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Studies on the Middle Kingdom: In Memory of Detlef Franke.

Studies on the Middle Kingdom: In Memory of Detlef Franke. Edited by HANS-WERNER FISCHER-ELFERT and RICHARD B. PARKINSON. Philippika, vol. 41. Wiesbaden: HARRASSOWITZ VERLAG, 2013. Pp. 268, 8 pls. [euro]58 (paper).

Der vorliegende Sammelband soil der wissenschaftlichen Arbeit des am zweiten September 2007 verstorbenen Detlef Franke gedenken--die enthaltenen 16 Beitrage wurden von Freunden und Kollegen dargebracht. Neben einer kurzen Einleitung zur Person und zum Wirken Frankes aus der Feder des Herausgebers Hans-Werner Fischer-Elferts findet sich am Ende des Bandes ein Schriftenverzeichnis des Verstorbenen (pp. 263-68).

Im ersten Beitrag befasst sich Hartwig Altenmuller mit "Der 'Schlaf des Horus-Schen' und die Wiederbelebung des Osiris in Abydos." Belege auf Stelen aus dem Mittleren Reich, in der der Steleninhaber als Hr-sni(.w) am Auszug des Upuaut teilhaben mochte und die vom Schlaf des Hr-sni(.w) berichten, werden mit dem Schlaf des Sm-Priesters wahrend des Mundoffnungsrituals parallelisiert. Gespielt wird Hr-sni(.w) hierbei von einem Priester, der in Binden gewickelt ist und durch den Schlafzustand das Todesschicksal von Osiris nachahmt. Bei seinem Erwachen vollzieht sich die Wiederbelebung von Osiris, die in abydenischen Prozessionen gefeiert wurde.

Elke Blumenthal untersucht "Konigslisten im Toten- und Herrscherkult von Deir el-Medine." Als zugrunde liegende Materialbasis werden die heute bekannten "Konigslisten" aus thebanischen Privatgrabern in TT 2, TT 7, TT 10 und TT 359 wie einige Stelen mit Darstellungen und/oder Namen vorgestellt, so dass derzeit 21 Exemplare aus der Zeit der 19. und 20. Dynastie bekannt sind. Die Listen mussten im Gegensatz zu den koniglichen Abfolgen weder vollstandig noch in Zeitfolge und Benennungen genau zu sein, obwohl sie aus der offiziellen Tempeldekoration abgeleitet sind. Alles spricht dafur, dass sie in religioser Funktion fur die Anbetung der Dargestellten, neben der Legitimation der genannten Pharaonen durch die Konstruktion einer gottkoniglichen Ahnenreihe, durch die Grabeigentumer oder Stifter abgebildet wurden. Die Auswahl scheint das Interesse des Grabherren widerzuspiegeln und dem Fazit von Blumenthal nach die im Staatskult systematisch betriebene Vergottung des Herrschers bereits zu dessen Lebzeiten in den Bereich privater Religionsausubung uberfuhrt zu haben.

John C. Darnell und Colleen Manassa behandeln "A Trustworthy Sealbearer on a Mission: The Monuments of Sabastet from the Khephren Diorite Quarries." Nach einer generellen Einfuhrung uber das Gebiet der Minen von Chephren am Gabal al-Asr, etwa 80 Kilometer nordwestlich von Tusha gelegen, werden die vier Hauptobjekte des Beitrags vorgestellt, die mit einem einzigen Schrein in Verbindung stehen und durch einen Mann namens S3-B3st.t gestiftet wurden. Es handelt sich um drei Stelen (heute Kairo, Ag. Mus. JdE 59499; 59484; 59488) und eine Opfertafel (Kairo, Ag. Mus. JdE 59503), die aus der Zeit Amenemhets III. stammen.

Arkadiy E. Demidchik stellt in seinem Beitrag, "The History of the Herakleopolitan Kings' Domain" vor. Die Situation der administrativen Einheiten wahrend der Ersten Zwischenzeit wird anhand von Titeln, offiziellen und literarischen Quellen besprochen, die mit den Reformen Amenemhets I. und Sesostris I. grundlegend verandert wurden.

Hans-Werner Fischer-Elfert behandelt in seinem Beitrag ein kleines Ostrakon, welches "Die Lehre des Amenemhet im Totentempel des Chephren" und hier den Beginn der neunten Strophe beinhaltet.

Waltraud Guglielmi berichtet liber "Neues aus den Grabern von Assiut: Sechet, die Personifikation (Tyche) des Fangglucks im Mittleren Reich." Aus dem Mittleren Reich stammt eine recht gro[beta]e Anzahl von Darstellungen und Inschriften in Grabern und auf Ostraka, Nennungen in Sargtexten und Quellen, die auf die Gottin Sechet zu beziehen sind, ohne ihren Namen explizit zu nennen. Diese werden im Beitrag in extenso besprochen und die Bedeutung der Sechet fur den Grabeigentumer und den Vogelfang herausgestellt.

