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On the development and categorization of Estonian fish names/Uber die entstehung und klassifizierung Estnischer fischbezeichnungen.

1. Einleitung

Im Hinblick auf volkssprachliche Fischbenennungen kann man von schrift-sprachlichen bzw. wissenschaftlichen Bezeichnungen sprechen, wenn deren Klassen (Art, Gattung, Familie) von Ichthyologen bestatigt worden sind, und von volkssprachlichen Benennungen, wenn das Volk diese ausgehend von seinen Weltkenntnissen bzw. seinem Weltbild und aus seiner Sprache hervorgebracht hat. Das Fundament des Weltbildes eines Volkes bildet seine Volksweisheit, die Auffassung unserer Vorfahren von der Welt (Sutrop 2004 : 99). Wenn in der Biologie die Grundlage fur die Bildung eines Namens die Systematik ist, die auf der wissenschaftlichen Taxonomie (Familie > Verwandtschaft > Gesellschaft usw.) beruht, so vollzieht sich die Klassifizierung bei volkssprachlichen Bezeichnungen nach anderen Grundsatzen, einer eindeutigen Ubereinstimmung mit wissenschaftlichen Taxobenennungen wird dabei keine Bedeutung beigemessen. Dieses ist ein auf den eigenen Erfahrungen der Sprecher, ihrer Logik und ihrem Weltbild basierendes System, das auch Volkstaxonomie genannt wird (Cruse 1986). Da der Fischfang zu den ursprunglichsten Nahrungsquellen zahlt, so haben sich die Menschen auch umfangreiches Wissen uber die Fische angeeignet. Die traditionellen Fischfangarten grunden sich auf Auffassungen uber die Gewohnheiten der Fischarten und uber die Okologie. Ebenso stutzt sich das volkstumliche (und volkssprachliche) System auf diese Angaben bzw. anders ausgedruckt: basiert die Namensgebung auf der naturlichen Realitat.

1.2. Belegmaterial und Forschungsthematik

Das fur den vorliegenden Forschungsbeitrag verwendete Belegmaterial wurde der Dialektwortschatzkartei des Instituts fur estnische Sprache entnommen, in der im Wesentlichen der Sprachgebrauch von 1840 bis 1940 erfasst ist. In den estnischen Dialekten wurden insgesamt etwa 1500 volkssprachliche Fischbenennungen aufgezeichnet, die fur 73 Fischarten stehen. (1) Dieses Material bietet die Voraussetzung fur eine tiefgrundige ethno-ichthyologische Analyse. Je umfassender volkssprachliche Bezeichnungen erforscht und die volkstumliche Systematik untersucht worden sind, desto besser sind die Voraussetzungen fur die heutigen Sprachpfleger und Etymologen. Da volkssprachliche Bezeichnungen stets auch in ihrer Bedeutung auf charakteristische Zuge des Fisches verweisen, so sind solche Namen verstandlicher, bleiben leichter im Gedachtnis hangen und geben besser ihren Bedeutungsinhalt weiter. So ist es keine leichte Aufgabe anhand einer volkssprachlichen Benennung die Fischart festzustellen. Eine gleichlautende Bezeichnung wird lediglich von einer beschrankten Personenanzahl benutzt und die Bezeichnungen haben gewohnlich nicht nur eine Bedeutung. Ein und dieselbe Benennung kann in verschiedenen Kirchspielen bzw. sogar in Nachbardorfern verschiedene Fische bezeichnen. Oder fur einen einzigen Fisch ist eine ganze Reihe von Namen im Gebrauch. So gibt es die Fischbenennung liivarull ~ liivatrull (wortwortlich 'Sandrolle') als Homonym fur mindestens funf Fischarten, so beispielsweise fur die Sandgrundel. Gleichsam hat ogalik 'Stichling' mehr als 80 Synonyme.

Mit dem vorliegenden Aufsatz sollen bestehende Auffassungen uber die volkstumliche Klassifikation erganzt werden und aus diesem Grunde wird der Problematik der Fischbenennungen im Allgemeinen mehr Platz eingeraumt. Da die gegenwartigen schriftsprachlichen Benennungen aus der Volkssprache hervorgegangen sein konnen, wird die Entsprechung der estnischen schriftsprachlichen Bezeichnungen der volkstumlichen gegenubergestellt. Volkssprachliche Benennungen sind meist in einer bestimmten Region verbreitet und viele estnische schriftsprachliche Bezeichnungen muss der Volksmund gar nicht (uberall) kennen. Deshalb wandte man sich der Frage zu, ob und in welchem Umfang die volkstumlichen Benennungen uberhaupt einen Platz im gegenwartigen Verzeichnis der wissenschaftlichen Fischnamen haben.

Nach der Nomenklatur-Systematik kann jede Fischart nur eine einzige Bezeichnung haben, die in ihrer lateinischen Version auch international nachvollziehbar ist. (Bereits im 18. Jahrhundert begrundete der schwedische Wissenschaftler Carl von Linne die bis heute verwendete binare Nomenklatur in der Botanik und der Zoologie.) Fur eine lateinische Bezeichnung haben verschiedene Volker ihre eigenen volkssprachlichen Entsprechungen hervorgebracht. Auf welchen Grundlagen diese Tatsache beruht, wird unter anderem in dieser Forschung beleuchtet.

1.2. Ethnobiologie

Die Untersuchungsmethode, die die traditionellen Beziehungen des Menschen zum Fisch und das Wissen uber Fische behandelt (darunter auch die Analyse der Bezeichnungen), wird Ethno-Ichthyologie genannt. Dieser Begriff wurde von dem Amerikaner Warren T. Morrill (1967) in die wissenschaftliche Fachliteratur eingefuhrt. Die Ethno-Ichthyologie ist ein Spezialgebiet im Bereich der humanistischen und Naturwissenschaften, der Ethnobiologie genannt wird. Als Wissenschaftsdisziplin ist die Ethnobiologie relativ jung, aber das Interesse daran ist international rasch gewachsen. In Estland sind auf diesem Gebiet bisher Fisch-, Vogel--und Pflanzenbenennungen erforscht worden (Kendla 1999; Mager 1967; 1969; Kalle, Soukand 2011). Das Wesen der Volkssystematik hat der amerikanische Ethnobiologe Brent Berlin in einem 1992 publizierten Werk behandelt, in dem die ethnobiologische Klassifikation im Mittelpunkt steht, wobei gleich angemerkt werden sollte, dass er dennoch von der biologischen Klassifikation ausgeht.

