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The importance of common competence in learning foreign languages/Die rolle der allgemeinen kompetenzen beim lernen der fremdsprachen/Bendruju kompetenciju reiksme mokantis uzsienio kalbu.

Einleitung

In den letzten Jahren gewinnt im gesamteuropaischen Kontext das Konzept der Mehrsprachigkeit im Ansatz des Europarats zum Sprachenlernen an Bedeutung. Bei der Mehrsprachigkeit geht es um die Erweiterung der Spracherfahrung eines Menschen in seinen kulturellen Kontexten. Dieser Prozess vollzieht sich von der Sprache des Lerners im Elternhaus uber die Sprache der ganzen Gesellschaft bis zu den Sprachen anderer Volker, die er enweder durch die direkte Erfahrung erwirbt oder in der Schule/Universitat erlernt. Die in mentalen Bereichen gespeicherten Sprachen und Kulturen bilden gemeisam eine kommunikative Kompetenz, zu der alle Sprachkenntnisse und-erfahrungen beitragen. In dieser kommunikativen Kompetenz stehen die Sprachen miteiander in Beziehung. Neben der kommunikativen Kompetenz spielen auch aubersprachliche Kompetenzen beim Sprachenlernen eine grobe Rolle. Die Sprachverwendenden und Sprachlernenden setzen eine Reihe von Kompetenzen ein, die sie dank fruherer Erfahrungen entwickelt haben, um die in kommunikativen Situationen erforderlichen Aufgaben und Aktivitaten auszufuhren. Man muss deshalb die weniger eng mit der Sprache verknupften Kompetenzen, d.h. allgemeine Kompetenzen von den linguistischen Kompetenzen im engeren Sinne unterscheiden. Zu den linguistischen Kompetenzen zahlt man lexikalische, grammatische, semantische und phonologische Kompetenz. Die linguistischen Kompetenzen sind ihrerseits ein Tei der kommunikativen Srachkompetenzen (linguistische, soziolingvistische, pragmatische). Zu den allgemeinen Kompetenzen gehoren Weltwissen, soziokulturelles Wissen und interkulturelles Bewusstsein u.a. (vgl. Metmenys 2008: 19 ff.). Im vorliegenden Beitrag wird die Rolle der interkulturellen Kompetenz als einer der allgemeinen Kompetenzen behandelt.

Im 21. Jahrhundert spielt interkulturelles Lernen, welches durch die europaische Integration und den Globalisierungstrend gepragt ist, eine grobe Rolle. Die landesubergreifende Kooperation fordert die Zusammenarbeit mit Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft. Fremdsprachenkenntnisse, Kommunikations- und Kooperationsfahigkeit, gleichzeitig auch Einfuhlungsvermogen fur den kuturellen Hintergrund der Partner und Kollegen gewinnen immer grobere Bedeutung (vgl. Bernhard 2002: 193). Kultur eines fremden Landes kennenlernen helfen Stereotype.

Allgemeine Kompetenz-Weltwissen

Beim Weltwissen geht es darum, dass erwachsene Menschen uber ein sehr hoch entwickeltes und ausdifferenziertes Modell der Welt verfugen, ein Modell, das mit dem Vokabular und der Grammatik der Muttersprache eng verbunden ist. Beide Teile des Modells sind in ihrer Entwicklung eng aufeinander bezogen. Die wesentlichen Zuge dieses Modells ent wickeln sich vollstandig in der fruhen Kindheit aufgrund von Erziehung und Erfahrung. Diese Enwicklung wird jedoch bis zum Reifealter weiterfortgesetzt. Die Kommunikation hangt von der Ubereinstimmung zwischen den von den Beteiligten ubernommenen Weltmodellen und der Sprache ab. (vgl. Metmenys 2008: 137 ff.).

