dessen Stelle im 2. Prateritum eher die entsprechenden Formen des vorher erwahnten Verbes gebrauchlich sind: lijenam 'id.' (Alho niemi 1985 : 111; 1993 : 105).

Wotjakisch

Mit den Verhaltnissen im Wotjakischen haben sich mehrere Forscher befasst. Auch hier denke ich, dass es am authentischsten ist, wenn ich deren Ansichten zitiere.

"A luini 'lenni, valni, tortenni; tud, kepes, -hat/-het; szokott lenni; van; lehet' igenek teljes es szabalyos ragozasa van" (17) (Csucs 1990 : 54). "A letige jovo idejenek, imperativusanak es conditionalisanak kifejezesere a votjakban a luini 'lesz, valik, tortenik, tud, kepes, -hat/-het, szokott lenni. van, lehet' ige alakjait hasznaljak. [Absatz] A zurjenben ... a futurumban a lu- 'lesz' ige, az imperativusban pedig az ol- 'el' ige megfelelo alakjait hasznaljak. "A lo- igenek 'lesz, valamive valik' jelentesben nemcsak futuruma, hanem mult ideju alakjai es-tiltva-imperativusa is van. Jelen ideje viszont nincs"18 (Redei 1978 : 8519)" (Csucs 2005b : 33).

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Syrjanisch

"Das Verb lo- 'zu etwas werden' hat nicht nur Formen fur Futur, sondern auch fur die Vergangenheit und-als Verbot-fur den Imperativ. Es hat allerdings keine Prasensformen. [Absatz] Prateritum: (affirmative Konjugation) loi, loin, loi, lois usw.; (negative Konjugation) eg lo, en lo, ez lo usw. [Absatz] Perfekt: (affirmative Konjugation) loemid, loem(a) usw.; (negative Konjugation) abu loemid, abu loem(a) usw. [Absatz] Imperativ: die affirmative Konjugation ist nicht gebrauchlich; in der negativen Konjugation ist die 2. Person Sing. en lo, die 2. Person Plur. en loej " (Redei 1978a : 110, s. auch Redei 1978b : 85).

Ungarisch

"A fejlodesre, kialakulasra stb. utalo lesz ige ebben a minosegeben kiegesziti a van ige hianyos alakrendszeret, igy fonevi igenevet: lenni (a vanni csak e kifejezesben el: vanni van), jovo idejet: lesz (nem pedig majd van vagy a nehezkes fog lenni ...), felszolito alakjat: legyen, tovabba felteteles multjat: lett volna (az elavult volt volna helyett ...). [Absatz] ... A lesz sokszor helyettesiti a van felteteles jelenet (lasd: volna-lenne) es folyamatos melleknevi igenevet (lasd: valo, levo stb.)" (20) (Nyelvmuvelo kezitonyv II 46; vgl. dazu noch H. Varga 2012: 11-12).

"A le- ige 'valamive valik' alapjelentese indukalhatta a szuppletivizmusnak, az alakkiegeszulesnek azt a formajat is, mely a letige rendszeret egy sajatos, mas igeknel nem talalhato paradigmaval, az omlto jovo idovel egeszitette ki. Rendszertani szempontbol tehat kiveteles, de jelentestanilag ertheto, hogy a leszen ige jelen ideje a letige jovo ideju paradigmajava valik ... [Absatz] A val- igeto igy mar ket paradigmaban [ti. a felszolito modban es a jov idoben, L. H.] adta at helyet a le- tonek. Ez egyre szorosabba tette a kolcsonhatast a ket ige kozott, s ennek eredmenyekent a le- to egyre tobb helyzetben valtakozhatott, kerulhetett szinonim kapcsolatba a val- tovel" (21) (Abaffy 1991 : 116).

Vielleicht lohnt es sich an dieser Stelle zu erwahnen, dass auch die Derivate der beiden alten Seinsverben, die im Ungarischen und Ostseefinnischen teilweise ineinander in ein Paradigma mit dem Resultat eines Suppletivismus verschmolzen, vermutlicherweise infolge des Suppletivismus defektiv sind. Im Ungarischen und Finnischen hat namlich nur jeweils eines davon einen Infinitiv: die Fortsetzer des Verbs FU *wole- 'sein, werden' haben im Ungarischen keinen Infinitiv, im Finnischen und Estnischen schon: fi. olla, est. olema, olla (EDWb 709). Der Vertreter des Verbes FU *le- 'sein, werden, leben' hat im Ungarischen und Estnischen einen Infinitiv: ung. lenni, est. leema, leeda (EDWb 491), im Finnischen hingegen nicht (vgl. noch SSA 2 : 68).

1.1.3. Ist es denn eigentlich so ungewohnlich, dass das Seinsverb suppletive Stammvarianten aufweist? Wohl kaum! Dafur finden wir sowohl Beispiele in der eigenen Sprachfamilie als auch im Kreis der indoeuropaischen Sprachen:

(1) Wie bereits oben erwahnt ist das Paradigma des Seinsverbes in den permischen Sprachen eine Erganzung, einzelne Formen von FU *le- 'sein, werden, leben' wurden in das Paradigma von FU *wole- 'sein, werden' eingebaut.