2. Uber die Entstehung von Fischnamen auf der Grundlage volkstumlicher Bezeichnungen

Estnischsprachige Fischnamen wurden mit der Entstehung der estnischen Schriftsprache zu Papier gebracht. Fischnamen findet man schon in den altesten Sprachhandbuchern (Stahl 1637; Gutslaff 1648; Goseken 1660; Hupel 1780 1818). Diese wurden in der Form niedergeschrieben, wie sie an dem entsprechenden Ort im Gebrauch waren und genau so viele, wie man zum Aufzeichnungszeitpunkt kannte. Bezeichnungen (resp. mundartliche Namenvarianten) gab es demzufolge mehr als Fische selbst. Ein solches Herangehen war in jeder Hinsicht verstandlich, denn die Worterverzeichnisse waren ja in erster Linie fur die Deutschen selbst gedacht, damit sie die Sprache der Landbevolkerung verstehen konnten. Ein Bedarf nach festen Termini kam erst mit der weiteren Verbreitung der Schulbildung auf. Eine erste wissenschaftlichere Abhandlung uber Fische gibt es in dem Naturlehrbuch uber Lebewesen von Juhan Kunder "Looduse opetus. I. raamat. Elajate riik" (1877). Im Kapitel uber Fische hat er neben der Beschreibung von diesen auch nach geeigneten estnischsprachigen Namen fur die Fischarten gesucht.

Das erste estnische Buch uber Fische gab Johann Gustav Spuhl-Rotalia 1896 unter dem Titel "Kodumaa kalad" (Fische der Heimat) heraus. Dieses entstand im Wesentlichen nach dem Vorbild von in Deutschland bzw. in Russland veroffentlichter Literatur zur Ichthyologie, das durch Angaben aus der naheren Umgebung erganzt wurde. J. G. Spuhl-Rotalia (1896) bezog sich auf die wissenschaftliche Taxonomie, indem er die Fische in eine systematische Hierarchie einreihte. Bezeichnungen von Taxa sind in seinen Augen eine Widerspiegelung volkstumlicher Annaherung--fur jede Art hat er alle ihm bekannten Benennungen erfasst, und ausserdem noch selbst --besonders nach deutschem Vorbild--versucht neue Benennungen zu bilden. So sieht man bei ihm beispielsweise nebeneinander haug und purikas 'Hecht', koger und karus 'Karausche', koha und sudak 'Zander', lohe und laks 'Lachs', voldas 'Cottus gobio bzw. Groppe' und kivitrull, kammeljas und kivilest (< dt. Steinbutt), nolgus und mereskorpion (< dt. Seescorpion), fur den Grundling (Gobio gobio) finden sich sogar vier Bezeichnungen: runt, maidel, kivikala und urilane. In einigen Fallen kann dies mit der estnischen Dialektsprache zusammenhangen, denn so gibt es koha Zander mehr im westlichen Estland, im gesamten Ostteil des Landes hat das aus dem Russischen entlehnte sudak die Vorhand.

3. Uber die volkstumliche Namensgebung

3.1. Ein Name, mehrere Fische. Ein Fisch, mehrere Namen

Juhan Kunder (1877) bringt als Entsprechung fur Gobio gobio, den Grundling, das eigene estnische Wort kivikala anstelle des fremdartigen runt. Kivikala, wortwortlich Steinfisch', ist in den estnischen Dialekten sowieso eine sehr produktive Bezeichnung, die fur wenigstens vier Fischarten steht: z. B. runt Grundling', voldas Groppe', hink Steinbeisser', lepamaim Elritze'. In Anbetracht der Lebensweise des Fisches ware es eigentlich am treffendsten, wenn voldas Groppe (Cottus gobio) diesen Namen tragen wurde, denn deren Lebensraum liegt unter der ausseren Kante eines grosseren Steins, wo sie die meiste Zeit des Jahres verbringt, ihr paar Quadratmeter umfassendes Revier bewacht und sich nur nachts kurz auf Nahrungssuche begibt. Bei den Russen hat voldas die wissenschaftliche Benennung [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] bei den Finnen heisst sie kivisimppu und bei den Schweden stensimpa. Bei Spuhl-Rotalia (1896) findet man parallel zu voldas den Namen kivitrull; neben kivikala und kivitrull nennt der Volksmund diesen Fisch auch kivikana, kivinakker, kiviponk (kivi Stein). Das estnische etymologische Worterbuch sagt, dass der Wortstamm voldas unbekannter Herkunft sei (EES 616); eine offizielle Bezeichnung ist auch nicht in estnischen Dialekten belegt. Dabei sollte doch bemerkt werden, dass bei den estnischen volkstumlichen Komposita unter den Fischbenennungen gerade die mit kivi- beginnenden in der Uberzahl sind. Der Volksmund kennt uber 50 davon. Jedoch nicht eine von diesen entwickelte sich zu einer schrift-sprachlichen Benennung fur irgendeinen Fisch.

Es gibt einzelne Falle, bei denen kivi- nicht unbedingt die am besten begrundete Wahl ware. So steht bei J. Kunder (1877) fur Misgurnus fossilis (vingerjas Schlammpeitzger) der Name kivinool (wortwortlich Steinpfeil'). Als volkstumlichen Namen fur vingerjas bringt diesen auch SpuhlRotalia (1896). Spater auch Heinrich Riikoja, der Autor der nachsten Werke mit Fischnamen ("Kodumaa kalad", 1927; "Eesti NSV kalad", 1950), wobei in seiner 1950 publizierten Ausgabe neben kivinool noch kivinoolija und kivijuraja verzeichnet sind. Der Autor des umfangreichsten Buches zu Fischnamen, Neeme Mikelsaar, lasst uns in "Eesti NSV kalad" (1984) wissen, dass die mit kivi- beginnenden Bezeichnungen als Namen fur den im Schlamm lebenden vingerjas ungeeignet sind und demzufolge hat er seiner Aufstellung alle Bezeichnungen, die in den fruher erschienenen Fischnamenverzeichnissen vorkamen, fallen lassen. Namen mit kivi-, die fur vingerjas stehen, gibt es auch nicht in der Dialektwortschatzkartei des Instituts fur estnische Sprache. Der sich vorwiegend im Schlamm aufhaltende vingerjas heisst auf Finnisch mutakala (wortwortlich 'Schlammfisch') und auf Deutsch Schlammpeitzker. Auch der estnische Volksmund kennt ihn als mudakala, mudamadu, mudasilm (muda 'Schlamm').