Wir haben in unserem Langzeitgedachtnis viel Information uber die Welt abgespeichert. Allgemeines Weltwissen untermauert jeden Aspekt unserer Erfahrung. Wir konnten ohne Rucksicht auf gespeichertes Wissen unsere Erfahrungen nicht sinnvoll einordnen oder interpretieren. Unser Weltwissen ist in Form von Annahmen uber typische Exemplare von Objekt-, Handlungs- oder Situationkategorien gespeichert. Diese Annahmen reprasentieren Standardinformationen, die sogenannten Schemata (auch Frames), deren Menge unser Weltmodell ergibt. Es gibt a) statische Objektschemata, die die typischen Bestandteile von Objektklassen reprasentieren, z.B. Das Haus-Schema und b) dynamische Schemata, die stereotype Handlungsablaufe darstellen, z. B. Besuch eines Restaurants, Besuch einer Vorlesung. Die bestimmten Worter im Gedachtnis sind mit besimmten Schemata assoziiert, was beim Sprachenlernen von Bedeutung ist (vgl. Schwarz, Chur 1993: 102-105).

Das Weltwissen umfasst Orte, Institutionen, Personen, Objekte, Ereignisse, Prozesse Handlungen u.a. in verschiedenen Lebensbereichen. Fur den Lernenden einer bestimmten Sprache ist Sachwissen uber das Land, in dem die Sprache gesprochen wird, besonders wichtig. Dabei geht es um das Wissen uber wesentliche geographische, okologische, demographische, wirtschaftliche und politische Lage des betreffenden Landes. Das Weltwissen umfasst auch Klassen von Dingen (konkret/abstrakt, belebt/unbelebt usw.), ihre Eigenschaften und Beziehungen (zeitlich-raumlich, assoziativ, analytisch, logisch, Ursache/Wirkung usw.).

Sowohl fur die Lehrer als auch fur die Lerner ist es wichtig, sich daruber zu veabreden, -welches Weltwissen bei den Sprachverwendenden/Lernenden vorausgesetzt wird und welche Anforderungen an ihr Weltwissen gestellt werden; -welches neue Weltwissen, besonders in Bezug auf das Land, in dem die Sprache gesprochen wird, die Lernenden im Verlauf des Sprachenlernens erwerben mussen (vgl. Metmenys 2008: 137 ff.).

Allgemeine Kompetenz-soziokulturelles Wissen

Soziokulturelles Wissen ist ein Aspekt des Weltwissens. Hier gehet es um das Wissen uber die Gesellschaft und die Kultur der Gesellschaften, in der eine Sprache gesprochen wird. Soziokulturelles Wissen ist fur den Lerner sehr wichtig, weil es im Gegensatz zu allen anderen Wissensaspekten sehr wahrscheinlich auberhalb des fruheren Erfahrungsbereichs des Lebens liegt. Es kann durch Stereotype verzerrt sein. Soziokulturelles Wissen wird durch folgende Merkmale, die fur eine bestimmte europaische Gesellschaft und ihre Kultur typisch sind, charakteristisiert: das tagliche Leben, z.B. Essen und Trinken, Essenzeiten, Tischmanieren; Feiertage; Arbeitszeiten und -gewohnheiten; Freizeitbeschaftigungen; Lebensbedingungen, z.B. Lebensstandard, Wohnverhaltnisse, soziale Absicherung; interpersonale Beziehungen zwischen sozialen Gruppen, Geschlechtern, Generationen u. a.; Werte, Uberzeugungen und Einstellungen in Bezug auf Faktoren wie die soziale Schicht, Minderheiten (ethnische, religiose), nationale Identitat; Religion, Humor; soziale Konventionen, z. B. in Bezug auf das Verhalten von Gast und Gastgeber,: Konventionen und Tabus in Benehmen und Unterhaltung, Dauer des Besuchs; rituelles Verhalten in Bereichen wie religiose Brauche, Geburt, Heirat, Tod u. a. (ebenda 138).

Mit soziolkulturellen Aspekten beschaftigt sich Soziolinguistik, die nach Steger (1980: 347) die Verschrankungen und die wechselseitige Bedingtheit von Sozialstruktur, Kultur und Sprache analysiert. Fur Soziolinguistik ist es wichtig, wie die Mitglieder der Gesellschaft auf feine Unterschiede im Sprachgebrauch in sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen oder religiosen Spharen reagieren und Rucksicht nehmen (vgl. Spolsky 1998: 5-6).