(2) Aus dem Kreis der indoeuropaischen Sprachen soll an dieser Stelle eine Reihe von Beispielen aus dem altesten Wortschatz angefuhrt werden: griechisch eati ~ lateinisch est ~ deutsch ist ~ russisch ectb, englisch be ~ deutsch bi-n, bi-st ~ lateinisch fu-i ~ russisch [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII], englisch was, were ~ deutsch war, ware, englisch are ~ altnorwegisch eru (vgl. Buck 1988 : 635). Suppletive Seinsverben aus jungerer Zeit finden wir auch in einigen romanischen Sprachen, in denen das lateinische Seinsverb esse und stare 'stehen' mehr oder weniger miteinander verschmolzen sind, z. B. italienisch essere 'sein' (< vulgarlateinisch essere < lateinisch esse 'sein') ~ Perfektpartizip stato (< lateinisch statum < stare 'stehen'), franzosisch etre 'sein' (< vulgarlateinisch essere < lateinisch esse) ~ Perfektpartizip ete (< lateinisch statum < stare 'stehen'); im Italienischen existiert neben essere 'sein' auch stare 'stehen', im Franzosischen hingegen nur etre 'sein', der Begriff 'stehen' wird mit einer Umschreibung ausgedruckt, z. B. se tenir debout, etre(!) debout. (22) Vgl. dazu: "Words for 'be', denoting existence and serving as the copula, are mostly derived from two IE roots, of which one (*es-) was the most colorless, while the other (*bheu-, *bhu-) evidently had the primary sense of 'come into being, become'. Other roots, meaning 'remain, stay', 'stand', or 'sit', have furnished some of the forms. Nearly everywhere two or more of these roots supplement each other in the complete verb" (Buck 1988 : 635; vgl. noch Hegedus 2012 : 164-165). Es fallt auf, dass auch das andere zentrale lateinische Hilfsverb in einigen romanischen Sprachen seinen Platz mehr oder weniger dem Fortsetzer eines anderen Hilfsverbes uberlassen hat: Die Funktion von habere 'haben, besitzen' erfullt heute der Forsetzer von tenere 'halten' im Spanischen, Katalanischen, Portugiesischen, peripher auch im Italienischen und Rumanischen, aber so war es auch schonbereits im Lateinischen war dies so.

Ich fuhre die Parade des indoeuropaischen Seinsverbes oder der indoeuropaischen Seinsverben mit lateinischen/romanischen, germanischen und slawischen Beispielen an, um zu beweisen, dass die Suppletivismen und unerwarteten, "unregelmassigen" Stammvarianten, die in den uralischen Seinsverben anzutreffen sind, mitnichten als irgendwelche Unregelmassigkeiten anzusehen sind.

(a) IE *es-, *s-, *h1es- > lat. sum, est, it. essere, franz. etre, span. ser, port. ser, engl. am, is, are, altengl. am, eom (1. P. Sg.), art, aert (2. P. Sg.), aron (3. P. Pl.), altnorw. ert (2. P. Sg.), schwed. ar (Falk, Torp 1910 : 195; Walde, Pokorny 1930 : 160-161; von Wartburg 1949 : 246-247; Bloch, von Wartburg 1960 : 238-239; Fraenkel 1962 : 124; Partridge 1978 : 14; Mann 1984-1987 : 250-251, 253; Buck 1988 : 635-636; Mayerhofer 1992 : 144; The Oxford Dictionary of English Etymology 1998 : 81).

(b) IE *bheu-, *bhu- 'come into being, become' > lat. fieri, fio (Finaly 1884 : 798); lat. fui, fore infin. (Finaly 1884 : 813) > ital., span. fui, franz. fus, ruman. fui, fi, engl. be, dt. bin, niederl. ben, russ. bytt (Walde, Pokorny 1927 : 140-144; Pokorny 1959 : 145 ff.; Fraenkel 1962 : 68; Partridge 1978 : 42; Buck 1988 : 635-636; The Oxford Dictionary of English Etymology 1998 : 81; [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] 2004 : 129; vgl. noch Ernout, Meillet 2001 : 209 ff., 257-258, 665-666).

(c) IE *sta- 'stand' > lat. stare, ital. stato, franz. ete, span. estar, estado, port. estar, estado (Buck 1988 : 636), vgl. dt. stehen > entstehen, bestehen, engl. stand (Nocentini 2010 : 1167). Das teilweise Verschmelzen von lat. stare und dem Seinsverb esse > essere sowie die Wandlung von stare in ein Seinsverb geschah aufgrund von Bedeutungsveranderungen (daruber s. Ernout, Meillet 2001 : 651). Die Fortsetzungen von lat. stare sind das altfranzosische ester, das italienische stare, das spanische und portugiesische estar und das rumanisch sta (Meyer-Lubke 1935 : 679).

(d) IE *sed- 'sit' (Buck 1988 : 833) > lat. sedere 'sit'; auch die Formen dieses Verbes wurden im Paradigma des spanischen und des portugiesischen ser mit den Formen von esse > essere durchmischt.

(e) IE *dhe- 'place, put' (Buck 1988 : 537) > lat. facere 'fare; [tun, machen]' > fieri 'diventare'[zu etw. werden]' (die passive Form des ersten) > rum. fi 'van' 'ist' (Nocentini 2010 : 398).

(f) IE *wert- 'drehen, wenden; turn' > got. wairpan, altengl. weorpan, dt. werden, nied. worden, dan. vorde, schwed. varda (Falk, Torp 1911 : 1402-1403; Partridge 1978 : 769-771; de Vries 1987 : 846-847; Buck 1988 : 636-637; The Oxford Dictionary of English Etymology 1998 : 1013; Kluge 2002 : 984; Pfeifer 2010 : 1557).

(g) IE *wes- 'remain, abide, dwell' > norw. voere, dan. voere, schwed. vara, alter vesa, dt. war, gewesen, nied. geweest (Falk, Torp 1910 : 195; 1911 : 1403; Walde, Pokorny 1930 : 306-307; Pokorny 1959 : 1170-1171). (23)

Altgriechisch

(a) indicativus praesens: [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] (1. P Sg), ei (2. P Sg.), [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] (v) (3. P Sg.), [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] (v) (3. P Pl.); participium praesens: wv (maskulin), [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] (feminin), ov (neutrum); infinitivus: [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII], indicativus imperfectum: nv (1. P Sg.), [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII.] (2. E Sg.), nv (3. Sg.), [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] (3. P Pl.); futurum: [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] (1. P Sg.), [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] (2. E Sg.), [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] (3. E Sg.), [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] (3. P Pl.); optativus: [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII.] (1. R. Sg.), [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] (2. P Sg.), [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] (3. Sg.), [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] (3. P Sg.) (Bornemann, Risch 1999 : 158; Terracina 2009 : 90-93, 252; Trentin 2012 : 57-58).