3.2. Kivinool, vingerjas und ilmakala

Bei der Bezeichnung kivinool hat man allen Grund etwas langer zu verweilen. Im Altestnischen findet man das Wort bei Heinrich Goseken (1660), der sich auch sehr dem Wortschatz der Natur verschrieben hatte. Die Notierung der estnischsprachigen Benennung ist deshalb von Wert, weil es sich um ein estnisches Wort handelt: kiwwi nohl 'meerSchnecke ostrea' (dt. Steinwurm). Im Hinblick auf die von ihm verzeichneten Naturworter gab es bei H. Goseken wiederholt ein Durcheinander zwischen den deutschen, lateinischen und estnischen Entsprechungen. Auch bei kivinool ist nicht eindeutig, welches Tier gemeint ist. In Gosekens Neuauflagen wird es als Fisch tituliert: '(kala)' (Kingisepp, Ress, Tafenau 2010 : 417), bei Ferdinand Johann Wiedemann findet man als Entsprechung fur kivinool das Wort trulling: kivinool 'Peizker (Cobitis L.)' (Wied. 680). Im Volksmund kennt man den Steinbeisser est. hink (Cobitis taenia) als kivinool, kivinoolja, auch kivijaraja, -juraja und-narija (wortwortlich 'Steinnager'). Samtliche hier zur Rede stehenden Fische: vingerjas 'Schlammpeitzger', hink 'Steinbeisser' und trulling 'Bachschmerle (Nemacheilus barbatulus)' gehoren der Familie der Steinbeisser (Cobitidae) an, ausserlich sind sich hink und trulling recht ahnlich. So stosst man auch bei trulling auf volkstumliche Benennungen wie etwa kivijaraja und -juraja. So wurden eigentlich die mit kivi- 'Stein-' beginnenden Bezeichnungen am besten zu trulling Bachschmerle passen: sie ist ein Fisch, der in schnell fliessenden Bachen mit steinigem Boden lebt und sich sogar unter einem Stein zu verstecken vermag. Die gleiche Ansicht teilen die Finnen und Englander, bei denen dieser Fisch demzufolge kivennuoliainen und stone loach genannt wird, dagegen bei den Deutschen ist hink der Steinbeisser. Interessante Namen haben die Letten den Fischen gegeben. Sie klassifizieren est. hink als Steinbeisser (akmengrauzis) und est. trulling, die Bachschmerle, als Steinbeisser mit Bart (bardainais akmengrauzis). Wenn die Rede von einem "Bart" bzw. Barteln ist, so haben beide Fische gleichviel und zwar drei Paare, aber bei der Bachschmerle (trulling) sind die Barteln langer. Auch in Estland hat trulling die volkssprachlichen Bezeichnungen pardavaar, parrakas, pardaloug (vgl. pard Bart).

Woher kommt aber die Benennung vingerjas? Dieser Fisch hat einen 15-18 cm langgestreckten Korper und heisst auf deutsch Schlammpeitzger. Man konnte annehmen, dass er vom Wort vingerdama sich winden, sich schlangeln herruhrt. Schaut man sich jedoch die volkssprachlichen Namen an, so konnte man eher vermuten, dass es sich um einen Laute von sich gebenden Fisch handelt, der winselt, knurrt usw.: vigiseja, vigine, vingerd, vingjas (Hls vingjase vinguve ku valla voets ' vingjase winseln, wenn man sie herausnimmt'), vingur (Lug vingjase vinguvad jusku iired kidisevad 'Kvmg'ase winseln, gerade wie Mause piepsen'), vigijas (TMr vigijat roogivat kareda eliga 'vigijat schreien mit schriller Stimme'), kidijas, kidiseja, kiids (Rou kiidsu umma pika peenikese kala, kui jalg paale putuss, siss tege kiids-kiids-kiids 'kiidsu sind lange schlanke Fische, wenn man auf sie tritt, dann machen sie kiids-kiids-kiids), kiidsukala (Rou kiidsukala, tuu mis hellu tege 'kiidsukala, der Laute von sich gibt'), kaunam (Kop kaunamad, mustad peeniksed kalad, jusku uss, karjub kaun-kaun 'kaunamad, kleine schwarze Fische, gerade wie ein Wurm, schreit kaun-kaun'), kaunjas, kraunam (vgl. vigisema 'quicken, winseln, jammern'; vinguma 'pfeifen, heulen, wimmern, winseln, jammern'; kidisema knistern, knarren, kribbeln'; kiits Pfeifen, Knarren, Knistern, Knirren'; kraunuma schreien ; kaunuma keifen'). Demzufolge winselt der vingerjas eher als dass er sich windet bzw. sich schlangelt. Da dieser Fisch vorzugsweise im schlammigen Untergrund lebt, hat er sich zu einem Darmatmer entwickelt und die Ursache fur das vermeintliche Laute-von-sich-geben ist das Ausscheiden von Gasen (Mikelsaar 1984 : 251).

An dieser Stelle durfte noch auf eine besondere Eigenschaft des vingerjas hingewiesen werden: Dieser vermag sowohl langsame als auch rasche Luftdruckveranderungen wahrzunehmen, was er dem spezifischen Bau seiner Schwimmblase zu verdanken hat und deshalb wurde er im Aquarium als "Wetterprophet" gehalten (Mikelsaar 1984 : 251). Und dies aussert sich in der Weise, dass der vingerjas bei fallendem Luftdruck bzw. bei sinkendem Sauerstoffgehalt des Wassers an die Oberflache steigt und nach Luft schnappt. D. h. also, wenn vingerjas bzw. der Schlammpeitzger an der Wasseroberflache schwimmt, sollte man beim Verlassen des Hauses den Regenschirm mitnehmen. Nach dem Sprachinstinkt der Englander wurde er als weatherfish den Wetterfischen zugeordnet.

In den skandinavischen Landern wurden in gewisser Weise ahnliche, einen nadelformigen Korperbau aufweisende Fische als Wetterfische klassifiziert (schwed. vaderfiskar). Diese hangt man zur Bestimmung der Windrichtung getrocknet an eine Decke bzw. unters Dach. Dazu zahlen die Grasnadel, est. merinoel (Syngnathus typhle), die Kleine Schlangennadel, est. madunoel (Nerophis ophidion), der Seestichling, est. raudkiisk (Spinachia spinachia), der Gefleckte Grosse Sandaal, est. suurtobias (Hyperoplus lanceolatus), der Tobiasfisch, est. vaike tobias (Ammodytes tobianus) und der Gewohnliche Hornhecht, est. tuulehaug (Belone belone). Die Esten nennen diese Fische tuulekalad wortwortlich Windfische'. In Kuusalu sagte man uber die Grasnadel: sie pandi lage rippuma, et sie naut siis, kust puolt tuult tuleb, et siis kierab nena sinne vastu tuuld 'man band sie an die Decke, um zu sehen aus welcher Richtung der Wind weht, dann dreht sich die Fischnase gegen den Wind'. Ihren Bezug zum Wind verraten auch noch manche volkssprachliche Benennungen dieser Fische: tuuleling, tuulenool, tuulenoel, tuulenaitaja, tuuleuss, tuuleving, tuuleviuk (Kuu Nie tuule viugud nautavad kohe, ku kuo ttuod, kust puold tuul on, neh kierdavad nena Ktuule puole rippujess 'Diese tuule viugud zeigen sofort an, wenn man sie nach Hause bringt, woher der Wind weht, hangend weisen sie mit ihrer Nase dorthin') u. a. Bei den Finnen heissen jedoch der Gefleckte Grosse Sandaal (Hyperoplus lanceolatus) und der Tobiasfisch (Ammodytes tobianus) wortwortlich grosser und kleiner Windfisch': isotuulenkala und pikkutuulenkala. Der Brauch, solche Wetterfische als volkstumliches Barometer zu nutzen, hat sich in Skandinavien bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts am Leben gehalten (Svanberg 2000 : 26). Der Seestichling ist auch noch in der Hinsicht von Interesse, denn diesen hat man auch kulmatovekala--wortwortlich Kaltekrankheitsfisch genannt und zwar wurde bei Erkaltung empfohlen die Asche des Seestichlings einzunehmen, d. h. zu essen.

