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Institutionalizing sustainability: a new social contract for urban industrial sites/Nachhaltigkeit institutionalisieren: ein neuer Gesellschaftsvertrag fur stadtische Gewerbegebiete.

Viele Gewerbegebiete aus den 1960er und 1970er Jahren sind heute sanierungsbedurftig. Gleichzeitig schlummert in ihnen ein grosses Potenzial fur den Klimaschutz. Um sie erfolgreich zu revitalisieren, braucht es neue Governance-Modelle--Gewerbegebietsmanagment und standortbezogene Kooperation der Unternehmen. So kann im Kontext der "Grossen Transformation" Nachhaltigkeit dauerhaft institutionalisiert werden.

Nachhaltige Gewerbegebietsentwicklung als Baustein zur "Grossen Transformation"

"Ob eine klimavertragliche Gesellschaft entstehen kann, entscheidet sich vor allem in diesen drei Transformationsfeldern: Trendumkehr in den Energiesystemen; klimavertragliche Gestaltung der sich beschleunigenden Urbanisierung; klimavertragliche Landnutzung" (WBGU 2011, S.97). Unter dem Leitbegriff der "Grossen Transformation" (1) fokussiert der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveranderungen(WBGU)dabei weniger die technische Machbarkeit als vielmehr die gesellschaftliche Gestaltbarkeit des Ubergangs.

Hier setzt vorliegender Beitrag an. Er fragt, wie die "Transformation zur Nachhaltigkeit" (WBGU 2011, S. 66 ff.) in stadtischen Industrie- und Gewerbegebieten zu konzipieren und zu gestalten ist. Diese Gebiete spielten eine massgebliche Rolle in den Urbanisierungsprozessen der Nachkriegszeit in deutschen und in vielen anderen europaischen Stadten. Das macht sie zu einem relevanten Handlungs- und konkreten Experimentierfeld, in dem Klimaschutz- und Nachhaltigkeitspotenziale schlummern, die erst kurzlich ins Blickfeld geraten und noch nicht grundlegend erforscht, geschweige denn ausgeschopft sind.

Vielerorts findet Stadtentwicklung noch immer unter dem stadtebaulichen Leitbild der Funktionentrennung statt. Bis heute wird eine verschwenderische Landnahme an Stadtrandern und in landlichen Gebieten betrieben. Neuerschliessungen von Industrieund Gewerbegebieten zahlen auch dazu. Gleichzeitig leiden die alteren und stadtraumlich integrierten Gebiete aus den 1960er und 1970er Jahren unter Abnutzungserscheinungen. Sie verlieren an Attraktivitat und es staut sich ein hoher Sanierungs--oder Revitalisierungsbedarf auf. So kommt es zu dem Paradoxon, dass einerseits brachfallende innenstadtnahe Flachen keine Nutzer mehr finden und andererseits an den Stadtrandern unverbrauchte Gebiete neu ausgewiesen und von Unternehmen nachgefragt werden. Dieser Mechanismus wird bislang kaum durchbrochen (Betker 2011, S. 74f.). Der fortgesetzte Flachenverbrauch am Stadtrand liesse sich gleichwohl eindammen, wenn die alteren Stand orte, charakterisiert durch ihre kleinen und mittleren, haufig noch produzierenden Unternehmen, stadtebaulich aufgewertet, also funktionaler und attraktiver gestaltet wurden (Abbildung 1). Fur die Zukunftsfahigkeit dieser Gebiete sind Nachhaltigkeitskonzepte gefragt, in denen Ressourcenschonung ein zentrales Element darstellt. Vor allem in energetischer Hinsicht--Gebaudeenergetik, Nutzung erneuerbarer Energien, Stoffkreislaufe etc. besteht ein erheblicher Handlungsbedarf. Nur fur einige wenige Industrie- und Gewerbegebiete liegen schon Zahlen etwa zu C[O.sub.2]-Einsparpotenzialen vor. (2)

Dass in der Gewerbegebietsentwicklung noch so wenig fur die Nachhaltigkeit, insbesondere fur den Klimaschutz, getan wird, liegt unter anderem an der fehlenden standortbezogenen Kooperationskultur. Die in Gewerbegebieten benachbarten Unternehmen kooperieren in der Regel nicht miteinander (Paar et al. 2012, S.4f.). Nachhaltigkeitspotenziale zu nutzen, erfordert aber kooperationsund lernwillige offentliche, privatwirtschaftliche und zivilgesellschaftliche Akteure und entsprechend innovative beziehungsweise anpassungsfahige institutionelle Strukturen. Es sind also nicht nur technisch-energetische, okonomische und stadtebaulichen Fragen, stadtokologische und Raumnutzungsfragen zu beantworten. Die Schlusselfrage bei der Revitalisierung und nachhaltigen Entwicklung von Gewerbebestandsgebieten lautet: Wie sind neue Handlungsmuster im Sinne der Nachhaltigkeit zu institutionalisieren und zu verstetigen, so dass einmal begonnene Massnahmen und Prozesse dauerhaft wirken?

