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La Peninsula Iberica como espacio de encuentro cristiano-musulman a la luz de los procesos de transferencia y transformacion durante los siglos XII-XV.

Die Iberische Halbinsel als christlich-muslimischer Begegnungsraum im Spiegel von Transfer- und transformationsprozessen des 12.-15. Jahrhunderts:

1. PROBLEMAUFRISS

Wenn auf den folgenden Seiten uber ein so grosses Thema, wie das im Titel genannte, gehandelt wird, dann kann es sich nicht um die konzise Darlegung eines bis in den letzten Winkel ausgeleuchteten Arbeitsfeldes nach langjahriger Beschaftigung handeln. Der vorliegende Aufsatz besitzt vielmehr den Charakter einer Problemskizze zu einer begonnenen mehrjahrigen Forschungsarbeit. Gleichwohl ist schon jetzt bewusst von 'Transfer' und 'Transformation' die Rede, Kategorien also (1), die kulturelle oder religiose Kontakte oder Austauschverhaltnisse voraussetzen. Dies hat seinen Grund darin, dass wir bei den theologischen und religiosen Texten des Islam in christlicher Ubertragung und Widerlegung nicht von 'Rezeption' im Sinne einer Literatur-, Kultur--oder Religionsasthetik sprechen konnen, da diesen Texten von seiten der Christen im Mittelalter naturlich keine Vorbildlichkeit beigemessen wurde. Mit 'Transfer' und 'Transformation' sind dynamische Prozesse angesprochen. Es geht um die Ubertragung von Konzepten, Normen, Bildern und Reprasentationen von einer Kultur bzw. Religion in eine andere unter Berucksichtigung ihrer methodischen, medialen, personalen, zeitlichen und raumlichen Kontextualitat sowie--untrennbar damit verbunden--um die Uber--bzw. Umformung dieses Wissens durch bzw. im eigenen Wissensbestand.

Der vorliegende Aufsatz versteht sich als ein methodisch sensibilisierender Beitrag zu jenem abendlandischen Islambild, das wir seit uber 40 Jahren den hervorragenden islamwissenschaftlichen und allgemein mediavistischen Synthesen von Norman Daniel (2) und Richard William Southern entnehmen konnen (3) und das in jungerer Zeit durch die Arbeiten von Philippe Senac (4), John Victor Tolan (5) und vielen anderen weiter prazisiert worden ist. Diese methodische Sensibilisierung ist unabdingbar, denn in allen genannten Arbeiten ist aus den einschlagigen Texten ein westliches Islambild rekonstruiert worden, das einseitig bleiben muss, da es das mediale Komplement, um dessen Erforschung es mir in erster Linie geht, aus den Augen verloren hat: Man hat eine Geschichte dieses Islambildes auf der Grundlage von mehr oder weniger zuverlassig edierten Texten geschrieben, die ihrer materiellen und sozialen Kontexte entkleidet, in ein Panorama gleichgewichteter Zeugen ohne nahere Quantifizierung und Qualifizierung derselben uberfuhrt worden sind. Mit anderen Worten hat es die bisherige Forschung weitestgehend unterlassen, dieses Panorama auf der Grundlage der christlich-lateinischen Islamhandschriften in ihrer historischen, also personalen, ortlichen und zeitlichen Streuung im europaischen Kontext umfassend zu profilieren und fur eine Transfer--und Transformationsgeschichte der in diesen Codices uberlieferten Texte fruchtbar zu machen. (6) Es durfte jedem Leser einsichtig sein, dass die Ge nese des abendlandischen Islambildes erst zuverlassig geschrieben werden kann, wenn die Transfer--und Transformationsbedingungen hierfur untersucht worden sind (7). Dazu ist es aber wiederum notwendig, die angesprochenen Transfer--und Transformationsprozesse als Wahrnehmungs--und Deutungsprozesse verstehen zu lernen.

2. WAHRNEHMEN UND DEUTEN IM INTERRELIGIOSEN KONTEXT

Wenn es im folgenden um die Wahrnehmung (8) und Deutung (9) des religios Fremden, Anderen und Eigenen (10) geht, dann wird einerseits uber die gegenwartig diskutierten Ansatze zu einer allgemeinen Wahrnehmungs--und Deutungstheorie (11) (die letztlich eine Theorie zur Konstituierung und Lesbarkeit der religiosen Wirklichkeit mittels Texten ist), nachgedacht werden mussen, um zu einer angemessenen Beurteilung der mittelalterlichen interreligiosen Texte und ihrer Autoren als moglicher Spiegel ihrer realen Begegnungen, Wahrnehmungen und Deutungen des Gegenuber zu gelangen. Andererseits mussen sich diese theoretischen Uberlegungen an der Wirklichkeit der Texte und Autoren in ihrer vielgestaltigen mittelalterlichen Kontextualitat (12) bemessen, im Zweifelsfall also auch falsifizieren lassen, um den Texten, Autoren und den ihnen jeweils innewohnenden Wahrnehmungs--und Deutungsmustern (13) ihre Historizitat zu bewahren und unser gegenwartiges Wahrnehmungs--und Deutungsbemuhen nicht in ein uberzeitiges intellektuelles Glasperlenspiel abgleiten zu lassen. Wir mussen also die Gegenstande unserer Wahrnehmung und Deutung immer von diesen beiden Seiten aus behandeln, nicht zuletzt um der Gefahr der oft nicht eingestandenen oder gar bemerkten Falle der allein textimanenten Interpretation zu entgehen. Dabei geht es in dem diesem Beitrag zugrundeliegenden Forschungsprojekt darum, die Funktionsweisen und die Funktionalisierung der einzelnen Facetten des in und jenseits der Texte erkennbaren mittelalterlichen Islambildes in ihren jeweiligen Kontexten moglichst genau zu erfassen und diese Bilder schliefilich auf ihre theoretische Integrations--wie Desintegrationskraft und ihre praktische Inklusionswie Exklusionsabsicht und--wirkung innerhalb ihrer Kontexte zu befragen.

Die folgenden Seiten werden sich allein mit der Frage auseinandersetzen, in welchem Wechselverhaltnis von unmittelbarer Wahrnehmung und Deutung das religios Eigene und das religios Fremde bzw. Andere im Spiegel interreligioser Ubertragungsbewegungen wahrend des 12. und 13. Jahrhunderts gestanden haben und wie das Fremde bzw. Andere in den eigenen religiosen bzw. interreligiosen Wissenskosmos einbezogen worden ist. Naturlich soll dieses Wechselverhaltnis in erster Linie aus der lateinisch-christlichen Perspektive und ihrer Wahrnehmungsund Deutungsmuster beschrieben werden, und selbstverstandlich ist dieses Bild erst vollstandig, wenn auch die arabisch-muslimische Perspektive hierauf berucksichtigt sein wird. Da es keine ausdrucklichen zeitgenossischen Zeugnisse von christlicher Seite zur Bewertung dieser intellektuellen Transfer--und Transformationsvorgange (14) zu geben scheint (15), kann die Frage nach dem Selbstverstand nis des Eigenen in Bezug auf das Fremde bzw. Andere und das Verstandnis des Fremden bzw. Anderen in Bezug auf das Eigene nur uber den angedeuteten Erkenntnisweg beantwortet werden. Hierzu soil der Versuch unternommen werden, die Kontexte dieser Transfer--und Transformationsvorgange moglichst genau zu bestimmen, wahrend auf eine umfassende Quantifizierung und Quaiifizierung der materieiien Foigen dieser Prozesse, das heifit auf eine eingehende Bewertung der bisiang bekannten handschriftiichen Uberlieferung und der textiichen Rezeption dieser Ubertragungs--und Uberformungsprozesse aufgrund von fehienden Vorarbeiten noch weitgehend verzichtet werden muss.

Wenn es um eine Bestimmung der Kategorien 'Eigenes', 'Fremdes' und 'Anderes' ais konstruierte und daher variable Konfigurationen und um ihre Bedingtheiten ais soiche im interreligiosen Rahmen geht, dann sind auch foigende Uberiegungen anzustellen:16 Wahrnehmungs--und Deutungsschemata sind oft offenkundig traditioneii oder aber latent stereotypisierend angeiegt, so dass nur das positiv bzw. negativ Relevante zu einem Wirklichkeitsentwurf zugeiassen und verarbeitet wird. So ist die oft beobachtete Wiederkehr derseiben Phanomene bei der Beschreibung des musiimischen Gegenuber, wie etwa der angebiiche Poiytheismus dieses religiosen Systems, die freizugigen Lebensgewohnheiten oder der Pseudoprophetenstatus des Mohammed, sicher Ausdruck dieser stereotypen Art von 'religioser Filterung'. Dabei muss aber beachtet werden, dass sowohi mitteibare iiterarische Topoi ais auch durch unmitteibare Anschauung und Interaktion gewonnene Erfahrungswerte die Wahrnehmung und Deutung des religios Fremden steuern, da beide Raster nicht voneinander getrennt werden konnen, sondern vieimehr aufeinander Einflufi ausuben. Das Austarieren, welches der Raster beim Wahrnehmen und Deuten des jeweiligen Autors oder Werkes gewichtiger ist, kann daher nur geiingen, wenn wir uber Biidungs-, Lebens--und Handiungskontexte der Autoren und Werke moglichst viei in Erfahrung bringen. Dies ist umso wichtiger, ais wir uns in einem Zeitraum bewegen, in dem das Verhaltnis von traditioneiier, wissensvermitteiter Abgrenzung vom Fremden bzw. Anderen, wie es seit der Spatantike praktiziert wird, und neuer, empirischer Anreicherung des Wissensbestandes gerade auch im religiosen Interaktionsraum neu bestimmt wird.

Religios Fremdes ist stets aufierhaib des Bereichs des habituaiisierten religiosen Wissens und Handeins angesiedeit, es kann aber mit einer vermuteten Andersheit des eigenen Wissensbestandes ubereinstimmen; das religios Fremde befindet sich also jenseits der Grenze des als gleich oder anders Gewufiten und gleichwohl kann es immer nur in den Kategorien des religios Vertrauten konstituiert werden, wenn ein wie auch immer motivierter Versuch der Ubertragung ins religios Andere unternommen wird. Dieses religios Andere ist dann bereits in den eigenen Wissensbestand integriert, aber als 'nicht-eigen' charakterisiert, also erneut abgegrenzt. Die Grenze zwischen dem religiosen Selbst und Anderem verlauft dann innerhalb des eigenen Wissenskosmos, wobei es im wahrgenommenen religiosen Gegenuber stets eine Gleichzeitigkeit von weiterhin fremden und neuen anderen Wahrnehmungs--und Deutungsbestandteilen gibt, da die Wahrnehmung des Fremden immer nur selektiv oder gar eingeschrankt erfolgt und die Deutung des wahrgenommenen Fremden einen nur partiellen Ubergang ins religios Andere ermoglicht. In jedem Fall sind Wahrnehmung und Deutung des Fremden ein die vertrauten Grenzen uberschreitender Transferprozefi, der immer einen mehr oder weniger intensiven Transformationsprozefi des eigenen Wissensbestandes impliziert und etwaige neue Grenzen herausbildet, da jedem Deutungsgang bereits interkulturell gepragte Wahrnehmungsmuster vorgeschaltet sind, aber ebenso traditionelle Deutungsmuster zu unbedachten neuen Wahrnehmungsmustern werden konnen. Dabei gibt es keine Grenzuberschreitung ohne Schaffung, das heifit Bewufitwerdung neuer Grenzen, zum einen, weil jede Entgrenzung kontextabhangig, von den jeweils angewandten Wahrnehmungs--und Deutungsmustern abhangig ist (17), zum anderen, weil offenkundig jeder Integrationsprozess der desintegrativen Dampfung bedarf (18).

Geht es auf christlicher Seite um die Ubertragung von fremden religiosen Wissensbestanden, dann ist nach der zeitgenossischen Wahrnehmung ihrer Wertigkeit oder Verwerflichkeit zu fragen, die sich aus dem absoluten Anspruch auf Normativitat und Wahrheit des Religiosen ergibt. Daher ist eine klare Unterscheidung zwischen 'Transfer' und 'Rezeption' zu treffen, denn es ist naturlich gerade im Mittelalter nicht einerlei, welche fremden religiosen Wissensbestande jeweils in den eigenen transferiert werden sollten. (19) Da es bei den Christen in Bezug auf die muslimischen Wissensbestande schon bald zumindest Ansatze zu einem Wissen um das religios Fremde bzw. Andere, mithin also Muster der Ausgrenzung bzw. Abgrenzung gegeben hat, kann naturlich von einer Rezeption dieser Wissensbestande keine Rede sein: Rezeption ist ein auf Ubernahme von anerkannten Autoritaten ausgelegtes Konzept von Ubertragung in den eigenen Wissensbestand. Da die Geschichte der rezeptiven Vorgange im Mittelalter noch nicht geschrieben ist, wissen wir auch nicht genau, wo im Bereich der interreligiosen Begegnung bzw. Wahrnehmung jeweils die Grenze zwischen blofiem Transfer und tatsachlicher Rezeption verlief, ab wann also ein Transfer doch zu Rezeption wurde. Eindeutig kann nur im eigenen Wissenskosmos von einer Rezeption des bereits transferierten Islamwissens gesprochen werden. Stets aber wird im Einzelfall zu klaren sein, wodurch Transfer bzw. Rezeption von fremdem religiosem Wissen Grenzen gesetzt sind bzw. wodurch sie jeweils durchbrochen werden.

3. INTERRELIGIOSE UBERSETZUNGSLEISTUNGEN

Welches sind im Hinblick auf das Verhaltnis von Christen und Muslimen die historischen Kontexte der in den Blick genommenen Ubersetzungsleistungen? zur Beantwortung dieser Frage konzentriert sich der Beitrag auf ein bestimmtes Textgenre, das ein spezifisches Publikum mit einem auch besonderen Wahrnehmungs--und Deutungsvermogen besitzt, die arabischen religiosen und theologischen Texte in volkssprachlicher und/oder lateinischer Ubersetzung (20):

++++++++++++++++++=
Arabischer Autor/   Volkssprachliche   Lateinische
arabisches Werk     Ubersetzung/       Ubersetzung/
                    Ubersetzer/Zeit    Ubersetzer/Zeit

?                                      Chronica mendosa
                                       et ridicula
                                       Saracenorum/Robert
                                       von Ketton (C),
                                       1142/1143

Bernkastel-Kues, Hs. 108; Cambridge, CCC, Ms. 335;
Citta del Vaticano, BAV, Vat. lat. 4071 und 4072;
Dresden, SLB, A. 120b; Mantova, BC, Cod. A. III. 1.;
Milano, BA, C. 201 inf.; Oxford, BL, Selden supra, Ms.
31; Oxford, CCC, Ms. 184; Oxford, Merton College, Ms.
313; Paris, BArs, Ms. 1162; Paris, BnF, Ms. lat. 3390,
3391, 3392, 3393, 3668, 3670, 6064, 6225 und 14503; St.
Petersburg, RNB, Ms. lat. Q. I. 345; Torino, BNu, H. II.
33.; Troyes, Bm, Ms. 1235; ferner eine
Hs. in Privatbesitz

Said ibn cUmar,      Liber generationis Mahumet et
Kitab Nasab rasul    nutritura eius/Hermann von
Allah                Karnten (C), 1142 (21)

Bernkastel-Kues, Hs. 108; Cambridge, CCC, Ms. 335; Citta del
Vaticano, BAV, Vat. lat. 4071 und 4072; Dresden, SLB, A. 120b;
Mantova, BC, Cod. A. III. 1.; Milano, BA, C. 201 inf.; Oxford,
BL, Selden supra, Ms. 31; Oxford, CCC, Ms. 184; Oxford,
Merton College, Ms. 313; Paris, BArs, Ms. 1162; Paris, BnF,
Ms. lat. 3390, 3391, 3392, 3393, 3668, 3670, 6064, 6225 und
14503; St. Petersburg, RNB, Ms. lat. Q. I. 345; (f) Torino,
BNU, H. II. 33.; Troyes, Bm, Ms. 1235; ferner eine Hs.
in Privatbesitz

Kitab Masai Abi-al-Harith   Doctrina Mahumet/Hermann
cAbdallah ibn Salam         von Karnten (C), 1142

Bernkastel-Kues, Hs. 108; Cambridge, CCC, Ms. 335; Citta del
Vaticano, BAV, Vat. lat. 4071 und 4072; Dresden, SLB, A. 120b;
Gussing, Bibliothek des Franziskanerklosters, Ms. 1/35
(auszugsweise Kopie der Edition von Bibliander); Mantova, BC,
Cod. A. III. 1.; Milano, BA, C. 201 inf. und R. 113 sup.;
Oxford, BL, Selden supra, Ms. 31; Oxford, CCC, Ms. 184; Oxford,
Merton College, Ms. 313; Padova, Biblioteca Antoniana, Ms. 207
Scaff. X; Paris, BArs, Ms. 1162; Paris, BnF, Ms. lat. 3390, 3391,
3392, 3393, 3668, 3670, 3671, 6064, 6225 und 14503; St.
Petersburg, RNB, Ms. lat. Q. I. 345; Torino, BNU, H. II. 33.;
Troyes, Bm, Ms. 1235; Venezia, Biblioteca Marciana, Ms. 4662;
Wien, ONB, Cod. 11879; ferner eine Hs. in Privatbesitz

al-Koran   Alcoran/Robert von Ketton
           (C) und (?) Mohammed (M),
           1142/1143 (22)

Bernkastel/Kues, Hs. 108; Cambridge, CCC, Ms. 335;
Citta del Vaticano, BAV, Vat. lat. 4071 und 4072;
Dresden, SLB, A. 120b; Escorial, &. IV. 8. (Kopie
der Edition von Bibliander); Gussing, Bibliothek
des Franziskanerklosters, Ms. 1/35 (auszugsweise
Kopie der Edition von Bibliander); Karlsruhe,
Badische Landesbibliothek, Cod. Aug. 112; Mantova,
BC, Cod. A. III. 1.; Milano, BA, C. 201 inf. und
R. 113 sup.; Oxford, BL, Selden supra, Ms. 31;
Oxford, CCC, Ms. 184; Oxford, Merton College, Ms.
313; Paris, BArs, Ms. 1162; Paris, BnF, Ms. lat.
3390, 3391, 3392, 3393, 3668, 3669, 3670, 6064 und
14503; St. Petersburg, RNB, Ms. lat. Q. I. 345;
Torino, BNU, H. II. 33.; Troyes, Bm, Ms. 1235;
Wien, ONB, Cod. 4815; Wien, ONB, Cod. 11879;
ferner eine Hs. in Privatbesitz

Risalat cAbdillah ibn-Ismacil    Epistola Saraceni et Rescriptum
al-Hosimi ila cAbd-al-Masih      Christiani/Petrus von Toledo
ibn-Ishaq al-Kindi wa-risalat    (C) und Petrus von Poitiers
al-Kindi ila al-Hasimi           (C), 1143 = sog. Pseudo-al-Kindi (23)

                                 Historia Machomet/? (C), ca. 1187 (24)

Epistola Saraceni et Rescriptum Christiani: Bernkastel-Kues, Hs. 108;
Cambridge, CCC, Ms. 335; Citta del Vaticano, BAV, Vat. lat. 4072;
Milano, BA, C. 201 inf.; Oxford, CCC, Ms. 184; Paris, BArs, Ms.
1162; Paris, BnF, Ms. lat. 3393, 3649, 6064, 6225 und 14503;
ferner eine Hs. in Privatbesitz

Historia Machomet: Handschriften von Gottfried von Viterbo, Pantheon
(Fassungen D und E), Jakob von Vitry, Historia orientalis und
Matthaeus Parisiensis, Chronica majora

al-Koran   Alcoran/Markus von Toledo
           (C), 1209/1210

Milano, BA, L. 1 sup.; Milano, BA, R. 113 sup.;
Paris, BMaz, Ms. 780; Paris, BnF, Ms. lat. 3394 und
14503; Torino, BNU, F. V 35.; Wien, ONB, Cod. 4297

Ibn-Tumart, Kitab afbar al-Mahdi    Tractatus (Libellus) Habentometi
Ibn Tumart wa-ibtida c dawla        de unione Dei/Markus von Toledo
c al-muwa idin (c Aqida)            (C), 1213 (26)

Paris, BMaz, Ms. 780

?   Liber denudationis sive ostensionis
    aut patefaciens bzw. Contrarietas
    alpholica/? (C) (?), ? (27)

Paris, BnF, Ms. lat. 3394

Kitab al micradj        La Escala de Mohama    Liber scale
(vgl. al-Koran 17, 1)   (kastilisch)/          Machometi/

                        Abraham ibn Waqqar     Bonaventura von
                        (J), 1260/1264 (28)    Siena (C), 12 64 (30)

                        Livre de leschiele
                        Mahomet
                        (franzosisch)/?,
                        fruhestens 1264 (29)

Citta del Vaticano, BAV, Vat. lat. 4072 (lateinisch); Paris, BnF, Ms.
lat. 6064 (lateinisch); Oxford, BL, Laud. misc. 537 (franzosisch)


?         Liber de revelationibus factis Sergio
          Barre/syrischer/palastinen-sischer
          Ubersetzer (C), Aniang 14. Jahrhundert