4. Uber die volkstumliche Systematik von Fischen

Im vorangegangenen Kapitel wurde aufgezeigt, auf welche Weise das Volk die Fische klassifizierte (Wetterfische, Windfische). Spricht das Volk vom Fisch (kala), so konnen damit auch die bedeutendsten Fangfische bezeichnet werden. Bei den Esten ist das gewohnlich raim Stromling (Jam raimes on kala, teistel kaladel on nimed Stromling ist Fisch, die anderen Fische haben Namen'), bei den Finnen steht Stromling oder Lachs fur Fisch (kala), bei den Schweden meint man aber mit fisk den Dorsch als eines der wichtigsten Fangobjekte der Fischerei (s. Kendla 2009).

Bei der Kategorisierung von Fischbenennungen hat ein Volk sein eigenes System, das sich von dem der Ichthyologen unterscheidet. 4.1. Der Mensch geht am haufigsten vom Ausseren des Fisches aus: so wird der Kaulbarsch (est. kiisk) harjakala (wortwortlich 'Kammfisch'), harjamees (wortwortlich Kamm-Mann), okaskala (wortwortlich 'Dornfisch') genannt, aber wegen seiner Knochigkeit auch ammatapja (wortwortlich 'Schwiegermuttertoter'). Der Aal (est. angerjas) ist siug (wortwortlich 'Schlange'), uss (wortwortlich Wurm, 'Schlange'), veeuss (wortwortlich 'Wasserschlange'), usskala (wortwortlich Schlangenfisch) sowie den jungen Aal nennt man auch saapapael Schnursenkel und das nicht nur wegen seines Ausseren, sondern weil aus Reigi bekannt ist, dass man die Haut des jungen Aals zum Stiefelschnuren benutzte: Dem Aal wurde die Haut abgezogen, in Sand gelegt, auf diese Weise getrocknet und anschliessend mit Fett eingerieben, damit sie weich wurde. Periphrasisch sagt man auch poosaalus (wortwortlich Strauchgrund) zum Aal. Aufgrund seines schlangenartigen Ausseren wurde der Fisch fruher verachtet und deshalb auch nicht gegessen. In grossen Teilen Osteuropas galt der Aal nicht als Fisch, ganz zu schweigen davon, dass man sich von ihm ernahrt hatte (Mager 1976 : 92).

4.2. Eine sehr umfangreiche Kategorie im Hinblick auf die Fische ist ihr Lebensraum. In volkstumlichen Benennungen verweist der erste Teil des Kompositums auf das Gewasser und der zweite Teil auf den Fisch, z. B. haug 'Hecht' = joekirjak 'Flusshecht' (wortwortlich 'Flussschecke'); joekiisk 'Flusskaulbarsch'; jarveahven 'Binnenseebarsch', jarvekoger; voldas Groppe' = jarvekurat 'Seegroppe' (wortwortlich 'Seeteufel'); mereahven 'Ostseebarsch', merekiisk Seekaulbarsch ; haug = merehunt (wortwortlich 'Seewolf') und meremortsukas 'Ostseehecht' (wortwortlich 'Seemorder'). Diese Belege zeugen unter anderem davon, dass das Volk gleiche Fischarten danach unterscheidet, wo sie gefangen werden. Aus der wissenschaftlichen Taxonomie kann man als Beispiel fur den Fangort den Stint, est. meritint (Osmerus eperlanus eperlanus) und den im Peipussee vorkommenden Stint, est. peipsi tint (Osmerus eperlanus eperlanus morpha spirinchus) sowie den Lavaret, auch Renke, est. merisiig (Coregonus lavaretus lavaretus) und den im Peipussee lebenden Lavaret, est. peipsi siig (Coregonus lavaretus maraenoides) anfuhren. Den Peipussee-Stint halt man fur die im Susswasser lebende Art (morpha) des Stints; den Peipussee-Lavaret fur die Art des Fisches, die sich in diesem Binnensee entwickelt hat. Der Volksmund trifft hier keine Unterscheidung zwischen dem Lebensraum des Fisches, sondern man spricht lediglich von tint und siig. Von welcher Art eigentlich die Rede ist, kann man nur daraus schlussfolgern, wo die Benennung aufgezeichnet wurde: Die Menschen an der Ostseekuste kennen die im Meer schwimmenden Fische und die an den Ufern des Peipussees wohnenden die darin lebenden Arten. Der Stint wurde wegen seines spezifischen Geruchs im Volksmund gerade deshalb klassifiziert: haisukott wortwortlich 'Stinksack', hobuselihapoiss wortwortlich 'Pferdefleischjunge', tallipoiss wortwortlich 'Stallbursche'. Lavaret bzw. Renke nannte man aber saunakala, denn diesen brachte man als wertvolleren, besseren Fisch der Entbindenden in die Sauna. Auf den Lebensraum der Fische weisen ebenso die mit kivi- 'Stein', liiva- 'Sand' und muda- 'Schlamm' beginnenden volkssprachlichen Bezeichnungen hin, sowie ahnliche Benennungen konnen auch mehrere, unter gleichen Bedingungen lebende Fische bezeichnen: kivikala = voldas Groppe'; hink 'Steinbeisser' und lepamaim 'Elritze'; kivinakker = voldas 'Groppe'; kivinilbus = emakala 'Kaulquappe (Cottus Gobio L.)'; kivi(t)rull = runt 'Grundling', hink' Steinbeisser', voldas 'Groppe', lepamaim 'Elritze' und trulling Bachschmerle ; liivaangerjas auf sandigem Grund lebender Aal'; liivakala = runt 'Grundling', liiva(t)rull = runt 'Grundling', hink Steinbeisser', vaike mudilake 'Sandgrundel (Pomatoschistus minutus)' und suurtobias 'Gefleckter Grosser Sandaal'; mudakala, mudamadu = vingerjas Schlammpeitzger'; mudamagu = emakala Kaulquappe und luukarits Stichling (Gasterosteus aculeatus & pungitius L.)'; mudanina = ojasilm 'Neunauge im Bach'.