Die Antwort liegt in einem Nachhaltigkeitskonzept, das darauf baut, gesellschaftlich zu gestalten, also Markt-sowie offentliche und zivilgesellschaftliche Akteure in kooperative Strukturen und damit sozio-kulturell einzubinden. Dementsprechend wird in dem vorliegenden Beitrag darauf verzichtet, etwa anhand von Daten zur C[O.sub.2]-Einsparung Nachweise uber quantitative Erfolge zu liefern--vielmehr werden neue Organisationsformen und Handlungsprinzipien betrachtet. Es geht um nicht weniger als das "Konzept eines neuen Gesellschaftsvertrages fur die Transformation zur Nachhaltigkeit" (WBGU 2011, S. 2) in Industrieund Gewerbegebieten.

Dem Beitrag liegt ein Nachhaltigkeitsbegriff zugrunde, der im klassischen Carlowitz schen Sinne die aus der Zukunftsfahigkeit und Generationengerechtigkeit abzuleitende Ressourcenschonung im Blick hat. Er versucht zu zeigen, wie daraus auch Anregungen fur einen Institutionenwandel entwickelt werden konnen, der notwendig ist, um den Transformationsprozess zu gestalten, und geht dabei inter- und transdisziplinar vor.

Im Folgenden wird in zwei Schritten mit Hilfe institutionentheoretischer Uberlegungen ein konzeptioneller Rahmen fur den Kultur- und Institutionenwandel in Industrie- und Gewerbegebieten abgesteckt. Anhand von zwei alteren Bestandsgebieten in Deutschland (Esslingen und Berlin) und der Strategie nachhaltiger Revitalisierung in den Nachbarlandern Niederlande und Belgien (Flandern) werden anschliessend einige der wenigen bereits existierenden Beispiele fur eine Institutionalisierung der Nachhaltigkeit in Industrie- und Gewerbegebieten mit ihren jeweils charakteristischen Merkmalen dargestellt und fur die weitere Debatte fruchtbar gemacht. Dabei werden als neue institutionelle Arrangements mit einem Potenzial zur Problemlosung das Gewerbegebietsmanagement sowie die standortbezogene Kooperation von Unternehmen und Kommunen identifiziert und naher betrachtet.

Institutionalisierung der Leitidee Nachhaltigkeit

Der soziologischen Institutionentheorie zufolge findet Institutionalisierung statt, wenn aus Wertvorstellungen und einer Leitidee eine praktisch anwendbare Verhaltensorientierung (Institution) wird, die einen eigenen Handlungskontext ausdifferenziert, uber geeignete Sanktionsmittel zur Durchsetzung verfugt, Folgen bearbeitet und Konflikte bewaltigt (vergleiche Lepsius 1995 b, S. 329): Das ist etwa bei Gesetzen, Vertragen, rechtsfahigen Organisationen wie auch bei symbolischen Reprasentationen der Fall. Wesentlich im soziologischen Verstandnis des Begriffs Institution ist der Begriff der Leitidee, denn Institutionen entstehen nicht einfach so aus sich heraus oder nur aufgrund funktionaler (objektiver) Notwendigkeiten. Ihnen liegt eine wirkungsmachtige Leitidee zugrunde (Lepsius 1995 a, S.394).

Nachhaltigkeit kann die Funktion solch einer Leitidee erfullen; sie ist im Bewusstsein vieler Menschen bereits prasent und mehr oder weniger wirkungsmachtig. In vielen gesellschaftlichen Bereichen ist der Nachhaltigkeitsgedanke jedoch noch "unterinstitutionalisiert" (Lepsius 1995 a, S.394). Zur Institution kann Nachhaltigkeit werden, wenn sie als Leitidee in die kulturellen Werte und Normen sowie moralischen Vorstellungen eingewoben wird und auch das organisierte Handeln der Menschen spurbar strukturiert. Wenn diese Handlungsorientierung dauerhaft, nicht nur "situativ, spontan, einmalig oder abweichend" (Lepsius 1995 a, S. 394) ist, gilt sie als institutionalisiert.

Welche institutionellen Arrangements oder Formen von Governance waren also geeignet, die Leitidee Nachhaltigkeit etwa in konventionellen Gewerbegebieten zu institutionalisieren und so zum klimavertraglichenUmbau beizutragen? Was konnte die Grundlage fur Handlungsrationalitaten sein, die auf Nachhaltigkeit beruhen? Wer sind die Akteure, deren Handeln im Sinne der Nachhaltigkeit starker aufeinander bezogen werden soll?