Latein und romanische Sprachen

Latein

(a) indicativus praesens: sum ~ esum (1. IE Sg.), est (3. E Sg.); indicativus futurum: ero (1. E Sg.), erit ~ escit ~ esit (3. Sg.); coniuctivus imperfectum: essem (~ forem) (1. E Sg.), esset (~ foret) (3. E Sg.); infinitivus: esse; coniunctivus praesens: sim ~ siem (~ fuam) (1. E Sg.), sit ~ siet (~ fuat) (3. EE Sg.) (Erior, Wohlberg 1995 : 441) < IE *es-, *s-,

(b) indicativus perfectum: fui (1. EE Sg), fuit ~ fuveit (3. EE Sg.); coniunctivus imperfectum: forem (~ essem) (1. E Sg.), foret (~ esset) (3. EE Sg.); coniunctivus praesens: fuam (~ sim ~ siem) (1. E Sg.), fuat (~ sit ~ siet) (3. E. Sg..); coniunctivus perfectum: fuerim (1. E. Sg.), fuerit (3. E. Sg.) (Erior, Wohlberg 1995 : 441) < IE *bhu- 'nascere, spuntare' [geboren werden, hervortauchen]' (Nocentini 2010 : 398).

Italienisch

(a) indicativo presente: sono (1. E Sg.), e (3. EE Sg.), imperfetto: ero (1. EE Sg), era (3. EE Sg.), futuro semplice: saro (1. EE Sg.), sara (3. EE Sg.); congiuntivo presente: sia (1. E. Sg.), sia (3. E. Sg.), infinito: essere,

(b) passato remoto: fui (1. E. Sg.), fu (3. E. Sg.), congiuntivo imperfetto: fossi (1. E. Sg.), fosse (3. E. Sg.),

(c) participio passato: stato, passato prossimo: sono stato (1. E. Sg.), e stato (3. E. Sg.)

(De Mauro, Mancini 2000 : 811; 1954; Buratti 2006 : 57; Cortelazzo, Zolli 2008 : 1524).

Spanisch

1. ser

(a) indicativo presente: soy (1. E Sg.), es (3. EE Sg.), indicativo preterito imperfecto: era (1., 3. E Sg.), indicativo futuro imperfecto: sere (1. EE Sg.), sera (3. EE Sg.), subjuntivo presente: sea (1., 3. EE Sg.),

(b) indicativo preterito indefinido: fui (1. E Sg.), fue (3. EE Sg.), subjuntivo preterito imperfecto: fuera (1., 3. E. Sg.),

(d) participio: sido, indicativo preterito perfecto: he sido (1. E Sg.), ha sido (3. EE Sg.), infinitivo: ser (Faggion 2003 : 80; Nocentini 2010 : 1085).

2. estar

(c) indicativo presente: estoy (1. E. Sg.), esta (3. E. Sg.), indicativo preterito imperfecto: estaba (1., 3. E. Sg.), indicativo preterito perfecto: he estado (1. Sg), ha estado (3. E Sg.), indicativo preterito indefinido: estuve (1. E Sg), estuvo (1. EE Sg.), indicativo futuro imperfecto: estare (1. EE Sg.), estara (3. E. Sg.), subjuntivo presente: este (1., 3. E. Sg.), subjuntivo preterito imperfecto: estuviera (1., 3. E. Sg.), participio: estado, indicativo preterito perfecto: haya estado (1., 3. E. Sg.), infinitivo: estar (Faggion 2003 : 107; Nocentini 2010 : 398).

Portugiesisch

1. ser

(a) indicativo presente: sou (1. F! Sg.), e (3. F! Sg.), indicativo preterito imperfeito: era (1., 3. P Sg.), indicativo futuro do presente: serei (1. P Sg.), sera (3. P Sg), conjuntivo presente: seja (1., 3. P Sg.),

(b) indicativo preterito perfeito: fui (~ tenho sido) (1. P Sg.), foi (~ tem sido) (3. P Sg.), conjuntivo futuro: for (1., 3. P S.g.),

(d) participio: sido, infinitivo: ser (Manica 2009 : 38-41; Tonani 2012 : 81; Nocentini 2010 : 1085).

2. estar

(c) indicativo presente: estou, esta, indicativo preterito imperfeito: estava, estava, indicativo preterito perfeito: estive ~ tenho estado (1. P Sg.), esteve ~ tem estado (3. P Sg.), conjuntivo futuro: estiver (1., 3. P Sg.), indicativo futuro do presente: estarei (1. P. Sg.), estara (3. P. Sg.), participio: estado, infinitivo: estar (Manica 2009 : 38-41; Tonani 2012 : 82; Nocentini 2010 : 398).

Franzosisch

(a) present: suis (1. P Sg.), est (3. P Sg.), futur simple: serai (1. P Sg.), sera (3. P Sg.), subjonctif present: sois (1. P Sg.), soit (3. P Sg.), isnfinit: etre,

(b) passe simple: fus (1. P. Sg.), fut (3. P. Sg.),

(c) imparfait: etais (1. P. Sg.), etait (3. P. Sg.), participe passe: ete, passe compose: ai ete (1. P Sg.), a ete (3. P Sg.) (Barsi 2003 : 54).

Im Franzosischen hat sich das lateinische esse (> essere) und stare (ahnlich wie in den anderen romanischen Sprachen) vermischt, ete ist Derivat des letzteren (Meyer-Lubke 1935 : 259; Bloch, von Wartburg 1960 : 238-239; von Wartburg 1966 : 241; Greimas 1969 : 271--272; Dubois, Mitterand, Dauzat 1998 : 274). Das lateinische stare 'stehen' ist in einem Teil der romanischen Sprachen entweder selbst zum Seinsverb geworden oder teilweise mit dem Paradigma des lateinischen esse > essere 'sein' verschmolzen. Daher verleitet die Lautgestalt des franzosischen Infinitvs geradezu zu dem Gedanken die Entstehung des franzosischen Infinitivs etre in einer Kontamination von essere und stare zu vermuten. In Wirklichkeit aber gibt es fur die lautliche Form des Infinitivs einen phonetischen Grund: In die lateinische Sequenz ssVr ist das t als Ubergangslaut zwischen den Sibillanten und den Tremulanten getreten (Herman 1967 : 108). Das spanische und portugiesische ser ist die Fortsetzung des lateinischen esse > vulgarlateinisch essere, das franzosische ete usw. ist Vertreter des altfranzosischen Abkommlings des lateinischen stare (z. B. Bloch, von Wartburg 1960 : 238-239). Das franzosische etre 'sein' ist die Forsetzung des lateinischen esse > vulgarlateinisch essere; die Formen des Imperfekts etais (1. P Sg.), etait (3. P. Sg.) usw. und das Partizip des Prateritums ete sind Abkommlinge des lateinischen participium praeteriti statum von stare 'stehen' (Dauzat 1938 : 300; Bloch, von Wartburg 1960 : 238-239; 2004 : 241; Wartburg 1966 : 241-242; Herman 1967 : 108; Greimas 1969 : 271-272; Meyer-Lubke 1972 : 259, 316; Picoche 1992 : 188-189, 197-198; Dubois, Mitterand, Dauzat 1998 : 274; Ernout, Meillet 2001 : 651, 665; Dictionnaire historique de la langue francaise 2012 : 1257-1258). Die Formen der einfachen Vergangenheit fus (1. P Sg.), fut (3. P Sg.) sind Vertreter von IE *bhewe, *bhu-'croitre' (Picoche 1992 : 229). Der Konjunktiv Prasens sois (1. P. Sg.), soit (3. P. Sg.) ist die Fortsetzung von IE *se-, *s-.