4.3. Bedeutsam fur den Menschen ist zweifellos die Laichzeit des Fisches und die damit verbundene optimale Fangzeit. Diese Beobachtungen hangen direkt mit den in der Natur stattfindenden Veranderungen zusammen. Um auf diese Art und Weise Fische nach Kategorien ordnen zu konnen, ist genaues Wissen uber die Okologie der Fische eine Voraussetzung. Am meisten hat man beim Brachsen, auch Blei, est. latikas (Abramis brama) nach der Laichphase unterschieden: Sarjelatik (Trv Ran Rap) laicht in der ersten Maihalfte zusammen mit der Plotze, est. sarg. In gleicher Weise haben die Finnen nach Laichphasen klassifiziert: In deren Dialekten gibt es sarkiaislahna im Fruhjahr-Sommer laichender Brachsen'. Den in dieser Zeit laichenden Brachsen nennt man auch jurilatikas (Vortsjarv; dt. Wirzsee) (wortwortlich 'St. Georgs-Brachsen'). Toomelatik (estS) (wortwortlich 'Faulbeerbaum-Brachsen') laicht Ende Mai oder Anfang Juni. Die Fischer am See Vortsjarv sagen zu toomelatikas auch noch parislatikas (wortwortlich 'echter Brachsen'), der am zahlreichsten vorkommt. In die gleiche Zeitspanne mit toomelatikas fallt auch nigulalatik 'Brachsen, der zur sommerlichen Sonnenwende laicht' (Rap Se). Der zur Apfelblute laichende Brachsen heisst urvandilatik, uibulatik (beide Rap) und ounapuuoie latik (Vortsjarv) sowie der zur Roggenblute gefangene Brachsen rukkioielatik(as) (Mar Se). Spater laichende Brachsen dieser Art sind jaanilatik (Vortsjarv) (wortwortlich Johannistag-Brachsen) und kesalatik (T V) (wortwortlich 'Brachfeld-Brachsen').

4.4. Die hier angefuhrten Belege sind Typbeispiele fur eine volkstumliche Systematik. Festzustellen ist, dass ein grosseres Spektrum vorliegt. Wenn es fur jede Art nur einen festgelegten Namen als volkssprachliche wissenschaftliche Taxonomie-Bezeichnung gibt, so geht der Volksmund bei der Benennung von Fischen von vielen verschiedenen Eigenschaften aus. Genannt werden sollte noch die Grosse des Fisches, wo man hauptsachlich die kleineren Vertreter einer Art vor Augen hat, so wie beispielsweise beim Barsch, est. ahven: kirp, moks, (beim Hecht, est. havi) nolk, nilks, (bei der Renke, est. siig) mann, muik, (beim Aland, est. sainas) murk, ponnak, den Fangort, z. B. Tibrika hulgus 'bei Tibrika gefangener Stromling', Salatsi tursk 'im seichten Wassser bei Salis gefangener Dorsch'. Bei Fischen spielt unbedingt auch ihr Wert fur die Ernahrung eine Rolle, gleiches gilt auch fur die Futterfische. In einer Bezeichnung spiegelt sich sogar der Umstand wider, mit welchem Futter bzw. Koterfisch die Fische gefangen wurden, z. B. lutsu- (wortwortlich 'Quappenaal'), ogarulli-, (wortwortlich 'Stichlingsaal), raimeangerjas (wortwortlich 'Stromlingsaal'). Auf die Fangart beziehen sich diese Bezeichnungen: mutikiisk (Treibnetzkaulbarsch), morraahven (Reusebarsch), nooda- (Schleppnetz-), rusa- (Garnreuse-), vorguraim (Netzstromling), ongeangerjas (Angelaal) (alle diese Tatsachen sind gleichzeitig der Grund dafur, warum es unter den Fischnamen so viele Komposita gibt; s. auch Kendla 2005). Eine auf ihre Weise vielsagende Tatsache ist, dass die Anzahl der Benennungen, die den wichtigsten Fangfischen gegeben worden sind, vergleichsweise bedeutungslos zu der ist, die in die Netze geraten sind und die wegen ihres aufalligen Aussehens den Namensgeber wohl damit mehr inspiriert haben.

5. Eine wissenschaftliche Bezeichnung tritt an die Stelle des volkstumlichen Namens

In Estland hat es zahlreiche Personen gegeben, die aktiv zur Bildung von estnischen Naturbezeichnungen beigetragen haben. Zu diesem Zwecke wurden auch Ausschusse gegrundet, die sich mit den Benennungen von Pflanzen und Vogeln befassten. H. Riikoja (1927; 1950) erwahnt im Vorwort seiner Fischbucher, dass die darin verzeichneten estnischen Fischbenennungen durch einen Ausschuss bestatigt worden sind. N. Mikelsaar (1984) hat den estnischen wissenschaftlichen Namen den Vorzug gegeben, auf die sich Ichthologen und Sprachwissenschaftler in den Jahren 1972-1973 abgehaltenen Beratungen geeinigt hatten. Es soll nun an einigen Beispielen gezeigt werden, welche Fischnamen heute als volkssprachliche Entsprechung Bestatigung fanden und inwieweit deren Anderung begrundet gewesen ist.