Bourges, Bm, Ms. 367; Paris, BnF, Ms. lat. 2599

al-Koran   Jacobus Dominici   ? (katalanisch)/
           (C), ?             Franciscus Poncii
                              ca Clota (C),
                              1381/1382 (31)

?

al-Koran   ? (kastilisch)/Isa b.   Alcoran/Johannes von
           fabir (M), 1455-1456    Segovia (C), 1456

Sevilla, Biblioteca Colombina, Ms. 7-6-14

al-Koran 21 f.   Surathilhagi Mahomedi traductio/

                 Flavius Mithridates (C), 1480/1481 (32)

Citta del Vaticano, BAV, Vat. urb. lat. 1384;
Milano, BA, R. 113 sup.; Padova, Biblioteca
Antoniana, Ms. 207 Scaff. X; Paris, BnF, Ms. lat.
3671; Wien, ONB, Cod. 11879; Venezia, Biblioteca
Marciana, Ms. 4662

Legende: C = Christ   J = Jude   M = Muslim

Bernkastel-Kues, Bibliothek des St. Nikolaus-Hospitals,
  Hs. 108 (2. Halfte des 15. Jh.)
Bourges, Bibliotheque municipale, Ms. 367 (14. Jh.)
Cambridge, Corpus Christi College, Ms. 335 (15. Jh.)
Citta del Vaticano, Biblioteca Apostolica Vaticana,
  Vat. lat. 4071 (1462)
Citta del Vaticano, Biblioteca Apostolica Vaticana,
  Vat. lat. 4072 (Ende des 14. Jh.)
Citta del Vaticano, Biblioteca Apostolica Vaticana,
  Vat. Urb. lat. 1384 (Ende des 15. Jh.)
Dresden, Sachsische Landesbibliothek, A. 120b (3.
  und 4. Viertel des 15. Jh.)
El Escorial, Real Biblioteca de San Lorenzo, &. IV
  8. (1650)
Gussing, Bibliothek des Franziskanerklosters, Ms.
  1/35
Karlsruhe, Badische Landesbibliothek, Cod. Aug.
  112 (16. Jh.)
Mantova, Biblioteca Comunale, Cod. A. III. 1. (16. Jh.)
Milano, Biblioteca Ambrosiana, C. 201 inf. (Mitte
  des 15. Jh.)
Milano, Biblioteca Ambrosiana, L. 1 sup. (14. Jh.)
Milano, Biblioteca Ambrosiana, R. 113 sup. (16. Jh.)
Milano, Biblioteca Comunale, Cod. A. III 1 (16. Jh.)
Oxford, Bodleian Library, Laud. misc. 537 (1.
  Halfte des 14. Jh.)
Oxford, Bodleian Library, Selden supra, Ms. 31
  (Ende des 13. Jh.)
Oxford, Corpus Christi College, Ms. 184 (Mitte
  des 13. Jh.)
Oxford, Merton College, Ms. 313 (14. Jh.)
Padova, Biblioteca Antoniana, Ms. 207 Scaff. X
  (15.-16. Jh.)
Paris, Bibliotheque de l'Arsenal, Ms. 1162 (12. Jh.)
Paris, Bibliotheque Mazarine, Ms. 780 (23.
  Oktober 1400)
Paris, Bibliotheque nationale de France, Ms. lat.
  2599 (14. Jh.)
Paris, Bibliotheque nationale de France, Ms. lat.
3390 (13. Jh.)
Paris, Bibliotheque nationale de France, Ms. lat.
  3391 (2. Halfte des 13. Jh.)
Paris, Bibliotheque nationale de France, Ms. lat.
  3392 (Mitte des 14. Jh.)
Paris, Bibliotheque nationale de France, Ms. lat.
  3393 (Ende des 14. Jh.)
Paris, Bibliotheque nationale de France, Ms. lat.
  3394 (2. Halfte--Ende des 16. Jh.)
Paris, Bibliotheque nationale de France, Ms. lat.
  3649 (14./15. Jh.)
Paris, Bibliotheque nationale de France, Ms. lat.
  3668 (13. Jh.)
Paris, Bibliotheque nationale de France, Ms. lat.
  3669 (1. Halfte des 15. Jh.)
Paris, Bibliotheque nationale de France, Ms. lat.
  3670 (9. Januar 1515)
Paris, Bibliotheque nationale de France, Ms. lat.
  3671 (Ende des 15. Jh./Anfang des 16. Jh.)
Paris, Bibliotheque nationale de France, Ms. lat.
  6064 (Anfang--1. Halfte des 14. Jh.)
Paris, Bibliotheque nationale de France, Ms. lat.
  6225 (Ende des 15. Jh./Anfang des 16. Jh.)
Paris, Bibliotheque nationale de France, Ms. lat.
  14503 (1. Halfte des 14. Jh.)
St. Petersburg, Rossijskaja Nacional'naja
  Biblioteka, Ms. lat. Q. I. 345 (Anfang des 16. Jh.)
Sevilla, Biblioteca Colombina, Ms. 7-6-14 (15.
  Jahrhundert)
Torino, Biblioteca Nazionale Universitaria, H. II.
  33. (olim CLVI) (ca. 1525)
Torino, Biblioteca Nazionale Universitaria, F. V.
  35. (olim CLXIV) (15. Jh.)
Troyes, Bibliotheque municipale, Ms. 1235 (14. Jh.)
Venezia, Biblioteca Marciana, Ms. 4662 (1538)
Wien, Osterreichische Nationalbibliothek, Cod.
  4297 (um 1500)
Wien, Osterreichische Nationalbibliothek, Cod.
  4815 (1. Viertel des 16. Jh. [bis 5. Dezember
  1530])
Wien, Osterreichische Nationalbibliothek, Cod.
  11879 (16. Jh.)
Privatbesitz (olim New York, Antiquariat Lawrence
  Feinberg) (1542)


Im Mittelpunkt der weiteren Uberlegungen sollen drei Ubersetzungskomplexe stehen:

1. die beiden altesten lateinischen Koranubersetzungen, die der Kleriker Robert von Ketton auf Veranlassung des Abtes von Cluny, Petrus Venerabilis, 1142/1143 angefertigt und die unabhangig davon der Kanoniker Markus von Toledo 1209/1210 realisiert hat;

2. die Ubertragung weiterer Islamschriften, die zur Ubersetzungskampagne des Petrus Venerabilis gehorten, sowie

3. die verschiedenen Ubersetzungen der Micradj, Mohammeds nachtlicher Himmelsreise, die zwischen 1260 und 1264 der konigliche Leibarzt und Jude Abraham und der konigliche Sekretar Bonaventura von Siena im Auftrag Alfons X. von Kastilien angefertigt haben.

Es sicher kein Zufall, dass alle genannten Ubersetzungen im Kontext der Iberischen Halbinsel und in einem Zeitraum relativ friedlichen Zusammenlebens, der sog. Konvivenz (33), der Angehorigen beider religioser Systeme entstanden sind. Wir bewegen uns also nicht mehr in einer Epoche des kulturellen und religiosen Zusammenstosses (34), als die Christen der Iberischen Halbinsel ihren ersten direkten Kontakt mit einem unbekannten aufierchristlichen Phanomen hatten, und naturlich ist es auch nicht mehr eine Epoche nur der Beruhrung, da der Austausch zwischen den beiden kulturellen und religiosen Systemen nicht nur nicht zeitlich begrenzt, einmalig oder mehrfach unterbrochen, sondern dauerhaft war. Vielmehr betrachten wir hier eine Periode mehr oder weniger intensiver und friedvoller Beziehungen, die gepragt ist von andauernden wechselseitigen Kontakten und Austauschbewegungen in einer Zeit des machtpolitischen und vielleicht schon kulturellen Gleichgewichts. Auf das Verhaltnis von kulturellem bzw. religiosem Ausgangs--und Aufnahmesystem ubertragen, haben wir es also nicht mit einem Gefalle zwischen diesen Systemen zu tun, das den Transfer erfordert oder auslost, sondern mit einer allgemeinen Pattsituation, in der sich die Waagschale aber zusehends zugunsten der Christen auf der Iberischen Halbinsel verschiebt. Hieraus durfte sich die wachsende Bereitschaft oder Fahigkeit seitens der Christen erklaren, die traditionell starke mentale und religiose Grenze zum authentischen Wissenskosmos der islamischen Welt zu uberschreiten. Nicht weil man dieses Wissenstransfers bedarf, sondern weil man ihn sich inzwischen machtstrategisch und religios leisten kann, tatigt man ihn. Da aber zugleich die Konstituierung des religios Eigenen nur durch Inanspruchnahme von religioser Alteritat, also durch Abgrenzung vom religios Fremden moglich ist, benotigt man das religios Fremde zur religiosen Selbstkonstruktion. Das spannende Moment an der hier betrachteten Phase ist, dass sich die besten Kopfe der <<christianitas>> in der intellektuellen Auseinandersetzung mit dem muslimischen Gegenuber, die in den bewahrten Wahrnehmungs--und Deutungsmustern eine Abgrenzung vom wahrgenommenen religios Fremden und vom gedeuteten religios Anderen sein muss, uberhaupt erst des religiosen Eigenen voll bewusst werden: Es durfte kein Zufall sein, dass das Zeitalter der inneren Formierung der lateinischen Kirche, die sich als solche, ja als Raum ausschliesslichen Heils in der Gregorianischen Kirchenreform und in der Entwicklung der Sakramententheologie uberhaupt erst umfassend begreifen lernt, mit der Epoche der einsetzenden Kreuzzuge und Reconquista zusammenfallt. Wenn man so will, hat der Islam das Christentum gelehrt, sich als Religion zu begreifen.

Nimmt man die arabisch-lateinischen Transferprozesse bei den islamischen Grundlagentexten in den Blick, dann wird man feststellen, dass sich die Zahl der Ubersetzungen arabischer theologisch-religioser Texte, also des Koran, von Hadithen, biographischem Schrifttum zu Mohammed und christlich-arabischem polemischem Schrifttum in Grenzen halt (35)--dies ganz im Widerspruch zur reichen Ubersetzungstatigkeit bei den wissenschaftlichen (Medizin, Astronomie/Astrologie, Recht und Naturwissenschaften) und philosophischen Fachtexten. Mit Blick auf die heute bekannte handschriftliche Uberlieferung wird man sagen konnen, dass die Moglichkeit, diese Texte lesen zu konnen, relativ eingeschrankt und offenkundig auf spezifische Nutzerkreise konzentriert gewesen ist (36). Trager dieses Wissenstransfers sind teils Einheimische der Iberischen Halbinsel, die Arabisch, Kastilisch und Latein beherrschen, teils auslandische Gelehrte, die in den Bildungszentren der Halbinsel wirken. Nahezu alle Ubersetzungen entstehen im iberischen Kulturraum stets auf Bitten interessierter Auftraggeber und sind im weiteren Kontext der lateinisch-christlichen Kirche der Halbinsel zu sehen. Es gibt keine vor dem 12. Jahrhundert nachweisbare Ubersetzung. Auffallend ist ferner, dass der Bezug zu den die sog. Ubersetzerschule von Toledo des 12. und 13. Jahrhunderts (37) konstituieren den Personlichkeiten weitestgehend fehlt (38), da Robert von Ketton (39) und Hermann von Karnten (40) vermutlich im nordspanischen Tarazona oder Tudela, also in nachster Nahe des auch kulturell so fruchtbaren Ebro-Tal (41) ausschliesslich als Ubersetzer naturwissenschaftlicher Texte tatig sind. Dies unterstreicht einmal mehr, dass Toledo zu diesem Zeitpunkt noch nicht die fuhrende Rolle in der allgemeinen Ubersetzungsbewegung der Iberischen Halbinsel innehat. Erst bei Markus von Toledo (42) ist der unmittelbare Bezug zur spanischen Kirchenmetropole gegeben, aber auch er ist zunachst ausschliesslich als Ubersetzer von naturwissenschaftlichen (medizinischen) Werken tatig. Auffallend ist insbesondere, dass bei diesen individuellen Ubersetzungsleistungen kein Zusammenhang mit Personlichkeiten erkennbar ist, die in den dominikanischen <<studia Arabica et Hebraica>>, den ersten Arabisch--und Hebraisch schulen des Abendlandes, ausgebildet worden sind, dass also mit anderen Worten kein Konnex mit den dominikanischen Missionsbestrebungen zu erkennen ist (43). Die Initiative zur Ubersetzung geht vielmehr--wie auch spater noch (44)--von Einzelpersonen aus --von dem bedeutendsten Benediktinerabt der 1. Halfte des 12. Jahrhunderts (Petrus Venerabilis), dem wichtigsten Erzbischof der spanischen Metropole im 13. Jahrhundert (Rodrigo Jimenez de Rada) (45) und dem glanzendsten Herrscher des Hauses KastilienLeon im selben Jahrhundert (Alfons X. 'der Weise'), der zudem erneut den Koran und auch den Talmud ubersetzen lafit, nur diesmal ins Kastilische (46). Mit Mohammed (47) und Abraham (48) sind ein Muslim und ein Jude (49) und Arzt an volkssprachlichen Ubertragungen beteiligt; den ratselhaften Magister (50) Petrus von Toledo halt man aufgrund seiner guten Arabischkenntnisse, aber etwas unsicheren Lateinfertigkeiten fur einen Konvertiten (51); Markus von Toledo stammt aus einer altkastilischen Familie, die im Zuge der Reconquista nach Toledo zieht, weshalb er des Kastilischen, Arabischen und Lateinischen machtig ist.

Schon dieser knappe personengeschichtliche Uberblick verdeutlicht, wer fur religios motivierte Ubersetzungsleistungen in der hochmittelalterlichen Gesellschaft pradestiniert ist. Es sind in erster Linie jene kulturellen Grenzganger, die in der mehrsprachigen andalusischen und mozarabischen Gesellschaft aufgewachsen sind und seit jeher in und zwischen den verschiedenen kulturellen und religiosen Systemen leben und changieren: Vereinzelte Ubersetzer vornehmlich naturwissenschaftlicher und medizinischer Werke, welche die arabische Sprache im Mittelmeerraum erlernt haben, daneben Juden, die aufgrund der semitischen Nahe ihrer Muttersprache leichter als ein Romane oder Lateiner das Arabische beherrschen sowie judische und muslimische Konvertiten. Wesentliche Voraussetzungen fur das interreligiose Ubersetzungsunternehmen sind zudem Pioniergeist und Mut zur Uberschreitung etablierter mentaler und religioser Grenzen. Bedingung fur den interreligiosen Transfer sind also zunachst keine institutionellen und programmatischen Strukturen im schulischen oder bildungsorganisatorischen Bereich. Dieses personale, individualisierte Konzept von interreligiosem Transfer stimmt ubrigens mit der bis ins Hochmittelalter ublichen Organisationsform von 'Mission' uberein. Ja, selbst als der Dominikanerorden im 13. Jahrhundert die inhaltlichen und strukturellen Voraussetzungen fur einen hinreichend qualitatvollen orientalischen Sprachunterricht geschaffen und erste erfolgreiche Absolventen aufzuweisen hat, bleibt es bei der institutionellen und personalen Abgrenzung zwischen den Ubersetzerkreisen der arabisch-muslimischen Literatur und den zu Missionszwecken ausgesuchten wenigen Arabischschulern (52).

Die genannten Ubertragungen entstehen zumeist im Umfeld erfolgreicher Etappen der christlichen Reconquista: Es ist, als ob man sich erst der physischen Starke und militarischen Uberlegenheit vergewissern muss, bevor man sich auf zentrale theologische Schriften des Islam einlassen kann. Der Ubersetzungsvorgang ist dabei jeweils nicht genau nachzuzeichnen, da die mundliche mozarabische oder romanische Zwischenstufe (53) zunachst nicht verschriftlicht wird. Erst im 13. Jahrhundert wird auch der erste volkssprachliche Ubersetzungsschritt schriftlich fixiert, also einer langfristigen Bewahrung fur wert erachtet, weil er zunehmend der einzige bleibt (54).

Die hier genannten Ubersetzungsleistungen gehen ausschliesslich auf christliche Initiative zuruck. Sie sind gleichsam christliche Kommentierungen der muslimischen Welt und zeigen einen grundsatzlichen Wandel im christlichen Islambild auf, da sie eine doppelte mentale Grenze uberwinden, die einerseits eine sprachliche (55), andererseits eine theologische ist. Nicht nur, dass der Koran aufgrund der muslimischen Uberzeugung, Gottes geoffenbartes, unnachahmbares Wort zu sein, bis heute als unubersetzbar gilt, weshalb jede Ubertragung allein als Interpretation verstanden wird und jegliche muslimische Beteiligung an einem Ubersetzungsunternehmen quasi undenkbar ist (56). Auch aus christlicher Sicht ist die vollstandige Ubersetzung des zentralen theologischen Textes des Islam (57) in die heilige Sprache der eigenen Kirche ein ungeheuerlicher Schritt, denn aus dem verteufelten Buch und Falsifikat eines Haretikers und Sektengrunders wird das tatsachlich les--und verstehbare und damit widerlegbare zentrale Buch der Muslime, indem es zur Quelle fur die entscheidenden Gegenargumente gegen den Islam wird (58) und den im andalusischen Kontext bzw. in der iberischen Grenzgesellschaft lebenden Christen der religiosen und theologischen Abgrenzung dient (59). Kann der Ubergang vom verfluchten, angstbesetzten religiosen Fremden zum entzauberten, rational nachvollziehbaren religiosen Anderen deutlicher sein? Dennoch: Die Ubersetzung hat aus dem heiligen Buch der Muslime ein Hilfsmittel zur christlichen Mission gemacht, denn das Ziel bleibt bei allen Paradigmenwechseln das gleiche: die Bekehrung der Muslime.

Man kann sich die theologische Hurde gar nicht hoch genug vorstellen, um im 12. Jahrhundert einen Koranubersetzer zu finden, weshalb wohl auch nur zwei erhaltene vollstandige mittelalterliche lateinische Koranubertragungen zu nennen sind (eine dritte, die Johannes von Segovia kurz nach der Mitte des 15. Jahrhunderts anfertigt, ist mit Ausnahme des Prologs und einiger Exzerpte noch nicht wieder entdeckt) (60). Bemerkenswert ist, dass es scheinbar keine eigenstandigen lateinischen Ubersetzungen von exegetischen Schriften zum Koran (Tafsiren) gibt (61). Die Zusammenstellung der in der sog. Collectio Toletana (62) des Petrus Venerabilis vereinigten ubersetzten Islamtexte (63) ist nicht nur im 11. Jahrhundert absolut singular und vielleicht auch nur durch einen kulturell uberlegenen Franzosen im iberischen Kontext (64) denkbar:

Petrus Venerabilis, Summa totius haeresis Saracenorum (65)

Fabulae Sarracenorum (66)

Liber generationis Mahumet et nutritura eius (67)

Doctrina Mahumet (68)

Lex Sarracenorum seu Alchoran (69)

Petrus Venerabilis, Epistola de translatione sua (70)

Epistola Sarraceni et Rescriptum Christiani (71).

So nimmt es nicht Wunder, dass der Abt von Cluny all seine Uberredungskunste und sehr viel Geld zur Realisierung seines Islamprojektes einsetzen muss (72), da die angeworbenen Ubersetzer eigentlich auf der Suche nach einem arabischen Exemplar des ptolomaischen Almagest sind.

Diese Situationsbeschreibung zeigt das grundsatzliche Dilemma einer gewissen allgemeinen interreligiosen Gleichgultigkeit seitens der Christen auf: Es scheint, als seien selbst unter den lateinischen Gelehrten des 12. und 13. Jahrhunderts zutreffende Kenntnisse zu Mohammed und seiner Religion kaum uber den Wissensstand eines Petrus Venerabilis aus der Mitte des 12. Jahrhunderts (73) hinausgelangt, ja, als sei das Interesse am Islam ein Merkmal nur weniger Intellektueller der lateinischen <<christianitas>>. Jedenfalls spricht das heute bekannte Uberlieferungsprofil der Collectio Toletana nicht gerade dafur, dass der seinerzeit beste Kenntnisstand zum Islam Allgemeingut der abendlandischen Gelehrten gewesen ist.

Ob das originale Ubersetzungswerk des Petrus Venerabilis etwa dies--und jenseits des Dominikanerordens breiter rezipiert worden ist, werden kunftige Untersuchungen erst erweisen mussen (74). Eine ausdruckliche Anregung, den Koran zu studieren, gibt der fruhere Ordensgeneral der Dominikaner, Humbert von Romans (1254-1263), nur einmal in seinem Kreuzzugspredigthandbuch De praedicatione crucis contra Saracenos, infideles et paganos von 1266/1268, wenn er in c. 29 (<<De sex generibus scientie que sunt necessaria eisdem>>) eine Liste der zu studierenden Schriften und Geschichtsbucher erstellt und darunter auch den Koran erwahnt (75). Eine Rezeption ausgewahlter Stucke der Collectio Toletana, insbesondere des Pseudo-al-Kindi (76), ist aber schon deutlich vor der Mitte des 13. Jahrhunderts zu beobachten. Zunachst ist hier Wilhelm von Auvergne, Bischof von Paris (12281249), zu nennen, der sich in seinem zwischen 1223 und nach April 1228 geschriebenem Traktat De fide et legibus bei der Widerlegung muslimischer Glaubensinhalte nicht wenig auf den Pseudo-al-Kindi stutzt (c. 18f.) (77). Den Durchbruch erzielt das Werk aber erst durch seine Rezeption in den dominikanischen Bestsellern des weiteren 13. Jahrhunderts. Genannt seien hier nur die definitive Fassung des Speculum historiale des Vinzenz von Beauvais von 1259 (78), die Legenda aurea des Jakob von Varazze in der 2. Redaktion von spatestens 1272 (79) und die Summa contra gentiles des Thomas von Aquin von ca. 1259-1263 (80). Ihnen steht Humbert von Romans auf seine alten Tage nicht nach, wenn er in seinem Gutachten zum II. Konzil von Lyon, seinem Opusculum tripartitum von ca. 1274, gleichfalls die Kenntnis des Pseudo-al-Kindi bezeugt (81).