Rumanisch (24)

(a) modul indicativ, prezentul: sunt (1. P Sg.), este (3. P Sg.), imperfectul: eram (1. P Sg.), era (3. P Sg.),

(b) perfectul simplu: fusei ~ fui (1. P Sg.), fuse ~ fu (3. P Sg.), modul participai:

fost, perfectul compus: am fost (1. P Sg.), a fost (3. P Sg.),

(e) modul infinitiv: fi 'sein' < lateinisch fieri 'diventare' (Grammatica limbii romane 1966 : 279-280; Borza 1999 : 391; Farkas 2007 : 121-122; Nocentini 2010 : 398), welches die passive Form des lateinischen facere 'fare; tun, machen' ist.

Fur die romanischen Vertreter des Paradigmas von lat. esse s. Alkire, Rosen 2012 : 120-121, 139-140, 166-167, 241, 272-274.

Germanische Sprachen

Deutsch

1. sein

(a) Indikativ Prasens: ist (3. P. Sg.), Konjunktiv I: sei (1., 3. P. Sg), Infinitiv: sein. Das deutsche sein (und das niederlandische zijn) ist der Infinitiv der neueren Zeit (neben dem alteren wesen), der mit der Form dt. sind (und altniederl. sint) in Verbindung steht,

(b) Indikativ Prasens: bin (1. P Sg.), bist (2. P Sg.),

(f) Futur I: werde (1. P. Sg.), wird (3. P. Sg.),

(g) Indikativ Prateritum: war (1., 3. P Sg.), Partizip II: gewesen, (ge)wesen (de Vries 1987 : 833, 866; Romano 2006 : 79).

2. werden

(f) Indikativ Prasens: werde (1. P. Sg), wird (3. P. Sg.), Indikativ Prateritum: wurde (1., 3. P. Sg.), Konjunktiv I: werde (1., 3. P. Sg.), Partizip II: geworden, Infinitiv: werden (Romano 2006 : 81).

Niederlandisch

1. zijn (umgangssprachlich wezen)

(a) indikatief presens: is (3. P Sg.), zijn (3. P Pl.), conjunctief presens: zij (1. P. Sg.), infinitief: zijn,

(b) indikatief presens: ben (1. P. Sg.), bent (2. P. Sg.),

(g) indikatief imperfectum: was (1., 3. P. Sg.), waren (3. P. Pl.), conjunctief presens: weze (3. P. Sg.), conjunctief imperfectum: ware (1., 3. P. Pl.), voltooid deelwoord: geweest, infinitief: (umgangssprachlich) wezen (Schonfeld 1932 : 24, 169; Algemene Nederlandse Spraakunst 1984 : 444-445).

2. worden

(f) indikatief presens: word (1. P. Sg..), wordt (3. P. Sg.), indikatief imperfectum: werd (1., 3. P. Sg.), voltooid deelwoord: geworden, infinitief: worden (Schonfeld 1932 : 55; Algemene Nederlandse Spraakunst 1984 : 439).

Englisch

(a) indicative present: am (1. P. Sg.), are (2. P. Sg.), is (3. P. Sg.), are (3. P. Sg.), altengl. art, aert (2. P Sg.), aron, earon 'are (3. P. Pl.)'.--The Oxford

Dictionary of English Etymology (1998 : 81) stufte den Verbalstamm germ. *ar-, aus welchem unter anderen altengl. art, aert (2. P Sg.), aron, earon (3. P Sg.) stammen, als unbekannter Herkunft ein, diese sind hingegen alte Perfektformen,

(b) infinitive: be, past participle: been,

(g) indicative simple past tense: was (1., 3. P. Sg.), were (2. ., 3. P Sg.), infinitive: altengl. wesan (de Vries 1987 : 833).

Schwedisch

(a) presens: ar (1., P 3. Sg., 3. P Pl.),

(g) imperfekt: var (1., 3. P. Sg.), voro (3. P. Pl.), supinum: varit, infinitiv: vara (Lako 1969 : XV, 894-895 usw.).

Altnorwegisch

(a) praesens: altnorweg. em (1. P Sg.) (The Oxford Dictionary of English Etymology 1998 : 81), ert (2. P Sg.), es, (spater analogisch auf Wirkung von eru 3. P Pl.) er (3. P Sg.),

(g) infinitivus: vesa, (spater) vera (de Vries 1961 : 101, 105. 657). Islandisch

(a) praesens: er (1. P. Sg.), ert (2. P. Sg.), er (3. P. Sg.), eru (3. P. Sg.), conjunctivus: se (1. P Sg.), sert (2. P Sg.), se (3. P Sg.), seru, se (3. P Pl.), (g) praeteritum: var (1. P. Sg.), vart (2. P. Sg.), var (3. P. Sg.), voru (3. P. Pl), infinitivus: vera, participium praeteriti: verio (Kress 1982 : 137-138).

Fur das Skandinavische vgl. noch Acs, Baksy 2010 : 75.

Slawische Sprachen

Russisch

(a) indicativus praesens: ecMb (sg1. P 1Sg.), ecTb (sg3. 3P. Sg.), cyTb (pl3. 3P. Sg.),

(b) futurum: [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] (1. P Sg.), [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] (3. P Sg.), infinitivus: [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII.] [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] 1964 : 260; 1967 : 28; 1971 : 812; [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] 1976 : 32; 1979 : 155).