Die bei J. G. Spuhl-Rotalia verzeichnete wahrhaftig volkstumliche Bezeichnung tahnik (wortwortlich 'scheckiges Lebewesen' (die Seiten des Fisches, sein Rucken und die Ruckenflosse sind mit roten, braunen und schwarzen Flecken in unterschiedlicher Grosse bedeckt; wegen dieses Aussehens wurde die Flussforelle auch fur die Schonheit unserer Gewasser gehalten)) ist heute joeforell 'Flussforelle (Salmo trutta trutta morpha fario)'. Diesen schriftsprachlichen Namen kennt der Volksmund jedoch nicht: Im Dialektarchiv des Instituts fur estnische Sprache finden sich zu joeforell keinerlei Aufzeichnungen in den estnischen Dialekten. Dieser Fisch lebt uberwiegend in den sudestnischen Flussen und dort kennt man ihn als horn oder hornas (in Polva und Setu wurde auch die Benennung tahnik festgehalten, auf die Farbigkeit des Fisches verweisen noch die volkstumlichen Namen kires und kirevkala, vgl. kirev 'bunt'). Das Wort horn selbst ist urgermanischer Herkunft: < *furxno (altenglisch forn 'Forelle', altsachsisch forna, forn 'id'), das auch als jungeres Lehnwort aus dem Altsachsischen galt (EES 83). Im alteren Schriftestnisch erscheint diese Benennung bei Hupel: horn 'eine Forelle' (Hupel 1818 : 45) und ebenso bei Wiedemann: horn, hornas 'Forelle (Salmo Fario L.)' (Wied 741). Bei H. Riikoja findet sich hornas als volkstumliche Entsprechung in seinem Werk "Kodumaa kalad" (Riikoja 1927 : 42), joeforell wurde in der 1950 vom gleichen Verfasser erschienenen Ausgabe zur amtlichen Benennung des Fisches (Riikoja 1950 : 62). Spuhl-Rotalia schreibt in seinem Werk, dass der ihm bekannte tahnik auch tahniklohe (wortwortlich 'scheckiger Lachs'), joelohe (wortwortlich 'Flusslach'), iherus und hornas genannt wird. Die beiden Erstgenannten wurden in Anlehnung an den anderen Fisch aus der Familie der Lachse lohe 'Lachs' gebildet, doch die Flussforelle (joeforell) besitzt mehr Flecken, die markanter erscheinen und sie lebt ihr gesamtes Leben in Flussen und Bachen.

Mehr oder weniger die gleiche Veranderung hat auch meriforell 'Meerforelle' (Salmo trutta trutta) durchlaufen. Die gegenwartige amtliche Benennung des Fisches gibt es weder in den estnischen Dialekten noch im alteren Schriftestnisch. In fruheren Zeiten kannte man die Meerforelle als iherus, das ein altes baltisches Lehnwort ist. Dieses Wort kennt die altere estnische Schriftsprache und es findet sich demzufolge in Wiedemanns Worterbuch: Eheris 'Forelle' (Gutslaff 1648), Ehheris 'Forel (Erlitz)' (Goseken 1660 : 505), ihheris 'Lachsforelle' (Hupel 1818 : 52), iherus Lachsforelle (Salmo Trutta L.)' (Wied 112). H. Riikoja bringt iherus als amtliche Bezeichnung des Fisches in seiner Ausgabe von 1927, jedoch an gleicher Stelle erwahnt er auch die Benennung meriforell, was offensichtlich vom deutschen Vorbild (Meerforelle) herruhrt (Riikoja 1927 : 40), und im Werk "Eesti NSV kalad" ist die Meerforelle bereits im Status der volkssprachlichen Benennung angelangt (Riikoja 1950 : 59).

In den estnischen Dialekten kennt man iherus als Meerforelle im Nordostlichen Kustendialekt (Kuu Vai), genauso wie in Sudestland dieselbe Benennung fur die Flussforelle (joeforell) steht. Wenn man die wissenschaftliche Taxonomie der Fische zugrundelegt, dann stehen die Fluss- und Meerforelle auf einer Stufe, denn sie sind zwei okologische Formen einer Forellenart, wovon auch die lateinischen Namen der Fische Zeugnis ablegen. Neben der Ubereinstimmung der Bezeichnungen ist dies vielleicht auch einer der Grunde, warum man beschloss die im Volksmund bekannten Namen hornas und iherus durch joe- Fluss- und meriforell Meerforelle zu ersetzen. Kalevi Kull und Andres Koppel geben in ihrer Studie zu bedenken, dass man bei der Abanderung von volkssprachlichen Namen das sprachliche Erinnerungsvermogen des Volks berucksichtigen muss: Damit ein Name in der Sprache verwurzelt, muss man ihn eine Zeit lang zusammen mit dem herkommlichen Namen bestehen lassen (Kull, Koppel 1989 : 190). So finden wir sogar noch in H. Riikojas "Eesti NSV kalad" (1950) hornas und joeforell sowie iherus und meriforell nebeneinander verzeichnet.

Bei J. G. Spuhl-Rotalia (1896) ist die Meerforelle norjas und taimo, die in estnischen Dialekten kaum anzutreffen sind. Nach Andrus Saareste gibt es die Bezeichnung norjas in Viru-Jaagupi (EKMS 896) und das Wort an sich ordnet Saareste bereits dem finnisch-ugrischen Wortgut zu (Saareste 1952 : 51). Im alteren Schriftestnisch haben aber diese Worter interessante, ihre Bedeutung betreffende Entwicklungen durchlaufen, deren Entsprechungen sind auch der (junge) Lachs oder die junge Meerforelle gewesen: taim Lachs (Stahl 1637 : 83), taim Lachs (Goseken 1660 : 271), Taim Junger Lachs, Lachsforelle', Noorjas 'Eine Lachs Forelle' (Vestring 1998 : 63), taim junge 'Lachsforelle', noorjas 'Lachsforelle' (Hupel 1818 : 238, 156). Fur die Bezeichnung no(o)rjas gibt es Entsprechungen im Finnischen und Karelischen: fi. nieria, nieriainen, nierias irgendeine Forelle', kar. nieriene, nieries 'id'. Vom Karelischen ist diese Benennung auch in russische Dialekte ubergegangen: nerias, nerius irgendeine lachsartige (Forelle) (SSA 3 : 216). Fi., kar. taimen sowie liv. taimin bezeichnen die Meerforelle. Von den ostseefinnischen Sprachen aus haben sich die Bezeichnungen in den Nachbarsprachen verbreitet: schwed. dial. taimen, tajmen(lax) 'Meerforelle', russ. [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] 'Meerforelle; Taimen', lett. taims 'irgendein lachsartiger Fisch', taimins 'Meerforelle', deutschbalt. taymen (bereits 1341), Taim(chen) 'Meerforelle' (SSA 3 : 254). Heute bezeichnet est. taimen den in den eurasischen Flussen verbreiteten und zur Familie der Lachse gehorenden Taimen (Hucho taimen), auf den auch schon in dem Worterbuch von Wiedemann verwiesen wird: taim Gen. taime 'Lachsforelle (Salmo Taimen Pall.)' (Wied. 1111).

Zusammenfassend durfte gesagt werden, dass die Benennung no(o)rjas aus der Sprache geschwunden ist und taimen einen Fisch bezeichnet, der in estnischen Gewassern gar nicht lebt, jedoch die Benennungen hornas und iherus auch heute noch in der estnischen Sprache existieren. Als ich im Jahre 2012 unter der Bevolkerung eine Befragung zu volkstumlichen Fischbenennungen durchfuhrte, war ein junger, aus Sudestland stammender Informant im festen Glauben, dass hornas der offizielle Name des Fisches und kein Dialektwort ist. Beide volkssprachlichen Benennungen findet man im estnischen orthografischen Worterbuch (OS 2006 : 216, 227).