Der Beitrag von Sabine Kubisch und Detlef Franke tragt den Titel "Das Stelenfragment des htm.tj bj.tj jmj-r3 gs pr Mentuhotep (Berlin AS 32/66)." Das Stuck--entsprechend der Inventarnummer Berlin, Ag. Mus. Inv.-Nr. 31228--wird detailliert besprochen und in einen Kontext einer fruhen Vorstufe der personlichen Frommigkeit eingeordnet.

El-Sayed Mahfouz stellt "Late Middle Kingdom Stelae from Assiut" vor. Es handelt sich um eine Gruppe von zehn Stelen, die sich heute in der Tiggart Library in Asyut befinden und zu einem Fundzusammenhang gehoren. Die Stucke werden en detail in ihren Darstellungen und Inschriften besprochen.

Stephan J. Seidlmayer behandelt "Die Felsinschrift des Vorstehers von Unteragypten, Dedusobek in Aswan." Die Inschrift befindet sich im Firjal-Garten in Aswan und ist unter Sesostris I. entstanden. Interessant ist, das Seidlmayer nachweisen kann, dass das Toponym 3bw im weiteren Sinne das Gebiet um Elephantine einschlieBlich der Steinbruche auf dem Ostufer bezeichnet, und nicht nur fur die Insel selbst verwendet wurde.

Mit drei kurzen Beitragen ist Lothar Storck vertreten, von denen sich der erste mit "Schandnamen" befasst. An wenigen Beispielen wird gezeigt, dass die Umbenennung von Verbrechern mit pejorativer Absicht nicht nur im alten Agypten, sondern auch in anderen Landern vorkommen konnte. Der zweite Beitrag behandelt "Ein Nubienfeldzug unter Kamose." Der Report eines Haanchef wird mit dem Angriffsbericht von Emhab gleichgesetzt. Mit "Eine Soiree bei Gottinger Agyptologen" wird praktisch nur ein kurzer Reisebericht von Jurgen von der Wense abgedruckt, der einmal in 1953 Siegfried Schott traf.

Patricia Usick stellt kurz das "The Detlef Franke Archive in the British Museum" vor.

Ursula Verhoeven beschaftigt sich in ihrem Beitrag mit "'Der lebt nach dem Tod': Orthographisches und Biographisches in den Inschriftenfragmenten der Grabanlage M10.1 in Assiut." Die Forschungsgeschichte und das Grab M10.1 werden kurz beschrieben und drei heute kaum mehr erhaltene Inschriften bearbeitet und kommentiert. Es zeigt sich, dass der antike Grabeigentumer Kenntnisse von spezifischen in und um Asyut verwendeten Texten und Schreibeigentumlichkeiten besa[beta].

Pascal Vernus behandelt "Deux metaphores trahissant une elaboration litteraire." Anhand weniger Textausschnitte aus den Klagen des Ipuwer und einer Hymne an den jungen Horus in Chemmis wird versucht, sich dem Problem des Begriffs "literarisch" zu nahern.

Im letzten Beitrag schreibt Harco Willems "Zum sozialen Hintergrund der Verfugungen des N.y-k3-'nh bei Tihna al-Jabal." Primar wird ein Uberblick liber die Forschungsgeschichte der Nekropole wie deren Datierung geboten. Hierbei wird neben der internen chronologischen Abfolge der Graber speziell auf die Datierung des Grabes des N.y-k3-'nh eingegangen, welches zu Beginn der funften Dynastie geschaffen wurde und nicht aus spaterer Zeit stammt, wie fruher oftmals behauptet wurde. Die Inschriften bieten einen interessanten Einblick, wie Kultpersonal bestimmt wurde und wie ein einzelnes Individuum, welches in einer hohen Position am Tempel eingesetzt war, dessen Einkunfte kraft seines Amtes praktisch nur an seine eigene Familie verteilen konnte, womit die Grenze zwischen Privat- und Tempelbesitz erheblich verschwommen ist.

Der Band bietet ein breites Spektrum an Thematiken, welche dem wissenschaftlichen CEuvre von Detlef Franke vollkommen gerecht werden.

CHRISTOFFER THEIS AGYPTOLOGISCHES INSTITUT. HEIDELBERG
COPYRIGHT 2018 American Oriental Society
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Author:Theis, Christoffer
Publication:The Journal of the American Oriental Society
Article Type:Book review
Date:Jul 1, 2018
Words:1066
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