Kraft ihrer Planungshoheit gehort die Kommune zu den zentralen Akteuren; sie ist fur die Steuerung der raumlichen und stadtebaulichen Prozesse zustandig und hat das Gemeinwohl der Stadt im Auge zu behalten. Ihre klassischen Planungsinstrumente, mit denen sie top-down die raumliche Entwicklung zu steuern versucht, helfen aber bei der nachhaltigen Entwicklung von Gewerbebestandsgebieten nur sehr begrenzt weiter. Stattdessen konnte Kooperation eine Basis fur auf Nachhaltigkeit orientierte Handlungsrationalitaten sein. Die Kommune nahme eine neue Rolle ein, wenn sie eher vermittelnd und moderierend agiert, indem sie Kooperationsprozesse anregt, unterstutzt und begleitet sowie selbst Kooperationspartnerin wird.

Bei der klimavertraglichen Erneuerung von Gewerbegebieten ist die Kommune auf die Mitwirkungs- und Kooperationsbereitschaft der Unternehmen angewiesen. Auch den Unternehmen, deren Perspektive vor allem eine betriebswirtschaftliche ist, wird ein Umdenken abverlangt. Nach Ansicht Pfriems (2005, S. 338) fuhrt fur sie "mittel- bis langfristig" kein Weg daran vorbei, neue Institutionen in ihrer zumindest doppelten Bedeutung wahrzunehmen: zum einen als "Losung zur Erzielung von effizienten Tauschresultaten" unter speziellen, durchaus auch staatlich beeinflussten Marktbedingungen, und zum anderen als "kulturelle Skripte", in die gesellschaftliche Werte und Leitideen, zu denen auch Nachhaltigkeit gehort, eingeschrieben sind. Aus einer engen betriebswirtschaftlichen Perspektive werden neue institutionelle Arrangements, wie etwa Kooperationen, vor allem als Mechanismen gesehen, die neue Transaktionskosten verursachen. Nachhaltigkeitsstrategien sind aus unternehmerischer Sicht daher nachweislich attraktiver, wenn sie potenziell kostendampfend wirken, wie OKOPROFIT oder das Umweltlabel Eco-Management and Audit Scheme (EMAS) der Europaischen Union belegen. (3) Doch wird diese Erkenntnis bislang noch viel zu wenig in der Praxis umgesetzt.

Vom einzelwirtschaftlichen Standort uber die Ressourcengemeinschaft zum Gemeingut

Es liegt nahe, anzunehmen, dass Unternehmen, die miteinander kooperieren, eher in der Lage sind, die naturlichen Ressourcen zu schonen und gleichzeitig Kosten zu sparen: Stoffkreislaufe einrichten, Regenwasser sammeln, Anlagen zur regenerativen Energieversorgung installieren--all dies sinnvoll zu organisieren, ist Betrieben an einem Standort meist nur im Verbund moglich. Gewerbegebiete, in denen Betriebe zwar einzelwirtschaftlich, jedoch raumlich nahbeieinander wirtschaften, bilden eine wichtige Voraussetzung dafur. Nach Ibert(2010, S. 152) konnen raumliche Nahe und Nachbarschaft einen "Effizienzvorteil" bieten, kann eine explizite nachbarschaftliche betriebliche Zusammenarbeit sogar "die Kosten der Koordination von Transaktionen" reduzieren. Ein Gewerbegebiet kann so den Rahmen fur eine "Ressourcengemeinschaft" darstellen (Muller-Christ und Liebscher 2010).

Grundlegend sind neue Koordinationsmechanismen beziehungsweise Governance-Formen. Sie ersetzen die traditionellen hierarchischen und Marktmechanismen--also unternehmensinterne Organisation, wie Arbeitsvertrage, Anweisungen sowie Preismechanismus, Kaufvertrage--zwar nicht komplett, erganzen sie aber um die Dimension des Handelns in Netzwerken und Kooperationen. Fur die Vertreter(innen) der okologischen Okonomie (Rogall 2011, S. 123, vergleiche S. 125 ff.) muss der "homo oeconomicus" sein Menschenbild um Elemente des "homo cooperativus" erweitern und "seinen Eigennutz zugunsten der Gemeinschaft zugeln". Auch die neue Institutionenokonomik nahert sich zaghaft dem Gedanken der Kooperation an. Markt und Hierarchie stellen zwei Idealtypen dar, die die Endpunkte ("MarktHierarchie-Paradigma", Blum et al. 2005, S.47) eines breiten Kontinuums von hybriden Koordinationsformen markieren, zu denen vor allem die zwischenbetrieblichen Kooperationen gehoren, die weitere Akteursgruppen einbeziehen, wie Staat/Kommune und Zivilgesellschaft. Demnach beschreiben Markt, Hierarchie und Kooperation einen institutionellen Zusammenhang, in dem auch ethische und moralische Grundsatze verankert sein konnen. Zweifellos begrundet diese Verankerung aber noch keinen Paradigmenwechsel im okonomischen Denken. Die Rationalitat der Nutzenmaximierung bleibt handlungsleitend.