Bezeichnungen, aus denen die estnischen schriftsprachlichen Entsprechungen hervorgegangen sind, die aber der Volksmund nicht kennt, gibt es noch andere. Eine solche ware beispielsweise auch vaike mudilake 'Sandgrundel (Pomatoschistus minutus)'. Von diesem Fisch leben noch drei weitere Arten in den estnischen Gewassern: must mudil 'Schwarzgrundel (Gobius niger)', kirjumudil 'Schwimmgrundel (Coryphopterus flavescens)' und--der kleinste estnische Fisch--pisimudilake 'Schlammgrundel (Pomatoschistus microps)'. Das Volk kennt lediglich den kleinen Fisch. In einigen Sprachen wurde der Fisch nach seinem Lebensraum mit dem Sand in Verbindung gebracht: fi. hietatokko, dt. Sandkuling, Sandgrundel, schwed. sandstubb, engl. sand goby. Auch in Estland ist der volkstumliche Name der Schlammgrundel liivarull, was weitverbreitet in den estnischen Dialekten den Fisch Grundling (est. runt) bezeichnet. Zur Herkunft des Wortes mudil-sagt EES, dass es sich um einen deskriptiven Wortstamm handelt (EES 284). Obwohl in den estnischen Dialekten keine wissenschaftlichen Namen fur suurtobias 'Gefleckter Grosser Sandaal (Hyperoplus lanceolatus)' und vaike tobias Tobiasfisch (Ammodytes tobianus)' registriert wurden, kennt man diese durchaus in der verkurzten Form tobias (auch tobjas, tobjus, toobias, tobin), das ein niederdeutsches Lehnwort ist. Der bekannteste volkstumliche Name fur vaike tobias 'Tobiasfisch' ist nigli, dessen Herkunft man aber nicht genau zu bestimmen vermochte. Paula Palmeos (1972 : 139) hielt dieses fur ein lettisches Lehnwort, Mart Mager meinte, es sei durch Vermittlung lettischer Dialekte ins Estnische gelangt, dessen Ursprung im liv. niggol 'Nadel' liegen soll (Mager 1976 : 93) (darauf weist auch die Korperform des Fisches hin). Lembit Vaba ist sich dessen lettischer Herkunft nicht sicher, sondern vermutet sogar eine entgegengesetzte Lehnrichtung, denn dem lettischen Fischnamen niglis, nigla fehlt die baltische Etymologie (Vaba 1997 : 140). Da am Meer lebende Nachbarvolker sich auch in der Beschaffung der Nahrungsmittel ahnlich sind, sollte eine Verbreitung von Fischbezeichnungen in die eine oder in die andere Richtung niemanden verwundern. Nigli als Bezeichnung fur vaike tobias, den Tobiasfisch, ist in Estland jedoch so gelaufig, dass es N. Mikelsaar (1984) fur notwendig erachtete, diesen als Parallelname fur den Fisch anzufuhren.

6. Lehnubersetzungen

Erhebt sich die Frage, warum man in Estland haufig Bezeichnungen, die der Volksmund gar nicht kennt, zu volkssprachlichen gemacht hat. Fur eine Vielzahl von Fischbenennungen gilt, dass es in naheren oder entfernt verwandten Sprachen gemeinsame Namen gibt (ahven, angerjas, haug, kammeljas, kiisk, koger, koha, latikas, luts, lohe, raabis, saga, sainas, sarg, teib, vimb u. a.), jedoch spater entstandene und nur in der estnischen Sprache vorkommende Benennungen, die vor allem das Aussere, die Lebensweise usw. beschreiben, sind uber ihren Status "Bezeichnung in der Volkssprache" nicht hinausgewachsen. Ohne weiteres konnen solche Belege angefuhrt werden, bei denen an Stelle der traditionellen volkssprachlichen Bezeichnung die Lehnubersetzung bevorzugt wurde, so wie etwa der zur Familie der Heringe zahlende vintraim (Alosa fallax fallax) vom russ. (pUHra oder dt. Finte herruhrt. In Hinsicht auf seine Farbigkeit hat vintraim einen dunklen Rucken und silberfarbene Seitenflachen, ein markantes Merkmal sind jedoch die sechs bis acht Punkte auf den Korperseiten, weswegen dieser Fisch volkssprachlich auch tapikala, tipuline heisst. Die Finnen nannten ihn deshalb auch taplasilli (wortwortlich Fleckenhering).

Der Fischname merivarblane 'Seehase' (Cyclopterus lumpus) stammt aus dem Russischen (vgl. russ. [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII]). Bei Wiedemann findet sich fur merivarblane der nach dem deutschen Vorbild gebildete Name merejanes Seehase, Lump (Cyclopterus Lumpus L.)' (Wied. 147), der auch in den Fischbuchern erwahnt wird: bei Spuhl-Rotalia (1896) merejanes und bei Riikoja (1927) gleichsam merijanes. In den estnischen Dialekten lasst sich ein Vorkommen von merijanes/merejanes nicht nachweisen, die Bezeichnung merivarblane kennt man dennoch in Tostamaa und auf der Insel Saaremaa, wo auch einige andere Benennungen Verbreitung fanden (z. B. munder (wortwortlich 'Uniform'), da dieser wahrend der Laichzeit die Farbe andert, merekakk (wortwortlich 'See-Eule'), hobukakk (wortwortlich 'Perde-Eule')). Ausgesprochen charakteristische volkssprachliche Benennungen fur Seehase sind im Nordostlichen Kustendialekt seitsmekandiline (wortwortlich 'Siebenkantiger') und seitselg (wortwortlich 'Sieben-Rucken'): Auch wenn der Fisch keine Schuppen hat, so hat er auf beiden Korperseiten drei langs verlaufende Knochenreihen und eine solche auf der Ruckenmitte verlaufende Reihe, die geradezu den Eindruck von sieben Rucken erwecken. Im HaljalaDialekt wurde festgehalten: seitselg, veike must merekala, rasvane, kiedeta saapa maaret 'kleiner schwarzer Meeresfisch, fetthaltig und als Stiefelschmiere geeignet'--infolge dieser Eigenschaften hat man aber merivarblane in Viru-Nigula als rasvakala (wortwortlich Fettfisch) klassifiziert. Derartige, direkt in der Natur festgestellte Beobachtungen fuhrten bei den Schweden zum volkstumlichen Namen fur Seehase und zwar zu sjurygg (wortwortlich 'Sieben-Rucken') und bei den Finnen zu rasvakala (wortwortlich 'Fettfisch').

