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Staatliche Eingriffe in die Lebensmittelwahl Welche klimapolitischen Instrumente unterstutzt die Bevolkerung?/Govermental Interventions on Food Choices. Which Policy Instruments for Climate Change Mitigation Are Publicly Supported?

Staatliche Eingriffe in den Lebensmittelkonsum der Deutschen sind im
europaischen Vergleich eher selten. Politiker(innen) empfinden wohl
Lenkungssteuern oder Werbeverbote als unpopular. Konkrete Ma[sz]nahmen zum
Klimaschutz, etwa eine Klimasteuer auf importierte Flugwaren, sto[sz]en
jedoch auf breite Zustimmung und konnten durchaus zu Klimazielen
beitragen.


Global macht der Anteil der Treibhausgasemissionen der Agrar-und Ernahrungswirtschaft insgesamt (das hei[sz]t inklusive Zulieferer der Landwirtschaft) uber ein Viertel der freigesetzten Gesamtemissionen aus und tragt damit ma[sz]geblich zum Klimawandel bei (Garnett 2014, WBAE und WBW 2016). Wie lasst sich dieser Aussto[sz] an Treibhausgasen (THG) reduzieren? Fur die Seite der Produktion sind in den letzten Jahren emissionsmindernde Ma[sz]nahmen vom Gesetzgeber etabliert worden, jedoch ist das Einsparungspotenzial gerade im Hinblick auf die Landwirtschaft technisch und okonomisch begrenzt (Bryngelsson et al. 2016, Nordgren 2012). Zudem ist die Landwirtschaft im EU-Emissionshandelssystem nicht berucksichtigt. Schlie[sz]lich sind nationale Ma[sz]nahmen auf der Produktionsseite allein auch nicht zielfuhrend. Wurden etwa mittels politischer Eingriffe die Tierbestande in der deutschen Landwirtschaft abgestockt, waren verstarkte Importe zu erwarten - der Effekt auf den globalen Klimaschutz bliebe wahrscheinlich gering.

Wesentliche Klimaschutzma[sz]nahmen mussen deshalb konsumseitig ansetzen (WBAE und WBW 2016). Veranderte Ernahrungsmuster konnten erhebliche THG-Minderungen bewirken. So sind allein etwa 14,5 Prozent der global freigesetzten THG-Gesamtemissionen der Tierhaltung zuzuschreiben (Gerber et al. 2013), sodass in der Forschung Ma[sz]nahmen zur Verringerung des Konsums von Fleisch und Milchprodukten hohe Prioritat zugewiesen wird (Vanhonacker et al. 2013). Die deutsche Agrar- und Ernahrungspolitik blendet aber in ihren aktuellen Strategieprogrammen die Verringerung des Konsums tierischer Produkte vollstandig aus. In der nationalen Nutztierstrategie des Bundesministeriums fur Ernahrung und Landwirtschaft (BMEL 2017) wird das gesellschaftlich stark diskutierte Handlungsfeld ,,verringerter Fleisch- und Milchkonsum" mit keinem Satz erwahnt. Moglicherweise befurchtet die Politik, dass solche Ma[sz]nahmen zu unpopular waren (Wynes und Nicholas 2017) und am Widerstand der Bevolkerung beziehungsweise der Wahler(innen) scheitern konnten. Die vermutete Akzeptanz von Politikma[sz]nahmen ist daher mit der Realitat abzugleichen.

Ohne politische Eingriffe in das Konsumverhalten werden gro[sz]ere Veranderungen ausbleiben. Das menschliche Ernahrungsverhalten ist habitualisiert und damit entsprechend persistent. Es ist nicht zu erwarten, dass intrinsisch motivierte Ma[sz]nahmen einiger Verbraucher(innen) die notige Reichweite und Geschwindigkeit zur Erreichung des Zwei-Grad-Ziels des Pariser Klimaabkommens besitzen. Ohne politische Ma[sz]nahmen im Bereich der Ernahrung wird Deutschland seine Zielvorgaben im Klimaschutz voraussichtlich verfehlen (Bryngelsson et al. 2016, WBAE und WBW 2016).

Im Bereich Ernahrungspolitik werden aber derzeit, wenn uberhaupt, vornehmlich informationsbasierte staatliche Instrumente genutzt. Ma[sz]nahmen mit hoherer Eingriffstiefe (zum Beispiel Verbote) werden aufgrund der spurbaren Auswirkungen auf die Ernahrungssouveranitat und der moglicherweise fehlenden Akzeptanz der Bevolkerung in Deutschland nicht verfolgt (Spiller et al. 2017). Auch im EU-Vergleich greift Deutschland bisher nur wenig durch konsumseitige Instrumente in die Ernahrung der Bevolkerung ein. Deutschland erhebt keine spezifischen Lenkungssteuern, reguliert nicht das Lebensmittelmarketing fur die Zielgruppe Kinder, hat keine verpflichtenden Schulverpflegungsstandards und wird deshalb von Unterstutzer(inne)n unregulierter Markte als besonders liberal gelobt (1), von Verfechter(inne)n einer ambitionierten Ernahrungspolitik als neoliberal kritisiert (Grunseit et al. im Erscheinen).

Der Einsatz politischer Instrumente ist in einer Demokratie nur dann erfolgreich umsetzbar, wenn ihre Legitimitat gegeben ist, die wiederum durch die Verbraucherakzeptanz ma[sz]geblich beeinflusst wird (Anderson et al. 2017, Aschemann-Witzel et al. 2016). Vor diesem Hintergrund untersucht die vorliegende Studie auf Grundlage einer Bevolkerungsbefragung, inwiefern klimapolitische Instrumente im Bereich Ernahrung von den Burger(inne)n akzeptiert werden und ob sich hinsichtlich der Akzeptanz klimapolitischer Instrumente Zusammenhange zur Soziodemografie und zu ernahrungsbezogenen Einstellungen und Verhaltensmustern aufzeigen lassen.

Diese Fragen sind wissenschaftlich kaum untersucht und wie oben skizziert politisch relevant. Die Ergebnisse konnen Auskunft daruber geben, ob eine ambitionierte Klimapolitik im Bereich Ernahrung tatsachlich auf so gro[sz]e Widerstande treffen wurde, wie dies viele Politiker(innen) nach dem ,,Veggie-Day-Desaster" der Partei Bundnis 90/Die Grunen im Bundestagswahlkampf 2013 vermuten. Der damals geforderte Verzicht auf Fleisch an einem Tag pro Woche in offentlichen Kantinen war auf erhebliche mediale Kritik gesto[sz]en (Probst 2015). Die bisherigen Studien zur Akzeptanz ernahrungspolitischer Instrumente aus der Gesundheitspolitik (Aschemann-Witzel et al. 2016, Golder et al. 2016, Hagmann et al. 2018, Reisch et al. 2017) konnen nicht umstandslos auf das Thema Klimaschutz ubertragen werden, da es sich beim Klimaschutz um langfristig wirkende Ma[sz]nahmen zugunsten der Allgemeinheit handelt, die der Bevolkerung heute moglicherweise nur noch bedingt zugute kommen.