Andere Rezeptionsspuren des Textes, wie die sog. Ystoria Magometh, die in den Materialappendices zu den 1188 bzw. 1191 abgeschlossenen letzten beiden Redaktionen von Gottfrieds von Viterbo Pantheon steht (82), ferner die Versatzstucke in c. 4-7 der Historia orientalis des Jakob von Vitry von 1219-1221 (83) sowie grossere Teile eines angeblichen Berichts orientalischer Dominikaner fur Papst Gregor IX. aus dem Jahr 1236, der in den Chronica majora des Matthaeus Parisiensis von 1250-1259 uberlie fert wird, (84) gehen hingegen auf eine wohl im lateinischen Orient um 1187 gefertigte Ubersetzung des Pseudo-al-Kindi zuruck. Diese ist im Gegensatz zur wortgetreuen Ubertragung im Rahmen der Collectio Toletana <<eine straffende Teilubersetzung aus dem Brief des Christen, unter Aufgabe der Briefform sowie mit Schwerpunkt auf der Wiedergabe der historisch-narrativen Aussagen und unter Kurzung oder Weglassung der doktrinaren Aussagen>> (85). Dabei handelt es sich nach der ansprechenden Vermutung des Genter Literaturwissenschaftlers Maurits Vandecasteele um einen Text, der unmittelbar mit Papst Gregors VIH. eiliger Kreuzzugsinitiative vom Jahr 1187 zu hat (86).

Naturlich sind auch spater immer wieder direkte Kenntnisse des (lateinischen) Koran im Dominikanerorden nachweisbar (87). Ferner scheint es Spuren der Rezeption der Collectio Toletana in der papstlichen Bibliothek zu geben (88). So wird etwa im Katalog der papstlichen Bibliothek von 1369 (Pontifikat Urbans V.) der Pseudo-al Kindi erwahnt (89). Auch in der Bibliothek des Kardinals von Aragon, Petrus von Luna, des spateren Papstes Benedikt XO., wird schon vor 1394 ein Exemplar des ins Lateinische ubertragenen Koran aufbewahrt (90), doch handelt es sich hierbei um ein Exemplar der lateinischen Ubertragung des Markus von Toledo (samt Begleitschriften) (91).

Bei aller Nahe in Kreuzzugen, Pilgerschaft oder Mission scheint sich aber das lateinische Islam--und Mohammedbild nur unwesentlich verandert zu haben. Es bleibt dominiert von der legendenhaften, verzerrenden und polemisierenden Sichtweise auf Mohammed und die Lebensformen 'seiner' Religion. In der Regel bleibt es unscharf und mehr oder weniger phantasievoll. Seine Quellen sind auch heute oft nicht genau zu bestimmen.

Gleichwohl gibt es eine Reihe von Grenzuberschreitungen, die sich in den wandelnden Formen der inhaltlichen und methodischen Auseinandersetzung mit dem Islam artikulieren. Offenkundig hat also im Nachdenken uber Islamstrategien und Missionsmethoden die Einbeziehung von 'Islamwissen' einen Einflufi auf spezifische Vorgehensweisen gehabt. (92) Der Methodenwechsel durch Wissenstransfer findet aber nicht allein im theologischen Bereich statt. So sind neben antik-heidnischen zivilisatorischen Abgrenzungsversuchen (Romer--Barbaren), spatantiken patristischen Deutungsmustern zur Haresiebekampfung und mittelalterlichen geschichtstheologischen Erklarungsansatzen auch erste Versuche einer deskriptiven Phanomenbeschreibung (naturlich mit polemisch--apologetischen Absichten) zu beobachten. Dabei erfolgen die Wahrnehmung und Deutung des religios Fremden (Unvertrauten) mittels des beschreibenden Vergleichs oder Kontrastes mit dem Eigenen (Vertrauten). Im Bereich der interreligiosen Dialogliteratur ist die Ablosung des theologisch-dogmatischen Dialogs, der in Wahrheit ein Monolog ist, durch den emergenten religionsphilosophischen Dialog zu beobachten, eine wissenschaftsgeschichtliche Innovation allerersten Ranges, die an der Veranderung der Dialogfuhrung und der Auseinandersetzungsstrategie in den christlich-lateinischen Islamtexten abgelesen werden kann.

Bemerkenswert ist nun das Spannungsverhaltnis zwischen traditionellem und innovativem Verhalten, zwischen Abgrenzung der eigenen Position und Ausgrenzung des religios Anderen sowie zwischen Bezugsetzung der Religionen und inhaltlicher Auseinandersetzung. Dabei kann es vorkommen, dass sogar intellektuell geschulte Autoren ohne wirkliche Erkundung des religios Anderen, also ohne eine echte inhaltliche und intellektuelle Grenzuberschreitung, es wagen, sich von diesem Gegenuber abzugrenzen: Selbst ein Thomas von Aquin grenzt in seiner Gelehrtenstube die christliche Identitat gegen Andersglaubige durch intellektuelle Methoden ab (93), wahrend sein Ordensbruder Riccoldo von Montecroce auch nach reicher Anschauung <<in situ>> und nach intensiver Auseinandersetzung mit dem Koran Polemik als Mittel zur Abgrenzung gegen Mohammed und seine Anhanger einsetzt (94). Im letzten ist Polemik ein probates Mittel, Feindbilder zu pflegen, die 'offentliche Meinung' im Orden zu beeinflussen und die eigene Identitat im Kontrast zum religios Anderen zu bewahren. Hier liegen die Grenzen der intellektuellen Annaherung und der rationalen Predigt selbst fur die fortschrittlichsten unter den christlichen Gelehrten ihrer Zeit, den Dominikanern.

Wie aber ist das Einsetzen der interreligiosen Ubersetzungsbewegung auf der Iberischen Halbinsel seit dem 12. Jahrhundert aus der Perspektive von Wahrnehmung und Deutung des religios Fremden bzw. Anderen zu verstehen? Da jede Wahrnehmung dem Wahrgenommenen Bedeutung verleiht, also Voraussetzung fur seine Deutung ist, ist die jeweilige interreligiose Realitat in und durch das jeweilige zeitgenossische Modell von ihr gegeben und liegt nicht jenseits von ihm, weil das historische Geschehen nicht in die jeweilige Gegenwart einholbar ist. Wahrnehmungsmuster aber treten in dem Moment ins Bewusstsein und werden verandert, wenn die durch sie hervorgebrachten Deutungsmodelle von der Wirklichkeit nicht mehr gangbar sind. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass der Weg der lateinischen Ubersetzungen arabisch-muslimischer Texte als vollig neuer, intensivierter Wahrnehmung des religios Fremden deshalb gewahlt wird, weil nur so neue Deutungsmoglichkeiten generiert werden konnen. Daher ist zu bezweifeln, dass beim Umgang mit religiosem Fremden nur das wahrgenommen und zu Wirklichkeit konstruiert wird, was nach dem Urteil der eigenen Wahrnehmungsmuster als relevant erscheint.

Das allein aus christlicher Initiative erwachsene 'Ubersetzungsprojekt' ist in mehrfacher Hinsicht die kartesianische Wende im Wahrnehmungs--und Deutungsverhaltnis der sich zunehmend als Religionen, besser: als religiose Traditionsgemeinschaften begreifenden Monotheismen der mittelmeerischen Welt. Denn seit dieser Zeit wird in der christlichen Deutung eines Petrus Venerabilis aus dem volkisch, heidnisch und polytheistisch konnotierten Kollektivbegriff der <<Sarraceni>> eine neue, ja die schlimmste christliche Sekte (<<secta>>) bzw. Haresie (<<haeresia>>) (95). Der geradezu zwangslaufige Einbezug der <<Sarraceni>> in den eigenen Heilsbereich ist Ausdruck des religiosen Ubergangs vom unbestimmten Fremden zum vorubergehend festgelegten Anderen. Im Fokus des ins Lateinische transferierten zentralen arabischen Glaubenstextes bezeugt der erkennbare radikale Wandel im christlichen Bild vom unbestimmten heidnischen Kollektiv zur naher bestimmten muslimischen Gemeinschaft eine doppelte Grenzuberschreitung, die eine sprachliche und theologische zugleich ist.

4. INTERRELIGIOSES UBERSETZEN ALS DES/INTEGRATIVER AKT

Im Schlufiabschnitt dieses Aufsatzes soll das christliche 'interreligiose Ubersetzen' aus der Perspektive des integrativen wie desintegrativen Potentials von Wahrnehmung und Deutung beleuchtet werden.

Zunachst zum 'Ubersetzen im engeren Sinne'. Es geht hier nicht sosehr um ein philologisches Urteil daruber, ob eine Ubersetzung mehr oder weniger korrekt ist, sondern um die kulturgeschichtliche Frage, welche konkreten Aufschlusse wir uber die in jeder Ubersetzungsleistung nach Wissen und Methoden bemefibaren Transferprozesse uber die konkrete Wahrnehmung des sprachlich, kulturell und religios Fremden gewinnen konnen (96). Wenn Ubersetzung eine hochentwickelte Form von bewusster Wahrnehmung des Fremden und seiner moglichen Deutung zum Anderen ist (97), dann muss die Frage erlaubt sein, was die Entscheidung uber Wortlichkeit, Paraphrasierung und (nicht markierte) Auslassung oder Kommentierung bei der Ubertragung hinsichtlich Wahrnehmungsfahigkeit und--willen sowie Deutungsvermogen und--absicht des Ubersetzers verraten (98). Seit der Spatantike ist die fur theologische, philosophische und wissenschaftliche Werke ubliche Ubersetzungsmethode die Wort fur Wort-Technik, die aus Respekt vor der zu ubertragenden Autoritat auf Kosten der stilistischen Eleganz geht. Blickt man nun auf die Ubersetzungsweisen in den beiden Koranubertragungen, so konnten diese nicht unterschiedlicher sein (99). Wahrend namlich Markus von Toledo--mit Ausnahme gewisser Bezugnahmen auf Tafsir-Traditionen--weitestgehend die wortgetreue Ubersetzungstechnik praktiziert (100), ist die Ubertragung des Robert von Ketton eine oft interpretierende Ubersetzung. Robert teilt die ersten langen Suren auf, so dass statt 114 nun 123 bzw. 124 Suren vorliegen (101), er stellt innerhalb der Suren um, lafit Text aus oder fugt anderen hinzu, wobei vieles verandernde Material aus Tafsiren, also aus der Koranexegese, stammt (102). Dieses Verfahren belegt, dass sich vereinzelte gebildete Christen schon im 12. Jahrhundert um die Einbeziehung der muslimischen Innenperspektive zum Koran bemuhen, diese also fur verlafilich halten. Es zeigt aber auch, dass interreligioses Ubersetzen im Hochmittelalter etwas ganz anderes ist als das, was wir heute unter wissenschaftlichem Ubersetzen verstehen: Die Wahl der Ubersetzungsweise, die eine bestimmte Form des Umgangs mit der textlichen Vorlage ist, markiert den Grad des bereits erreichten Integrationswillens bzw. das Mass an bewusster Desintegrationsabsicht. Wird mehr der gedankliche Inhalt paraphrasiert, als dass Form und Stil der arabischen Sprache berucksichtigt werden, dann lafit dies nicht notwendigerweise auf mangelhafte Arabisch-Kenntnisse schliessen. Vielmehr ist von einem Transferverhalten auszugehen, das unter dem Vorbehalt fehlender Vorbildlichkeit und unter der Massgabe der Zweckdienlichkeit erfolgt (103), weshalb die vordergrundige Suche nach polemischen Tendenzen in der Ubersetzungspraxis zwecklos sein kann (104). Zugleich wird aber auch deutlich, dass aus dem jeweiligen Ubersetzungsverhalten auch indirekt auf das jeweilige Muslimen--bzw. Islambild des Ubersetzers bzw. seines Auftraggebers geschlossen werden kann.

Doch es ist ein schwieriges Unterfangen, im Hochmittelalter von einer Grenze zwischen verlafilicher Ubertragung und verandernder Wiederschrift in einer anderen Sprache zu sprechen, da die Kontrollmoglichkeiten aufgrund seltener Vorlagen und noch seltenerer Fremdsprachkenntnisse im eigenen Wissensbereich sehr eingeschrankt sind. Hier gewinnt die Ubersetzung als wirksamstes Gegenmittel gegen die babylonische Sprachverwirrung ihre brisanteste Dimension, denn der Ubertrager wird zum Verrater am ubertragenen Wissen und als potentieller Geheimnistrager zum mehr oder weniger ungewollten Handlanger der ihn beauftragenden 'anderen Seite', wenn ihn nicht eine ganze Gruppe von Ubersetzern nach Wissen und Wahrheit bemisst (105). Hier muss die Frage erlaubt sein, wie solche interreligiosen Ubersetzungen im Handschriftenzeitalter, in einer Zeit grosser Varianz in den Vorlageund Ubertragungstexten, zu beurteilen sind. Hat ein Ubersetzer im Hochmittelalter uberhaupt die Chance eigenstandiger Autor zu sein, und wenn ja, versteht er sich als solcher? Welchen Grad an Subjektivitat kann er in einem Zeitalter der sich entdeckenden Einzelperson erreichen, oder gerat er durch die seit der Antike ausgebildeten Traditionen des Ubersetzungsgeschaftes--jene Ubersetzungsautoritat jenseits personlicher Ubersetzerentscheidungen--stets nur in die 'Falle der Konventionalitat'?

Dann gibt es auch ein 'Ubersetzen im weiteren Sinne' (106), wenn wir das, was wir eben unter 'Ubersetzen im engeren Sinne' behandelt haben, als besonders privilegierten Vorgang innerhalb des umfassenden Komplexes der Kultur--und Religionskontakte und der hierdurch ausgelosten Transfer--und Transformationsprozesse einzuordnen versuchen. Auf dieser Ebene betrachtet, bedeutet 'Ubersetzen', unter moglichst getreuer Bewahrung des Bedeuteten die Ubertragung des fremden Bedeutungstragers in den eigenen oder in einen angepafiten Bedeutungstrager (107). Versteht man jegliche Wahrnehmung und Deutung des kulturell oder religios Fremden als eine Form von Ubersetzung, dann hat dies zur Folge, dass man keiner Kultur oder Religion eine ursprungliche und eigentlich-authentische Identitat zuschreiben kann, dass die Suche nach dem 'Original' im letzten obsolet ist (108). Jede Kultur oder Religion konstituiert sich gerade in einem Zeitalter intensivierter Begegnungen wie dem Hoch--und Spatmittelalter in einer Vielzahl von Ubersetzungs--und Transferleistungen, welche die erneute Transformation von bereits Transferiertem auslosen. Kultur bzw. Religion als Konstrukt wechselseitiger Selbst--und Fremdzuschreibungen ist ein dynamisches und permanentes Konzept.

Diese Uberlegungen werfen viele neue Fragen auf, von denen hier nur einige formuliert sein mogen: Hat es jenseits einer sprachlichen Ubersetzungsleistung, die ja immer auch eine kulturelle Transfer--und Transformationsleistung ist, so etwas wie ein unausgesprochenes, praktiziertes Regelwerk von interkulturellen Verhaltensformen und Vorstellungsmustern gegeben, nach denen gedacht, geschrieben und gehandelt wurde? Auf die Ebene des 'Ubersetzens im engeren Sinn' heruntergebrochen: Sind Ubersetzungsprojekte, an denen Partner beider, wenn nicht sogar einer vermittelnden dritten Instanz beteiligt waren, nur etablierte, besonders intellektualisierte Formen der Umsetzungen dieses interkulturellen Regelwerks gewesen? Kann man solche Ubersetzungsprozesse als eine besonders intellektualisierte Form der Fremdwahrnehmung und--deutung verstehen? So ist etwa die Beobachtung spannend, dass die fruhen Ubersetzungsinitiativen im relativ toleranten Toledo des 12. Jahrhunderts wohl alternative Ausformungen (Vorformen) des noch nicht etablierten interkulturellen und interreligiosen Dialogs gewesen sind (109). Mit der Kategorie 'Dialog' kommt nun aber eine neue interreligiose Denk--und Interaktionsform zur Sprache, die nur Thema eines anderen Beitrags sein kann.

Matthias TISCHLER

Technische Universitat Dresden. Institut fur Geschichte/Matthias.Tischler@mailbox.tu-Dresden.de

(1) Auch die jungsten Arbeiten zu 'Transfer' gehen kaum auf mittelalterliche Fragestellungen ein, blenden oft den Aspekt der 'Transformation' aus, haben das 'religiose Wissen vom Fremden bzw. Anderen' noch nicht als vielversprechenden Gegenstand der modernen Transfer--und Transformationsforschung erkannt und leisten auch keine begrifflich klare Scheidung zwischen 'Transfer' und 'Rezeption'; vgl. Michel ESPAGNE, Sur les limites du comparatisme en histoire culturelle, in Geneses. Sciences sociales et histoire, 17 (1994), S. 112-121 [wieder abgedruckt unter dem Titel Au-dela du comparatisme, in Id., Les transferts culturels franco-allemands (Perspectives germaniques), Paris, 1999, S. 35-49]; Johannes PAULMANN, Internationaler Vergleich und interkultureller Transfer. Zwei Forschungsansatze zur europaischen Geschichte des 18. bis 20. Jahrhunderts, in Historische Zeitschrift, 267 (1998), S. 649-685, hier S. 673-681; Peter BURKE, Kultureller Austausch, in ID., Kultureller Austausch, (Erbschaft unserer Zeit 8. Edition Suhrkamp 2170), Frankfurt am Main, 2000 [2002], S. 9-40; Michel ESPAGNE, Kulturtransfer und Fachgeschichte der Geisteswissenschaften, in Matthias MIDDELL (ed.), Kulturtransfer und Vergleich [= Comparativ. Leipziger Beitrage zur Universalgeschichte und vergleichenden Gesellschaftsforschung, 10, 1 (2000)], Leipzig, 2000, S. 42-61 (jeweils innereuropaische, vor allem deutsch-franzosische Forschungs--und Transfergeschichte); Matthias MIDDELL, Kulturtransfer und Historische Komparatistik--Thesen zu ihrem Verhaltnis, in ibid., S. 7-41 (allgemeine Forschungs--und Transfergeschichte); Jurgen OSTERHAMMEL, Geschichtswissenschafi jenseits des Nationalstaats. Studien zu Beziehungsgeschichte und Zivilisationsvergleich, (Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft 147), Gottingen, 2001; Id., Transferanalyse und Vergleich im Fernverhaltnis, in Hartmut KAELBLE--Jurgen SCHRIEWER (eds.), Vergleich und Transfer. Komparatistik in den Sozial-, Geschichts--und Kulturwissenschaften, Frankfurt am Main-New York, 2003, S. 439-466 (jeweils globale Transferperspektiven); Christiane Eisenberg, Kulturtransfer als historischer Prozess. Ein Beitrag zur Komparatistik, in ibid., S. 399-417 (sozial--und geschichtswissenschaftliche Forschungsund Transfergeschichte); Hartmut KAELBLE, Die interdisziplinaren Debatten uber Vergleich und Transfer, in ibid., S. 469-493; Matthias Middell, Histoire universelle, histoire globale, transfert culturel, in Michel Espagne (ed.), L'horizon anthropologique des transferts culturels [= Revue germanique international, 21 (2004)], Paris, 2004, S. 227-244, hier S. 241-244 (jeweils allgemeine Forschungs--und Transfergeschichte); Michael WERNER--Benedicte ZIMMERMANN, Vergleich, Transfer, Verfechtung. Der Ansatz der 'Histoire croisee' und die Herausforderung des Transnationalen, in Geschichte und Gesellschaft, 28 (2002), S. 607-636, hier S. 612-615; Id., Penser l'histoire croisee. Entre empirie et reflexivite', in Annales. Histoire, Sciences sociales, 58 (2003), S. 7-36, hier S. 13-15 (jeweils Uberblick). Methodisch und inhaltlich fundierte Beitrage zu Transfer--und Transformationsprozessen im Mittelalter sind inzwischen im Erlanger Graduiertenkolleg 516 <<Kulturtransfer im europaischen Mittelalter>> und im Frankfurter SFB/Forschungskolleg 435 <<Wissenskulturen und gesellschaftlicher Wandel>> (jeweils seit 1999) entstanden.

(2) Vgl. Norman DANIEL, Islam and the West. The making of an image, Edinburgh, 1960 [Oxford (2) 1993].