Einen Schritt weiter ging die Politikwissenschaftlerin und Nobelpreistragerin Elinor Ostrom. Im Rahmen ihrer institutionentheoretischen Allmende-Untersuchung (Ostrom 1999) stellte sie die Rationalitat der Nutzenmaximierung infrage und arbeitete den Gedanken der Ruckeinbettung des Okonomischen in die Sphare des Sozio-Kulturellen als empirisch belegte Perspektive heraus. In den Allmenden sah sie Gemeinguter, in denen Nachhaltigkeit gleichsam garantiert ist. Kooperation ist der Schlussel dazu--und das entscheidende Instrument, die Umweltguter zu schonen und zugleich eine langfristige wirtschaftliche Perspektive zu erhalten. Ostroms gesellschaftswissenschaftlicher Begriff der Gemeinguter (commons) beschrankt sich nicht auf die Ressourcen oder Umweltguter Luft, Wasser, Boden, Walder oder anderes an sich, sondern schliesst das Handeln der Nutzer(innen) und den Prozess der Institutionalisierung mit ein: "Gemeinguter entstehen uberhaupt erst dann, wenn Nutzergemeinschaften Zugangs- und Nutzungsregeln aushandeln, die allen dienen. (...) Man kann die traditionellen Commons also am besten als Referenz auf eine gemeinschaftlich getragene Ressourcenmanagement-Strategie verstehen, die immer unter Berucksichtigung kultureller, okologischer, okonomischer wie institutioneller Bedingungen erarbeitet werden muss. Dies setzt eine intensive und moglichst direkte Kommunikation der Nutzerinnen und Nutzer miteinander voraus" (Helfrich und Stein 2011, S. 11).

Die Nutzer(innen) mussen also "soziale Ubereinkunfte in der kollektiven, nachhaltigen und fairen Nutzung der Gemeinguter" treffen (Helfrich und Stein 2011, S.9). Das konnen in Gewerbegebieten offentliche Raume oder gemeinschaftliche soziale Einrichtungen, gemeinsam betriebene Anlagen zur Energieerzeugung, die Organisation von Stoffkreislaufen und vieles mehr sein. Gemeinguter sind unabhangig von einer bestimmten Eigentumsform (zum Spektrum an Gemeingutern und Eigentumsformen vergleiche Moss et al. 2009, S. 32-37, Ostrom 2011, S. 53).

Der Begriff der Gemeinguter setzt sich aus drei Grundbausteinen zusammen: Der erste ist materiell, stellt also die Ressource selbst dar; der zweite ist sozial und verweist auf die Menschen oder Gemeinschaften, die den ersten Baustein nutzen und damit aus Ressourcen erst Gemein(schafts)guter machen; und der dritte ist institutionell und umfasst die Regeln und Normen, die die Gemeinschaften im Umgang mit den Gemeingutern festlegen (vergleiche Helfrich und Stein 2011, S.11 f.). Wichtig ist, dass dieser Aushandlungsprozess in Selbstorganisation bottom-up erfolgt. Das Management von Gemeingutern kann so leichter auf die "okologischen Bedingungen sowie auf die Praktiken, Normen und langfristigen Bedurfnisse der Nutzer abgestimmt" werden (Ostrom 2011, S. 67). Nach Ostrom sind selbst organisierte und gemanagte Institutionen der "Schlussel fur Gemeinguter" (Ostrom 2011, S. 25); solche Gemeinschaften sind meist sehr anpassungsfahig (Ostrom 2011, S. 39) und haben ein hohes Potenzial zur Verstetigung.

Beispiele fur die Institutionalisierung der Nachhaltigkeit in Gewerbegebieten

Bislang sind Versuche, Prozesse nachhaltiger Entwicklung anzustossen und mittels offentlicher Forderung neue GovernanceFormen in Gewerbegebieten zu etablieren, meist am Verstetigungsdilemma gescheitert. (4) Doch es gibt auch Gegenbeispiele, wie das Projekt des Instituts fur Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS) zur nachhaltigen Gewerbegebietsentwicklung in Nordrhein-Westfalen (5) belegt. Die im Folgenden ausgewahlten Best-Practice-Beispiele eignen sich besonders, die Institutionalisierung der Nachhaltigkeit und ihre vielversprechende Erprobung greifbar zu machen (Betker und Rawak 2012, S. 117-137,171 f.).