Der Beitrag erlautert zunachst Handlungsfelder und konsumgerichtete klimapolitische Instrumente, ehe sich das methodische Vorgehen anschlie[sz]t. Die Ergebnisse und die Diskussion beschreiben die allgemeine Akzeptanz von Instrumenten und Handlungsfeldern, wobei auch einzelne Bevolkerungsgruppen mit erhohter Ablehnung in Verbindung gebracht werden. Das Fazit gibt Empfehlungen fur klimapolitische Ma[sz]nahmen auf Basis der vorliegenden Ergebnisse.

Handlungsfelder und klimapolitische Instrumente

Klimarelevante Handlungsfelder im Bereich Ernahrung

Als zentrales Handlungsfeld, um konsumseitige THG-Emissionen im Bereich der Ernahrung zu senken, wird in der Forschung recht einhellig die Reduzierung des Konsums tierischer Produkte, speziell Rindfleisch, benannt. Wiederkauer setzen durch ihren Methanaussto[sz] hohere Emissionen frei als andere Nutztiere (Bryngelsson et al. 2016, Nordgren 2012). Neben der Substitution von Wiederkauerfleisch durch klimafreundlichere Lebensmittel wie Geflugelfleisch sollte der Gesamtanteil an tierischen Lebensmitteln in der Ernahrung deutlich reduziert werden (Nordgren 2012).

Weitere Ma[sz]nahmen zum Klimaschutz sind bei Expert(inn)en starker umstritten. Vorgeschlagen wird zum Beispiel, mehr regionale und saisonale Lebensmittel zu konsumieren (WBAE und WBW 2016). Durch den Flugtransport, haltbarmachende Verpackungen oder die (Tief-)Kuhlung von Lebensmitteln entstehen vermeidbare THG-Emissionen, die durch einen erhohten Konsum regionaler und saisonaler Lebensmittel verringert werden konnen (Garnett 2011). Viele Autor(inn)en schlagen auch vor, zum Schutz des Klimas den Konsum okologischer Produkte zu steigern (SRU 2012). Die vorliegende Studie untersucht zudem Ma[sz]nahmen zur Reduzierung von Lebensmittelabfallen (WBAE und WBW 2016).

Politische Instrumente in der Ernahrungspolitik

Um eine Emissionsminderung in den oben genannten Handlungsfeldern zu erzielen, konnen verschiedene politische Instrumente zur Beeinflussung des Verbraucherverhaltens eingesetzt werden (Nordgren 2012). Studien zur Systematisierung der Instrumente befassen sich meist mit dem Themenfeld gesunde Ernahrung (im Uberblick Garnett 2014). Verbreitet ist eine Klassifizierung der Instrumente hinsichtlich ihrer Eingriffstiefe in Marktprozesse (Abbildung 1). Informationen/Bildung, Nudging sowie finanzielle Anreize in Form von Steuern und Subventionen werden als Auspragungen des libertaren Paternalismus eingestuft, Gebote und Verbote mit der gro[sz]ten Eingriffstiefe werden dem harten Paternalismus zugeordnet (Garnett 2014, Thaler und Sunstein 2003).
ABBILDUNG 1: Klimapolitische Instrumente in der Ernahrungspolitik.
Quelle: Garnett (2014), verandert.

BILDUNG,         NUDGING             STEUERN,          GEBOTE,
INFORMATIONEN                        SUBVENTIONEN      VERBOTE

Aufmerksamkeit   Anderung der        finanzielle       Gesetzgebung:
erregen, Wissen  Auswahlarchitektur  Anreize schaffen  Ordnungsrecht
vermitteln
libertarer Paternalismus                               harter
                                                       Paternalismus
zunehmende Eingriffstiefe in Marlctprozesse


Informationen/Bildung (Informationen) sollen Verbraucher(innen) sensibilisieren und es ihnen ermoglichen, Konsumentscheidungen vor dem Hintergrund des Klimaschutzes rationaler und bewusster treffen zu konnen (Spiller et al. 2017). Im Bereich der Ernahrung uberwiegt in der internationalen Politik der Einsatz informationsbasierter Instrumente. Eine Anderung des Konsumverhaltens wird dabei in der Regel nur sehr bedingt erzielt (etwa Nordgren 2012), allerdings konnen die politische Willensbildung und die Aufmerksamkeit fur die Thematik beeinflusst werden.

Nudging ist allgemein verstehbar als sanfte ,,Stupser" oder Beeinflussung der Entscheidungssituation (Thaler und Sunstein 2008). Die Entscheidungsfreiheit der Verbraucher(innen) wird nicht eingeschrankt. Mogliche Ansatzpunkte von Nudging in der Ernahrungspolitik sind zum Beispiel die klimafreundliche Gestaltung der Standardgerichte (unter anderem in Mensen) mit der Option, sich aktiv fur eine weniger klimafreundliche Alternative entscheiden zu konnen (Kenning und Eberhardt 2016, Reisch und Sunstein 2016).

Steuern und Subventionen (Steuern) schaffen finanzielle Anreize. In der Ernahrungspolitik gibt es international zunehmend Beispiele, in denen Verbrauchssteuern als Lenkungsinstrument eingesetzt werden, vor allem zur Gesundheitsforderung (Spiller et al. 2017). Eine Erhohung der Preise fur ungesunde Lebensmittel soll einen Nachfrageruckgang bewirken, wobei geringe Preiselastizitaten und die Gefahr einer Substitution durch noch ungunstigere Ersatzprodukte beachtet werden sollten (Spiller et al. 2017). Ein Beispiel fur gesundheitlich motivierte Verbrauchssteuern in Deutschland ist die Tabaksteuer. Zur Reduzierung des Fleischkonsums wurden verschiedene Arten von Steuern in der klimapolitischen Diskussion vorgeschlagen. (2)

Ge- und Verbote (Verbote) haben die gro[sz]te Eingriffstiefe in Konsumentscheidungen (Garnett 2014). Neben der gewunschten Verhaltensanderung als direktem Effekt von Verboten sind jedoch auch negative indirekte Effekte oder die Substitution durch unerwunschte Produkte als Reaktion auf Verbote bekannt (WBAE und WBW 2016). Realistische restriktive Ma[sz]nahmen, die die Ernahrungsgewohnheiten und Lebensmittelauswahl einschranken, waren etwa die Einfuhrung vegetarischer Tage in der offentlichen Gemeinschaftsverpflegung oder Verbote einzelner THG-intensiver Produktgruppen.

Es ist zu erwarten, dass die Akzeptanz klimapolitischer Instrumente mit der Eingriffstiefe abnimmt. Hagmann et al. (2018) haben dies am Beispiel von Ma[sz]nahmen zur Reduktion der Zuckeraufnahme gezeigt.