(3) Vgl. Richard William SOUTHERN, Western views of Islam in the middle ages, Cambridge (Mass.), 1962 [Oxford, (2) 1978; deutsche Fassung: Das Islambild des Mittelalters, Stuttgart-Berlin, 1981].

(4) Vgl. Philippe SENAC, L'image de Pautre. Histoire de POccident medieval face a PIslam, Paris, 1983 [uberarbeitete Fassung: L'Occident medieval face a PIslam. Limage de Pautre, Paris, 2000].

(5) Vgl. John Victor TOLAN, Saracens. Islam in the medieval European imagination, New York, 2002 [franzosische Fassung: Les Sarrasins. L'Islam dans Pimagination europeenne au moyen age, (Collection historique), Paris, 2003].

(6) Charakteristisch fur diese merkwurdige Form von 'entmaterialisierter und entkontextualisierter Ideengeschichte' ist etwa die Haltung von DANIEL, Islam ... (1960) [Anm. 2], S. 25 (= DANIEL, Islam ... (1993) [Anm. 2], S. 25): <<... I have not attempted to write a literary history, nor have I given any account of the relationships between writers, except in instances where it illustrates their treatment of their data to do so>>; ID., Heroes and Saracens. An interpretation of the Chansons de geste, Edinburgh, 1984, S. 4: <<I have no special experience in literature as an artefact, rather than as an historical source. Neither would I attempt to judge the history of texts or of manuscripts, their inter-relations and mutual influences. Although I trust to make full use of the work of editors, of critics and of commentators on the texts, I confine myself to the history of ideas. (...) Because I am not concerned with the history of written texts, but with the content of a convention used and modified only slightly over a long period, I am able to use material from different dates throughout the period, often to illustrate the durability of the tradition>>. Ich gehe also noch einen Schritt weiter als Kenneth Baxter WOLF, Christian views of Islam in early medieval Spain, in John Victor TOLAN (ed.), Medieval Christian perceptions of Islam. A book of essays, (Garland Medieval Casebooks 10), New York-London, 1996 [New York-London, 2000], S. 85-108, hier S. 86 mit Anm. 2, der sich ausdrucklich auf DANIEL, Islam ... (1960) [Anm. 2] bezieht: <<A second potential danger is that of treating a view of Islam without considering the particular context within which the 'viewer' operated>>.

(7) Insofern ist der Kritik von Katherine Scarfe BECKETT, Anglo-Saxon perceptions of the Islamic world, (Cambridge Studies in Anglo-Saxon England 33), Cambridge, 2003, S. 5 zuzustimmen: <<The discussions by Daniel and Southern are furthermore chiefly concerned with 'attitudes and opinions of Latin Christians, and not primarily with the data available to them'>>.

(8) Jede aktive Aufnahme kultureller oder naturlicher Phanomene, die dem Ausfuhrenden dieser Tatigkeit als fraglos erscheinen. Dies ist also nicht der (oft implizit) unter den Generalverdacht der Verformung oder Verfalschung gestellte spezifische Blickwinkel eines Autors bzw. eines Textes bzw. eines Milieus, auch nicht allein das 'geistige Bild' oder die 'Sicht von etwas', die es jeweils zur Erlangung der 'wahren Geschichte' zu 'uberwinden' gilt.

(9) Gezieltes, reflektierendes Erfassen der wahrgenommenen Phanomene.

(10) Vgl. zur soziologischen bzw. literaturwissenschaftlichen Sicht auf das 'Eigene' und das 'Fremde' bzw. 'Andere' Alfred SCHUTZ, The stranger. An essay in social psychology, in Arvid BRODERSEN (ed.), Collected papers, Bd. 2: Studies in social theory, (Phaenomenologica 15), The Hague, 1964, S. 91-105; Alois HAHN, Uberlegungen zu einer Soziologie des Fremden, in SimmelNewsletter, 2, 1 (1992), S. 54-61; ID., Die soziale Konstruktion des Fremden, in Walter M. SPRONDEL (ed.), Die Objektivitat der Ordnungen und ihre kommunikative Konstruktion. Fur Thomas Luckmann, (Suhrkamp-Taschenbuch Wissenschaft 1140), Frankfurt am Main, 1994, S. 140-167; Jorg BERGMANN, Kommunikative Verfahren der Konstruktion des Fremden, in Cornelia BOHN--Herbert WILLEMS (eds.), Sinngeneratoren. Fremd--und Selbstthematisierung in soziologisch-historischer Perspektive, Konstanz, 2001, S. 35-56 (ohne genaue Scheidung zwischen dem 'Fremden' und dem 'Anderen'); Marina MUNKLER, 7. Alteritat und Interkulturalitat. a) Altere deutsche Literatur, in Claudia BENTHIEN--Hans Rudolf VELTEN (eds.), Germanistik als Kulturwissenschaft. Fine Einfuhrung in neue Theoriekonzepte, (Rowohlts Enzyklopadie), Reinbek bei Hamburg, 2002, S. 323-344. Die religiose Perspektive auf die Begriffe ist in diesen Beitragen jeweils kaum berucksichtigt. Eine philosophische Scheidung zwischen 'alltaglicher', 'struktureller' und 'radikaler Fremdheit' trifft Bernhard WALDENFELS, Das Eigene und das Fremde, in Deutsche Zeitschrift fur Philosophie, 43 (1995), S. 611-620, hier S. 615f.

(11) Vgl. zu einer ersten Orientierung Hartmut BLEUMER--Steffen PATZOLD, Wahrnehmungs--und Deutungsmuster in der Kultur des europaischen Mittelalters, in Das Mittelalter, 8 (2003), S. 4-22; Hans-Werner GoeTZ, Wahrnehmungs--und Deutungsmuster als methodisches Problem der Geschichtswissenschaft, in ibid., S. 23-33.

(12) Im Unterschied zu 'Kontext', jeglichem materiellen, ideellen und gesellschaftlichen Zusammenhang von Texten in Handschriften, wird hier unter 'Kontextualitat' die gesellschaftliche, individuelle, psychologische und mentale Sinnhaftigkeit, aber auch Prozefihaftigkeit dieser Textzusammenhange verstanden.

(13) Variable mentale Ordnungsraster, mithin sozial und kulturell vermittelte Konzepte und/oder Uberzeugungen, die bei einem Wahrnehmungsvorgang unwillkurlich und selektiv wirksam sind und dem Ausfuhrenden dieser Tatigkeit die Sinnhaftigkeit des Wahrgenommenen von vornherein und zeitspezifisch erschliessen.

(14) Alle bislang bekannten Stellen bezeugen lediglich die Absicht zur Beschaffung von bislang nicht verfugbaren muslimischen Interna zu apologetischen bzw. disputativen Zwecken gegen die Haresie bzw. zur Aufhellung der eigenen Position; vgl. Petrus Venerabilis, Epistola de translation sua [seccion] 2f.: <<Mitto... novam translationem nostram contra pessimam nequam Mahumeti haeresim disputantem... epistolam immo libellum multis ut credo propter ignotarum rerum notitiam perutilem futurum perfecit (Pseudo-al-Kindi, Apologia) ... Fuit autem in hoc opere intentio mea, ut morem illum Patrum sequerer, quo nullam umquam suorum temporum vel levissimam ut sic dicam haeresim silendo praeterierunt, quin ei totis fidei viribus resisterent et scriptis atque disputationibus esse detestandam ac damnabilem demonstrarent (sog. Corpus Toletanum)>>, ed. Reinhold GLEI, Petrus Venerabilis, Schriften zum Islam, (Corpus Islamo-Christianum. Series Latina 1), Altenberge, 1985, S. 22-28, hier S. 22 Z. 1f. und 11f. sowie S. 24 Z. 1-6; Markus von Toledo, Praefationes: <<[sc. <<Rodericus archiepiscopus Toletanus>>] ... perscrutabiliter operam dedit et sollicitudinem, ut liber in quo sacrilega continebantur instituta et enormia precepta translatus, in noticiam venire[n]t ort<h>odoxorum, ut quos ei non licebat armis impugnare corporalibus, saltem enormibus institutis obviando confunderet... Reverendus Mauricius archidiaconus eiusdem [sc. <<ecclesie Toletane>>] ... pari voto parique affectu laboravit, ut liber iste in latinum transferretur sermonem, quatinus ex institutis detestandis Mafometi a Christianis confusi, Sarraceni ad fidem nonnulli traherentur catholicam... Ego autem Marchus, humilis eiusdem [sc. <<ecclesie Toletane>>] canonicus ... librum Mafometi ad peticionem eorum et com<m>odum ort<h>odoxe fidei de arabica lingua in latinum transtuli sermonem>> (Koran), ed. Marie-Therese D'ALVERNY George Vajda, Marc de Tolede, traducteur d'Ibn Tumart, in al-Andalus, 16 (1951), S. 99-140 und 259307; ibid. 17 (1952), S. 1-56, hier S. 280-282, S. 260-268 und 268f., hier S. 267 Z. 17-21 und 22-27 sowie S. 268 Z. 5-10; <<Transtuli siquidem [sc. <<librum>>] Habent<ometi> post librum Mofometi, ut ex utriusque inspectione fideles in Sarracenos invehendi exercitamenta sumant ampliora ... ut [<<in>> ed.] catholicis viris utrumque librum inspicientibus Maurorum secreta via patet impugnandi>> (Ibn Tumart und Koran), ibid., S. 268 Z. 25-27 und S. 269 Z. 22-24; Liber Scale Machometi <<Quem quidem librum Abraham, Iudeus physicus illustris et excellentis viri domini Alfonsi ... de mandato ipsius domini, de arabica loquela in hispanam transtulit, ut vitam et scienciam Machometi declararet ... sic ego Bonaventura de Senis, prefati domini regis notarius atque scriba, de mandato eiusdem domini, librum ipsum ..., ut Machometi non minus abusiva quam derisoria contra Christum temere attemptata notescant, et ipsius Christi fidei veritas comparata mendaciis plus delectet, de hyspano converti eloquio per singula in latinum. Redditur namque lux ex tenebrarum cognicione acceptior, et contrariorum quorumlibet iuxta se positorum evidentior est natura>> (Mi'raj), ed. Edeltraud WERNER, Liber Scale Machometi. Die lateinische Fassung des Kitab al mi'radj. Einleitung--Edition--Glossar (Studia humaniora 4), Dusseldorf, 1986, S. 95-227, hier S. 95 Z. 8-12 und 17-24; ed. Gisele BESSON--Michele Brossard-Dandre, Le Livre de l'Echelle de Mahomet. Liber Scale Machometi. Preface de Roger ARNALDEZ. Traduction de Gisele BESSON--Michele BROSSARD-DANDRE (Le Livre de Poche. Lettres gothiques), Paris, 1991, S. 78-340, hier S. 78 Z. 10-15 und 21-30.

(15) Bemerkenswert ist immerhin die ausdruckliche Absicht der lateinischen Imitation der romanischen Vorlage bei Bonaventura von Siena; vgl. <<... et imitans supradicte translacionis exemplar, conversionem huiusmodi pro viribus fideliter consummavi>>, ed. WERNER, Liber Scale Machometi ... [Anm. 14], S. 96 Z. 2f.; ed. BESSON--BROSSARD-DANDRE, Le Livre de l'Echelle de Mahomet ... [Anm. 14], S. 80 Z. 4f.

(16) Ich spreche hier bewusst vom attributiven 'Eigenen', 'Fremden' und 'Anderen', da zunachst nicht von Individuen, sondern von kollektiven Typen dieser Eigenschaften auszugehen ist. Zur wichtigen Rolle von Stereotypen bei der Konstruktion des Fremden vgl. BERGMANN, Kommunikative Verfahren... [Anm. 10], S. 49f.

(17) Vgl. Matthias Martin TISCHLER, Grenzen und Grenzuberschreitung in der christlich-muslimischen Begegnung. Bemerkungen zum Stellenwert der Arabischkenntnisse in der abendliindischen Missionsgeschichte, in Zeitschrift fur Missionswissenschaft und Religionswissenschaft, 93 (2009), S. 58-75.

(18) Es durfte schwer sein, im zeitgenossischen christlichen Traditionsstrom ausdruckliche Zeugnisse fur die Auffassung zu finden, dass jedem interreligiosen Transferprozefi ein Gefahrenpotential fur das religios Eigene innewohnt. Latent ist dieses Bewusstsein immerhin erkennbar an der Haltung des Reformpapsttums des 11. Jahrhunderts, das den religiosen Synkretismus der mozarabischen Christen auf der Iberischen Halbinsel anprangert. Dieselbe Haltung ist ferner konkret ablesbar an der inhaltlichen Erschliefiung und Glossierung der ersten lateinischen Koranubersetzung des Robert von Ketton (vgl. Jose MARTINEZ GAZQUEZ, Observaciones a la traduccion latina del Coran (Qur'an) de Robert de Ketene, in Jacqueline HAMESSE (ed.), Les traducteurs au travail. Leurs manuscrits et leurs methodes. Actes du Colloque international organise par le 'Ettore Majorana Centre for Scientific Culture', Erice, 30 septembre-6 octobre 1999, (Federation Internationale des Instituts d'etudes Medievales. Textes et Etudes du Moyen Age 18), Turnhout, 2001, S. 115-127, hier S. 115f., 120-125 und 127), insofern der Kommentar zugleich Mittel zur Abdampfung der Integrationsleistung (Richtigstellung des integrierten Wissens) und zu ihrer Legitimierung im christlichen Kontext ist. Man kann die Geschichte der christlichen Kommentierung des Islam als eine langgestreckte, aber stets gebremste Integrationsleistung verstehen.

(19) Im Unterschied zu einem haufig umfassender verstandenen Transferbegriff ist im Bereich des interreligiosen Texttransfers kaum von Beilaufigkeit, sondern stets von wie auch immer gearteter Zweckgebundenheit auszugehen.

(20) Ausgewertet fur diese Ubersicht sind [Heinrich] Ferdinand WUSTENFELD, Die Ubersetzungen Ara bischer Werke in das Lateinische seit dem XI. Jahrhundert, Bd. 1-2, (Abhandlungen der Koniglichen Gesellschaft der Wissenschaften zu Gottingen 22, 4-5), Gottingen, 1877, S. 44-50 und 116f.; Mo ritz STEINSCHNEIDER, Die hebraeischen Ubersetzungen des Mittelalters und die Juden als Dolmetscher, Berlin, 1893 [Nachdruck: Graz, 1956]; Id., Die europdischen Ubersetzungen aus dem Arabischen bis Mitte des 17. Jahrhunderts [I-II], (Sitzungsberichte der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Wien. Philosophisch-historische Klasse 149, 4 und 151, 1), Wien, 1904-1905 [Nachdruck: Graz, 1956]; Charles Homer HASKINS, The Renaissance of the twelfth century, Cambridge (Mass.), 1927 [Nachdrucke: Cambridge (Mass.), 1933 u. o.], S. 278-302; Ugo MONNERET DE VILLARD, Lo studio deWlslam in Europa nel XII e XIII secolo, (Studi e Testi 110), Citta del Vaticano, 1944 [Nachdrucke: Citta del Vaticano, 1961; 1972]; Marie-Therese D'ALVERNY, Deux traductions latines du Coran au moyen age, in Archives d'histoire doctrinale et litteraire du moyen age, 16 (1947-1948), S. 69-131; Jose MUNOZ SENDINO (ed.), La Apologia del Cristianisimo de al-Kindi, in Miscelanea Comillas, 11-12 (1949), S. 339-460, hier S. 341 und 356-375; Marie-Therese D'ALVERNY, Quelques manuscrits de la 'Collectio Toletana', in Giles CONSTABLE--James KRITZECK (eds.), Petrus Venerabilis 1156-1956. Studies and texts commemorating the eighth centenary of his death, (Studia Anselmiana 40), Roma, 1956, S. 202-218; James KRITZECK, Peter the Venerable and Islam, (Princeton Oriental Studies 23), Princeton (NJ.), 1964, S. 73-116; Marie-Therese D'ALVERNY, La connaissance de l'lslam en Occident du IXe au milieu du XIIe siecle, in LOccidente e l'Islam nelValto medioevo, (Settimane di Studio del Centro Italiano di Studi sull'Alto Medioevo 12, 2), Spoleto, 1965, S. 577-602 und 791-803 (Discussione), hier S. 591-593 und 600-602; Peter WUNDERLI, Etudes sur le livre de lEschiele Mahomet. Prole gomenes a une nouvelle edition de la version francaise d'une traduction alphonsine, Winterthur, 1965, S. 18-34, 44-128 und 145-154; Marie-Therese D'ALVERNY, La connaissance de l'Islam au temps de Saint Louis, in 7e centenaire de la mort de Saint Louis. Actes des Colloques de Royaumont et de Paris, 21 27 mai 1970, Paris, 1976, S. 235-246, hier S. 238f.; EAD., Translations and translators, in Richard L. BENSON--Giles CONSTABLE (eds.), Renaissance and renewal in the twelfth century, Oxford, 1982, S. 421-462, hier S. 429f., S. 439 Anm. 75, S. 449-451 und S. 455 mit Anm. 150; Richard LEMAY, De la scolastique a Phistoire par le truchement de la philologie. Itineraire d'un medieviste entre Europe et Islam, in Biancamaria SCARCIA AMORETTI (ed.), La diffusione delle scienze islamiche nel medio evo europeo. Convegno internazionale, Roma, 2-4 ottobre 1984, (Pubblicazioni della Fondazione Leone Caetani [20]), Roma, 1987, S. 399-535; Hartmut BOBZIN, Latin translations of the Koran. A short overview, in Der Islam. Zeitschrift fur Geschichte und Kultur des islamischen Orients, 70 (1993), S. 193-206; Id., Der Koran im Zeitalter der Reformation. Studien zur Fruhgeschichte der Arabistik und Islamkunde in Europa, (Beiruter Texte und Studien 42), Stuttgart, 1995 [(2) 2008], S. 46-60, 64-70 und 224; Thomas E. BURMAN, Tafsir and translation. Traditional Arabic Qur'an exegesis and the Latin Qur'ans of Robert of Ketton and Mark of Toledo, in Speculum, 73 (1998), S. 703-732; Serafin VEGAS GONZALEZ, La Escuela de traductores de Toledo en la historia del pensamiento, Toledo, 1998, S. 74-77 und 85; Jose-Vicente NICLOS ALBARRACIN, Tres culturas, tres religiones. Convivencia y dialogo entre judios, cristianos y musulmanes en la Peninsula Iberica, (Aletheia 28), Salamanca, 2001, S. 137; Thomas E. BURMAN, Polemic, philology, and ambivalence. Reading the Qur'an in Latin Christendom, in The Journal of Islamic Studies, 15 (2004), S. 181-209; Hartmut BOBZIN, Translations of the Qur'an, in Encyclopaedia of the Qur'an, Bd. 5: Si-z, Leiden-Boston 2006, S. 340-358, hier S. 341 und 344f. Uberblicke zu arabischlateinischen Ubersetzungen von naturkundlichen und philosophischen Texten sind Hans DAIBER, Lateinische Ubersetzungen arabischer Texte zur Philosophie und ihre Bedeutung fur die Scholastik des Mittelalters. Stand und Aufgaben der Forschung, in Jacqueline HAMESSE--Marta FATTORI (eds.), Rencontres de cultures dans la philosophie medievale. Traductions et traducteurs de l'Antiquite tardive au XIVe siecle. Actes du Colloque international de Cassino, 15-17 juin 1989, organise par la Societe Internationale pour l'Etude de la Philosophie medievale et l'Universita degli Studi di Cassino, Louvainla-Neuve-Cassino, 1990, S. 203-250; Charles BURNETT, The translating activity in medieval Spain, in Salma Khadra JAYYUSI (ed.), The legacy of Muslim Spain, (Handbook of Oriental Studies 1: The Near and Middle East 12), Leiden-New York-Koln, 1992, S. 1036-1058; Charles BURNETT, Translating from Arabic into Latin in the middle ages. Theory, practice, and criticism, in Steve G. Lofts--Philipp W. ROSEMANN (eds.), Editer, traduire, interpreter. Essais de methodologie philosophique, (Philosophes medievaux 36), Louvain-la-Neuve, 1997, S. 55-78, hier S. 59-72; Charles BURNETT, Arabic into Latin. The reception of Arabic philosophy into Western Europe, in Peter ADAMSON--Richard C. TAYLOR (eds.), The Cambridge Companion to Arabic philosophy, Cambridge, 2005, S. 370-404. Ein strukturgeschichtlicher Uberblick uber das Ubersetzungswesen im 12. Jahrhundert ist Charles BurneTT, Some comments on the translating of works from Arabic into Latin in the mid-twelfth century, in Albert ZIMMERMANN--Ingrid CRAEMER-RUEGENBERG (eds.), Orientalische Kultur und europaisches Mittelalter, (Miscellanea Mediaevalia 17), Berlin-New York, 1985, S. 161-171. Der Vollstandigkeit halber sei hier erwahnt, daB auch die in Toledo im 12. Jahrhundert angefertigte lateinische Ubersetzung von Abu Macshars Kitab al-milal wa-d-duwal, das Werk De magnis coniunctionibus, das dem Fachbereich der historischen Astrologie angehort, einige wertvolle Kenntnisse uber Inhalt und Geschichte des Islam vermitteln konnte; vgl. Keiji YAMAMOTO--Charles BURNETT (ed.), Abu Macsar on historical astrology. The book of religions and dynasties, (On the great conjunctions) 1: The Arabic original (Islamic Philosophy, Theology and Science.Texts and Studies 33), Leiden-Boston-Koln, 2000, S. 599-606; Charles BURNETT, The strategy of revision in the Arabic-Latin translations from Toledo. The case of Abu Macshar's <<On the great conjunctions>>, in HAMESSE (ed.), Les traducteurs ... [Anm. 18], S. 51-113, hier S. 63-65. Schliesslich ist daran zu erinnern, daB Avicenna am Ende seiner Metaphysik eine idealisierte Beschreibung des Islam liefert, die seit der lateinischen Ubersetzung durch Dominicus Gundissalinus ebenfalls den abendlandischen Christen zuganglich war; vgl. D'ALVERNY, Saint Louis ..., S. 240f.