Dabei geht es nicht um eine quantitative Messung von Erfolgen der nachhaltigen Entwicklung, sondern um die Beschreibung eines grundlegenden Transformationsprozesses, gleichsam um einen neuen Gesellschaftsvertrag fur die Transformation zur Nachhaltigkeit in Gewerbegebieten. Das Hauptaugenmerk liegt auf dem (nachhaltigen) Gewerbegebietsmanagement und der zwischenbetrieblichen Kooperation der Unternehmen am Gewerbestandort, in denen sich einige der zuvor beschriebenen Grundgedanken der Institutionalisierung, der Kooperation und der commons wiederfinden.

Standortinitiative Neue Neckarwiesen in Esslingen

Die in den 1960er Jahren erschlossenen Neuen Neckarwiesen in Esslingen (Baden-Wurttemberg) sind eines jener strukturell veralteten Gewerbegebiete, in denen sich auf einem grossen Teil der Flache neben Dienstleistern auch handwerkliche oder industrielle Produktionsbetriebe mit einer sehr heterogenen Branchenstruktur befinden. In den Neuen Neckarwiesen sind es etwa 140 Betriebe auf einem etwa 200 Hektar umfassenden Gelande (Abbildung 2, S. 182). Die Initiative zur Sanierung und nachhaltigen Revitalisierung ging vor sechs Jahren von der Stadt Esslingen aus. Etliche Unternehmen am Standort waren interessiert und bereit, sich zu engagieren; 18 grundeten 2009 das Netzwerk Standortinitiative Neue Neckarwiesen e.V. (SINN), in dem inzwischen knapp ein Drittel aller ansassigen Betriebe Mitglied ist. Einer der ersten Schritte war die Einrichtung eines professionellen Gewerbegebietsmanagements, Working Area Improvement District Management (WIDM), das auch als Geschaftsstelle der SINN dient. Beide wurden zwischen 2009 und 2012 als Pilotprojekt im Rahmen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik des Bundesbauministeriums gefordert (SINN 2012). Das WIDM koordiniert beziehungsweise organisiert Massnahmen zur nachhaltigen Entwicklung und die Vernetzung der Gewerbetreibenden im Gebiet. Es sorgt ferner fur die Aussenwahrnehmung des Standorts, ist Bindeglied zur Stadtverwaltung und wird seit dem Auslaufen der Forderung von der Stadt Esslingen und SINN gemeinsam getragen (SINN 2012).

Es gelang hier also, eine Fordermassnahme zu verstetigen.

SINN hat funf Arbeitskreise eingerichtet, von denen sich vor allem der Arbeitskreis Natur und Umwelt mit konkreten Massnahmen zum Klimaschutz (Energieeffizienz beziehungsweise C[O.sub.2]-Einsparung), zur Renaturierung, Aufenthaltsqualitat und Flachenentsiegelung bis hin zur Nachhaltigkeit im Betriebsablauf beschaftigt. Herausragend ist das Projekt Sonnenwerke Neue Neckarwiesen. Mit Unterstutzung des Energiezentrums Esslingen wurden drei Solar-Tracking-Anlagen (Photovoltaikanlagen mit Nachfuhrsystem) installiert, die von SINN selbst betrieben werden (Abbildung 3, S. 183). Die Erlose aus dem Projekt gehen unter anderem an Schulen, die damit selbst in Energiekonzepte investieren konnen. So konnen Rebound-Effekte vermindert werden. (6) Mit dem Engagement der Kommune, der Grundung des Netzwerks SINN, dem WIDM, den Arbeitskreisen und deren auf Nachhaltigkeit orientierten Handlungsfeldern sind wesentliche Schritte zur Institutionalisierung der nachhaltigen Gewerbegebietsentwicklung geleistet worden. Aus einem nur durch raumliche Nahe gekennzeichneten einzelbetrieblichen Nebeneinander ist eine kooperative Struktur entstanden, deren Handeln sich vermutlich erstmals in der Geschichte der Neuen Neckarwiesen ansatzweise auf Gemeingut bezieht und Gemeingut konstituiert.