Methodik

Umfragedesign

Die Umfrage schlie[sz]t folgende Handlungsfelder ein: Reduzierung des Fleischkonsums, Erhohung des Anteils regionaler Produkte in der Ernahrung, Erhohung des Anteils saisonaler Produkte in der Ernahrung, Erhohung des Anteils okologischer Produkte in der Ernahrung, Reduzierung von Lebensmittelabfallen, Reduktion von Flug- und Gewachshauswaren. Die Handlungsfelder wurden nacheinander abgefragt, wobei zu den Handlungsfeldern politische Ma[sz]nahmen aus den vier Instrumentalgruppen (Informationen, Nudging, Steuern, Verbote) angesprochen wurden. Die Reihenfolge der Ma[sz]nahmen innerhalb der Handlungsfelder war randomisiert. Zusatzlich wurden soziodemografische Merkmale, Einstellungen zum Klimaschutz, zu Gesundheit und Praferenzen im Bereich Lebensmittelentscheidungen erhoben. (3)

Stichprobenbeschreibung

Im Hinblick auf die zugrundeliegenden Forschungsfragen wurde eine Verbraucherbefragung uber ein kommerzielles Online-Access-Panel im Zeitraum vom 22. Dezember 2016 bis 5. Januar 2017 durchgefuhrt. Nach dem Aussortieren von ,,Speedern" (4) flie[sz]en 402 Teilnehmer(innen) im Alter von 18 bis 65 Jahren in die finale Auswertung ein. Das Sampling erfolgte als Quotenauswahl mit den Variablen Geschlecht, Schulabschluss und Alter, um eine naherungsweise reprasentative Onlinestichprobe zu erreichen. Diese Stichprobeneigenschaften wurden mit dem deutschen Bundesdurchschnitt abgeglichen (Abbildung 2).

Verglichen mit dem Bundesdurchschnitt gibt es lediglich geringe Abweichungen. Die Personen ohne allgemeinen Schulabschluss sind in der vorliegenden Stichprobe mit einem Anteil von 2,2 Prozent geringfugig unterreprasentiert. Nach Mann-Whitney-U-Test lasst sich die Haufigkeitsverteilung zu den Geschlechts-, Bildungs- und Altersklassen nicht signifikant (p < 0,05) von der Haufigkeit in der Grundgesamtheit (Statistische Amter des Bundes und der Lander 2014) unterscheiden.

Statistische Auswertung

Die statistische Auswertung der vorliegenden Studie erfolgte mit dem Programm STATA 13. Um die Verbraucherakzeptanz klimapolitischer Ma[sz]nahmen zu untersuchen, wurden Mittelwerte fur die betreffenden Variablen berechnet. Mittels konfirmatorischer Faktorenanalyse wurde gepruft, ob die vorgestellten Ma[sz]nahmen sich auch aus Sicht der Burger(innen) in die vier Instrumentalgruppen Informationen, Nudging, Steuern und Verbote einordnen lassen. Listenweiser Fallausschluss kam bei fehlenden Werten zum Einsatz.

Die entstehenden Faktoren wurden mittels seemingly unrelated regressions auf Zusammenhange mit folgenden Variablen gepruft: soziodemografische Merkmale, Einstellungen zu Klimaschutz und Gesundheit sowie Lebensmittelkonsum. Um die Robustheit von Zusammenhangen zwischen den Instrumentalgruppen vergleichen zu konnen, nutzt diese Arbeit identische exogene Variablen fur die Beschreibung jeder Instrumentalgruppe, wodurch sich das System von Regressionen zu einzelnen OLS-Regressionen reduziert.

Ergebnisse und Diskussion

Akzeptanzunterschiede zwischen den Handlungsfeldern

Tabelle 1 zeigt die konfirmatorisch gebildeten Faktoren mit den dazugehorigen Items. Diese wurden vor der Analyse den vier Instrumentalgruppen mit verschiedener Eingriffstiefe (Abbildung 1) zugeordnet. Die Daten akzeptieren die vorgegebene Struktur. Das Kaiser-Meyer-Olkin-Kriterium (KMO) ist fur alle Faktoren mindestens befriedigend (zwischen 0,780 und 0,909), die Bartlett-Tests auf Spharizitat sind signifikant und die Cronbachs Alpha-Werte uber 0,8 weisen auf intern konsistente Skalen hin (siehe auch Buhl 2008). Die Mittelwerte und die einfache Standardabweichung, die etwa 68 Prozent der Stichprobe abdeckt, sind grafisch dargestellt (Tabelle 1). Bei durchschnittlich neutraler Haltung liegt der Mittelwert bei Wert 0. Mittelwerte unter 0 implizieren eine uberwiegende Akzeptanz in der Bevolkerung und sind + oder ++ gekennzeichnet. Die Faktorladung schlie[sz]t die jeweilige Zeile der Items ab.

Die Berechnung von Mittelwerten fur die Akzeptanz von Informationen in den Handlungsfeldern zeigt Tendenzen auf (Tabelle 1). Die Vermittlung von Wissen in der Schule und Informationen in den Medien werden in allen Bereichen akzeptiert, wobei die Zustimmung zu Informationen zur Reduzierung des Fleischkonsums in der Schule und Informationen zu okologischen Produkten in den Medien am geringsten ist. Ahnlich verhalt es sich mit der Akzeptanz von Nudging. Die auffallende Prasentation im Supermarkt wird am meisten akzeptiert, wogegen die Umstellung des Angebots in offentlichen Mensen/Kantinen auf hauptsachlich vegetarische Lebensmittel (mit der Option, Fleisch aktiv bestellen zu konnen) als einziges Item in dieser Instrumentalgruppe im Mittel nur mit ,,teils/teils" bewertet wird.

Die tendenzielle Skepsis gegenuber Ma[sz]nahmen zur Reduktion des Konsums tierischer Erzeugnisse steht im Widerspruch zu der besonders hohen Effektivitat dieser Ma[sz]nahmen. Den Konsum tierischer Produkte im Allgemeinen und der Erzeugnisse von Wiederkauern im Besonderen einzuschranken, ist im Ernahrungsbereich die wohl effektivste Klimaschutzma[sz]nahme (Harwatt et al 2017, Nijdam et al. 2012, WBAE und WBW 2016). Entsprechend ist es klimapolitisch problematisch, wenn gerade solche Ma[sz]nahmen eher unpopular sind. Grunde fur die Skepsis in der Bevolkerung konnten in der Beliebtheit des Produkts liegen. Wahrend bei der Erhohung des Konsums regionaler, saisonaler und okologischer Produkte bei gleichbleibendem Auswahlspektrum ausschlie[sz]lich die Produktionsweise variiert, setzt die Reduzierung des Konsums tierischer Erzeugnisse eine tiefgreifende Anderung der Konsummuster voraus. Eine Rolle spielen dabei kulturelle, ernahrungsphysiologische und okonomische Grunde sowie eine hohe Betroffenheit und wenig Substitutionsalternativen (Macdiarmid et al. 2012). Moglicherweise verbessert kunftig ein erweitertes Angebot pflanzlicher Fleischsubstitute die Akzeptanz von lenkenden Eingriffen in den Fleischkonsum. Auch eine Reihe von Treibern abseits der Klimadiskussion konnen helfen, einen Eingriff in den Fleischkonsum gesellschaftlich zu legitimieren: Tierwohl, gesundheitliche Aspekte bei uberma[sz]igem Konsum bestimmter Fleischprodukte, weitere Umweltindikatoren in der Erzeugung und so weiter.

