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Koln: Joseph-Haydn-Institut digitalisiert Werkkartei.

Das Joseph Haydn-Institut in Koln ist Herausgeber der im G. Henle-Verlag erscheinenden Haydn-Gesamtausgabe, deren 100. Band kurzlich veroffentlicht wurde. Seit seiner Grundung im Jahr 1955 sammelt das Institut Informationen zu den Quellen der authentischen, aber auch aller Haydn falschlich zugeschriebenen Werke. Diese Informationen sollten als Grundlage fur die Edition der echten und das Aussondern der zahlreichen unechten Werke in der Gesamtausgabe dienen. Im Laufe der Jahrzehnte ist so eine umfangreiche zweigleisige Quellenkartei entstanden, die einerseits nach den Werken selbst ("Stammkartei"), andererseits nach Fundorten und Verlagen ("Quellenkartei") aufgeschlusselt ist.

In der Stammkartei sind zu jedem authentischen bzw. Haydn zugeschriebenen Werk eine oder (bei umfangreicherer Uberlieferung) mehrere Einzelkarten vorhanden, auf denen neben allen dem Institut bekannt gewordenen Quellen (Autographe, Abschriften, Drucke) weitere Informationen, z. B. uber Eintragungen in Haydns Werkkatalogen oder in historischen Bibliothekskatalogen, Erwahnungen in der Literatur etc., verzeichnet sind. Auf den Stammkarten sind in der Regel auch zahlreiche Quellen erfasst, die weder in Anthony van Hobokens Haydn-Werkverzeichnis noch bei RISM genannt sind. Die Stammkartei umfasst mehr als 3.600 Kartensatze.

Zu jeder auf einer Stammkarte genannten Quelle gibt es in der Quellenkartei eine zugehorige Karte, auf der neben Fundort, Signatur, diplomatischem Titel, Besetzung etc. meist auch weitere Angaben zur Quelle verzeichnet sind, etwa zur Papierbeschaffenheit und zur Provenienz. In den ersten Jahrzehnten der Institutsgeschichte haben die Mitarbeiter Archive und Bibliotheken in der ganzen Welt aufgesucht und an Ort und Stelle die vorhandenen Haydn-Quellen erfasst und beschrieben (fur eine Edition wichtige Quellen wurden dabei von vornherein ausfuhrlicher beschrieben). In der jungeren Vergangenheit wurde die Erfassung der Quellen vor Ort verstarkt durch die Ubernahme von Daten des RISM oder aus Bibliothekskatalogen erganzt. Die Quellenkartei umfasst knapp 20.000 Einzelkarten.

Gefordert von der Akademie der Wissenschaften in Mainz und der Stadt Koln werden seit ca. einem Jahr die Daten der Stammkarten digitalisiert. Sie wurden zunachst von einem Retrokonversions-Unternehmen gescannt (wodurch eine dringend benotigte Sicherheitskopie der Karteien erstellt wurde). Mit der Unterstutzung von Mitarbeitern der "Digitalen Akademie" in Mainz wurde eine Eingabemaske entwickelt, in der die Daten der Stammkarten von mehreren studentischen und einem wissenschaftlichen Mitarbeiter erfasst werden. Aus diesem Datenpool soll nach redaktioneller Uberarbeitung eine umfassende Datenbank zu samtlichen Werken Haydns einschliesslich der Fehlzuschreibungen entstehen, die einerseits im Internet bereitgestellt wird, andererseits die Grundlage fur eine revidierte Version des in vielen Punkten bereits uberholten Hoboken-Werkverzeichnisses bildet. Die Er fassung der Daten in der Eingabemaske wird voraussichtlich noch in diesem Jahr abgeschlossen werden konnen. http://www.haydn-institut.de

Dr. Andreas Friesenhagen

Joseph-Haydn-Institut Koln
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Title Annotation:Neuigkeiten aus Deutschland
Author:Friesenhagen, Andreas
Publication:Fontes Artis Musicae
Date:Apr 1, 2012
Words:409
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