UnternehmensNetzwerk Motzener Strasse in Berlin

Problemlage, Gebiets- und Betriebsstruktur im Gewerbegebiet Motzener Strasse im Berliner Bezirk Tempelhof-Schoneberg ahneln jener in den Esslinger Neuen Neckarwiesen. Das Gelande wurde ebenfalls in den 1960er Jahren erschlossen. Auf einer Flache von rund 112 Hektar sind knapp 200 Betriebe, etwa zur Half te des produzierenden Sektors, angesiedelt mit insgesamt etwa 5 000 Beschaftigten (Abbildung 4, S. 184). Hier ging die Initiative im Jahre 2005 von den Unternehmen aus. Sie grundeten das UnternehmensNetzwerk Motzener Strasse e.V. und richteten eine Geschaftsstelle mit einer hauptamtlichen Mitarbeiterin ein, die die Funktion einer Gewerbegebietsmanagerin wahrnimmt und etwa ein Drittel der Unternehmen im Gebiet betreut. Anfangs standen als Incentives kostengunstigere Einkaufe, Verbesserungen im offentlichen Raum und die Organisation einer Interessenvertretung gegenuber der Stadt im Vordergrund. Inzwischen dominieren Nachhaltigkeitsthemen die Tagesordnung. Zentrale Ziele sind Klimaschutz und Energieeffizienz. Herausragend ist das Projekt NEMo--Null Emission Motzener Strasse, fur das Fordergelder aus einem Landesprogramm akquiriert werden sollen. Schon in den nachsten funf bis zehn Jahren sollen durch betriebliche Einzelmassnahmen und nachbarschaftliche Kooperationsprojekte etwa 30 Prozent C[O.sub.2]-Einsparung erreicht werden. Dar uber hinaus werden weitere Nachhaltigkeitsziele verfolgt, unter anderem ist bereits eine Kindertagesstatte eingerichtet worden. (7)

Im Vergleich zu Esslingen tritt die Kommune weniger als treibende Kraft auf. Sie unterstutzt das Netzwerk, das seine Aktivitaten aber weitgehend selbst steuert. Dieses hohe Mass an Selbstorganisation ist nach Ostrom ein wesentliches Erfolgskriterium (Ostrom 2011, S. 25) und tragt ein hohes Potenzial zur Verstetigung in sich.

Nachhaltige Revitalisierung in den Niederlanden

Eine hohe Siedlungsdichte und zahlreiche veraltete Gewerbegebiete sorgen in den Niederlanden und in Flandern fur einen vergleichbaren Problemdruck wie in den dicht besiedelten Gebieten Deutschlands. Jedoch arbeiten unsere westlichen Nachbarlander bereits flachendeckend an Losungen.

Das aktuelle Programm zur Restrukturierung von Gewerbegebieten in den Niederlanden basiert auf der Samenwerkingsagen da Mooi Nederland 2010-2020 (Agenda zur Zusammenarbeit fur eine schone Niederlande 2010-2020). Alle alteren Bestandsgebiete aus den 1960er und 1970er Jahren sollen revitalisiert und nachhaltig bewirtschaftet werden--insgesamt 15 800 Hektar. Neben stadtebaulichen Zielen in den Problemfeldern Zersiedlung, Flachennutzung, Gestaltung und Funktionalitat stehen vor allem die Senkung des Energieverbrauchs und die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren im Mittelpunkt der Agenda. Kommunen und Provinzen entwickeln gemeinsam die Basisprinzipien. Das Interesse der Unternehmen fur ihr Gewerbegebiet soll stimuliert und zwischenbetriebliche Kooperationen und private-public partnerships zwischen Unternehmen und Kommunen sollen angeregt werden (Ministerie van Infrastructuur en Milieu 2011). Auf gesetzlicher Basis werden Sonderwirtschaftszonen (Bedrijven-Investerings-Zones) eingerichtet, in denen sich die Unternehmen zu rechtsfahigen Vereinigungen zusammenschliessen, um bei der nachhaltigen Erneuerung zu kooperieren. Zwang besteht nicht, aber aufgrund der Anreize ist die Beteiligungsquote der Unternehmen sehr hoch. Gemeinsam mit der Kommune setzen sie ein professionelles Gewerbegebietsmanagement (Parkmanagement) ein, das ein wichtiger Trager und Mittler der Zusammenarbeit ist. Kommunen und Unternehmensvereinigungen regeln die Zustandigkeiten und Verantwortlichkeiten untereinander, so dass Handlungssicherheit fur das Parkmanagement besteht.

Inzwischen hat sich in den Niederlanden ein regelrechter Markt von Anbietern des Parkmanagements entwickelt. Auf diesem agieren private Agenturen oder consulter genauso wie grosse private oder staatseigene Entwicklungsgesellschaften. Neueren Berechnungen zufolge (Stand 2011) gibt es in den Niederlanden insgesamt etwa 100 Parkmanagementfirmen, die rund 800 Gewerbegebiete betreuen, was etwa einem Funftel aller Gebiete entspricht. Eine der grossen Parkmanagementfirmen (DeParkmanager.nl) betreut allein 60 Standorte mit etwa 4500 Unternehmen und rund 90000 Mitarbeiter(inne)n (Schiffelers 2011, Folie 2). Daruber hinaus existieren Wissensnetzwerke, wie etwa das von der Provinz Noord-Holland finanzierte DBT Kennisnet, eine Informationsund Beratungsplattform fur Akteure aus dem Bereich der Gewerbegebietsentwicklung. Anders als in Deutschland ist ein weitreichendes Netz von Institutionen, eine geradezu komplexe Governance-Struktur rund um die nachhaltige Erneuerung der Gewerbegebiete entstanden, so dass Verstetigung mehr ist als eine vage Perspektive. (8) Zugleich wird die Neuausweisung von Gewerbegebieten sehr restriktiv gehandhabt und gegebenenfalls nur mit hohen Auflagen zugelassen. (9)