1.2. Samojedische Seinsverben

Im Samojedischen gibt es drei Seinsverben. Diese finden sich im samojedischen etymologischen Worterbuch von Janhunen (1977), und die Monographie Katzschmann (1986 : 107-124) beschreibt sie detaillierter in lautgeschichtlicher, morphologischer und syntaktischer Hinsicht.

Sa "*ae- (? ~ *'ae-, *e-) 'sein' // ng imp. sg. 2. (Pr) nua, (T) [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII]", vgl. sg. l. (C) eitum, va (M) isa / en (C) aor. sg. 1. aro', (T) sg. 3. [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII], vgl. va (T) es / neT (T) aor. sg. 3. [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII], (L) O sg. l. [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII], vgl. va (T) [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII], (L) C [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] (< *ae-j- ~*a-j-) / neW (S) aor. sg. 3. na, va najs / sk (Pr) va eqo, ego (? < *aej- ~ *aj-) / km (D) aor. sg. l. igem / vgl. kb (Sp) [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] //" (Janhunen 1977 : 16-17).

Sa "*me pron. interr. 'was'" [??] "verb. *me- 'nehmen' (tr.), 'sein, werden' (intr.) // en tr. (T) imp. sg. 2. my", aor. sg. 3. obj. myaza = (M) meaza ('nehmen') / neT va (T) [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII]; ... 'haben, halten' / neW (S) va mes tr. 'to take', intr. 'to be (of living beings)' : imp. sg. 2. (L) Lj. mie / km (D) prs. sg. l. molam, molam 'werden, konnen; kommen, geschehen; bekommen', vgl. mgl'am ... 'pressen, fordern' / mt tr. (Sp) (? prs.) sg. 1. [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] //" (Janhunen 1977 : 91; vgl. noch Sammallahti 1979 : 31).--Das UEW (I 296) enthalt nur das Lexem mit der Funktion des Nennworts: U *me 'was; Sache', die verbale Funktion wird nicht einmal erwahnt. Janhunen hat in einer seiner spateren Arbeiten die ursamojedische Form in anderer Form rekonstruiert und erwahnt expressis verbis nicht die verbale Ableitung: "Sam. *me(-) interr. pron. (ks. SW (25) s. v. *me) ~ suom.-perm. *me(-) id. (FUV fi mika) < ural. *me interr. pron." (Janhunen 1981 : 269). Das SSA (2 : 163) erwahnt die verbale Ableitung nicht.

Das in den nordsamojedischen Sprachen aus der Verschmelzung "Demonstrativpronomen + Seinsverb" entstandende Verb 'sein, existieren' ist (auch) in der habitiven Konstruktion gebrauchlich: jur. tana(s) 'jelen van, itt van, letezik' [= 'vorhanden sein, hier sein, existieren'; L. H.] (Hajdu 1982 : 115), jen. toneas, toneas '(vorhanden) sein; [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] (Mikola 1967 : 73; 1995 : 221), tvg. teisu 'ott, itt van' (Wagner-Nagy 2002 : 154): "*te(-) pron. dem. 'dieser, jener, der'" (Janhunen 1977 : 144) [??] "kompos.... verb. *tena(-) 'dasein' // ng (C) dat. sg. tanin, loc. sg. taninu etc., der. tania 'jener', (T) [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] / en verb. (C) tonea, (M) tonea 'es gibt', (T) va [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] / neT ... verb. va (T) Tahrcb ... mt ? (? der.) (Sp) (? aor.) sg. 1. [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] ... //" (Janhunen 1977 : 144-145; vgl. noch Sammallahti 1979 : 37).--Das UEW (I 526-527) enthalt nur das Lexem mit der pronominalen Funktion: U *to 'jener', die verbale Funktion erwahnt es nicht einmal. Janhunen (1981 : 269) erwahnt spater diese Etymologie nicht. Das SSA (3 : 327-328) erwahnt die verbale Ableitung nicht.

In der Fachliteratur werden die Seinsverben einzelner samojedischer Sprachen auch an mehreren Stellen behandelt (z. B. Tepemehko 1973 : 159-162; Mikola 1995 : 77-78; Katzschmann 2008 : 450-452).

1.3. Die Herausbildung einzelner uralischer Seinsverben

Tibor Mikola und Janos Balazs haben sich mit der Urgeschichte zweier der hier behandelten Seinsverben beschaftigt: "Es mag vielleicht uberraschen, dass ich ein uraltes Wort *ela 'hier' annehme, doch die ein l enthaltenden Ortsnamenformantien berechtigen mich zur Voraussetzung eines derartigen lokalischen Elements. Der Gebrauch der Adverbien in der Bedeutung 'hier', 'dort' ausserhalb der Appositionsbeziehungen fuhrte wohl dazu, dass sich der ursprungliche Sinn in die Bedeutung 'ist hier', 'es existiert' umwandelte. Das wird durch das nenzische Wort tana 'ist, existiert' bestatigt, das aller Wahrscheinlichkeit nach eine Ableitung des Pronominalstammes ta- mit dem Lokativsuffix *n[??] ist. Ich bin der Meinung, dass die Worter *e-la, *o-le (= fi. ela- 'leben', ole- 'ist') ursprunglich Ortsadverbien waren" (Mikola 1975 : 231). Balazs wollte einige Jahre spater das Seinsverb ung. val- ~vol- ~ fi. ole- und seine Familie von dem auf ferner Gelegenes verweisenden Pronominalstamm U *o- ~ *u- 'jener, -e, -es' (UEW I 332) ableiten (Balazs 1979 : 20), aus dem auf naher Gelegenes verweisenden Pronominalstamm *e- ~ *i- (vgl. U *e- 'dieser, -e, -es', UEW I 67) wollte er hingegen die Form syrj. em (vgl. "em ... Suppletivum fur 'sein', Sg. Pras. ohne Unterschied der Personen ..." [WUo 41]) erklaren. Als eventuelle Parallele berief er sich auf das Verb jur. taiia 'ist, existiert' (Balazs 1979 : 21). Letztendlich zog er aufgrund dieser Belege den Schluss: "Wenn wir diese Belege in Betracht ziehen, konnen wir prinzipiell, jedoch nicht in allen Einzelheiten mit der Vermutung von Mikola einverstanden sein ... Was Mikola ohne nahere Begrundung erwahnte, kann auf Grund der obigen Beweisfuhrung m. E. auf gehorige Weise unterstutzt, erklart und bestatigt werden" (Balazs 1979 : 22).