(21) Vgl. Charles BURNETT, Arabic into Latin in twelfth century Spain. The works of Hermann of Carinthia, in Mittellateinisches Jahrbuch, 13 (1978), S. 100-134, hier S. 129.

(22) Vgl. BURNETT, Arabic into Latin ... [Anm. 21], S. 129; ID. (ed.), Hermann of Carinthia, De essentiis. A critical edition with translation and commentary, (Studien und Texte zur Geistesgeschichte des Mittelalters 15), Leiden-Koln, 1982, S. 245 und 247, der auf Rezeptionsspuren aus dem von Robert von Ketton ubersetzten Koran einschliefilich seines Vorworts dazu im Werk De essentiis des Hermann von Karnten hinweist.

(23) Vgl. MONNERET DE VILLARD, Lo studio ... [Anm. 20], S. 9-11 und 13-15; D'ALVERNY, Deux traductions ... [Anm. 20], S. 87-96; Laura BOTTINI, Introduzione, in EAD. (ed.), al-Kindi, Apologia delcristianesimo. Traduzione dall'arabo, introduzione e cura, (Patrimonio culturale arabo cristiano 4. Di fronte e attraverso 457), Milano, 1998, 11-37, hier S. 30f.; Fernando GONZALEZ MUNOZ, Introduccion, in Id. (ed.), Exposicion y refutacion del Islam. La version latina de las epistolas de al-Hasimiy al-Kindi (Universidade da Coruna. Servizio de Publicacions. Monografias 111), A Coruna 2005, S. VII-CXXXVIII; ID., La version latina de la Apologia de al-Kindi y su tradicion textual, in Miquel BARCELO--Jose MARTINEZ GAZQUEZ (eds.), Musulmanes y cristianos en Hispania duran-te las conquistas de los siglos XU y XIII, Bellaterra, 2005, S. 25-40. Hieruber sind auch etliche langere Passagen aus dem Koran in den lateinischen Wissensschatz gelangt, die unabhangig von der Koranubersetzung des Robert von Ketton sind; vgl. D'ALVERNY, Deux traductions ... [Anm. 20], S. 89. Vgl. ferner BURNETT, Hermann of Carinthia ... [Anm. 22], S. 245, 247 und 308, der bei zwei Koranversen sowie bei den Vorwurfen gegen Mohammed auf die auffallende Wiederkehr im Werk De essentiis des Hermann von Karnten hinweist, ohne klaren zu konnen, ob diese Ubereinstimmungen aus einer arabischen Vorlage oder aus dem fur Petrus Venerabilis ins Lateinische ubersetzten Exemplar stammen.

(24) Vgl. DANIEL, Islam ... (1960) [Anm. 2], S. 11f. (=DANIEL, Islam ... (1993) [Anm. 2], S. 29f.); Maurits VANDECASTEELE, Etude comparative de deux versions latines medievales d'une apologie arabo-chretienne. Pierre le Venerable et le Rapport gregorien, in Mededelingen van de Koninklijke Academie voor Wetenschapen, Letteren en Schone Kunsten van Belgie, Klasse der Letteren Jg. 53, Nr. 1 (1991), Bruxelles, 1991, S. 79-134; Otfried LIEBERKNECHT, Zur Rezeption der arabischen Apologie des Pseudo-Kindi in der lateinischen Mohammedliteratur des Mittelalters, in Axel SCHONBERGER--Klaus ZIMMERMANN (eds.), De orbis Hispani linguis litteris historia moribus. Festschrift fur Dietrich Briesemeister zum 60. Geburtstag, Bd. 1, Frankfurt am Main, 1994, S. 523-538; James M. POWELL, Matthew Paris, the Lives of Muhammad, and the Dominicans, in Michel BALARD--Benjamin Ze'ev KEDAR--Jonathan RILEY-SMITH (eds.), Dei gesta per Francos. Etudes sur les croisades dediees a Jean Richard. Crusades studies in honour of Jean Richard, Aldershot e. a., 2001, S. 65-69.

(25) Morchidae, ed. D'ALVERNY--Vajda, Marc de Tolede ... [Anm. 14], S. 280-282; Laudes, ed. ibid., S. 282f.

(26) Ed. ibid., S. 269-279.

(27) Ed. Thomas E. BURMAN, Religious polemic and the intellectual history of the Mozarabs, c. 1050-1200 (Brill's Studies in Intellectual History 52), Leiden-New York-Koln, 1994, S. 240-384; vgl. D'ALVERNY, Deux traductions ... [Anm. 20], S. 125-127; D'ALVERNY--Vajda, Marc de Tolede ... [Anm. 14], S. 124-132; D'ALVERNY, La connaissance ... [Anm. 20], S. 591f. mit Anm. 27; Burman, Religious polemic, S. 37-62; Juan GIL [FERNANDEZ], En torno a una obra sobre polemica religiosa contra el Islam, in Hispania. Revista espanola de historia, 55 (1995), S. 1115-1124.

(28) Die bisweilen zu lesende Behauptung, etwa bei WUNDERLI, Etudes ... [Anm. 20], S. 84f.; Leonard Patrick HARVEY, The Alfonsine school of translators. Translations from Arabic into Castilian produced under the patronage of Alfonso the Wise of Castile (1221-1252-1284), in Journal of the Royal Asiatic Society of Great Britain & Ireland, Jg. 1977, S. 109-117, hier S. 112; Jose Sangrador GIL, La Escuela de traductores de Toledo y los colaboradores judios (Instituto Provincial de Investigaciones y Estudios Toledanos. Serie I: Monografias 19), Toledo, 1985, S. 78; Norman ROTH, Jewish translators at the court of Alfonso X, in Thought. A review of culture and idea, 60 (1985), S. 439-455, hier S. 450, dafi diese kastilische Fassung verloren sei, trifft nicht ganz zu: Es haben sich Exzerpte dieser volkssprachlichen Version in den Werken Impugnacion de la secta de Mahoma y defension de la ley evangelica de Cristo und Tratado del libre albedrio contra los fatalistas musulmanes des Petrus Paschalis (jeweils El Escorial, Real Biblioteca de San Lorenzo, Ms. h. II. 25) erhalten; vgl. Enrico CERULLI, 11 Libro della scala' e la questione delle fonti arabo-spagnole della Divina commedia (Studi e Testi 150), Citta del Vaticano, 1949 [1960; Nachdruck: Citta del Vaticano, 1970], S. 264-328; Jose MUNOZ SENDINO, Introduccion; Appendices 1-El, in Id. (ed.), La Escala de Mahoma. Traduccion del arabe al castellano, latin y frances, ordenada por Alfonso X el Sabio, Madrid, 1949, [XXVII]-247 und 491-530, hier S. 491-525; Enrico CERULLI, Nuove ricerche sul Libro della Scala e la conoscenza dell'Islam in Occidente (Studi e Testi 271), Citta del Vaticano, 1972, S. 315; Marie-Therese D'ALVERNY, Les traduction a deux interpretes, d'arabes en langue vernaculaire et de langue vernaculaire en latin, in Genevieve CONTAMINE (ed.), Traduction et traducteurs au moyen age. Actes du colloque international du CNRS organise a Paris, Institut de recherche et d'histoire des textes, les 26-28 mai 1986 (Documents, etudes et repertoires publies par l'Institut de Recherche et d'Histoire des Textes [54]), Paris, 1989, S. 193-206, hier S. 201; VEGAS GONZALEZ, La Escuela ... [Anm. 20], S. 85. Die kastilische Version, die Alfons X. in seiner Estoria de Espana c. 488f. wiedergibt (ed. Antonio Garcia SOLALINDE, Antologia de Alfonso X el Sabio (Coleccion Austral 169), Madrid, 71980, S. 92-95; vgl. HARVEY, The Alfonsine school ..., S. 116; Anwar George CHEJNE, Historia de Espana musulmana (Historia), Madrid, 1980 [(2) 1987; 31994; 41999], S. 117 und S. 369f. mit Anm. 23) geht hingegen mit der in der Historia Arabum des Rodrigo Jimenez de Rada uberlieferten Version auf eine eigenstandige Tradition zuruck; vgl. CERULLI, Il 'Libro della scala' ..., S. 335-345; MUNOZ SENDINO, Introduccion ..., S. 191. Erwahnung findet dieser Text schon in Alfons' Setenario; vgl. CERULLI, Nuove ricerche ..., S. 11f., 15-17 und 316.

(29) Ed. CERULLI, Il 'Libro della scala' ... [Anm. 28], S. 24-224; ed. MUNOZ SENDING, La Escala de Mahoma ... [Anm. 28], S. 251-488; ed. Peter WUNDERLI, Le livre de l'eschiele Mahomet. Die franzosische Fassung einer alfonsinischen Ubersetzung (Romanica Helvetica 77), Bern, 1968, S. 31-112. Im Kontext der unter Alfons X. entstandenen kastilischen Ubersetzungen ist die Ubertragung in eine weitere Volkssprache (hier: Franzosisch) eine absolute Ausnahme; vgl. Gonzalo MENENDEZ PIDAL, Como trabajaron las escuelas alfonsies, in Nueva revista de filologia hispanica, 5 (1951), S. 363-380, hier S. 368; Jacques MONFRIN, Les sources arabes de la 'Divine Comedie' et la traduction francaise du livre de l'ascension de Mahomet, in Bibliotheque de l'Ecole des Chartes, 109 (1951), S. 277-290, hier S. 287. CERULLI, Il 'Libro della scala'... [Anm. 28], S. 17, 22f. und 523; Id., Nuove ricerche... [Anm. 28], S. 15, 18 und 315 schlieBt sich der Nachricht des Prologs an, wonach die franzosische Ubersetzung auf der Grundlage der (schriftlich fixierten) kastilischen angefertigt worden sei. MONFRIN, Les sources ..., S. 286-289; WUNDERLI, Etudes ... [Anm. 20], S. 90-125; Id., I. Einleitung, in Id., Le livre de l'eschiele Mahomet ..., S. 13-24, hier S. 19-24; WERNER, Liber Scale Machometi ... [Anm. 14], S. 16f.; Isabelle HEULLANT-DONAT--Marie-Anne POLO DE BEAULIEU, Histoire d'une traduction. Le Livre de l'Echelle de Mahomet, in Le Livre de l'Echelle de Mahomet ... [Anm. 14], S. 11-26, hier S. 21f.; Edeltraud WERNER, Islambilder in Mittelalter und fruher Neuzeit im Spiegel der Ubersetzung, in Bogdan KOVTYK--Hans-Joachim SOLMS--Gerhard Meiser (eds.), Geschichte der Ubersetzung. Beitrage zur Geschichte der neuzeitlichen, mittelalterlichen und antiken Ubersetzung (Angewandte Sprach--und Ubersetzungswissenschaft 3), Berlin, 2002, S. 245-258, hier S. 254 sind hingegen zu Recht der Meinung, daB sie nach der lateinischen erstellt worden ist.

(30) Ed. CERULLI, Il 'Libro della scala'... [Anm. 28], S. 25-225; ed. MUNOZ SENDING, La Escala de Mahoma ... [Anm. 28], S. 251-488; ed. WERNER, Liber Scale Machometi ... [Anm. 14], S. 95-227, hier S. 95 Z. 8-12 und 17-24; ed. BESSON--BROSSARD-DANDRE, Le Livre de l'Echelle de Mahomet ... [Anm. 14], S. 78-340.

(31) Auf der Grundlage eines lateinischen Koran aus dem Franziskanerkonvent von Palma de Mallorca; vgl. Antoni RUBIO y LLUCH, Documents per lhistoria de la cultura catalana mig-eval, Bd. 1, Barcelona, 1908, S. 296 Nr. CCCXXIII und S. 305f. Nr. CCCXXXIV; ibid., Bd. 2, Barcelona, 1921, S. 261 Nr. CCLXIX; vgl. ferner ibid., S. XLV Anm. 2. Vielleicht ist die lateinische Fassung diejenige gewesen, die ein Brief Konig Peters III. von Aragon vom 18. Juni 1384 fur den vor dem 3. Mai dieses Jahres verstorbenen Dominikaner Jacobus Dominici (vgl. Thomas KAEPPELI, Scriptores Ordinis Praedicatorum Medii Aevi, Bd. 2: G-I, Roma, 1975, S. 319f.) in Anspruch nimmt; vgl. RUBIO y LLUCH, Documents ..., Bd. 1, S. 322f. Nr. CCCLVI mit Anm. 1. Vgl. zu diesem gesamten Komplex, der der weiteren Erforschung bedarf, Berthold ALTANER, Zur Geschichte der anti-islamischen Polemik wahrend des 13. und 14. Jahrhunderts, in Historisches Jahrbuch, 56 (1936), S. 227-233, hier S. 232; MONNERET DE VILLARD, Lo studio ... [Anm. 20], S. 30f. Nach Mikel de EPALZA, Antecedentes islamocristianos concretos de la traduccion del Coran al catalan., in Llu. Revista de Ciencias de las Religiones, 8 (2003), S. 213-224, hier S. 213 sei die lateinische Vorlage eine Handschrift der ersten Koranubersetzung des Robert von Ketton gewesen, er bringt fur diese Ansicht aber keine Belege.

(32) Vgl. MONNERET DE VILLARD, Lo studio ... [Anm. 20], S. 76 noch Anm. 6; BOBZIN, Koran ... [Anm. 20], S. 80-84.

(33) Den eher idealistisch gedachten spanischen Originalbegriff 'convivencia' mit ethnisch-religioser, nicht sozialer Farbung pragte in diesem Zusammenhang Americo Castro; vgl. THOMAS F. GLICK, Convivencia. An introductory note, in Vivian B. MANN--Thomas F. GLICK--Jerrilynn D. DOODS (ed.), Convivencia. Jews, Muslims, and Christians in medieval Spain, (Ausstellungskatalog), New York, 1992, S. 1-9, hier S. 1f.

(34) Die Taxonomie der Formen der Kulturbegegnungen zwischen Europaern und Nicht-Europaern, die der Ethnologe Urs Bitterli entworfen hat (Die 'Wilden ' und die 'Zivilisierten'. Grundzuge einer Geistes- und Kulturgeschichte der europaisch-uberseeischen Begegnung, Munchen, 1976 [(2) 1991; (3) 2004], S. 81-179: Kulturbegegnung, Kulturberuhrung, Kulturkontakt, Kulturzusammenstofi und Kulturverflechtung; Alte Welt--Neue Welt. Formen des europaisch-uberseeischen Kulturkontakts vom 15. bis zum 18. Jahrhundert, Munchen, 1986 [(2) 1992], S. 17-54: Kulturberuhrung, Kulturzusammenstofi und Kulturbeziehung), wird hier abgewandelt auf die kulturelle und religiose Begegnung von Christen und Muslimen der Iberischen Halbinsel angewandt.

(35) Hinsichtlich des theologischen Schrifttums vgl. D'ALVERNY, Deux traductions ... [Anm. 20], S. 71-73 und 76-131; MUNOZ SENDINO, Introduccion ... [Anm. 28], S. 132-146; D'Alverny, La connaissance ... [Anm. 20], S. 591-593 und 600-602; EAD., Saint Louis ... [Anm. 20], S. 238f.; Ead., Translations ... [Anm. 20], S. 429f., S. 439 Anm. 75, S. 449-451 und S. 455 mit Anm. 150.

(36) Eine prazise Auswertung der Handschriftenuberlieferung nach quantitativen und qualitativen Gesichtspunkten wird erst moglich sein, wenn die genauen Zahlen eruiert und die konkreten Entstehungsmilieus und die zeitliche Streuung der Uberlieferungstrager bestimmt sind.

(37) Kritisch hierzu zu lesen Richard LEMAY, Dans l'Espagne du XII siecle. Les traductions de l'arabe au latin, in Annales. Economies. Societes. Civilisations, 18 (1963), S. 639-665, hier S. 647-665; vgl. Claudio SANCHEZ-ALBORNOZ, Observaciones a unas paginas de Lemay sobre los traductores Toledanos, in Cuadernos de historia de Espana, 41-42 (1965), S. 313-324. Die Klassiker zum Thema sind Jose Maria MILLAS VALLICROSA, El literalismo de los traductores de la corte de Alfonso el Sabio, in al-Andalus, 1 (1933), S. 155-187; Gabriel THERY, Tolede, grande ville de la Renaissance medievale. Point de jonction entre les cultures musulmane et chretienne, (Le circuit de la civilisation mediterraneenne), Oran, 1944, S. 7-97 und 127-149. Vgl. ferner Gonzalo MENENDEZ PIDAL, La Escuela de traductores de Toledo, in Guillermo DIAZ-PLAJA (ed.), Historia general de las literaturas hispanicas 1: Desde los origines hasta 1400, Barcelona, 1949, S. 275-289 [mit 4 Abbildungen], hier S. 281-285; MUNOZ SENDINO, Introduccion ... [Anm. 28], S. 163-173; Menendez Pidal, Como trabajaron ... [Anm. 29]; Douglas Morton DUNLOP, The work of translation at Toledo, in Bable. Revue internationale de la traduction, 6 (1960), S. 55-59; Alfonso GAMIR, Toledo school of translators, in Journal of the Pakistan Historical Society, 14 (1966), S. 85-92; DAVIDE ROMANO, Le opere scientifiche di Alfonso X e l'intervento degli ebrei, in Oriente e occidente nel medioevo. Filosofia e scienze, (Accademia Nazionale dei Lincei. Fondazione Alessandro Volta. Atti dei Convegni 13), Roma, 1971, S. 677-711 und 726-729 (Discussione); HARVEY, The Alfonsine school ... [Anm. 28]; GIL, La Escuela ... [Anm. 28]; Pierre Racine, Y a-t-il eu une 'Ecole de Tolede, in Jacques Hure (ed.), Tolede (1085-1985). Des traductions medievales au mythe litteraire. Actes du Colloque de Mulhouse, decembre 1985 [= Bulletin de la Faculte des Lettres de Mulhouse, 16 (1989)], Paris, 1989, S. 31-40; Clara FOZ, El concepto de escuela de traductores de Toledo (ss. XII-XIII), in Julio-Cesar SANTOYO e. a. (ed.), Fidus interpres. Actas de las Primeras Jornadas Nacionales de Historia de la traduccion, Bd. 1, Leon, 1987, S. 24-30; Jose Sangrador Gil, The translators of the period of D. Raymundo. Their personalities and translations (1125-1187), in HAMESSE--FATTORI (eds.), Rencontres ... [Anm. 20], S. 109-119; Clara FOZ, Pratique de la traduction en Espagne au moyen age. Les travaux toledans, in Roger Ellis (ed.), The medieval translator, Bd. 2, (Westfield Publications in Medieval Studies 5), London, 1991, S. 29-43; Danielle JACQUART, L'ecole des traducteurs, in Louis Cardaillac (ed.), Tolede XIF-XIF. Musulmans, chretiens et juifs. Le savoir et la tolerance, (Editions Autrement. Serie Memoires 5), Paris, 1991, S. 177-191 [spanische Fassung: La escuela de traductores, in Louis Cardaillac (ed.), Toledo, siglos XII-XIII. Musulmanes, cristianos y judios. La sabiduria y la tolerancia, (Memoria de las ciudades), Madrid, 1992, S. 183-198]; Charles BURNETT, The iitstitutionalcontext of Arabic-Latin translations of the middle ages. A reassessment of the 'School of Toledo', in Olga WEIJERS (ed.), Vocabulary of teaching and research between Middle Ages and Renaissance. Proceedings of the Colloquium London, Warburg Institute, 11-12 march 1994, (CIVICIMA. Etudes sur le vocabulaire intellectuel du moyen age 8), Turnhout, 1995, S. 214-235, hier S. 217-227; Anthony PYM, The price of Alfonso's wisdom. Nationalist translation policy in thirteenth century Castile, in Roger ELLIS--Rene TIXIER (ed.), Proceedings of the International Conference of Conques, 26-29july 1993. Actes du Colloque international de Conques, 26-29 juillet 1993, (The Medieval Translator. Traduire au Moyen Age 5), Turnhout, 1996, S. 448-467; Clara Foz, Le traducteur, l'eglise et le roi (Espagne, XIIe et XIIIe siecle), (Traductologie. Regards sur la traduction), Ottawa (Ont.), 1998 [uberarbeitete Fassung von L'ecole des traducteurs de Tolede au douzieme et au treizieme siecle, Diss. phil. [masch.] Paris, 1987; spanische Fassung: El traductor, la iglesia y el rey (Peninsula iberica, siglos XII-XIII), Barcelona, 2000]; Barbara SCHLIEBEN, Ambition und Wissen. Wissen im Wandelder Kaiserpldne Alfons'X, in Carsten KRETSCHMANN--Henning PAHL--Peter SCHOLZ (eds.), Wissen in der Krise. Institutionen des Wissens im gesellschaftlichen Wandel, (Wissenskultur und gesellschaftlicher Wandel 7), Berlin, 2004, 29-41, hier S. 32-41. Die besten monographischen Uberblicke sind gegenwartig VEGAS GONZALEZ, La Escuela ... [Anm. 20]; Alexander Fidora, La Escuela de traductores, in Ramon GONZALVEZ RUIZ (ed.), La Catedral Primada de Toledo. Dieciocho siglos de historia, Toledo 2010, S. 480-491 und 637-641 [mit 7 Abbildungen]. Ausstellungskataloge zum Thema sind La escuela de traductores de Toledo, Luxembourg, 1995; Ana Maria ALVAREZ LOPEZ e. a. (eds.), La escuela de traductores de Toledo, Toledo, 1996.