Im Jahre 1959 schrieb Vassili Kossatkin, dass die Benennung von est. tippviidikas (Alburnoides bipunctatus) 'Schneider, auch Alandblecke' ein aus dem lateinischen Wort punctatus kunstlich gebildeter Name ist. Der Fisch hat keinerlei charakteristische "Spitzen", wenn man nicht die kleinen schwarzen Punktchen an der Seite des Fisches als "Spitzen" ansehen will. Aber diese Punktchen rechtfertigen in keiner Weise die Bezeichnung tippviidikas. Fur einen rein asthetischen, wahrhaftig volkstumlichen Namen halt er kiviviidikas (wortwortlich 'Stein-Ukelei'), und stellt an gleicher Stelle fest, dass es am richtigsten ware den Fisch tippviidikas, eigentlich pohjaviidikas (wortwortlich 'Grund-Ukelei') zu nennen, denn dieser lebt gewohnlich am Boden eines Flusses (Kossatkin 1959 : 250-251). Dieser in Estland kaum verbreitete Fisch hat sowieso kaum volkssprachliche Benennungen, ausser kiviviidikas noch koseviidikas (wortwortlich 'Wasserfall-Ukelei') und sohiviidikas (wortwortlich 'Schein-Ukelei'), denn im Unterschied zu dem tavaline viidikas Ukelei, auch Ablette, Laube, Zwiebelfisch oder Laugele (Alburnus alburnus) bevorzugt tippviidikas schnell fliessende Flusse mit steinigem Boden, im Meer kommt er uberhaupt nicht vor.

Ein genau entgegengesetzter Fall ist ebenso bekannt. N. Mikelsaar (1984) vermutet, dass der von Spuhl-Rotalia (1896) nach dem lateinischen Vorbild kunstlich gebildete liiperkala 'Grosser Scheibenbauch (Liparis liparis)' seinen Platz der aus der Volkssprache ubernommenen Bezeichnung pullukala uberlassen musste, denn der Fisch saugt sich mit seinen Saugscheiben an den Schwimmern der Fangnetze bzw.--reusen fest (vgl. die volkssprachliche Benennung im Finnischen: imukala). Somit ist die fruhere volkssprachliche Entsprechung des Fisches liiperkala von der volkssprachlichen Benennung pullukala (wortwortlich 'Schwimmerfisch') verdrangt worden. Als ein in der Tiefsee lebender Fisch ist er im Volksmund kaum bekannt. Die Bezeichnung pullukala kennen die Nordostlichen Kustendialekte, aber diese kann dort auch fur einen anderen Fisch mit Saugscheiben und zwar est. merivarblane 'Seehase (Cyclopterus lumpus)' stehen.

7. Zusammenfassung

Volkssprachliche Fischbenennungen in Estland, die im 1984 publizierten Handbuch von N. Mihkelsaar "Eesti NSV kalad" festgehalten wurden und bis heute gelten, basieren gar nicht so sehr auf volkstumlichen Benennungen, auch wenn im Vorwort zu lesen ist, dass "bei der Auswahl estnischsprachiger Namen der Name zu bevorzugen ist, der in der Volkssprache am meisten verbreitet ist, d. h. dem Grundsatz der Mundgerechtheit und des leichten Wiedererkennens den Vorzug zu geben, wobei die Festlegung taxonomischer Kategorien die Aufgabe der lateinischen Bezeichnungen sei". Ausschlaggebend ist offensichtlich der Umstand gewesen, dass Abhandlungen uber Fischbenennungen (angefangen von Goseken) vor allem von der biologischen Systematik und vom Vorbild anderer Lander bei der Bildung von volkssprachlichen Bezeichnungen ausgegangen sind. Die schriftsprachliche Terminologie strebt nach allgemeiner Bekanntheit und einer eindeutig festgehaltenen Wortform. Die estnischen volkstumlichen Fischbenennungen gelten jedoch oft in einer bestimmten Region, sind beschrankt verbreitet und von einer allgemeinen Bekanntheit kann gar keine Rede sein. Auffallig ist, dass--wenn es sogar moglich gewesen ware--deskriptive Bezeichnungen, die auf markante Eigenschaften der Fische verweisen, als Terminus auszuwahlen, hatte man diesen wohl eher nicht den Vorzug gegeben: z. B. trulling (niederdeutsches Lehnwort) pro kivijaraja 'Bachschmerle', merivarblane (Lehnubersetzung aus dem Russischen) pro seitselg, rasvakala 'Seehase'. Eine ausgezeichnete Benennung ware zweifellos nigli pro vaike tobias 'Tobiasfisch'. Es hat den Anschein, dass die Finnen das Wort aus eigener Sprache ofters bevorzugten (vgl. fi. kivennuoliainen 'Bachschmerle' oder rasvakala 'Seehase').

Die naturlichsten Bezeichnungen sind genau die, die das Volk nach seinen Auffassungen und den Besonderheiten seiner Sprache Rechnung tragend hervorgebracht hat. Die volkstumliche deskriptive Systematik basiert in erster Linie auf dem Aussehen der Fische und ihrem Lebensraum, aber auch auf der Laich- und Fangzeit sowie dem Fangort. Das System der estnischen volkstumlichen Fischbenennungen ist hauptsachlich auf den Stutzfeilern seiner Lexik entstanden. Bei der Vergabe von wissenschaftlichen Namen wurde aber der internationale Kontext herangezogen und oft dienten andere Sprachen als Vorbild (besonders das Deutsche).

Abkurzungen

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Estnische Dialekte und Mundarten: estS--sudestnische Dialekte; His--Halliste; Kuu--Kuusalu; Kop--Kopu; Lug--Luganuse; Mar--Martna; Ran--Rannu; Rou--Rouge; Rap--Rapina; Se--Setu; T--Tartu-Dialekt; TMr--TartuMaarja; Trv--Tarvastu; V--Voru-Dialekt; Vai--Vaivara.

http://dx.doi.org/ 10.3176/lu.2014.1.03

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MARI KENDLA (Tallinn)

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Mari Kendla

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E-mail: mari@eki.ee

(1) Wieviele Fischarten es in Estland eigentlich gibt, kann nicht genau bestimmt werden. Dem aktuellsten Uberblick zufolge sind es 75-80 Arten (Hunt 2012). Gelegentlich tauchen hier Irrlaufer auf oder manche Fischart wurde dem Fischereiwesen zuliebe in das Verzeichnis aufgenommen. Solchen wie beispielsweise ameerikapaalia, beluuga, peled, pollak steht ein Platz unter den estnischen Fischarten zu, jedoch altere Generationen kannten diese nicht und deshalb gibt es auch keine volkssprachlichen Bezeichnungen.
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Author:Kendla, Mari
Publication:Linguistica Uralica
Article Type:Brief article
Geographic Code:4EXES
Date:Mar 1, 2014
Words:6267
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