In dem vorliegenden Beitrag it der Begriff der Soziolinguistik soviel wichtig, in wieweit er mit der Frage nach dem Verstandnis einer anderen Kultur beim Lernen einer Fremdsprache verbunden ist. Das Verstandis einer anderen Kultur formt sich in der Sprache, in soziokulturellen Denkund Verhaltensmustern. "Unterschiedliche alltagskulturelle Dimensionen wie asthetischer Geschmack, Konsum, das Verstandnis zum eigenen Korper oder uberhaupt die Einstellung zu Gegenstanden und Praktiken der Alltagskultur haben stets eine gesellschaftliche Funktion, namlich die des Ausdrucks sozialer Unterschiede, der Positionierung des Ich in der burgerlichen Konsumgesellschaft" (Volkmann 2002: 26).

Bei der Betrachtung einer fremden Kultur ensteht die Frage, wie ihr Verstehen durch Stereotype oder Klischees als festgefahrene Vorurteile gesteuert wird. Es geht dabei um nationale Stereotype, die eng mit dem interkulturellen Bewusstsein und der interkulturellen Kompetenz verbunden sind.

Allgemeine Kompetenz interkulturelles Bewusstsein. Stereotype, Einstellungen, Vorurteile im Prozess der Kommunikation

Interkulturelles Bewusstsein ist einer der Aspekte des aubensprachlichen Wissens. Es erwachst aus der Kenntnis, dem Bewusstsein und dem Verstandnis der Beziehungen zwischen der ,,Welt des Herkunftslandes" und der "Welt der Zielsprachengemeinschaft". Die Lerner mussen der regionalen und sozialen Verschiedenheit in beiden Welten bewusst sein. Dem Lerner gehort auch Verstehen daruber, wie eine Gemeinschaft jeweils aus der Perspektive der anderen erscheint, namlich haufig in Form nationaler Stereotype (vgl. Metmenys 2008: 140).

Stereotype, Vorurteile, Einstellungen, Wertungen, Anschauungen werden im Prozess der Kommunikation weitergeleitet, also mitgeteilt. Die Mitteilung war eine der ersten Formen der Kommunikation. Das franzosische Adjektiv communiquer ist 1282 belegt. Es ist aus dem lateinischen Wort communikativus ,,zum Mitteilen geeignet" entlehnt (vgl. Veith 2002: 6). Die Kommunikation dient selbstverstandlich als bevorzugtes Mittel zur Herstellung sozialer Beziehungen: Wenn wir kommunizieren, tauschen wir nicht nur Informationen, sondern treten zugleich in soziale Beziehungen ein (vgl. Schafers 2000: 176). Im Prozess der Kommunikation werden wechselseitige Beeinflussungen der Einstellungen, Erwartungen und Hadlungen von Personen oder Gruppen vermittelt.

Der Terminus Stereotyp ist von der Druckersprache ubernommen. In der Druckersprache bedeutete Stereotyp fest miteinander verbundene Druckzeichen im Unterschied zu beweglichen Lettern. Im 20. Jh. verwendete man diesen Begriff in der ubertragenen Bedeutung: das Stereotyp im Sinne von "Klischee". In der Soziolinguistik bezeichnet dieser Begriff gruppenspezifische, durch Emotionen gepragte, meist unbewusst stark verfestigte (Vor-)-Urteile bzw. Stereotype. Sie drucken Zeitraume uberdauernde Sichtweise gegenuber Personengruppen oder Gegenstanden aus. Sie gelten also als Beurteilhilfe und richten sich gegen rassische, nationale, religiose, ethnische u. a. Gruppen, wobei sie in personlichen offentlichen KonfliktSituationen Entlastungsfunktion erfullen (vgl. Lewandowski 1990: 1097; Bussmann 1990: 753). A. Schaff verbindet die Stereotype mit Gefuhlen und Emotionen. Nach ihm sind Stereotype gedanklich-pragmatische Kategorien, die sich auf menschliches Handeln beziehen und dann entstehen, wenn es um Wertungen, um den Willen und Gefuhlen geht. Die Stereotype sind Trager des emotionalen Verhaltnisses zur Welt. Das Stereotyp wird meist nicht bewusst und wirkt um so machtiger "je mehr es im Bewusstsein des Menschen mit dem Begriff in eins verschmilzt" (Schaff 1969: 109).