Diese Annahmen sind falsch:

(1) Die Idee von Balazs in Zusammenhang mit der Etymologie von ung. val- ~ vol- ~ fi. ole- ist auch lautlich falsch (s. Honti 1981 : 274).

(2) Syrj. em ist hingegen ein Derivat von U *ela- 'leben' (s. oben: 1.1.1 und Redei 1967 : 165-166).

(3) Das nordsamojedische Verb kann die Annahme von Balazs kaum unterstutzen, es ist namlich aus der Verschmelzung von "Demonstrativpronomen + Seinsverb" entstanden entstanden (Wagner-Nagy 2002 : 54).

2. Als potentielle Quellen fur die Kategorie "Seinsverb > Kopula" konnen solche lexikalische Verben in Frage kommen, deren Bedeutung entweder einen statischen Zustand in sich tragen, also z. B. 'stehen', 'liegen', 'sitzen', oder auf Resultativitat hindeuten, z. B. 'werden, zu etwas werden' (finnougrisch *le- 'sein, werden, leben', germanisch [deutsch] werden). Lieselotte Schiefer untersuchte den Wortschatz der ostjakischen Dialekte aus dem Blickwinkel, wie der Begriff 'sich befinden' ausgedruckt wird. Sie kam zu dem Schluss, dass die Bandbreite auf diesem Gebiet uberraschend gross ist (Schiefer 1974 : 111):

(1) die Fortsetzung des Verbes FU *wole- 'sein, werden' mit der Bedeutung 'leben etc.',

(2) der Vertreter des urostjakischen Verbes *was- ~*wos- 'jemand sein, irgendwo sein',

(3) (V) ames-, (Trj) ames- mit der Bedeutung 'sitzen, stehen',

(4) das rein nominale Pradikat.

Fur Typ (1) und (2) sind oben mehrere Beispiele angefuhrt. Fur Typ (3) zitiere ich ein Beispiel nach Schiefer: ostj. V ceka sukkan tayinc lankawsa ameswel [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] 1961 : 102); die Situation im Wogulischen scheint ahnlich gelagert zu sein, vgl. T on-, So unl- usw. 'sitzen, liegen, stehen, wohnen' (Wogulische Volksdichtung VII 30-31; WWb 695-696). Zu Typ (4) gehort naturlich auch die mit einer pradikatisierenden Partikel versehene Konstruktion des nominalen Pradikats (s. Honti 1992; 1993).

3. Wir haben oben gesehen, dass in der Regel das Seinsverb als Kopula auftritt, aber in einzelnen Vertretern der Sprachfamilie gibt es auch pradikativisierende Suffixe und Partikel (s. 1.1.1.1.3). In diesem Zusammenhang ist auch zu erwahnen, dass in der Gegenwart die Kopula auch O sein kann.

Unter den ostseefinnischen Sprachen ist der kopulalose Satz im Wepsischen haufig anzutreffen, z. B. mec edahan diki [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] 1969 : 7, 12), weiters kommt er auch im Sudlappischen vor, z. B. satne puories 'o oreg' [= 'er ist alt'; L. H.] (Lako 1991 : 17). Fur das Ostseefinnische und Lappische vgl. noch Schlachter 1970 : 179.

Fur den tscheremissischen Nominalsatz gilt: "A fonev allhat ragozott alakban (legtobbszor inesszivuszban): Vj. ener-lekmars kozlaste 'a folyo forrasa az erdoben [van]'. Ha a letezes tenye hangsulyozott, kitehetik a 'van' iget: Vj. muca-alser mucaste ule 'a furdohazi vizmerito edeny a furdohazban van'" (26) (Bereczki 1990 : 75).

Wotjakisch: "Nevszoi allitmanykent allhat fonev, melleknev, szamnev, igenev es hatarozoszo is, pl. viznan ner kuz 'a horgaszbot hosszu', so dietis 'o tanar' ... A nevszoi allitmany jelen ideju alakjai a letige nelkul allnak, pl. ... mon tatin ser murt 'en idegen vagyok itt'" (27) (Csucs 1990: 62).

Syrjanisch: "Das Pradikat kann durch ein finites Verb o d e r nominalverbal ausgedruckt werden ... Als verbaler Teil des nominal--verbalen Pradikats erscheint mit Ausnahme des Prasens das Seinsverb (vel-, lo-). Im Prasens fehlt der verbale Teil ... Z. B.: batis silen kuznec 'sein Vater ist Schmied'" (Redei 1978a : 122; s. noch 1978b : 93).

Ostjakisch:"A nominalis es existentialis mondatokban a jelen ideju igeinevszoi allitmany 1. es 2. szemelyben copula vagy puszta nevszo segitsegevel fejezheto ki, 3. szemelyben pedig praedicativ particulaval vagy szemelyjeles [= szamjeles!] nevszoval. Mult idoben kotelezo a copula" (28) (Honti 1986 : 97), z. B. Vj ma morte/morey (wasem) 'en egeszseges vagyok' [= 'ich bin gesund'; L. H.], Ko ma jem (usam) 'en jo vagyok' ['ich b i n gut'; L. H.], aber das Nennwort-Element des Pradikats kann auch ein Translativ(-Essiv)-Suffix erhalten, z. B. Ko jem-a usam 'jo vagyok' [= 'ich bin gut'; L. H.], Vj ma morek-ke wasem / wallem 'en egesz seges vagyok' [= 'ich b i n gesund'; L. H.] (Honti 1986 : 98; DEWOS 961), V tu al ceke walyal [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] 1961 : 103).