Das gegenteilige Bild zeigt sich beim Handlungsfeld Lebensmittelabfalle, in dem die Verbraucherakzeptanz fur klimapolitische Instrumente hoch ist (siehe auch Kenning und Eberhardt 2016). Dies kann einerseits damit begrundet sein, dass die Umsetzung politischer Instrumente in diesem Handlungsfeld kaum direkte Auswirkungen auf Auswahlentscheidungen oder Konsummuster hat. Daruber hinaus entsteht bei der Reduzierung der Lebensmittelabfalle fur den Haushalt ein Zusatznutzen in Form eines geldwerten Vorteils, der die Akzeptanz steigert (Burdick und Waskow 2009). Fur den harten Paternalismus in Form von Verboten lasst sich auf Basis der vorliegenden Studie keine abschlie[sz]ende Aussage treffen, da ein Verbot tierischer Lebensmittel oder von Fleisch und ein Verbot von Abfall aus Grunden der mangelnden Umsetzbarkeit nicht als Optionen vorgegeben waren.

Im Gegensatz zu anderen betrachteten Klimasteuern erhalt eine Klimasteuer auf importierte Flugwaren mehr Zustimmung als Ablehnung (MW=2,84). Bei den ordnungsrechtlichen Verboten sticht die Akzeptanz von Eingriffen gegen XXL-Verpackungsgro[sz]en heraus. Diese weitreichenden Ma[sz]nahmen werden von der Bevolkerung bereits akzeptiert.

Akzeptanz von klimapolitischen Instrumentalgruppen

Im Mittel der vorgeschlagenen Ma[sz]nahmen finden Informationen (MW= 1,98) und Nudging (MW=2,28) uberwiegende Akzeptanz, wahrend Steuern (MW=3,29) und Verbote (MW=3,28) in der Regel abgelehnt werden (Abbildung 3).

Aus diesem Ergebnis lasst sich ableiten, dass die Einfuhrung klimapolitischer Instrumente mit geringerer Eingriffstiefe relativ unproblematisch ist (siehe auch Spiller et al. 2017). Wellesley et al. (2015) bestatigen, dass Informationen und Bildung sowie Nudging mehr Akzeptanz erfahren als Steuern, bei denen das Risiko der Ablehnung in der Bevolkerung deutlich hoher ist. Effertz (2015) bescheinigt Informationsma[sz]nahmen sowie Steuern eine hohe Akzeptanz in der Gesundheitspolitik, was in der vorliegenden Studie nicht auf die Klimapolitik ubertragen werden kann. Reisch und Sunstein (2016) weisen fur Nudging eine hohe Akzeptanz nach, sofern die verfolgten Ziele als legitim angesehen werden und die Werte und Einstellungen der Verbraucher(innen) widerspiegeln. Spezifische Nudgingma[sz]nahmen, zum Beispiel die Abschaffung von Su[sz]igkeiten an Kassenterminals, sind akzeptiert (Reisch et al. 2017).

Der geringe Akzeptanzunterschied von Verboten zu Steuern spiegelt sich in fruheren Studien wider, wo sich Befragte durch Steuern starker bevormundet fuhlten als durch Verbote (Kenning und Eberhardt 2016). Denkbar ware auch, dass Verbote in der Regel als Schutzfunktion wahrgenommen werden, wahrend Steuern als unrechtma[sz]ige Profite des Staats empfunden werden konnen. Hohere Verbrauchssteuern benachteiligen zudem einkommensschwachere Gruppen, wahrend Verbote fur alle gleicherma[sz]en gelten und daher als fairer empfunden werden konnen. Die Akzeptanz nimmt daher nicht konsistent mit Erhohung der Eingriffstiefe ab, da Steuern teilweise unpopularer sind als Verbote (siehe auch Diepeveen et al. 2013).

Zielgruppen fur/gegen klimapolitische Instrumente

Nachfolgend wird die Ablehnung der verschiedenen instrumentalen Eingriffe mit verschiedenen Bevolkerungsmerkmalen in Verbindung gebracht, um besonders solche Bevolkerungsgruppen zu identifizieren, die klimapolitischen Ma[sz]nahmen bislang eher kritisch gegenuberstehen. Die Starke des Zusammenhangs wird dabei durch den Regressionskoeffizienten ([sz]) angegeben. Das Signifikanzniveau, dass [sz] signifikant unterschiedlich von null ist, wird durch den p-Wert beschrieben. Die Modellgute der OLS-Regressionen kann als erwartungsgema[sz] beschrieben werden. Der F-Test ist stets hochstsignifikant und das Bestimmtheitsma[sz] liegt zwischen 0,10 und 0,28, je nach Regression.

Bei den soziodemografischen Variablen ergeben sich in der Regel keine signifikanten Zusammenhange (p<0,05), abgesehen von einer Ausnahme. Stadter(innen) lehnen klimapolitische Verbote seltener ab als die Bevolkerung in landlicheren Gebieten (Tabelle 2). Eine Erklarung konnen die Luftverhaltnisse in Gro[sz]stadten sein, die ein prasentes Thema bei den Burger(inne)n sind und somit die Akzeptanz fur Verbote im Sinne der Umwelt starken. Stadtbewohner(innen) zeigten auch eine hohere Akzeptanz von generellen Nudges (Sunstein et al. 2018), wobei diese Studie die Tendenz bestatigt, aber keine signifikanten Unterschiede (p<0,05) bei der Ablehnung von Nudges aufweist. Ergebnisse anderer Studien, die weitere soziodemografische Zusammenhange gefunden haben, konnten nicht bestatigt werden. Es zeigt sich keine hohere Akzeptanz bei Frauen, wie sie Reisch und Sunstein (2016) und Sunstein et al. (2018) bei Nudging und Hagemann et al. (2018) bei gesundheitspolitischen Eingriffen insgesamt feststellen konnten.

Bei den Einstellungsvariablen wird deutlich, dass jene Konsument(inn)en, die primar den Staat in der Verantwortung fur Klimaschutz sehen, lediglich staatliche Informationsbereitstellung starker akzeptieren, aber andere Instrumente ahnlich bewerten wie die ubrige Bevolkerung. Befragte, die ihre individuelle Verantwortung fur den Klimawandel gering schatzen, lehnen in der Regel klimapolitische Eingriffe starker ab. Gerade die Wahl des eigenen Ernahrungsverhaltens kann aber deutlich unterschiedliche Auswirkung fur Umwelt und Klima nach sich ziehen (Tilman und Clark 2014). Tilman und Clark (2014) zeigen auch die Synergien zwischen Umwelt und Gesundheit durch fleischarmere Ernahrungsstile auf. Der inhaltliche Zusammenhang von Gesundheit und Klimaschutz findet sich ebenfalls in den Einstellungen der von uns Befragten. Konsument(inn)en, die sich gesund ernahren wollen, begru[sz]en recht konsistent klimapolitische Eingriffe (siehe auch Macdiarmid et al. 2012). Die Akzeptanz ernahrungspolitischer Instrumente wird dabei durch geringere Anpassungsnotwendigkeit bei den eigenen Konsummustern mitbegrundet.