(38) Eine Ausnahme ist der ratselhafte Petrus von Toledo, sofern es sich nicht um den hochbetagten Petrus Alfonsi handelt, was in letzter Zeit ernsthaft in Erwagung gezogen wird; vgl. unten Anm. 51.

(39) Vgl. Charles Homer HASKINS, Studies in the history of mediaeval science, (Harvard Historical Studies 27), Cambridge (Mass.), 1924 [21927; Nachdruck: New York, 1960], S. 11f. und 120-123; Angel J. MARTIN DUQUE, El ingles Roberto, traductor del Coran. Estancia y actividades en Espana a mediados del siglo XII, in Hispania. Revista espanola de historia, 22 (1962), S. 483-506; Charles BURNETT, A group of Arabic-Latin translators working in Northern Spain in the mid-12th century, in Journal of the Royal Asiatic Society of Great Britain & Ireland, Jg. 1977, S. 62-108, hier S. 63; Id., Hermann of Carinthia ... [Anm. 22], S. 5f.; FOZ, Le traducteur ... [Anm. 37], S. 52f. und 90. Die nordspanischen Zeugnisse zu Roberts Lebensdaten hat zusammengestellt Jose [Maria] GONI GAZTAMBIDE, Los obispos de Pamplona del siglo XII, in Anthologica annua., 13 (1965), S. 135-358, hier S. 254-256.

(40) Vgl. HASKINS, Studies ... [Anm. 39], S. 11f. und 43-66; Norman DANIEL, The Arabs and mediaeval Europe, (Arab Background Series), London-Beirut, 1975 [(2) 1979; (2) 1986], S. 270f.; BURNETT, A group ... [Anm. 39], S. 63; Id., Arabic into Latin ... [Anm. 21]; Id., Hermann of Carinthia ... [Anm. 22], S. 4-10; Charles BURNETT, Hermann of Carinthia, in Peter DRONKE (ed.), A history of twelfth-century Western philosophy, Cambridge e. a., 1988 [1992], S. 386-404; FOZ, Le traducteur ... [Anm. 37], S. 48f. und 90.

(41) Vgl. Juan VERNET, El valle del Ebro como nexo entre Oriente y Occidente, in Boletin de la Real Academia de Buenas Letras de Barcelona, 23 (1950), S. 249-286; Manuel GRAU MONSERRAT, Contribucion al estudio del estado cultural del valle del Ebro en el siglo XI y principios del XII, in Boletin de la Real Academia de Buenas Letras de Barcelona, 27 (1957-1958), S. 227-272; Gabriella BRAGA, Le prefazioni alie traduzioni dallarabo nella Spagna delXIIsecolo. La valle delPEbro, in SCARCIA AMORETTI (ed.), La diffusione... [Anm. 20]), S. 323-354.

(42) Vgl. D'ALVERNY, Deux traductions ... [Anm. 20], S. 113-130; Ead.--VAJDA, Marc de Tolede ....; D'ALVERNY, La connaissance... [Anm. 20], S. 592; Ead., Marc de Tolede, in Estudios sobre Alfonso VI y la reconquista de Toledo. Actas del II Congreso Internacional de Estudios Mozarabes, Toledo, 20-26 mayo 1985, Bd. 3, (Instituto de Estudios Visigoticos-Mozarabes de Toledo. Serie Historica 5), Toledo, 1989, S. 2559; Jose MARTINEZ GAZQUEZ, Trois traductions medievales latines du Coran. Pierre le Venerable-Robert de Ketton, Marc de Toledo et Jean de Segobia, in Revue des etudes latines, 80 (2002), S. 223-236 [leicht abweichende spanische Fassung: Las traducciones latinas medievales del Coran. Pedro el Venerable--Robert de Ketton, Marcos de Toledo y Juan de Segobia, in Euphrosyne, 31 (2003), S. 491-503], hier S. 228-231; Id.--Oscar DE LA CRUZ PALMA--Candida FERRERO--Nadia PETRUS [I PONS], Die lateinischen KoranUbersetzungen in Spanien, in Matthias LUTZ-BACHMANN--Alexander FIDORA (ed.), Juden, Christen und Muslime. Religionsdialoge im Mittelalter, Darmstadt, 2004, S. 27-39, hier S. 35-39; NADIA PETRUS I PONS, Marcos de Toledo y la segunda traduccion latina del Coran, in BARCELO--MARTINEZ GAZQUEZ (eds.), Musulmanes ... [Anm. 23], S. 87-94; John Victor TOLAN, Las traducciones y la ideologia de reconquista. Marcos de Toledo, in ibid., S. 79-85.

(43) Vgl. zu diesem eigenen Themenkomplex TISCHLER, Grenzen ... [Anm. 17].

(44) So ist im 15. Jahrhundert die dritte Koranubersetzung durch Johannes von Segovia durch den vielleicht bedeutendsten <<Islamforscher>> seiner Zeit, Kardinal Nikolaus von Kues initiiert, worden. Auch die im folgenden genannten Aspekte tauchen hier wieder auf: Der beauftragte Ubersetzer kann kein Arabisch und muss sich von einem Sprachkundigen (hier einem Muttersprachler, also Muslim) eine volkssprachliche Version anfertigen lassen; vgl. Dario CABANELAS RODRIGUEZ, Juan de Segovia y el primer Alcoran trilingue, in al-Andalus, 14 (1949), S. 149-173, hier S. 162-166; Id., Juan de Segovia y el problema islamico, Madrid, 1952 [Nachdruck: (Archivum 101), Granada, 2007], S. 140-153.

(45) Und dem Archidiakon der Kathredale von Toledo, Mauritius; vgl. oben Anm. 14.

(46) Vgl. Juan Manuel, den Neffen Alfons' X., in seinem Libro de la caza: <<Et tanto condicio que los de los sus regnos fuessen muy sabidores, que fizo trasladar en este lenguaje de Castiella todas las sciencias, tan bien de theologia commo la logica, et todas las siete artes liberales como toda la arte que dizen mecanica. Otrosi fizo trasladar toda la secta de los moros, porque paresciesse por ella los errores en que Mahomad, el su falso propheta, les puso et en que ellos estan oy en dia. Otrosi fizo trasladar toda <la> ley de los judios et aun el su Talmud et otra sciencia que an los judios muy escondida a que llaman Cabala. Et esto fizo porque paresc<iess>e manifiestamente por la su ley que toda fue figura d'esta ley que los christianos avemos, et que tanbien ellos como los moros estan en grant error e en estado de perder las almas>>, ed. Gottfried BAIST, Don Juan Manuel, El libro dela caza, Halle an der Saale, 1880 [Nachdruck: HildesheimZurich-New York, 1984], S. 1-89, hier S. 1 Z. 6-19; ed. Jose Maria CASTRO Y CALVO, Don Juan Manuel, Libro de la caza, (Publicaciones de la Escuela de Filologia de Barcelona. Filologia moderna 7), Barcelona, 1947, S. 11-109, hier S. 11 Z. 7-22; ed. Jose Manuel BLECUA, Don Juan Manuel, Obras completes, Bd. [1]: Libro del cauallero et del escudero, Libro de las armas, Libro enfenido, Libro de los estados, Tractado de la asuncion de la virgen Maria, Libro de la caza, (Biblioteca Romanica Hispanica 4. Textos 15), Madrid, 1982, S. 519-596, hier S. 519 Z. 7--S. 520 Z. 18; ed. Jose Manuel FRADEJAS RUEDA, in Id. (ed.), Don Juan Manuel y el Libro de la caza, (Seminario de Filologia Medieval. Estudios y ediciones 2), Tordesillas, 2001, S. 129-208, hier S. 129 Z. 6-16; vgl. German ORDUNA, Los prologos a la ironica abreviada' y al Libro de la caza'. La tradicion alfonsi y la primera epoca en la obra literaria de don Juan Manuel, in Cuadernos de Historia de Espana, 51-52 (1970), S. 123-144, hier S. 135; ROTH, Jewish translators ... [Anm. 28], S. 440f.; ID., Jewish collaborators in Alfonso's scientific work, in Robert Ignatius Burns (ed.), Emperor of culture. Alfonso X the Learned of Castile and his thirteenth-century Renaissance, (Middle Ages Series), Philadelphia (Pa.), 1990, 59-71 und 223-230, hier S. 60 mit Anm. 7 und S. 225 Anm. 7. Nach MUNOZ SENDINO, Introduccion ... [Anm. 28], S. 65f.; HARVEY, The Alfonsine school ... [Anm. 28], S. 114; Gil, La Escuela ... [Anm. 28], S. 86 beziehe sich <<toda la secta de los moros>> moglicherweise auf die kastilische Ubersetzung des Kitab al micradj. Vermutlich ist damit aber eher eine kastilische Ubertragung des Koran gemeint; vgl. ROTH, Jewish translators ... [Anm. 28], S. 440.

(47) Seine Beteiligung zieht BURMAN, Tafsir ... [Anm. 20], S. 727f. mit Anm. 121 zu Unrecht in Zweifel: Er hat nicht beachtet, dass die (spatere?) Mitarbeit Mohammeds durch Petrus Venerabilis veranlafit worden ist. Daher ist von ihm bei Robert von Ketton (noch?) nicht die Rede.

(48) Vgl. Bernard CHAPIRA, Essai d'identification des personnages mentionnes dans le Divan [de Todros Ben Iehouda Halevi Aboulafia], in Revue des etudes juives, 106 (1941-1945), S. 9-33, hier S. 22f.; MUNOZ SENDING, Introduccion ... [Anm. 28], S. 15-22; WUNDERLI, Etudes ... [Anm. 20], S. 85-87; ROMANO, Le opere scientifiche ... [Anm. 37], S. 691f.; Pilar LEON TELLO, Judios de Toledo; Bd. 1: Estudio historico y coleccion documental, (Consejo Superior de Investigaciones Cientificas. Instituto 'B. Arias Montano'. Serie E. 4), Madrid, 1979, S. 73; ROTH, Jewish translators ... [Anm. 28], S. 450; David ROMANO, Los hispanojudios en la traduccion y redaccion de las obras cientificas alfonsies, in ALVAREZ LOPEZ e. a. (eds.), La escuela de traductores ... [Anm. 37], S. 35-50 [mit 2 Abbildungen], hier S. 37 und 39f.; Foz, Le traducteur ... [Anm. 37], S. 66f.

(49) Zur zentralen Rolle der Juden im Ubersetzungsprojekt unter Konig Alfons X. vgl. ROMANO, Le opere scientifiche... [Anm. 37], S. 685-695; LEON TELLO, Judios ... [Anm. 48], S. 67-74; Gil, La Escuela ... [Anm. 28], S. 60-83; ROTH, Jewish translators ... [Anm. 28]; ID., Jewish collaborators ... [Anm. 46]; THOMAS F. Glick, Science in medieval Spain. The Jewish contribution in the context of 'convivencia ', in MANN--GLICK--DOODS (ed.), Convivencia ... [Anm. 33], S. 83-111 [mit 9 Abbildungen], hier S. 85f. und 102f.; ROMANO, Los hispanojudios ... [Anm. 48], S. 37-40; Angel SAENZ-BADILLOS, Participacion de judios en las traducciones de Toledo, in ALVAREZ LOPEZ e. a. (eds.), La escuela de traductores ... [Anm. 37], S. 65-70 [mit 2 Abbildungen], hier S. 69f.

(50) Der Magisterstatus wird bezeugt in der Rubrik vor dem Pseudo-al-Kindi: <<Hunc librum fecit dominus Petrus Cluniacensis abbas transferri de arabico in latinum a Petro magistro Toletano, iuvante Petro monacho scriptore ...>>, ed. D'ALVERNY, Deux traductions... [Anm. 20], S. 95; ed. EAD., Quelques manuscrits ... [Anm. 20], S. 205 (nach Oxford, CCC, Ms. 184, fol. 272v); ed. Jose MARTINEZ GAZQUEZ, El lenguaje de la violencia en el prologo de la traduccion latina del Coran impulsada por Pedro el Venerable, in L'affrontement, fonctions symboliques et ideologiques de la violence en Peninsule Iberique (XIF-XV siecle). IIe Journee d'etude du GEMAH [= Cahiers d'etudes hispaniques medievales, 28 (2005)], Lyon, 2005, S. 243-252, hier S. 246 (nach Citta del Vaticano, BAV, Vat. lat. 4071, fol. 127r/v).

(51) Ist das Zeugnis des Petrus Venerabilis (wie Anm. 50) doch ein Grund, in ihm den hochbetagten Petrus Alfonsi zu sehen? Diese Identitat, die Pieter Sjoerd VAN KONINGSVELD, La Apologia de al-Kindi en la Espana del siglo XI. Huellas toledanas de un "animal disputax', in Estudios sobre Alfonso VI y la reconquista de Toledo. Actas del II Congreso Internacional de Estudios Mozarabes, Toledo, 2026 mayo 1985, Bd. 3, (Instituto de Estudios Visigoticos-Mozarabes de Toledo. Serie Historica 5), Toledo, 1989, S. 107-129, hier S. 115-120 zuletzt vorgeschlagen hat, lehnen John Victor Tolan, Petrus Alfonsi and his medieval readers, Gainesville (Fl.), 1993, S. 210; GONZALEZ MUNOZ, Introduccion [Anm. 23], S. LXIV zwar ab, doch bleibt zu fragen, warum Petrus von Toledo ausgerechnet das (fiktive) Religionsgesprach des Pseudo-al-Kindi ubersetzt, wo doch Petrus Alfonsi durch seine eigenen dialogisch konzipierten Werke (Dialogus contra Iudaeos; Disciplina clericalis) mafigeblich zur Popularisierung des religionsphilosophischen Genres im Abendland beigetragen hat. Beide Werke sind mehr oder weniger Ubersetzungsliteratur, wenn auch im Falle der Disciplina clericalis keine vordergrundig theologische. Zudem mochte sich inzwischen auch Charles BURNETT, Las obras de Pedro Alfonso. Problemas de autenticidad, in Maria Jesus LACARRA (ed.), Estudios sobre Pedro Alfonso de Huesca, (Coleccion de Estudios Altoaragoneses 41), Huesca, 1996, S. 313-348, hier S. 324-326; Id., The works of Petrus Alfonsi. Questions of authenticity, in Medium Aevum, 66 (1997), S. 42-79, hier S. 48-50 einer Identitat nicht verschliefien, da die Koranzitate im Dialogus contra Iudaeos und im Pseudoal-Kindi auffallend ubereinstimmen. Vgl. auch BOTTINI, Introduzione [Anm. 23], S. 31: <<Restano pero meno conosciuti i percorsi dell'Apologia attraverso le sue riutilizzazioni in opere polemiche successive alla sua traduzione e perche no anche anteriori ad essa. Qui si vuole annotare solo un caso: sembra che alcune parti del 'Dialogus' di Pietro Alfonso, scritto polemico redatto nel 1106 [sc. '1110'], abbiano delle analogie con l'Apologia di al-Kindi. Cio apre un altro canale di diffusione dei materiali dell'opera in questione e permette di anticipare il suo arrivo in Spagna di quasi mezzo secolo>>. D'ALVERNY, La connaissance ... [Anm. 20], S. 594; BOBZIN, Koran ... [Anm. 20], S. 45f. sehen nur Parallelen, die eine Benutzung des Pseudo-al-Kindi wahrscheinlich machen.

(52) Wie Anm. 43.

(53) Vgl. MENENDEZ PIDAL, La Escuela ... [Anm. 37], S. 282; Id., Como trabajaron ... [Anm. 29], S. 364f.; HARVEY, The Alfonsine school ... [Anm. 28], S. 111f.; D'ALVERNY, Les traductions ... [Anm. 28], S. 194-199; VEGAS GONZALEZ, La Escuela ... [Anm. 20], S. 28f.

(54) Vgl. MENENDEZ PIDAL, Como trabajaron ... [Anm. 29], S. 365f.; D'ALVERNY, Les traductions ... [Anm. 28], S. 199-201. Mit den in den Ubersetzungsvorgang involvierten mozarabischen Notaren wahrend des 12. und 13. Jahrhunderts beschaftigt sich Jean-Pierre MOLENAT, Le probleme du role des notaires mozarabes dans Voeuvre des traducteurs de Tolede (XII-XIII siecle), in En la Espana Medieval, 18 (1995), S. 39-60, hier S. 57-60.

(55) Gegenuber dem Griechischen bietet das Arabische ein entfernteres Vokabular, eine andere Syntax und eine oft exuberante Ausdrucksweise. Die Distanz zwischen 'Fremdem' und 'Eigenem' allein schon hinsichtlich der Wissenssprachen der beiden religiosen Systeme, Arabisch und Latein, kommt sehr schon in dem bei (wortwortlichen) Ubersetzungsprozessen verwendeten Vokabular zum Ausdruck: Die mundliche Ubertragung zwischen dem Arabischen und Romanischen heifit <<t r a n s ferre>>, was die Distanzuberwindung zwischen zwei Systemen zum Ausdruck bringt; die mundlich/schriftliche Ubertragung zwischen Romanisch und Lateinisch lautet <<c o n vertere>>, was die Umwandlung innerhalb des eigenen Systems bezeichnet. Der orale romanische Zwischenschritt ist fur die Uberwindung der zu grofien Distanz zwischen dem Fremden und dem Eigenen unabdingbar. Auf diese konsequent durchgehaltene terminologische Unterscheidung geht nicht ein JACQUELINE HAMESSE: La terminologie latine des traducteurs medievaux, expression de la rencontre des cultures dans Phistoire de la pensee espagnole, in Jose Maria SOTO RABANOS (ed.), Pensamiento medieval hispano. Homenaje a Horacio Santiago-Otero, Bd. 2, Madrid, 1998, S. 1459-1496, hier S. 14861488.

(56) Noch im 15. Jahrhundert wird das Ansinnen des Johannes von Segovia, sich den Koran ins Kastilische ubersetzen zu lassen, von Muslimen abgelehnt; erst in einem aufiermuslimischen Kontext--in einem christlichen Priorat in Savoyen im Jahr 1455--erklart sich Isa b. Yabir zur Ubertragung in die Volkssprache bereit; vgl. CABANELAS RODRIGUEZ, Juan de Segovia ... (1949) [Anm. 44], S. 162-166; Id., Juan de Segovia ... (1952) [Anm. 44], S. 140-153.