Im Wogulischen kann das Pradikat (auch) ein reines Nennwort sein, z. B. N wit saka asirma 'a viz nagyon hideg' [= 'das Wasser ist sehr kalt'; L. H.] (Kalman 1989 : 65), LO tij xotjut? 'wer ist dies?' (Wogulische Volksdichtung III 12), P tau jesifi asex 'o eszes, nagyon' [= 'er ist klug, sehr'; L. H.] (Munkacsi 1894 : 247), aber in der 2. und 3. Person-wenn nicht von der Existenz die Rede ist-ist die Kopula as-, as-, os- gebrauchlich (vgl. Munkacsi 1894 : 49, 134, s. oben), LM ak moyer kummi osmen 'wir(2) sind Landsleute' (WWb 392), KM am kolapkar osam 'ich bin dem Tod nahe' (Wogulische Volksdichtung III 111), TJ am najarpuw asam, naw tatka sinpalta asan 'ich bin jetzt der Kaisersohn, du bist der Oheim Senpalta' (Wogulische Volksdichtung III 159).

"A magyarban a jelento mod jelen idejere vonatkozolag, ha az alany egyes vagy tobbes 3. szemelyu, a nevszo egymagaban is szerepelhet allitmanyul, azaz ilyenkor nem hasznaljuk a van, vannak iget ... 1. es 2. szemelyre vonatkozolag nagyon ritka a magyarban a nevszoi allitmany ... Ked is jo, en isjo ... Te is jo katona, en is jo katona ... Te az enyem, en a tied " (29) (Klemm 1928-1940 : 44-45).

Im Selkupischen findet man folgende Situation: [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] 1980 : 361).

4. In Zusammenhang mit dem Thema scheint auch die Erwahnung der Negation notwendig. Da ich daruber bereits zwei Mal geschrieben habe (Honti; 1997, 1998), mochte ich nur eine wichtige wissenschaftsgeschichtliche Anmerkung zu dieser Frage hinzufugen: Bereits Klemm analysierte die Verneinung mit einem Negationsverb so, wie ich die vermutliche Konstruktion in der Grundsprache analysiert habe: "a finnben ma is (dial.): en annak ich nicht gebender" (30) (Klemm 1923-1927 : 395; vgl. noch Klemm 1931-1934 : 389-390), in der uralischen Grundsprache kann man "*e-m mene-k 'ich-bin-nicht Gehender = ich gehe nicht'" (Honti 1997 : 242; 1998 : 99) annehmen.

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(1) "Die Formen des Seinsverbes der 3. Person Singular und Plural sind geschichtlich betrachtet eine sekundare Erscheinung, da es nach allgemeiner Ansicht kopulalose Pradikatskonstruktionen und rein nominale Satze gab, wie auch heute noch in vielen uralischen Sprachen. Das Paradigma des Seinsverbes war also zumindest in den Prasensformen unvollstandig, die Formen der 3. Person(en) fehlten. Daraus ergibt sich, dass die Belege der verbalen Formen in der 3. Person Einzahl auf jeden Fall als neuer anzusehen sind, als jene Belege, in denen hier das Seinsverb gebraucht wird" (Winkler 2003 : 203).

(2) "Die Konjugation des Verbes Slam, ulam 'ich bin' ist in der 3. Person nicht regelmassig, ... es gibt auch eine Form mit der Endung -es" (Beke 1911 : 314).

(3) "Die regelmassigen Formen des Indikativ Prasens ale'im, ale'in des Verbes N al-'sein' beschrankten sich auf die Bedeutung 'leben, wohnen' (am tit ale'im ich lebe hier, ich wohne hier, xasa at ale'im lange lebe ich nicht), wahrend zum Ausdruck von 'ich bin, du bist' ein weitergebildeter Stamm as- (offensichtlich anstatt von *als-*als-) dient, z. B. tit asem ich bin hier, narjjames xum asen du bist ein guter Mensch; die 3. Person hingegen: ali, z. B.. taw xot ali? Wo ist er?"

(4) "Wie im Nordwogulischen, so ist auch hier die regelmassige Bildung des Prasens von 'sein' olem, olen in der Bedeutung 'leben, wohnen'; daneben sind die Ausdrucke fur 'ich bin, du bist' osem, osen; z. B. am nan oarenten osem ich bin dir schuldig/Schuldner, nau ver osen du bist jung; die 3. Person des Prasens ist auch hier: oli" (Munkacsi 1894 : 134).

(5) "Im Ostjakischen und im Wogulischen hat das Seinsverb sehr oft auch die Bedeutung 'leben, wohnen'. Es fallt auf, dass die Entsprechungen des Verbes el im Ostjakischen und Wogulischen nicht nachzuweisen sind. Es ist wahrscheinlich, dass im Ostjakischen und Wogulischen das Seinsverb mit der verwandten Bedeutung ('sein, existieren') das Verb mit der Bedeutung 'leben' verdrangt hat, sodass sich heute auch die Bedeutung 'leben' an die Formen des Seinsverbes heftet ([ostj.] ol, [wog.] al usw.). Vgl. auch im Ungarischen: Mar ket esztendeje a fianal van (= eldegel) ['Er ist schon zwei Jahre lang bei seinem Sohn' (= 'ein stilles Leben fuhrt')]. Csak eppen hogy van (= el) ['Er ist nur soeben' (= lebt)]" (Klemm 1923-1927 : 401).

(6) "Ich denke, dass die Verbalformen [ostj.] osem, osen-[wog.] asem, asen usw. in den Konstruktionen mit einem verbal-nominalen Pradikat, die sich aus ursprunglich momentanen Formen entwickelt hatten, konditionale Formen waren, also ursprunglich modale Bedeutung hatten ..." (Klemm 1923-1927 : 391 392).

(7) "Die Konjugation des Verbes ulti 'sein, leben, wohnen' ist unregelmassig, denn der Stamm des Prateritums ist nicht ul-, sondern u-" (Radanovics [= Redei] 1961 : 26).

(8) "Es ist wahrscheinlich, dass im Ostjakischen und Wogulischen das Seinsverb mit der verwandten Bedeutung ('sein, existieren') das Verb mit der Bedeutung 'leben' verdrangt hat, sodass sich heute auch die Bedeutung 'leben' an die Formen des Seinsverbes heftet ([ostj.] ol, [wog.] al usw.)."