Beim Lebensmittelkonsum zeigt sich, dass vor allem Konsument(inn)en von Bioprodukten klimapolitische Eingriffe durchweg unterstutzen. Der Effekt ist sehr robust uber alle getesteten Instrumentalgruppen und spiegelt das erhohte Umweltbewusstsein von Biokaufer(inne)n wider (Heerwagen et al. 2014). Im Gegensatz dazu steht der klimatechnisch so bedeutsame Rindfleischkonsum nicht mit der Unterstutzung fur klimapolitische Ma[sz]nahmen in Verbindung. Es stellt sich die Frage, ob der Rindfleischkonsum kognitiv noch zu selten dem Klimaschutzbereich zugeordnet wird (Burdick und Waskow 2009) oder ob es sich um starker praferiertes Verhalten handelt, das dem Klimaschutz nicht untergeordnet werden soll, auch wenn andere klimapolitische Eingriffe gerechtfertigt erscheinen.

Insgesamt kann die Akzeptanz von Informationsma[sz]nahmen besser erklart werden, das (korrigierte) Bestimmtheitsma[sz] liegt hier bei 25 Prozent. Die Erklarungskraft sinkt mit der Eingriffstiefe der Ma[sz]nahmen. Die Akzeptanz von Klimasteuern kann nur zu 13 Prozent, die von Verboten zu sieben Prozent erklart werden, was darauf hindeutet, dass hier noch andere, grundsatzlichere Einflussfaktoren wie Einstellungen zu Steuern, Werte, politische Ideologien, Vertrauen in die Politik oder wahrgenommene Wirksamkeit von Ma[sz]nahmen wirken konnten (Drews und van den Bergh 2016, Petrescu et al. 2016, Ziegler 2017, Wan et al. 2017, Harring et al. 2017).

Limitationen

Die Studie unterliegt ublichen Limitationen von Querschnittsbefragungen. Soziale Erwunschtheit kann die Akzeptanz beeinflussen, sollte aber in anonymen Onlinestichproben verhaltnisma[sz]ig gering sein. Der Befragungszeitraum im Dezember kann durch die Feiertage von Ergebnissen in anderen Monaten abweichen. Eine weitere Limitation ist die getrennte Untersuchung einzelner Instrumente. Es spricht vieles dafur, dass ein abgestimmter Mix, aufgrund von Synergieeffekten, erfolgreich sein konnte (Spiller et al. 2017). Zur Akzeptanz von Instrumentalkombinationen liegen bisher keine Erkenntnisse vor, aber sie erscheinen vielversprechend zur Beeinflussung manifester Verhaltensmuster (Grubb 2014). Schlie[sz]lich sollte vor allem die Frage, wie die Wirksamkeit und die Akzeptanz klimapolitischer Instrumente in Einklang gebracht werden konnen, im Vordergrund stehen. Es sollten Instrumente mit hoher Klimaeffektivitat und niedrigen Akzeptanzbarrieren gewahlt werden. Das Framing der Instrumente und fiskalische Ausgestaltungsvarianten waren detaillierter zu untersuchen, um vermeidbare Widerstande zu antizipieren.

Fazit

In politischer Hinsicht zeigt die Studie zusammenfassend auf, dass eine pauschale Skepsis gegenuber Eingriffen in das Konsumverhalten nicht berechtigt ist. Die deutsche Politik konnte durchaus starker auf Ernahrungsinstrumente zuruckgreifen und sich dabei auch an einigen EU-Landern orientieren (WHO 2017). Im Bereich Klimaschutz konnen Informationen, Nudging, Steuern und Verbote zum Teil mit Unterstutzung der Bevolkerung implementiert werden. Fur die Ernahrungspolitik empfiehlt es sich, auf einen Mix dieser Instrumente zuruckzugreifen, um Klimazielen naherzukommen (Hyseni et al. 2017):

Informationen: Staatliche Informationsma[sz]nahmen werden durchgangig akzeptiert. Informationskampagnen zur Verdeutlichung des hohen Einflusses tierischer Produkte auf die personliche Klimabilanz waren daher politisch anzuraten und konnten den zivilgesellschaftlichen Prozess zu einem geringeren Fleischkonsum starken. Der Zusammenhang zwischen THG-Emissionen und Tierhaltung wird bisher noch haufig verkannt (Burdick und Waskow 2009, Tobler et al. 2011). Hinsichtlich gesundheitspolitischer Eingriffe ist bekannt, dass die Akzeptanz eng mit der Wahrnehmung des Problems und der damit verbundenen Einschatzung, dass Handlungsbedarf besteht, zusammenhangt (siehe auch Golder et al. 2016). Informationskampagnen konnten auch aufzeigen, dass es klimapolitisch nicht allein um Fleisch, sondern vor allem um Rindfleisch und Milchprodukte geht, aufgrund des Methanaussto[sz]es der Rinder. Der Kasekonsum und der damit einhergehende hohe Milchbedarf sind der Gesellschaft noch kaum als Klimaproblematik bekannt (Shi et al. 2018).

Nudging: Nudging wird bisher in Deutschland durch die Politik noch sparlich eingesetzt. Politisch wird es bisweilen als manipulativ und paternalistisch betrachtet, doch konkrete Nudgingma[sz]nahmen zum Klimaschutz werden deutlich positiv bewertet (siehe auch Reisch und Sunstein 2016). Im Bereich der offentlichen Verpflegungseinrichtungen bieten sich vielfaltige Moglichkeiten, Verhalten zu beeinflussen, weil zum Beispiel gut drei Millionen Schuler(innen) werktaglich in Ganztagsschulmensen versorgt werden (Kultusministerkonferenz 2018). Nudging im Bereich der Kinder-und Jugendverpflegung fuhrt aufgrund der Gewohnungseffekte zu besonders starken langfristigen Wirkungen. Die Nudgingansatze sollten dabei den Klimanutzen der Verhaltensanderung berucksichtigen.