Nach U. Quasthoff ist ein Stereotyp "der verbale Ausdruck einer auf soziale Gruppen oder einzelne Personen als deren Mitglied gerichteten Uberzeugung. Es hat die logische Form eines Urteils, das in ungerechtfertigt vereinfachender und generalisierender Weise, mit emotional wertender Tendenz, einer Klasse von Personen bestimmte Eigenschaften oder Verhaltensweisen zu- oder abspricht [...]. Es zeichnet sich durch einen hohen Vorbereitungsgrad innerhalb der kulturellen Bezugsgruppe aus" (Quasthoff 1987/1988).

Stereotype kommen in der Literatur, Lehrbuchern vor. In der letzten Zeit werden in den Massenmedien, d. h. im Fernsehen, in den Zeitschriften und Zeitungen statistische Angaben uber das Einschatzen, Charakterisieren der Bevolkerung verschiedener Lander vorgefuhrt. Falls nationale, ethnische oder soziale Selbstbilder entstehen, hat man Autostereotype. Wenn man Individuen bestimmte Merkmale allein aufgrund deren Zugehorigkeit zu einer nationalen, ethnischen oder sozialen Gruppe zuschreibt, entstehen die sogenannten Heterostereotye. In der deutschen Presse z. B. schatzten die einstigen DDR-Burger erst die West-Deutschen (Heterostereotyp), dann sich selbst (Autostereotyp) ein. Die Ostdeutschen halten sich selbst fur unsicher, misstrauisch, unselbstandig, nicht geschaftstuchtig. Sie schatzten die Westdeutschen als selbstbewusst, selbstandig, flexibel, kinderfreundlich, geschaftstuchtig usw. ein.

In der Zeitschrift "Markt" (2001: 10) wird der deutsche Manager nach seinem Verhandlungsstil aus der Sicht auslandischer Geschaftspartner folgenderweise charakterisiert: Interpretationskunste sind bei Deutschen nicht notig. Wenn Deutsche "nein" meinen, sagen sie "nein" und nicht "Dafur mussen wir noch nachdenken" (Meinung eines franzosischen Geschaftspartners).

Deutsche sind sehr gewissenhaft und wollen alles bereits im Voraus abschatzen. Sie wollen sich sicher fuhlen, bevor sie etwas Neues anfangen. Ihre Genauigkeit ist schon beeindruckend (Meinung eines chinesischen Geschaftspartners).

Wie die Japaner wollen auch die Deutschen so viele Leute wie moglich zufrieden stellen. Anders als bei den knallhart geldorientierten Angelsachsen uberwiegt das Harmoniebedurfnis. Statt geradliniger Projekte lauft viel uber Vehandlungen hinter verschlossenen Turen (Meinung eines japanischen Geschaftspartners).

Wenn A gleich B und B gleich C ist, dann folgt daraus fur einen Deutschen zwangslaufig, dass A gleich C ist. Briten fuhlen sich bei dieser Denkweise etwas unbeklaglich (Meinung eines englischen Geschaftspartners).

Den Stereotypen liegen positive und negative Sozialerfahrungen zugrunde. Im Fremdsprachenunterricht muss man den entsprechenden Gebrauch solcher Stereotype erklaren. Dafur passt die auf Nationalitaten bezogene Klassifikation von Stereotypen von U. Quasthoff (vgl. 1987/88: 794):

Der Deutsche ist fleibig.

Amerikaner halt man fur wettbewerbsfahig.

Ich habe den Eindruck, dass Turken nicht an nettem Wohnen interessiert sind.

Er ist Deutscher, aber er ist nie punktlich u.a.

Die nationalen Stereotype machen den Fremdsprachenlerner mit dem Aussehen, Charaktereigenschaften, Verhaltensweisen, auch Vorlieben der Zielkulturpersonen bekannt. Sie konnen korrekt oder sogar realitatsverzerrend sein: "Stereotypes are fixed and predjudicial patterns of thought about kinds of people that are often mistaken" (Spolsky 1998: 125). Beispielsweise werden folgende Assoziationen mit den Schotten in Verbindung gebracht: Kilt, Dudelsack, Whisky. In der Wirklichkeit bevorzugen die Schotten nicht taglich den Kilt, spielen eher selten Dudelsack und trinken nicht aussergewohnlich viel Whisky (vgl. Weier 2002: 235).