(57) Lateinische Teilubersetzungen in Form einzelner ubersetzter Ayas (Verse) bieten bereits Petrus Alfonsi in seinem Dialogus contra Iudaeos (vgl. BOBZIN, Koran ... [Anm. 20], S. 45f.), die lateinischen Ubersetzungen des Pseudo-al-Kindi (wie Anm. 23f.), der Liber denudationis (wie Anm. 27) und der Liber scale Machometi (vgl. WERNER, Liber Scale Machometi ... [Anm. 14], S. 228f.). Auch sonst sind Teilubersetzungen einzelner Koranstellen anzutreffen, so etwa bei Raimundus Martini, Explanatio symboli apostolorum (vgl. BOBZIN, Koran, S. 64 mit Anm. 170), De secta Mahometi (vgl. MONNERET DE VILLARD, Lo studio ... [Anm. 20], S. 15 Anm. 2, S. 57 Anm. 7 und S. 63f.; Cerulli, II cLibro della scalad ... [Anm. 28], S. 453-455: hier jeweils noch als Werk des John Waleys = Johannes von Wales genannt, unter dessen Namen das Werk erstmals gedruckt worden ist) und Pugio fidei adversus Mauros et ludaeo (vgl. BOBZIN, Koran, S. 63f.), bei Riccoldo von Montecroce, Contra legem Sarracenorum (vgl. BOBZIN, Latin translations ... [Anm. 20], S. 203; ferner unten Anm. 87), bei Wilhelm von Tripolis, Notitia de Machometo (vgl. BOBZIN, Koran, S. 588f.) oder bei Raimundus Lullus, Liber de gentil et tribus sapientibus IV Prolog (vgl. Oscar DE LA CRUZ PALMA, La trascendencia de la primera traduccion latina del Coran (Robert de Ketton, 1142), in Collatio, 7 (2002), S. 21-28 [elektronische Fassung: http:// www.hottopos.com/collat7/oscar.htm], Anm. 9). Am Rand der arabischen Koranhandschrift Paris, BnF, Ms. Arab. 384 befinden sich lateinische Koranpassagen aus dem spaten 13. Jahrhundert (vgl. BURMAN, Polemic ... [Anm. 20], S. 190f. mit Anm. 34). Die drei Koranzitate am Ende des von dem Dominikaner Alfonsus Bonihominis angeblich aus dem Arabischen ubersetzten De adventu Messiae praeterito liber sind das Ergebnis einer eigenstandigen Ubertragung; vgl. Klaus REINHARDT, Un musulman y un judio prueban la verdad de la fe cristiana. La disputa entre Abutalib de Ceuta y Samuel de Toledo, in Horacio SANTIAGO OTERO (ed.), Dialogo filosofico-religioso entre cristianismo, judaismo e islamismo durante la edad media en la Peninsula iberica. Actes du Colloque international de San Lorenzo de El Escorial, 23-26 juin 1991, organise par la Societe Internationale pour l'Etude de la Philosophie Medievale (S.I.E.P.M. Rencontres de Philosophie Medievale 3), Turnhout, 1994, S. 191-212, hier S. 203; Antoni BIOSCA I BAS, Citas coranicas y referencias al Islam en la 'Carta de Samuel (s. XIV), in Maurilio PEREZ GONZALEZ (ed.), Actas del II Congreso Hispanico de Latin Medieval, Leon, 11-14 de noviembre de 1997, Bd. 1, Leon, 1998, S. 263-267, hier S. 266f. Eine Ubersetzung von Sure 21f. fertigte 1480-1481 der zum Christentum konvertierte Jude Flavius Mithridates an; vgl. BOBZIN, Koran, S. 80-84; BURMAN, Polemic ... [Anm. 20], S. 188 Anm. 26 und S. 205-207 mit Abb. 2 (von Citta del Vaticano, BAV, Urb. lat ... 1384, fol. 65r).

(58) Vgl. Ludwig HAGEMANN, Die erste lateinische Koranubersetzung--Mittel zur Verstandigung zwischen Christen und Muslimen im Mittelalter?, in ZIMMERMANN--CRAEMER-RUEGENBERG (eds.), Orientalische Kultur ... [Anm. 20], S. 45-58, hier S. 56.

(59) Diese Zwecksetzung ist freilich erst bei der zweiten vollstandigen lateinischen Koranubertragung durch Markus von Toledo nachweisbar; vgl. Praefationes: <<Hic nimirum antistes [sc. <<Rodericus archiepiscopus Toletanus>>]... perscrutabiliter operam dedit et sollicitudinem, ut liber in quo sacrilega continebantur instituta et enormia precepta translatus, in noticiam venire[n]t ort<h>odoxorum, ut quos ei non licebat armis impugnare corporalibus, saltem enormibus institutis obviando confunderet ... ut liber iste in latinum transferretur sermonem, quatinus ex institutis detestandis Mafometi a Christianis confusi, Sarraceni ad fidem nonnulli traherentur catholicam>>, ed. D'ALVERNY--VAJDA, Marc de Tolede ... [Anm. 14], S. 267 Z. 14-21 und 25-27.

(60) Vgl. MARTINEZ GAZQUEZ, Trois traductions ... [Anm. 41], S. 131-136; Id., El Prologo de Juan de Segobia al Coran (Qur'an) trilingue (1456), in Mittellateinisches Jahrbuch, 38 (1003), S. 389-410; MARTINEZ GAZQUEZ, Las traducciones ... [Anm. 41], S. 498-501; Ulli ROTH--Reinhold F. GLEI, Die Spuren der lateinischen Koranubersetzung des Juan de Segovia--alte Probleme und ein neuer Fund, in Neulateinisches Jahrbuch, 11 (1009), S. 109-154 [mit 1 Abb.].

(61) Vgl. jedoch das Textmaterial, das BURMAN, Tafsir ... [Anm. 10], S. 707-717 in der freien Koranubersetzung des Robert von Ketton, aber auch bisweilen in der viel wortlicheren Ubertragung des Markus von Toledo nachweisen konnte.

(62) Auch Corpus Toletanum genannt. Beide Begriffe sind nicht durch die Handschriftenuberlieferung gedeckt und auch inhaltlich falsch, da es mit Ausnahme der Ubertragung des Pseudo-al-Kindi durch Petrus von Toledo keinen erkennbaren lokalen Bezug der wohl an verschiedenen Orten Spaniens angefertigten Teilubersetzungen sowie der gesamten Sammlung zur spanischen Kirchenmetropole gibt, die zudem erst spater so etwas wie eine Art 'Ubersetzerschule' erlebte; vgl. oben Anm. 37. Zudem war die Sammlung Markus von Toledo nicht bekannt und wurde vielmehr von Cluny aus verbreitet; vgl. D'ALVERNY, Marc de Tolede [Anm. 41], S. 41.

(63) Vgl. Marie-Therese d'alverny, Pierre le Venerable et la legende de Mahomet, in A Cluny. Congres scientifique, fetes et ceremonies liturgiques en l'honneur des saints abbes Odon et Odilon, 9-11 juillet 1949, Dijon, 1950, S. 161-170, hier S. 166-168; James KRITZECK, Robert of Ketton's translation of the Qur'an, in The Islamic Quarterly, 1 (1955), S. 309-311; James KRITZECK, Peter the Venerable and the Toledan collection, in CONSTABLE--KRITZECK (eds.), Petrus Venerabilis ... [Anm. 10], S. 176101; KriTZECK, Peter the Venerable ... [Anm. 10]; BOBZIN, Koran ... [Anm. 10], S. 4o-55; Jose MARTINEZ GAZQUEZ--Oscar DE LA CRUZ PALMA, Las traducciones arabe-latinas impulsadas por Pedro el Venerable, in Maria Dolores BURDEUS--Elena REAL--Joan Manuel VERDEGAL (eds.), Las ordenes militares. Realidad e imaginario, (Humanitats 1), Castello de la Plana, 1000, S. 185-196; NICLOS ALBARRACIN, Tres culturas ... [Anm. 10], S. 111-130; MARTINEZ GAZQUEZ, Trois traductions ... [Anm. 41], S. 114-118; ID., Las traducciones ... [Anm. 41], S. 491-495; Id.--Maria Luisa LA FICO GUZZO, Recursos literarios en la primera traduccion latina del Coran, in Juan Antonio BARRIO Barrio (ed.), Los cimientos del estado en la edad media. Cancillerias, notariado y privilegios reales en la construccion del Estado en la Edad Media, Alicante, 1004, S. 309-317; MARTINEZ GAZQUEZ--DE LA CRUZ PALMA--FERRERO --PETRUS [I PONS], Koran-Ubersetzungen ... (Anm. 41), S. 17-35; Jose MARTINEZ GAZQUEZ, Las circunstancias personales y el trabajo de los traductores medievales, in PEDRO P. CONDE PARRADO-Isabel VELAZQUEZ (eds.), La Filologia Latina. Mil anos mas. Actas del IV Congreso de la Sociedad de Estudios Latinos, Medina del Campo, 11-14 mayo de 1003, Madrid, 1005, S. 998-1007, hier S. 1003-1006.

(64) Vgl. zu den franzosischen, nicht zuletzt cluniazensischen Einflussen auf der Iberischen Halbinsel bis weit ins 11. Jahrhundert unlangst Patrick HenrieT, Un bouleversement culturel. Role et sens de la presence clericale francaise dans la Peninsule iberique (XI-XII siecles), in Revue d'Histoire de l'Eglise de France, 90 (1004), S. 65-80.

(65) Ed. KRITZECK, Peter the Venerable ... [Anm. 20], S. 204-211; ed. GLEI, Petrus Venerabilis ... [Anm. 14], S. 2-22. Zusammenfassung der haretischen Lehren des Islam, gewonnen aus den anderen Islamschriften, insbesondere dem Koran; vgl. KRITZECK, Peter the Venerable ... [Anm. 20], S. 115-152; BOBZIN, Koran ... [Anm. 20], S. 48f.

(66) Ed. Theodor Bibliander, Machumetis Saracenorum principia ... Alcoran ..., Basel, 1543 [21550], S. 213-223. Ursprunglich mundlich tradierte judische und muslimische Legenden zur Schopfung der Erde und des Menschen, eine Chronologie der Patriarchen und Propheten, eine Geschichte Mohammeds und eine Skizze der sieben ersten Kalifen; vgl. D'ALVERNY, Deux traductions... [Anm. 20], S. 79f.; KRITZECK, Peter the Venerable ... [Anm. 20], S. 75-83; BOBZIN, Koran ... [Anm. 20], S. 49.

(67) Ed. BIBLIANDER, Machumetis ... [Anm. 66], S. 201-212. Eine Anzahl von judisch-islamischen Schopfungslegenden, etliche Patriarchen--und Prophetengeschichten und die Genealogie des Mohammed, in der als Leitmotiv vom prophetischen Licht von Adam uber Noah und die Patriarchen bis Mohammed die Rede ist; vgl. MONNERET DE VILLARD, Lo studio ... [Anm. 20], S. 11f.; D'ALVERNY, Deux traductions ... [Anm. 20], S. 80-82; KRITZECK, Robert of Ketton ... [Anm. 63], S. 310; KRITZECK, Peter the Venerable ... [Anm. 20], S. 84-88; BOBZIN, Koran ... [Anm. 20], S. 49.

(68) Ed. BIBLIANDER, Machumetis ... [Anm. 66], S. 189-200. Bekehrungslegende: Spruche und Ratsel, genommen aus Bibel und Talmud, die drei Juden unter der Leitung des Abdias dem Mohammed vorgetragen haben. Es handelt sich um 100 Fragen zum judischen Gesetz. Mohammed beantwortet alle Fragen und veranlafit Abdias zur Annahme des Islam. Das Werk hat also dialogischen Charakter; vgl. MONNERET DE VILLARD, Lo studio ... [Anm. 20], S. 11f.; D'ALVERNY, Deux traductions ... [Anm. 20], S. 82-85; KRITZECK, Robert of Ketton ... [Anm. 63], S. 310; KRITZECK, Peter the Venerable ... [Anm. 20], S. 89-96; BOBZIN, Koran ... [Anm. 20], S. 49f.; Henri Lamarque, Le 'Dialogue d'Abdia', in Barcelo MARTINEZ-GAZQUEZ (eds.), Musulmanes... [Anm. 23], S. 41-49.

(69) Ed. BIBLIANDER, Machumetis ... [Anm. 66], S. 8-188; vgl. D'ALVERNY, Deux traductions ... [Anm. 20], S. 85-87.

(70) Ed. KRITZECK, Peter the Venerable ... [Anm. 20], S. 212-214; ed. GLEI, Petrus Venerabilis ... [Anm. 14], S. 22-28. Einladungsschreiben an Bernhard von Clairvaux, eine Widerlegung des Islam zu verfassen; vgl. BOBZIN, Koran ... [Anm. 20], S. 49. Eine ausfuhrlichere Version dieses Schreibens ist Petrus' Epistola 111, ed. Giles CONSTABLE, The Letters of Peter the Venerable, Bd. 1, (Harvard Historical Studies 78), Cambridge (Mass.), 1967, S. 1-450, hier S. 274-299; vgl. ibid., Bd. 2, S. 275-284.

(71) Ed. MUNOZ SENDINO, La Apologia ... [Anm. 20], S. 377-460 [nach Oxford, Corpus Christi College, Ms. 184 und Paris, BnF, Ms. lat. 6064]; ed. GONZALEZ MUNOZ, Exposicion ... [Anm. 23], S. 1-147. Apologie des sog. Pseudo-al-Kindi gegen den Islam. Zweigeteilter fiktiver Briefwechsel zwischen einem Muslimen und einem Christen, in dem zunachst vom Muslimen die wesentlichen Gesichtspunkte des Islam referiert werden, um den Christen zur Annahme des Islam zu bewegen, bevor der Christ die Inhalte des Islam in einem sechsmal ausfuhrlicheren Antwortbrief wiederlegt; der Sultan al-Macmun fallt schliefilich zugunsten des Christen sein Urteil; vgl. D'ALVERNY, Deux traductions ... [Anm. 20], S. 87-96; MUNOZ SENDINO, La Apologia ... [Anm. 20], S. 344-355; D'ALVERNY, La connaissance ... [Anm. 20], S. 592f.; BOBZIN, Koran ... [Anm. 20], S. 50f.; BOTTINI, Introduzione [Anm. 23], S. 30f.; GONZALEZ-MUNOZ, Introduccion ... [Anm. 23], S. XXI-XLIX; Id., La version latina ... [Anm. 23], S. 25f.

(72) Vgl. Summa totius haeresis Saracenorum [seccion] 18: <<magno studio et impensis totam impiam sectam eiusque pessimi inventoris exsecrabilem vitam de Arabico in Latinum transferri ac denudatam ad nostrorum notitiam venire feci>>, ed. GLEI, Petrus Venerabilis ... [Anm. 14], S. 20 Z. 3-6; Epistola de tramlatione sua [seccion] 2: <<multo pretio>>, ibid., S. 24 Z. 22; Contra sectam Saracenorum [seccion] 17: <<tam prece quam pretio>>, ibid., S. 54 Z. 16f.

(73) Petrus Venerabilis, Contra sectam Saracenorum, ed. KRITZECK, Peter the Venerable ... [Anm. 20], S. 220-291; ed. GLEI, Petrus Venerabilis ... [Anm. 14], S. 30-224.

(74) Es konnen hier nur erste Lekturefunde prasentiert werden. Einige Rezeptionsspuren der sog. Collectio Toletana hat zusammengetragen DE LA CRUZ PALMA, La transcendencia ... [Anm. 23]. Thomas E. BURMAN, Reading the Qur'an in Latin Christendom, 1140-1560, (Material Texts), Philadelphia (Pa.), 2007 konzentriert seine Untersuchungen auf die erhaltenen Handschriften dieser Sammlung, rekonstruiert aber nicht ihr komplettes Rezeptionsprofil im Spiegel der mittelalterlichen Bibliothekskataloge und der Koranrezeption in der christlichen Islamliteratur.

(75) Vgl. CERULLI, Il 'Libro della scala' ... [Anm. 28], S. 416; D'ALVERNY, Saint Louis ... [Anm. 20], S. 245; TOLAN, Petrus Alfonsi ... [Anm. 51], S. 108 mit Anm. 238 und S. 238 Anm. 25; ID., Pedro Alfonso, precursor de la literatura apologetica, in LACARRA (ed.), Estudios ... [Anm. 51], S. VII-LVII, hier S. XXXIX; Anne MULLER, Die dominikanische Mission 'inter infideles et scismaticos', Konzepte, Leitbilder und Impulse bei Humbert de Romanis, in Gert MELVILLE--Jorg OBERSTE (eds.), Die Bettelorden im Aufbau. Beitrage zu 1nstitutionalisierungsprozessen im mittelalterlichen Religiosentum, (Vita regularis. Ordnungen und Deutungen religiosen Lebens im Mittelalter 11), Munster in Westfalen, 1999, S. 321-382, hier S. 363. Die ibid., S. 379 zu findende Wendung, <<versaumt er, die Ubersetzung und das Studium des Koran anzuregen>>, trifft also nicht zu.

(76) Viel zur Klarung der verschiedenen lateinischen Traditionen des Pseudo-al-Kindi haben nach DANIEL, Islam ... (1960) [Anm. 2], S. 11f. (=DANIEL, Islam ... (1993) [Anm. 2], S. 29f.) und DANIEL, The Arabs ... [Anm. 40], S. 238 dann VANDECASTEELE, Etude ... [Anm. 24] und LIEBERKNECHT, Rezeption ... [Anm. 24] beigetragen, ohne dafi sich die Autoren untereinander rezipieren. POWELL, Matthew Paris ... [Anm. 24], S. 66; GONZALEZ MUNOZ, Introduccion ... [Anm. 23], S. LXXXV Anm. 249, die auf Daniel, Islam ... (1993) [Anm. 2] rekurrieren, berucksichtigen die jungeren Studien nicht.

(77) Ed. [Francois HOTOT], Guilelmi Alverni episcopi Parisiensis, mathematiciperfectissimi, eximiiphilosophi, ac theologipraestantissimi, Opera omnia, Bd. 1, Paris, 1674 [Nachdruck: Frankfurt am Main, 1963], S. 1 Sp. a--S. 102 Sp. b, hier S. 49 Sp. b--S. 54 Sp. a; vgl. Noel VALOIS, Guillaume d'Auvergne, eveque de Paris (1228-1249). Sa vie et ses ouvrages, Paris, 1880 [Nachdruck: Dubuque (Ia.), (1962)], S. 204; CERULLI, Il 'Libro della scala'... [Anm. 28], S. 402-412; D'ALVERNY, Saint Loue ... [Anm. 20], S. 241f.; DANIEL, Islam ... (1993) [Anm. 2], S. 256; Lesley SMITH, William of Auvergne and the law of the Jews and the Muslims, in Thomas J. HEFFERNAN--Thomas E. Burman (eds.), Scripture and pluralism. Reading the bible in the religiously plural worlds of the Middle Ages and Renaissance. Papers presented at the First Annual Symposium of the Marco Institute for Medieval and Renaissance Studies at the University of Tennesse, Knoxville, february, 21-22, 2002, (Studies in the History of Christian Traditions 123), Leiden-Boston 2005, S. 123-142, hier S. 124 und 138f. Da Wilhelm auch bezeugt, er habe den Koran gelesen (vgl. D'ALVERNY, Saint Louis ... [Anm. 20], S. 242), durfte seine Quelle des Pseudo-al-Kindi eine Handschrift der Collectio Toletana gewesen sein. Der genannte Traktat ist Teil einer enzyklopadischen Summe, die Wilhelm selbst als Magisterium divinale bezeichnet; vgl. VALOIS, Guillaume d'Auvergne..., S. 162f. und 195-197; Joseph KRAMP, Des Wilhelm von Auvergne 'Magisterium dwinale', in Gregorianum, 1 (1920), S. 538-584, hier S. 564f. und 574f.; ibid. 2 (1921), S. 42-78 und 174-187, hier S. 67f., 71 und 78.

(78) Vgl. Speculum historiale XXIII c. 40-67, ed. Bibliotheca mundi seu Speculi maioris Vincentii Burgundipraesulis Bellovacensis ... tomus quartus qui Speculum historiale inscribitur..., Douai, 1624 [Nachdruck: Graz, 1965], S. 1-1334, hier S. 913 Sp. a--S. 922 Sp. b: Exzerpte aus dem Pseudo-al-Kindi, und zwar ein Leben Mohammeds, eine Charakterisierung seiner Anhanger und eine Geschichte des Koran aus dem Antwortbrief des Christen sowie eine Beschreibung der Glaubensinhalte des Islam hieraus und aus dem Ausgangsbrief des Muslimen. Vinzenz ubergeht dabei die allzu polemischen und theologischen Passagen seitens des Christen; vgl. D'ALVERNY, Deux traductions ... [Anm. 20], S. 97; CERULLI, Il 'Libro della scala'... [Anm. 28], S. 386; MUNOZ SENDINO, La Apologia ... [Anm. 20], S. 341-343; CERULLI, Nuove ricerche ... [Anm. 28], S. 46 und 299; D'ALVERNY, Saint Louis ... [Anm. 20], S. 239; DANIEL, Islam ... (1993) [Anm. 2], S. 22, 244 und 256-259; Monique Paulmier-FoucarT--Marie-Christine DUCHENNE, Vincent de Beauvais et le Grand miroir du monde, (Temoins de notre histoire [10]), Turnhout, 2004, S. 90 Anm. 181, S. 91, 101 und S. 324 mit Anm. 380; Gonzalez Munoz, Introduccion ... [Anm. 23], S. LXXXIV; Id., La version latina ... [Anm. 23], S. 29. Zur besonderen textlichen Nahe der Exzerpte zum cluniazensischen Archetyp Paris, BArs, Ms. 1162 gegen den Rest der Uberlieferung vgl. GONZALEZ MUNOZ, Introduccion, S. LXXXIV Anm. 246; ID., La version latana, S. 31.

(79) Vgl. c. 177, ed. Giovanni Paolo Maggioni, Iacopo da Varazze, Legenda aurea, Bd. 1-2, (Millennio medievale 6. Testi 3), Firenze 1998 [(2) 1999], S. 3-1298, hier S. 1256-1282, hier S. 1261 [seccion] 76--S. 1266 [seccion] 150; vgl. CERULLI, Nuove ricerche ... [Anm. 28], S. 47; Giovanni Paolo MAGGIONI. Ricerche sulla composizione e sulla trasmissione della Legenda aurea\ (Biblioteca di Medioevo Latino 8), Spoleto, 1995, S. 96, 134f., 256-261 und 517; GONZALEZ MUNOZ, Introduccion ... [Anm. 23], S. LXXXV. Vgl. aber auch den von Liebermann, Rezeption ... [Anm. 24], S. 530 Anm. 27 gelieferten Hinweis einer Teilabhangigkeit von Jakob von Vitry.