Steuern und Verbote: Die politische Umsetzbarkeit von Steuern und Verboten im Bereich Ernahrung ist eingeschrankt. Es zeigt sich eine uberwiegende Ablehnung. In der Regel nimmt die Akzeptanz stufenweise ab, wenn die Eingriffstiefe sich erhoht, aber Steuern werden ahnlich kritisch wahrgenommen wie Verbote. Die Akzeptanz hangt aber auch deutlich mit dem Handlungsfeld zusammen (siehe auch Reisch und Sunstein 2016). Die beiden mehrheitlich akzeptierten Ma[sz]nahmen ,,Klimasteuer auf Flugobst" und ,,Verbot von XXL-Verpackungen" (zum Beispiel in der Gastronomie) konnten relevante Impulse zum Klimaschutz geben und das Wissen um die Einfuhrung tiefergreifender Klimainstrumente erweitern. Die Literatur zeigt, dass aufkommensneutrale Lenkungssteuern und solche, die als fair wahrgenommen werden, positiver eingeschatzt werden (Bicket und Vanne 2016). Die Steuerakzeptanz wird auch erhoht, wenn der Name der Steuer ein legitimes Ziel beschreibt und mehrere kleine Erhohungsschritte erfolgen (WBAE und WBW 2016, Wright et al. 2017). Die Legitimitat des Ziels kann dabei wohl durch Informationskampagnen beeinflusst werden. Staatliche Verbote werden einige Zeit nach ihrer Einfuhrung aufgrund von Gewohnung positiver als bei der Einfuhrung gesehen (zum Beispiel Gurtpflicht)--dies wird auch als Status-quo-Bias beschrieben (Samuelson und Zeckhauser 1988). Die Einfuhrungsphase ist daher zentral bei der Umsetzung. Genaueres Wissen um den Verlauf der Anpassungsprozesse fehlt bisher. Abschlie[sz]end sei nochmals auf die Synergien, die bei Gesundheits-und Klimapolitik bestehen, hingewiesen. In der Konsumforschung erleben wir Klimaziele oft als Nice-to-have-Nebenziel ohne gro[sz]e Bedeutung fur Konsumentscheidungen. Die Verknupfung mit Gesundheit kann dem Thema Nachdruck verleihen. Politische Akteure, die sich fur eine tiefergreifende staatliche Gesundheitspolitik einsetzen, sollten nicht au[sz]er Acht lassen, dass ihre Ziele sich inhaltlich stark mit dem Klimaschutz uberschneiden (Tilman und Clark 2014) und auch der Bevolkerungsteil, den sie vertreten, in der Regel sowohl gesundheits- als auch klimapolitischen Eingriffen positiv gegenubersteht, wie diese Studie zeigt.

Literatur

Anderson, B., T. Bohmelt, H. Ward. 2017. Public opinion and environmental policy output: A cross-national analysis of energy policies in Europe. Environmental Research Letters 12/11:114011.

Aschemann-Witzel, J., T. Bech-Larsen, S. Capacci. 2016. Do target groups appreciate being targeted? An exploration of healthy eating policy acceptance.Journal of Consumer Policy 39/3: 285-306.

Bicket, M., R. Vanne. 2016. Designing policy mixes for resource efficiency: The role of public acceptability. Sustainability8/4: 366.

BMEL (Bundesministerium fur Ernahrung und Landwirtschaft). 2017. Nutztierhaltungsstrategie: Zukunftsfahige Tierhaltung in Deutschland. Berlin: BMEL.

Bryngelsson, D., S. Wirsenius, F. Hedenus, U. Sonesson. 2016. How can the EU climate targets be met? A combined analysis of technological and demand-side changes in food and agriculture. Food Policy 59:152-164.

Buhl, A. 2008. SPSS 16: Einfuhrung in die moderne Datenanalyse. Bd. 7332. Munchen: Pearson Deutschland GmbH.

Burdick, B., F. Waskow. 2009. Ernahrung und Klimaschutz: Orientierung fur Verbraucher. Journal fur Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit 4/2: 164-173.

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Kontakt: Dominic Lemken, M. Sc. | +49 176 61562139 | dominic.lemken@agr.uni-goettingen.de

Dr. Sina Nitzko | sina.nitzko@agr.uni-goettingen.de |

Prof.Dr. Achim Spiller | a.spiller@agr.uni-goettingen.de

alle: Georg-August-Universitat Gottingen | Department fur Agrarokonomie und Rurale Entwicklung | Marketing fur Lebensmittel und Agrarprodukte | Platz der Gottinger Sieben 5 | 37073 Gottingen | Deutschland

Katharina Kraus, M. Sc. | Ministerium fur Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern | Referat Immissionsschutz, Anlagensicherheit | Schwerin | Deutschland | katharina.kraus@lung.mv-regierung.de

Eingegangen am 9. Juli 2018; uberarbeitete Fassung angenommen am 26. September 2018.

https://doi.org/10.14512/gaia.27A8

Dominic Lemken

Geboren 1986 in Koln. Studium der Agrar-, Wirtschaftsund Ernahrungswissenschaften an der Universitat Wageningen, Niederlande, und Bonn. Seit 2014 Mitarbeiter der Universitat Gottingen am Zentrum fur Biodiversitat und nachhaltige Landnutzung. Aktuell Postdoc am Department fur Agrarokonomie und Rurale Entwicklung. Forschungsinteressen: Umweltokonomie und ,,Green Marketing".

Katharina Kraus

Geboren 1991 in Bad Oldesloe. Studium der Agrarwissenschaften an den Universitaten Rostock und Gottingen. Mitarbeiterin im Ministerium fur Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern (Referat Immissionsschutz, Anlagensicherheit). Forschungsinteressen: politische Instrumente zur Reduzierung von Emissionen und Immissionen.

Sina Nitzko

Studium der Psychologie an der Universitat Magdeburg. Seit 2011 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl fur Marketing fur Lebensmittel und Agrarprodukte am Department fur Agrarokonomie und Rurale Entwicklung an der Universitat Gottingen. Forschungsinteressen: Konsumentenverhalten, Marktforschung und Ernahrungspsychologie.

Achim Spiller

Geboren 1964 in Oberhausen. Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universitat Duisburg. Seit 2000 Professor fur Marketing fur Lebensmittel und Agrarprodukte an der Georg-August-Universitat Gottingen am Department fur Agrarokonomie und Rurale Entwicklung.

Forschungsschwerpunkte: Konsumforschung, Nachhaltigkeitsmarketing und animal welfare. Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Gottingen und im wissenschaftlichen Beirat fur Agrarpolitik, Ernahrung und gesundheitlichen Verbrauchschutz des Bundesministeriums fur Ernahrung und Landwirtschaft.

(1) Siehe http://nannystateindex.org.

(2) www.umweltbundesamt.de/fuer-klima-umwelt-tierische-produkte-hoeher#textpart-10

(3) Fragebogengestaltung unter https://dlemken.wixsite.com/akzept-klimapolitik.

(4) Speeder sind Umfrageteilnehmer(innen), bei denen wir annehmen konnen, dass sie die Fragen beantwortet haben, ohne die Frage zu lesen. Es gibt verschiedene Indikatoren fur Speeding, zum Beispiel die Zeit, die Teilnehmer(innen) auf einer Umfrageseite verbringen.
TABELLE 1: Konfirmatorische Faktorenanalyse und Akzeptanz von
klimapolitischen Instrumenten. Die konfirmatorische Faktorenanalyse
wurde eingesetzt, um zu uberprufen, ob die Einordnung der
Ma[beta]nahmen in die vier Instrumentalgruppen auch der Sicht der
Bevolkerung entsprechen kann. Zur Untersuchung der Verbraucherakzeptanz
wurden Mittelwerte fur die betreffenden klimapolitischen Ma[beta]nahmen
berechnet. Mittelwerte (farbige Balken) und Standardabweichung
(Striche) werden grafisch dargestellt. Grune Balken weisen uberwiegende
Zustimmung aus, rote uberwiegende Ablehnung.

CA=Cronbachs Alpha-Wert, KMO = Kaiser-Meyer-Olkin-Kriterium,
BT = Bartlett-Test (p-Wert), FL= Faktorladung. Akzeptanz-Skala in
Anlehnung an Hofinger(2001): ++ = ware ich voll dafur; 0= teils/teils;
-- = ware ich voll dagegen.