Als Beispiele der Sozialerfahrungen, die verschiedene regionale Eigenarten anbetreffen, sind Witze. Der Witz uber die Schwaben ist ein Beleg fur einen regionalen Streotyp:

Ein schwabisches Ehepaar fallt in eine Gletscherspalte. Bald nahen Helfer. Einer von ihnen ruft nach unten:

,,Wir sind vom Roten Kreuz".-Da ruft der Schwabe zuruck:,, Wir geben nichts!" (vgl.ebenda).

Vorurteile und Einstellungen sind auch Begriffe der interkulturellen Kompetenz. Der Terminus Einstellung (engl./frz. Attitude) wird in der angloamerikanisch oder franzosisch beeinflussten Fachliteratur als Bezeichnung Attituden verwendet. Es handelt sich dabei um Einstellungen, die anderen Sprachgruppen gegenuber eingenommen werden. Besonders ausfuhrlich hat sie B. Schafers charakterisiert. Die Einstellung ist "die von einem Individuum durch Erfahrung erworbene, relativ stabile Tendenz auf ein soziales Objekt (Personen, Gruppen, soziale Situationen) mit bestimmten Gefuhlen, Vorstellungen und Verhaltensweisen zu reagieren" (Schafers 2000: 62).

Falsche Einstellungen, Erkenntnisse bzw. vorschnelle Verallgemeinerungen, denen richtige Erkenntnisse und angemessene Urteile entgegengestellt werden, nennt man Vorurteile, z. B. "Maurer machen punktlich Feierabend", "Lehrer sind faul", "Zigeuner stehlen" oder "Beamte sind faul". Man erzahlt entsprechende Witze, z. B. zum letzten Vorurteil:

Jemand kommt in das Buro eines Beamten und sagt :,Sie haben aber viele Mucken hier!" "Genau 136", antwortet der Beamte (vgl. ebenda).

Seinerseits ist der Witz nur dann verstandlich, wenn das negative Vorurteil als bekannt vorausgesetzt wird.

Im Fremdsprachenunterricht tragen sowohl korrekte, positive als auch negative Einschatzungen zur interkulturellen Kompetenz bei. Die Lerner mussen aber selbst nachdenken, wodurch ihr Bild von den Auslandern gepragt worden ist, wie sie die Vertreter der fremden Kultur insgesamt einschatzen. Sie mussen ihre Meinungen mit eigenen Erfahrungen und Beispielen begrunden.

Die Lerner mussen wissen, was interkulturelle Fertigkeiten umfassen. Das sind:

-die Fahigkeit, die Ausgangskultur und die fremde Kultur miteinander in Beziehung zu setzen;

-die Fahigkeit, eine Reihe verschiedener Strategien fur den Kontakt mit Angehorigen anderer Kulturen zu identifizieren und zu verwenden;

-die Fahigkeit, als Vermittler zwischen der eigenen und der fremden Kultur zu

handeln und wirksam mit interkulturellen Missverstandnissen und Konfliktsituationen umzugehen;

-die Fahigkeit, stereotype Beziehungen zu uberwinden.

Die Lehrer sollten ihrerseits bedenken und den Lernern angeben,

-welche soziokulturellen Erfahrungen und Kenntnisse bei den Lernenden vorausgesetzt werden konnen und welche von ihnen erwartet werden;

-welche neuen Erfahrungen und Kenntnisse des sozialen Lebens sowohl in der eigenen als auch in der Zielgemeinschaft die Lernenden erwerben mussen, um die kommunikativen Anforderungen auszufullen;

-welches Bewusstsein der Beziehung zwischen der eigenen und der Zielkultur die Lernenden haben mussen, um eine angemessene interkulturelle Kompetenz zu entwickeln (vgl. Metmenys 2008: 140).