Nachhaltiges Gewerbegebietsmanagement in Flandern/ Belgien

Ahnlich wie in den Niederlanden wurde auch in der Region Flandern (Belgien) ein staatlich gesteuerter Prozess der Institutionalisierung der Nachhaltigkeit in Gewerbegebieten angestossen. Die ersten Impulse gingen von dem Projekt Bedrijventerreinmanagement (Gewerbegebietsmanagement) aus, das bis Mitte des Jahres 2008 mit Mitteln der Europaischen Union (Interreg IIIA) und der Region Flandern gefordert wurde. Es gelang, alle relevanten Akteure zur Steuerung und Durchfuhrung der nachhaltigen Revitalisierung von Gewerbegebieten in einer beispiellosen Kooperation zu vereinen. Hand in Hand arbeiten staatliche Institutionen, die Provinzen mit eigens gegrundeten Entwicklungsgesellschaften, die Kommunen unter Federfuhrung der Wirtschaftsforderung sowie die neu zu grundenden Unternehmensvereinigungen zusammen. Von der Universitat Gent wird der Prozess wissenschaftlich begleitet und programmatisch strukturiert. Die Revitalisierung der Gewerbegebiete konzentriert sich bisher vor allem auf den Raum Gent-Brugge. Erfolge werden mit eigens entwickelten Instrumenten auch quantitativ gemessen. Viel Wert wird auf umsetzbare Nachhaltigkeitskriterien gelegt. Neben okologischen, sozialen, raumlichen und okonomischen Aspekten spielt daher die rechtliche Dimension eine grosse Rolle. Eine rechtsverbindliche Handlungsfahigkeit der kooperierenden Betriebe ist nicht allein notig, um Fordergelder zu akquirieren, sondern sie sichert auch die Entstehung effizienter und langfristig tragfahiger Strukturen--die Achillesferse einer nachhaltigen Gewerbegebietsentwicklung. In den Niederlanden wie auch in Flandern erreichen die Unternehmensvereinigungen haufig hohe Beteiligungsquoten von mehr als 50 Prozent. Dazu tragt auch in Flandern ein professionell und strategisch agierendes Parkmanagement bei. Zuerst werden im Rahmen einer Pull-Strategie Aufgaben identifiziert, die nur gemeinsam zu losen sind, wie Sauberkeitsoder Sicherheitsprobleme, auch wenn Nachhaltigkeit etwa im Sinne von Ressourcenschonung noch nicht das zentrale Handlungsmotiv darstellt. Doch so wird die Basis fur eine zwischenbetriebliche Zusammenarbeit aufgebaut. Massnahmen, die der nachhaltigen Entwicklung unmittelbar dienen, konnen dann auf eine vorhandene und erprobte Struktur zuruckgreifen. (10) Wie in den Niederlanden wird auch in Flandern nach und nach ein Wissensfundus zur nachhaltigen Gewerbegebietsentwicklung geschaffen. Das Groeiboek Duurzame Bedrijven Terreinen (Wachsendes Buch fur nachhaltige Gewerbegebiete) der Universitat Gent ist ein Beispiel dafur. Derzeit sind neun Ausgaben verfugbar.

Ein neuer Gesellschaftsvertrag fur Industrieund Gewerbegebiete?

Ein grundlegender Unterschied zwischen den deutschen und den niederlandischen/flandrischen Beispielen besteht in der Steuerung der Prozesse. Die Projekte Neue Neckarwiesen und Motzener Strasse sind als Bottom-up-Prozesse seitens der Kommune und der Unternehmen in Gang gekommen, doch sie sind Einzelfalle und mussen ihre Tragfahigkeit noch nachweisen. In den Niederlanden und in Belgien haben staatliche Programme und Forderungen einen top-down-gesteuerten und bereits viel breiteren Institutionalisierungsprozess begrundet, dessen Fortbestehen jedoch auf das Engagement und die Initiative vor Ort angewiesen ist. Fur den Erfolg ist es zweifellos entscheidend, dass sich die Unternehmen uber die Pull-Faktoren hinaus in noch viel starkerem Masse Nachhaltigkeitsziele aneignen und umsetzen.

Gemeinsam sind den dargestellten Beispielen folgende drei institutionentheoretisch signifikante Merkmale:

1. die zwischenbetriebliche, rechtlich abgesicherte Zusammenarbeit der Unternehmen in einem Gewerbegebiet,

2. die Mitwirkung lokalstaatlicher Akteure (Kommune) als kommunizierende und kooperierende Instanz sowie

3. das Gewerbegebietsmanagement als operative Handlungsebene zur Organisation und Durchfuhrung von Massnahmen, das zugleich die Kooperations- und Kommunikationsbeziehungen im Gewerbegebiet unterstutzt.