FAKTOR INFORMATION: CA = 0,936, KMO =                    ++  +  0  -  --
.0,909, BT = 0,001

* Informationen zur Reduzierung von
Lebensmittelabfallen in den Medien
* Vermittlung von Wissen zum Thema ,,Reduzierung von
Lebensmittelabfallen" in der Schule
* Informationen zur Reduzierung des Fleischkonsums
in den Medien
* Vermittlung von Wissen zum Thema ,,Reduzierung des
Fleischkonsums zum Schutz des Klimas" in der Schule
* Informationen zu regionalen Lebensmitteln und den
Nachteilen von Flugware in den Medien
* Vermittlung von Wissen zum Thema ,,Regionale
Lebensmittel und positive Auswirkung des Verzichts
von Flugwaren" in der Schule
* Informationen zu saisonalen Lebensmitteln und den
Nachteilen von der Produktion in beheizten
Gewachshausern in den Medien
* Vermittlung von Wissen zum Thema ,,Saisonale
Lebensmittel und der Verzicht auf im Gewachshaus
erzeugte Lebensmittel" in der Schule
* Informationen zu okologischen Produkten und den
Nachteilen konventioneller Lebensmittel in den Medien
* Vermittlung von Wissen zum Thema ,,Okologische
Produkte" in der Schule
FAKTOR NUDGING: CA = 0,875, KMO = .0,846, BT = 0,000
* Ausgabe von kleinen Portionen in offentlichen Mensen
und Kantinen mit der Moglichkeit eines Nachschlags
* auffallende Prasentation und Platzierung von
klimafreundlichen Alternativen zu Rindfleisch im
Supermarkt
* Verringerung von Portions- bzw. Tellergro[beta]en zur
Reduktion des Fleischkonsums in Restaurants und
offentlichen Einrichtungen mit der Moglichkeit
einen Nachschlag zu bekommen
* Umstellung des Angebots in offentlichen
Mensen/Kantinen und in Restaurants auf
hauptsachlich vegetarische Kost.
Es besteht jedoch weiterhin die Moglichkeit
sich gegen die klimafreundliche Variante
zu entscheiden.
* auffallende Prasentation und Platzierung von
regionalen Lebensmitteln im Supermarkt
* Umstellung des Angebots in offentlichen
Mensen/Kantinen und in Restaurants auf
hauptsachlich saisonale Lebensmittel.
Es besteht jedoch weiterhin die Moglichkeit
sich gegen die klimafreundliche Variante
zu entscheiden.
* auffallende Prasentation und Platzierung
von saisonalen Lebensmitteln im Supermarkt
* Umstellung des Angebots in offentlichen
Mensen/Kantinen und in Restaurants auf
hauptsachlich regionale Lebensmittel.
Es besteht jedoch weiterhin die Moglichkeit
sich gegen die klimafreundliche Variante
zu entscheiden.
* auffallende Prasentation und Platzierung
von okologisch erzeugten Lebensmitteln im
Supermarkt
* Umstellung des Angebots in offentlichen
Mensen/Kantinen und in Restaurants auf
hauptsachlich okologische Kost.
Es besteht jedoch weiterhin die Moglichkeit
sich gegen die klimafreundliche Variante
zu entscheiden.
FAKTOR STEUER: CA = 0,907, KMO = .0,888, BT = 0,000
* Klimasteuer auf die Erzeugung von Abfall
* Klimasteuer auf tierische Lebensmittel
* Klimasteuer auf Rindfleisch
* Klimasteuer auf Milch, Milchprodukte und Kase
* Klimasteuer auf importierte Flugwaren
* Klimasteuer auf im beheizten Gewachshaus
erzeugte Lebensmittel
* Klimasteuer auf konventionell erzeugte Lebensmittel
FAKTOR VERBOT: CA = 0,812, KMO = .0,780, BT = 0,000
* gesetzliches Verbot von sehr gro[beta]en
(XXL)Verpackungsgro[beta]en zur Vermeidung von
Lebensmittelabfallen
* gesetzlich festgelegte Hochstabfallmenge pro Person
* gesetzliche Einfuhrung eines ,,vegetarischen Tages"
(Veggie Day) in der Woche fur offentliche Einrichtungen
und Kantinen
* gesetzliche Einfuhrung eines ,,veganen Tages"
(Vegan Day) in offentlichen Einrichtungen und Kantinen
* gesetzliches Verbot fur Flugwaren
* gesetzliches Verbot fur im Gewachshaus erzeugte
Lebensmittel
* gesetzliches Verbot fur konventionell erzeugte
Lebensmittel

FAKTOR INFORMATION: CA = 0,936, KMO =                    FL
.0,909, BT = 0,001

* Informationen zur Reduzierung von                      0,74
Lebensmittelabfallen in den Medien
* Vermittlung von Wissen zum Thema ,,Reduzierung von      0,73
Lebensmittelabfallen" in der Schule
* Informationen zur Reduzierung des Fleischkonsums       0,78
in den Medien
* Vermittlung von Wissen zum Thema ,,Reduzierung des      0,81
Fleischkonsums zum Schutz des Klimas" in der Schule
* Informationen zu regionalen Lebensmitteln und den      0,78
Nachteilen von Flugware in den Medien
* Vermittlung von Wissen zum Thema ,,Regionale            0,82
Lebensmittel und positive Auswirkung des Verzichts
von Flugwaren" in der Schule
* Informationen zu saisonalen Lebensmitteln und den      0,84
Nachteilen von der Produktion in beheizten
Gewachshausern in den Medien
* Vermittlung von Wissen zum Thema ,,Saisonale            0,80
Lebensmittel und der Verzicht auf im Gewachshaus
erzeugte Lebensmittel" in der Schule
* Informationen zu okologischen Produkten und den        0,84
Nachteilen konventioneller Lebensmittel in den Medien
* Vermittlung von Wissen zum Thema ,,Okologische          0,84
Produkte" in der Schule
FAKTOR NUDGING: CA = 0,875, KMO = .0,846, BT = 0,000
* Ausgabe von kleinen Portionen in offentlichen Mensen   0,52
und Kantinen mit der Moglichkeit eines Nachschlags
* auffallende Prasentation und Platzierung von           0,63
klimafreundlichen Alternativen zu Rindfleisch im
Supermarkt
* Verringerung von Portions- bzw. Tellergro[beta]en zur  0,66
Reduktion des Fleischkonsums in Restaurants und
offentlichen Einrichtungen mit der Moglichkeit
einen Nachschlag zu bekommen
* Umstellung des Angebots in offentlichen                0,54
Mensen/Kantinen und in Restaurants auf
hauptsachlich vegetarische Kost.
Es besteht jedoch weiterhin die Moglichkeit
sich gegen die klimafreundliche Variante
zu entscheiden.
* auffallende Prasentation und Platzierung von           0,72
regionalen Lebensmitteln im Supermarkt
* Umstellung des Angebots in offentlichen                0,78
Mensen/Kantinen und in Restaurants auf
hauptsachlich saisonale Lebensmittel.
Es besteht jedoch weiterhin die Moglichkeit
sich gegen die klimafreundliche Variante
zu entscheiden.
* auffallende Prasentation und Platzierung               0,77
von saisonalen Lebensmitteln im Supermarkt
* Umstellung des Angebots in offentlichen                0,78
Mensen/Kantinen und in Restaurants auf
hauptsachlich regionale Lebensmittel.
Es besteht jedoch weiterhin die Moglichkeit
sich gegen die klimafreundliche Variante
zu entscheiden.
* auffallende Prasentation und Platzierung               0,81
von okologisch erzeugten Lebensmitteln im
Supermarkt
* Umstellung des Angebots in offentlichen                0,74
Mensen/Kantinen und in Restaurants auf
hauptsachlich okologische Kost.
Es besteht jedoch weiterhin die Moglichkeit
sich gegen die klimafreundliche Variante
zu entscheiden.
FAKTOR STEUER: CA = 0,907, KMO = .0,888, BT = 0,000
* Klimasteuer auf die Erzeugung von Abfall               0,68
* Klimasteuer auf tierische Lebensmittel                 0,87
* Klimasteuer auf Rindfleisch                            0,84
* Klimasteuer auf Milch, Milchprodukte und Kase          0,81
* Klimasteuer auf importierte Flugwaren                  0,72
* Klimasteuer auf im beheizten Gewachshaus               0,82
erzeugte Lebensmittel
* Klimasteuer auf konventionell erzeugte Lebensmittel    0,85
FAKTOR VERBOT: CA = 0,812, KMO = .0,780, BT = 0,000
* gesetzliches Verbot von sehr gro[beta]en               0,39
(XXL)Verpackungsgro[beta]en zur Vermeidung von
Lebensmittelabfallen
* gesetzlich festgelegte Hochstabfallmenge pro Person    0,66
* gesetzliche Einfuhrung eines ,,vegetarischen Tages"     0,69
(Veggie Day) in der Woche fur offentliche Einrichtungen
und Kantinen
* gesetzliche Einfuhrung eines ,,veganen Tages"           0,73
(Vegan Day) in offentlichen Einrichtungen und Kantinen
* gesetzliches Verbot fur Flugwaren                      0,74
* gesetzliches Verbot fur im Gewachshaus erzeugte        0,79
Lebensmittel
* gesetzliches Verbot fur konventionell erzeugte         0,81
Lebensmittel