Die kommunikative Tatigkeit der Lerner wird nicht nur durch ihr Wissen, ihr Verstandnis und ihre Fertigkeiten beeinflusst, sondern auch durch jeweilige Personlichkeit charakterisierende Faktoren wie Interesse an neuen Erfahrungen, anderen Menschen, Ideen, Volkern, Gesellschaften und Kulturen, durch die Bereitschaft, die eigene kulturelle Sichtweise und das eigene kulturelle Wertesystem zu relativieren, durch Bereitschaft und Fahigkeit, sich von konventionellen Einstellungen gegenuber kulturellen Unterschieden zu distanzieren u.a. Personlichkeitsfaktoren beeinflussen nicht nur die Rollen der Lerner im Kommunikationsprozess, sondern auch ihre Lernfahigkeit. Die Entwicklung einer interkulturellen Personlichkeit, die sowohl Einstellungen als auch Bewusstsein mit einschliebt, ist eines der wichtigesten Ziele des Lehrens und des Erziehens.

Schlussfolgerungen

Wahrend des Fremdsprachenunterrichts und des Zusammenstellens von Curricula wahlt man wichtige Lernziele aus. Verschiedene Wahlmoglichkeiten tragen zu einem erfolgreichen Lernen bei. Ob man ein Bewusstsein fur Sprache, allgemeine oder personlichkeitsbezogene Kompetenzen entwickelt, hangt davon ab, was fur Ziele die Lerner und die Lehrer haben. Ohne Weltwissen, soziokulturelles Wissen und interkulturelles Bewusstsein als allgemeine Kompetenzen kann man den Fremdsprachenunterricht im gesamteuropaischen Kontext nicht vorstellen.

Nicht nur Sprachkenntnisse, sondern auch interkulturelles Bewusstsein spielt bei der Mehrsprachigkeit in der heutigen Gesellschaft der Internationalisierung und Globalisierung eine zunehmend grobe Rolle. Landeskundliches Wissen, Kennen der Normen des soziokulturellen Denkens, Regeln des Benehmens, Strategien fur den Umgang mit unbekannten Situationen sind im Fremdsprachenunterricht von Bedeutung. Der Begriff Stereotyp ist mit den oben genannten Aspekten und kulturellem Wertsystem der sozialen Gruppen, d. h. mit manchen Aspekten der Soziolinguistik verbunden. Interkulturelles Bewusstseins wird erfolgreich durch Stereotype, Einstellungen, Wertungen, Anschauungen entwickelt.

Die Bildung der Stereotype vollzieht sich durch die selektionale Wahrnehmung und Klassifikation der sozialen Welt. Es werden Urteile uber Menschen und Sachverhalte gebildet und verbalisiert, was selektiv erfolgt. Die sozial selektive Wahrnehmung der uns umgebenden Welt fuhrt zu sozialen Stereotypen.

Die Stereotype sind generalisierte, daher teilweise defektive mentale Kategorien. Dabei konnten die nicht rechtzeitig und angemessen gebrauchten Stereotype uber die Nationalitaten oder Witze zu falschen Vorstellungen uber ein bestimmtes Volk fuhren (vgl. Veith 2002: 42).

Das Wichtigste, was die Rolle der Stereotype, Einstellungen, Wertungen u.a. im Fremdsprachenunterricht anbetrifft, ist ihre Teilnahme an der Entwicklung der interkulturellen Kompetenz und somit an dem Kommunikationsprozess. Alle an der Kommunikation und Begegnungen Beteiligten bringen kulturell gepragte Vorurteile und Stereotype (positiver wie negativer Art) mit. Das Beherrschen der Stereotype u.a. soll dazu fuhren, dass die Lernenden immer besser in der Lage sind, einerseits mit der wachsenden kulturellen und sprachlichen Vielfalt in unseren Gesellschaften umzugehen, andererseits am Arbeitsplatz, bei internationalen Begegnungen und Auslandsaufenthalten kompetent zu handeln.

doi: 10.3846/cpe.2012.13

Literatur

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Metmenys/Bendrieji Europos kalbu mokymo, mokymosi ir vertinimo metmenys. 2008.Vilnius.

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Vita Banionyte

Universitat Vilnius, Institut fur Fremdsprachen, Universiteto Str. 5, Vilnius, Litauen

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Author:Banionyte, Vita
Publication:COACTIVITY: Philology, Educology
Date:Dec 1, 2012
Words:2780
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