(9) "Hans Fromm-Matti Sadeniemi: Finnische Sprachlehre Heidelberg 1953, S. 102." Dieses Zitat von Erhard Schiefer ist offensichtlich falsch, weder im Gedenkbuch fur Fromm gibt es einen derartigen Literaturverweis Literaturverweis (vgl. Ganschow, Gerhard (1979), Veroffentlichungen zur Finnougristik von Hans Fromm 1950-1977. --Explanationes et tractationes fenno-ugricae in honorem Hans Fromm, Munchen (Finnisch-Ugrische Bibliothek 3, 447-453), noch im Internet. Der korrekte Literaturverweis musste folgendermassen lauten: Fromm, Sadeniemi 1956 : 102.

(10) "Im konzessiven Prateritum gibt es beim Hilfsverb zwei Formen, von denen die erstere mehr im Sudkarelischen, die letztere mehr im Nordkarelischen gebraucht wird."

(11) Genetz 1880.

(12) Wiedemann 1875/2005.

(13) Hornung 1693.

(14) Wiedemann 1875/2005.

(15) Hornung 1693.

(16) Wiedemann 1875/2005.

(17) "Das Verb luini 'sein, werden, geschehen; konnen, kennen, fahig sein; zu sein pflegen; existieren; moglich sein' hat eine vollstandige und regelmassige Konjugation."

(18) "Zum Ausdruck des Tempus, des Imperativs und des Konditionals werden im Wotjakischen die Formen des Verbs a luini 'wird sein, werden, geschehen, konnen, fahig sein, sein, moglich sein' verwendet. [Absatz] Im Syrjanischen ... werden im Futur die entsprechenden Formen des Verbes lu- 'werden', im Imperativ hingegen des Verbs ol- 'leben' verwendet. "Das Verb lo- in der Bedeutung 'werden, zu etwas werden' hat nicht nur Formen fur das Futur, sondern auch fur die Vergangenheit und-als Verbot-fur den Imperativ. Ein Prasens hat es hingegen nicht"."

(19) Redei 1978b : 85, weiters Redei 1978a : 110.

(20) "Das auf die Entwicklung, Herausbildung etc. verweisende Verb lesz erganzt in dieser Eigenschaft die defektive Konjugation des Verbes van, so den substantivischen Infinitiv: lenni (vanni kommt nur in diesem Ausdruck vor: vanni van), die Zukunft: lesz (hingegen nicht majd van oder das schwerfallige fog lenni ...), die Imperativform legyen, des weiteren die Vergangenheit des Konditionals: lett volna (anstelle des uberholten volt volna ...). [Absatz] ... Das lesz ersetzt oftmals den Konditional Prasens von van (siehe: volna-lenne) und das Prasens Partizip (siehe: valo, levo usw.)."

(21) "Die Grundbedeutung des Verbes le- 'zu etwas werden' konnte auch die Form des Suppletivsmus induziert haben, welche das System des Seinsverbs mit einem speziellen und bei anderen Verben nicht zu findenden Paradigma, mit einem selbstandigen Futur erganzt hat. Aus systematischer Sicht ist es also eine Ausnahme, aus semantischer Sicht aber verstandlich, dass die Gegenwartsform des Verbs zen zum Paradigma des Futurs wird.... [Absatz] Der Verbalstamm val- hat so schon in zwei Paradigmen [namlich im Konditional und im Futur, L. H.] seinen Platz dem Stamm le- uberlassen. Dies machte die Wechselwirkung zwischen den beiden Verben immer enger, infolgedessen konnte sich der Stamm le- mit dem Stamm valin immer mehr Situationen abwechseln und in ein synonymes Verhaltnis gelangen.

(22) Es ist festzuhalten, dass das ungarische Verb all auch die Bedeutung 'leben; existieren' hatte (TESz I 136), diese Bedeutung hat es zumindest teilweise noch heute: fennall 'existieren', vgl. dt. bestehen, entstehen.

(23) Im unten angefuhrten Beispielmaterial benutze ich die in den einzelnen Quellen vorgefundenen Fachtermini, um einen eventuell falschen Wortgebrauch zu vermeiden.

(24) Fur die grammatikalischen Termini im Rumanischen bin ich Professor Janos Pentek zu Dank verpflichtet.

(25) Janhunen 1977.

(26) "Das Substantiv kann in der deklinierten Form stehen (am haufigsten im Inessiv): Vj. erer-lekmars kozlastd 'die Quelle des Flusses [ist] im Wald'. Wenn das Faktum der Existenz betont ist, dann kann auch das Verb 'sein' gesetzt werden: Vj. muca-aloSr mucastd ul% 'Der Banja-Schopfloffel ist in der Banja'."

(27) "Als nominales Pradikat kann ein Substantiv, ein Adjektiv, ein Zahlwort, eine infinite Verbform oder auch ein Adverb stehen, z.B. pl. viznan ner kuz 'die Angelrute ist lang', so dietis 'er ist Lehrer' ... Die Prasensformen des nominalen Pradikates stehen ohne Seinsverb, z.B.... mon tatin ser murt 'ich bin hier ein Fremder'."

(28) "In Nominal- und Existentialsatzen kann das verbal-nominale Pradikat in der 1. und 2. Person der Gegenwart mithilfe der Kopula oder des reinen Nomens ausgedruckt werden, in der 3. Person hingegen mittels einer pradikativen Partikel oder eines Nomens mit Personalsuffix [= Numerussuffix!]. In der Vergangenheit ist die Kopula obligatorisch."

(29) "Im Ungarischen kann im Indikativ Prasens, wenn das Subjekt in der 3. Person Singular oder Plural steht, das Nomen auch allein als Pradikat fungieren, d.h. die Verben van, vannak 'er/sie/es ist, sie sind' werden nicht verwendet ... Betreffend der 1. und 2. Person ist im Ungarischen das nominale Pradikat sehr selten ... Ked is jo, en is jo '(Sowohl) Sie (sind) gut, (als) auch ich (bin) gut' ... Te is jo katona, en is jo katona '(Sowohl) du (bist) ein guter Soldat, (als) auch ich (bin) ein guter Soldat' ... Te az enyem, en a tied 'Du (bist) der/die meine/r, ich (bin) der/die deine/r'."

(30) "im Finnischen ist auch heute (dial.): en annak 'ich nicht gebender'."

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LASZLO HONTI

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Author:Honti, Laszlo
Publication:Linguistica Uralica
Article Type:Report
Geographic Code:4EXHU
Date:Dec 1, 2013
Words:13925
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