TABELLE 2: Regression der Ablehnung von klimapolitischen Eingriffen
mittels Information, Nudging, Steuern und Verboten auf
soziodemografische Merkmale, Einstellungen und Lebensmittelkonsum.
Signifikante Zusammenhange (p<0,05) sind grun unterlegt. Die
Teilnehmer(innen) der Studie wurden nicht verpflichtet, alle
Ma[beta]nahmen (Tabelle 1) hinsichtlich Akzeptanz/Ablehnung zu
bewerten, wenn sie dazu keine Meinung entwickeln wollten. Es wurde
kein Imputationsverfahren angewendet. Fehlende Antworten fuhrten zu
Fallausschluss. N = 324.

VARIABLE                               SKALIERUNG

Geschlecht                             mannlich = 1
Bildung                                1 =kein Abschluss/
                                       5 =Studium beendet
Alter                                  in Jahren
Kinder                                 mind. 1 Kind = 1
Haushaltseinkommen                     1 = niedrigste/9 = hochste
                                       Einkommens klasse
Gro[beta]e Wohnort                     1=<5000/5 = >100000
                                       Einwoh ner(innen)
,,Klimaschutz ist Aufgabe des Staates"  1 =lehne ich voll und
,,eigener Beitrag zum Klimaschutz       ganz ab, 5=stimme ich
wird uberschatzt"                      voll und ganz zu
,,Ich achte darauf, mich gesund
zu ernahren"
Biolebensmittel                        Wie haufig treffen Sie diese
Rindfleisch                            Lebensmittelentscheidung?
                                       1 = nie, 5 = sehr haufig
regional
,,Inwiefern achten Sie darauf,          1 =nie, 5=sehr haufig
Lebensmittelabfalle zu vermeiden?"
Bestimmtheitsma[beta] [R.sup.2]
(korrigiertes [R.sup.2])
F-Test

VARIABLE                               INFORMATION     NUDGING
                                       [beta]  p-WERT  [beta]  p-WERT

Geschlecht                              0,10   0,297    0,07   0,444
Bildung                                -0,07   0,112   -0,04   0,360
Alter                                   0,00   0,539    0,00   0,948
Kinder                                  0,09   0,421    0,03   0,770
Haushaltseinkommen                      0,01   0,503   -0,01   0,711
Gro[beta]e Wohnort                     -0,03   0,424   -0,02   0,504
,,Klimaschutz ist Aufgabe des Staates"  -0,12   0,017   -0,08   0,103
,,eigener Beitrag zum Klimaschutz        0,20   0,000    0,16   0,000
wird uberschatzt"
,,Ich achte darauf, mich gesund         -0,14   0,007   -0,12   0,019
zu ernahren"
Biolebensmittel                        -0,15   0,002   -0,15   0,002
Rindfleisch                             0,05   0,366    0,04   0,476
regional                               -0,06   0,315   -0,14   0,024
,,Inwiefern achten Sie darauf,          -0,12   0,033   -0,11   0,052
Lebensmittelabfalle zu vermeiden?"
Bestimmtheitsma[beta] [R.sup.2]         0,278 (0,25)    0,255 (0,22)
(korrigiertes [R.sup.2])
F-Test                                  0,000           0,000

VARIABLE                               STEUERN         VERBOTE
                                       [beta]  p-WERT  [beta]  p-WERT

Geschlecht                             -0,13   0,200   -0,03   0,774
Bildung                                -0,03   0,512    0,07   0,135
Alter                                   0,01   0,148    0,00   0,374
Kinder                                  0,17   0,160    0,05   0,689
Haushaltseinkommen                      0,01   0,765    0,01   0,826
Gro[beta]e Wohnort                     -0,06   0,155   -0,09   0,017
,,Klimaschutz ist Aufgabe des Staates"  -0,03   0,617    0,03   0,632
,,eigener Beitrag zum Klimaschutz        0,10   0,035    0,02   0,680
wird uberschatzt"
,,Ich achte darauf, mich gesund         -0,16   0,011   -0,10   0,102
zu ernahren"
Biolebensmittel                        -0,21   0,000   -0,22   0,000
Rindfleisch                             0,02   0,677    0,07   0,276
regional                               -0,05   0,525   -0,01   0,864
,,Inwiefern achten Sie darauf,           0,06   0,331    0,15   0,018
Lebensmittelabfalle zu vermeiden?"
Bestimmtheitsma[beta] [R.sup.2]         0,168 (0,13)    0,109 (0,07)
(korrigiertes [R.sup.2])
F-Test                                  0,000           0,006
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Author:Lemken, Dominic; Kraus, Katharina; Nitzko, Sina; Spiller, Achim
Publication:GAIA - Ecological Perspectives for Science and Society
Date:Dec 1, 2018
Words:7096
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