(80) Vgl. I 6, ed. Summa contra gentiles, (Sancti Thomae Aquinatis doctoris Angelici Opera omnia, iussu edita Leonis XIII. P M. 13), Roma, 1918, S. 3-602, hier S. 17 Sp. a-b; vgl. Simone VAN RIET, La 'Somme contre les Gentils' et la polemique islamo-chretienne, in Gerard VERBEKE--Daniel VERHELST (eds.), Aquinas and problems of his time, (Mediaevalia Lovaniensia. Series I. Studia 5), Leuven-The Hague, 1976, S. 150-160, hier S. 153-157; Jean-Pierre TORRELL, Saint Thomas et les non-chretiens, in Saint Thomas et la theologie des religions. Acte du Colloque organise par l'Institut Saint-Thomas d'Aquin, Toulouse, 13-14 mai 2005 [= Revue Thomiste, 106, 1-2 (2006)], Toulouse, 2006, S. 17-49, hier S. 37-40.

(81) I 20, ed. Edward BROWN, Appendix ad fasciculum rerum expetendarum et fugiendarum ab Orthuino Gratio editum Coloniae A. D. MDXXXV, London, 1690 [Nachdruck: Tucson (Ariz.), 1967], Appendix 2, S. 185228, hier S. 200; vgl. Dana Carleton MUNRO, The Western attitude toward Islam during the period of the crusades, in Speculum, 6 (1931), S. 329-343, hier S. 343.

(82) Ed. CERULLI, Il 'Libro della scala' ... [Anm. 28], S. 417-427 (nach Citta del Vaticano, BAV, Vat. lat. 2037, fol. 161v-163r, 14. Jahrhundert); vgl. D'ALVERNY, Saint Louis ... [Anm. 20], S. 239; VANDECASTEELE, Etude ... [Anm. 24], S. 82f.; DANIEL, Islam ... (1993) [Anm. 2], S. 30, 148 und 399f.; LIEBERKNECHT, Rezeption ... [Anm. 24], S. 524-526; GONZALEZ MUNOZ, Introduccion ... [Anm. 23], S. LXXXVf.; Id., La version latina ... [Anm. 23], S. 28.

(83) Ed. Franciscus MOSCHUS, Iacobi de Vitriaco ... libri duo. Quorum prior Orientalis, sive Hierosolymitanae, alter Occidentalis Historiae nomine inscribitur ..., Douai, 1597 [Nachdruck: Westmead, 1971], S. 1-258, hier S. 8-33; ed. Jacques Bongars, Gesta Dei per Francos, sive Orientalium expeditionum, et regni Francorum Hierosolimitani Historia ..., Bd. 1, Hanau, 1611, S. 1047-1124, hier S. 1052-1060; vgl. D'ALVERNY, Saint Louis ... [Anm. 20], S. 239; VANDECASTEELE, Etude ... [Anm. 24], S. 94-97; DANIEL, Islam ... (1993) [Anm. 2], S. 30, 125, 128, 148, 257 und 399f.; LIEBERKNECHT, Rezeption ... [Anm. 24], S. 526; GONZALEZ MUNOZ, Introduccion ... [Anm. 23], S. LXXXVI. Dass Jakob von Vitry mit dem Werk des Petrus Venerabilis vertraut gewesen sein soll, wie Munro, The Western attitude ... [Anm. 81], S. 341 meinte, trifft also nicht zu. Von Jakob von Vitry ist ferner abhangig das Mohammedkapitel (II 8) der italienisch geschriebenen Cronica des Giovanni Villani ([cruz] 1348) sowie wiederum hiervon die umfangliche italienische Mohammedglosse im Kommentar des sog. Anonimo fiorentino zu Dantes Divina commedia, Inferno XXVIII 31 (um 1400); vgl. LIEBERKNECHT, Rezeption ... [Anm. 24], 526f.

(84) Ed. Henry Richards LUARD, Matthaei Parisiensis, monachi Sancti Albani, Chronica majora, Bd. 3, (Rerum Britannicarum Medii Aevi Scriptores 57, 3), London, 1875 [Nachdruck: London, 1964], S. 1-640, hier S. 343-355; vgl. D'ALVERNY, Saint Louis ... [Anm. 20], S. 239; VANDECASTEELE, Etude ... [Anm. 24], S. 82; DANIEL, Islam ... (1993) [Anm. 2], S. 125, 257 und 399f.; LIEBERKNECHT, Rezeption ... [Anm. 24], S. 526f. Von einem Zusammenhang mit Gregor IX. gehen aus Berthold Altaner, Die Dominikanermissionen des 13. Jahrhunderts. Forschungen zur Geschichte der kirchlichen Unionen und der Mohammedaner--und Heidenmission des Mittelalters, (Breslauer Studien zur historischen Theologie 3), Habelschwerdt, 1924, S. 87 Anm. 90; MONNERET DE VILLARD, Lo studio ... [Anm. 20], S. 60; POWELL, Matthew Paris ... [Anm. 24], S. 65f. und 68f.; GONZALEZ MUNOZ, Introduccion ... [Anm. 23], S. LXXXV. Aus den Rubriken zum Text geht freilich nicht hervor, dafi die Absender Dominikaner sind und der Empfanger Papst Gregor IX. ist: <<De quodam scripto misso ad dominum Papam de lege Machometi (S. 343 Z. 25f.) ... de partibus orientalibus per praedicatores partes illas peragrantes>> (ibid., Z. 28f.) und <<Explicit scriptum ad dominum Papam de pseudo-prophetia Machometh...>> (S. 355 Z. 24f.).

(85) So LIEBERKNECHT, Rezeption ... [Anm. 24], S. 530.

(86) Vgl. VANDECASTEELE, Etude ... [Anm. 24], S. 83 mit Anm. 9.

(87) Eine Rezeption des Koran lasst sich etwa bei Riccoldo von Montecroce, Contra legem Sarracenorum belegen; vgl. Ludwig HAGEMANN, Der Kufan in Verstandnis und Kritik bei Nikolaus von Kues. Ein Beitrag zur Erhellung islamisch-christlicher Geschichte, (Frankfurter Theologische Studien 21), Frankfurt am Main, 1976, S. 56-67 (Exkurs 2); Hartmut BOBZIN, A treasury of heresies' Christian polemics against the Koran, in Stefan WILD (ed.), The Qur'an as text, (Islamic Philosophy, Theology and Science. Text and Studies 27), Leiden-New York-Koln, 1996, S. 157-175, hier S. 164-167 und 170-174. Johannes von Ragusa besorgt sich 1437 in Konstantinopel eine Kopie des lateinischen Koran; vgl. D'ALVERNY, Deux traductions ... [Anm. 20], S. 86 mit Anm. 5; EAD., Quelques manuscrits ... [Anm. 20], S. 218; Bobzin, Koran ... [Anm. 20], S. 31 noch Anm. 81, S. 67f., 223, S. 237 Anm. 497 und S. 249.

(88) Vgl. ALTANER, Geschichte ... [Anm. 31], S. 231. Keine Koranhandschrift durfte freilich der im Katalog der papstlichen Bibliothek von 1375 (Pontifikat Gregors XI.) gemachte Eintrag <<Item in volumine signato per CCLXV quidam libellus contra Saracenos, de scismate Grecorum>>, ed. Franz EHRLE, Historia bibliothecae Romanorum pontificum tum Bonifatianae tum Avenionensis, Bd. 1, (Biblioteca dell'Accademia Storico-Giuridica 7), Roma, 1890, S. 454-549, hier S. 505 Nr. 766 bezeugen. Gemeint konnte damit sein Humbert von Romans, Opusculum tripartitum.

(89) Vgl. <<Item doctrina Machometi cum responsione Christiani, cooperta corio rubeo, que incipit in secundo folio 'cant', et finit in penultimo folio 'alii'>>, ed. EHRLE, Historia ... [Anm. 88], S. 277-432, hier S. 360 Nr. 952. EHRLE, ibid., Anm. 319 meinte noch, es handelte sich hierbei um ein Werk des Petrus Paschalis.

(90) Vgl. <<Item Alcoranus Macometi in latino, coopertus de nigro, incipit in secundo folio 'distinctus' et finit in penultimo 'comprehenditur'>>, ed. EHRLE, Historia ... [Anm. 88], S. 549-560, hier S. 559 Nr. 1650; vgl. ALTANER, Geschichte ... [Anm. 31], S. 232.

(91) Vgl. D'ALVERNY--Vajda, Marc de Tolede ... [Anm. 14], S. 103 mit Anm. 4; D'Alverny, Marc de Tolede [Anm. 42], S. 51f., die wahrscheinlich machen konnen, dass der erhaltene Koran-Codex Paris, BMaz, Ms. 780 eine unmittelbare Abschrift dieser Vorlage ist. Letztere wird auch in zwei Inventaren Papst Benedikts XIXI. erwahnt: zunachst im Katalog seiner von ihm 1411 nach Peniscola verschafften papstlichen Bibliothek: <<Item Alcoranus>>, ed. Maurice FAUCON, La librairie des papes d'Avignon. Sa formation, sa composition, ses catalogues (1316-1420), Bd. 2, (Bibliotheque des Ecoles Francaises d'Athenes et de Rome 50), Paris, 1887 [Nachdruck: Amsterdam 1969], S. 43-150, hier S. 124 Nr. 727; dann im Inventar der Handschriften, die sich beim Ableben des Papstes 1423 dort befanden: <<Item liber in quo est Disputacio fratris Ricoldi Florentini contra Sarracenos et Alcoranum, et ipse liber Alcorani in principio, et est copertus de nigro in copertis papiri, et incipit in secundo folio 'distinctus', et finit 'Marie Virginis' (dann von der Hand des Notars Antoine de Camps:) Fuit traditus magistro Subirats pro sua provisione>>, ed. Marie-Henriette JULLIEN DE POMMEROL--Jacques MONFRIN, La bibliotheque pontificale a Avignon et a Peniscola pendant le grand Schisme d'Occident et sa dispersion. Inventaires et concordances, (Collection de l'Ecole Francaise de Rome 141, 1), Roma, 1991, S. 367-623, hier S. 510 Nr. 740.

(92) Vgl. etwa BURMAN, Polemic ... [Anm. 20], S. 189 und 192-209 zum philologischen Koranstudium im Spatmittelalter.

(93) Vgl. Ludwig HAGEMANN, Missionstheoretische Ansatze bei Thomas von Aquin in seiner Schrift 'De rationibus fidei', in Albert ZIMMERMANN (ed.), Thomas von Aquin. Werk und Wirkung im Licht neuerer Forschungen, (Miscellanea Mediaevalia 19), Berlin-New York, 1988, S. 459-483 [verkurzte Fassung von Einleitung, in ID.--Reinhold GLEI (eds.), Thomas von Aquin, De rationibus fidei. Kommentierte lateinisch-deutsche Textausgabe, (Corpus Islamo-Christianum. Series Latina 2), Altenberge, 1987, S. 9-55].

(94) Vgl. Id., Kur'an ... [Anm. 87], S. 60-67.

(95) Vgl. Petrus Venerabilis, Epistola de translatione sua [seccion] 3: <<Hoc ego de hoc praecipuo errore errorum, de hac faece universarum haeresum, in quam omnium diabolicarum sectarum quae ab ipso salvatoris adventu ortae sunt reliquiae confluxerunt, facere volui ...>>, ed. GLEI, Petrus Venerabilis ... [Anm. 14], S. 24 Z. 6-9.

(96) Dies ist eine Fragestellung, die so bislang kaum entwickelt, geschweige denn beantwortet wurde; vgl. Louis Gerard KELLY, The true interpreter. A history of translation theory and practice in the West, Oxford, 1979; Rita COPELAND, Rhetoric, hermeneutics, and translation in the middle ages. Academic traditions and vernacular texts, (Cambridge Studies in Medieval Literature 11), Cambridge, 1991 [1995].

(97) Vgl. zur allgemeinen Orientierung Doris BACHMANN-MEDICK, Ubersetzung als Medium interkultureller Kommunikation und Auseinandersetzung, in Friedrich JAEGER--Jorn RUSEN (eds.), Handbuch der Kulturwissenschaften, Bd. 3: Themen und Tendenzen, Stuttgart-Weimar 2004, S. 449-465.

(98) Vgl. die Ansatze hierzu bei FOZ, Le traducteur ... [Anm. 37], S. 86, 117, 134-136 und 153-155.

(99) Vgl. D'ALVERNY, Deux traductions ... [Anm. 20], S. 114-119; EAD--VAJDA, Marc de Tolede ... [Anm. 14], S. 116 und 132; D'ALVERNY, Marc de Tolede ... [Anm. 42], S. 42.

(100) Vgl. BURMAN, Tafsir ... [Anm. 20], S. 707-727 und 731; Id., Exclusion or concealment. Approaches to traditional Arabic exegesis in medieval-Latin translations of the 'Qur'ari, in Scripta mediterranea, 19-20 (1998-1999), S. 181-197, hier S. 183; PETRUS I PONS, Marcos de Toledo ... [Anm. 42], S. 91-93; BurMAN, Reading... [Anm. 74], S. 40-43, 122, 125 und 133.

(101) Man hat in Erwagung gezogen, dass evtl. ein liturgischer Koran als Vorlage gedient hat: Die langen Suren 2-6 sind nach der sog. h. izb-Einteilung in vier, drei, vier, zwei und drei Abschnitte zerlegt und diese ebenfalls jeweils als Sure (<<azzoara>>) uberschrieben (also: 1-4, 5-7, 8-11, 12 und 13 sowie 14-16). Sure 1 ist nicht mitgezahlt, Suren 7 und 8 als Sure 17, Sure 9 dann als Sure 18 gezahlt; vgl. D'ALVERNY, Deux traductions... [Anm. 20], S. 86; Johann FUCK, Die arabischen Studien in Europa bis an den Anfang des 19. Jahrhunderts, Leipzig, 1955 [erweiterte Fassung von Die arabischen Studien in Europa vom 12. bis in den Anfang des 19. Jahrhunderts, in Id., Beitrage zur Arabistik, Semitistik und Islamwissenschaft, Leipzig, 1944, S. 86-253], S. 6 Anm. 1; Reinhold GLEI, Einleitung, in ID., Petrus Venerabilis ... [Anm. 14], S. XII-XXXII, hier S. XVIf.; BOBZIN, Koran ... [Anm. 20], S. 226-229; Burman, Reading ... [Anm. 74], S. 80.

(102) Vgl. HAGEMANN, Koranubersetzung ... [Anm. 58], S. 50-54; Burman, Tafsir ... [Anm. 20], S. 705-731; Id., Exclusion ... [Anm. 100], S. 183; BURMAN, Reading ... [Anm. 74], S. 37-40, 42f. und 56-58.

(103) Vgl. etwa Robert von Ketton, Praefatio ad Alchoran: <<... Quanquam enim in effragili fulcitum ingeniolo plura praecesserunt incommoda, tum hinc eloquij penuria, ilhinc scientiae tenuitas, tum id quod ad nil agendum est efficacius, secordiae videlicet negligentiaeque mater desperatio multiplex ob translationis nostrae vilem et dissolubilem, ac incompaginatam materiam, pro sui modo prorsus, Arabico tamen semoto velamine, tuae maiestati praebendam, non minus tamen obnixe tuum obsequium aggressus sum, confisus nil effectu quassari, quo tuum votum igne divino plenum adspirat. Lapides igitur et ligna, ut tuum deinde pulcherrimum et commodissimum cdificium coagmentatum et indissolubile surgat, nil excerpens, nil sensibiliter nisi propter intelligentiam tantum alterans, attuli...>>, ed. BIBLIANDER, Machumetis ... [Anm. 66], S. 7f., hier S. 7 Z. 29-41; Robert von Ketton, Praefatio ad Fabulas Sarracenorum: <<... Sui namque gratia speciali prius laborem agressus, legem peccati manu propria detexi et in linguae romanae thesaurum attuli, ut illius vilitate notata, lapis angularis redemptio generis humani pretiosissima longius magisque suos fulgores emittat...>>, ed. Jean Leclercq, Pierre le Venerable, (Figures monastiques), Saint-Wandrille, 1946, S. 375-377, hier S. 376 Z. 1-5; ed. MUNOZ SENDINO, Introduccion ... [Anm. 28], S. 143f. Anm. 1, hier S. 143 Anm. 1 Z. 11-14; ed. Martin DUQUE, El ingles Roberto ... [Anm. 39], S. 489f. Anm. 22, hier Z. 22-25.

(104) Vgl. BURMAN, Exclusion ... [Anm. 100], S. 182: <<... it is very hard to find intentional, polemical distortion in either [sc. 'translation of the Qur'an']>>.

(105) Auf muslimischer Seite ist das dem arabisch-lateinischen Ubersetzen innewohnende Gefahrdungspotential bereits deutlich erkannt worden, das entsteht, wenn vermehrte Arabisch--und Wissenskenntnisse auf judischer bzw. christlicher Seite uber die blofie Wissensaneignung zugleich Techniken ihrer intellektuell-religiosen Nutzbarmachung zur Durchbrechung des sprachlichen und intellektuellen Schutzschilds der Muslime vermitteln. Diese Sicht bezeugt implizit die Warnung des Ibn cAbdun in seinem Traktat uber die Regulierung des Marktes, Juden bzw. Christen keine arabischen wissenschaftlichen Handschriften zukommen zu lassen (Anfang des 12. Jahrhunderts); vgl. George VAJDA, a propos de la situation des juifs et des chretiens a Seville au debut du XII siecle, in Revue des etudes juives, 99 (1935), S. 127-129, hier S. 129; Evariste LEVI-PROVENCAL, Seville musulmane au debut du XII siecle. Le traite dLbn cAbdun sur la vie urbaine et les corps de metiers, (Islam d'hier et d'aujourdhui 2), Paris, 1947 [2001], S. 128; D'ALVERNY, Translations ... [Anm. 20], S. 440; Charles BURNETT, The translation of Arabic science into Latin. A case of alienation of intellectual property?, in Bulletin of the Royal Institute for Inter-Faith Studies, 4 (2002), S. 145-157, hier S. 148f. Ausdrucklich bezeugen diese Haltung dann bezuglich der christlichen Ubersetzungsaktivitaten in Murcia Abu cAli al-Husein ibn Rasig in seinem Kitab al-rasa' il wa-l-wasa' il (um 1275) bzw. Abu l-cAbbas Ahmad ibn Yahya al-Wansarisi (1430-1508) in seinem Kitab al-mi cyar al-mugrib wa-l-yami' al-mucrib can fatawa ahl Ifriqiya wa-l-Andalus wa-l-Magrib; vgl. Fernando DE la Granja, Una polemica religiosa en Murcia en tiempos de Alfonso el Sabio, in al-Andalus, 31 (1966), S. 47-72, hier S. 67; Jose MARTINEZ GAZQUEZ, Traducciones arabo-latinas en Murcia, in Filologia mediolatina, 2 (1995), S. 249-257, hier S. 251f.; Id., Caracteristicas de las traducciones arabo-latinas del itudium' de Murcia, in Maurilio PEREZ GONZALEZ (ed.), Actas del II Congreso Hispanico de Latin Medieval, Leon, 11-14 de noviembre de 1997, Bd. 2, Leon, 1998, S. 663-669, hier S. 666f. mit Anm. 12.

(106) Vgl. aus der Perspektive der Sprachphilosophie Marc CREPON, La traduction entre les cultures, in ESPAGNE (ed.), L'horizon anthropologique ... [Anm. 1], S. 71-82. Vgl. ferner aus kulturwissenschaftlicher Sicht BACHMANN-MEDICK, Ubersetzung ... [Anm. 97].

(107) Vgl. CREPON, La traduction ... [Anm. 106], S. 74: <<Traduire, c'est passer d'un signifiant a un autre--en preservant, autant que faire ce peu, mais jamais totalement, le signifie ... il existe des signifies culturels qui, d'une culture a l'autre, changent de signifiant--ou encore des signifies dont le passage exige l'invention d'un autre signifiant>>.

(108) Dies gegen Walter BENJAMIN, Die Aufgabe des Ubersetzers, in Charles Baudelaire, Tableaux Parisiens. Deutsche Ubertragung mit einem Vorwort uber die Aufgabe des Ubersetzers, (Die Drucke des Argonautenkreises 5), Heidelberg, 1923, s. V-XVII, der 'Original' als unhintergehbares kulturelles/sprachliches Ereignis versteht, ohne zu beachten, das sich auch dieses voraufgegangenen 'Ubersetzungen' verdankt.

(109) Vgl. Alexander Fidora, Abraham Ibn Daud und Dominions Gundissalinus. Philosophie und religiose Toleranz im Toledo des 12. Jahrhunderts, in LUTZ-BACHMANN--FIDORA (ed.), Juden ... [Anm. 42], S. 10-26; vgl. dazu Matthias Martin TISCHLER (Rezension), in Theologie und Philosophie, 81 (2006), S. 277-279, hier S. 277.
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Title Annotation:ESTUDIOS: CRISTIANISMO E ISLAM EN EL SIGLO DE LAS NAVAS DE TOLOSA (1212)
Author:Tischler, Matthias
Publication:Anuario de Historia de la Iglesia
Date:Jan 1, 2011
Words:19953
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