Sie stellen die tragenden Saulen zur Institutionalisierung der Nachhaltigkeit in Gewerbebestandsgebieten dar. Die idealtypische Darstellung in Abbildung 5 bundelt die Ansatze aus den einzelnen Beispielen und veranschaulicht die Bezuge zwischen den wichtigsten Akteuren. Die Kommune kann ein Initiator fur die Kooperation sein, aber auch das Unternehmensnetzwerk, sofern es sich bereits als rechtsfahige Netzwerkstruktur konstituiert hat und die Unternehmen als kollektiver Akteur auftreten. Beide zusammen begrunden im hier beschriebenen Modell die Einrichtung eines Gewerbegebietsmanagements, das neues Personal und Raume benotigt. Als dauerhafter Trager dieses Managements fungiert vor allem das Unternehmensnetzwerk, denn die Betriebe sollen eine neue Struktur aufbauen, die die Zusammenarbeit langfristig koordiniert und sichert. Vor allem die Betriebe mussen in einen neuen Modus des Handelns eintreten und gemeinsam Verantwortung fur den Standort ubernehmen. Das Gewerbegebietsmanagement gewahrleistet und unterstutzt diesen Modus. Die Kommune kann das Management mittragen, gegebenenfalls mitfinanzieren und als temporarer Trager auftreten, muss dies aber nicht. Die Verbindung der Kommune zum Management ist eine optionale. Zudem ist eine Arbeitsstruktur mit einer Programmatik zu einzelnen Zielen der nachhaltigen Entwicklung aufzubauen, in deren Zentrum das Gewerbegebietsmanagement steht und die die Arbeitskreise der Unternehmen und Ressortbeauftragte der Kommune einschliesst. Ferner sind Stakeholder einzubeziehen. Wie dies geschieht und wer genau das sein soll, ist nach den ortlichen Gegebenheiten zu entscheiden. Die Tatsache, dass ein "Betrieb X" ohne Verbindung zur Kooperationsstruktur existiert, symbolisiert, dass der Zusammenschluss der Unternehmen auf freiwilliger Basis stattfindet.

Nun mussten weitere Forschungen die bereits angestossenen Prozesse tiefer gehend analysieren und zeigen, wie sich die Unternehmen genau organisieren, wie die Akteure in den jeweiligen Unternehmen ihr Handeln legitimieren, welche Widerstande es gibt, welche Rolle gemeinsame (idealistische) Ziele spielen, wie wirkungsmachtig also Nachhaltigkeit auch in der betrieblichen Zusammenarbeit als Leitidee funktioniert, inwieweit diese den Institutionalisierungsprozess strukturiert und antreibt, wel che Rolle Stakeholder spielen und so weiter. Uberdies mangelt es noch an Untersuchungen, die quantitativ ermitteln, welches Potenzial die nachhaltige Erneuerung der Gewerbegebiete fur die grosse Transformation und eine klimavertragliche Entwicklung hat. Die Frage der Rebound-Effekte wird dann zweifellos wieder aufgeworfen.

Vor dem Hintergrund vergleichbarer Problemlagen und Zielsetzungen veranschaulichen die dargestellten Beispiele, dass Institutionalisierungsstrategien sowohl als Top-down-wie auch als Bottom-up-Ansatz erfolgversprechend sein konnen. Es gibt aber signifikante und damit unverzichtbare Gemeinsamkeiten: Kooperation und Netzwerk sind tragende Grundgedanken fur den Institutionalisierungsprozess; die Leitidee der Nachhaltigkeit wirkt als strukturierender und teils auch motivierender Impuls fur alle Akteure.

So entsteht ein neuer Governance-Modus, der sich auf nachhaltige Entwicklung und Gemeinguter am Standort bezieht und fur den neue Formen der Handlungskoordination zwischen Unternehmen, Staat/Kommune und Zivilgesellschaft grundlegend sind (vergleiche Mayntz 2009, S. 50, Demirovic 2011, S. 74f.). Die Beispiele lassen erahnen, dass betriebswirtschaftlicher Nutzen, unternehmerische Verantwortung und gemeinwohlorientiertes Engagement auch jenseits von Nischen gemeinsam zu institutionalisieren sind. Die Strukturen und der Prozess sind jedoch relativ fragil. Wichtig ist es, einen unumkehrbaren Prozess unter Beteiligung aller Akteure einzuleiten. Dann besteht die Hoffnung auf einen neuen Gesellschaftsvertrag, der den veralteten Industrie- und Gewerbegebieten einen Weg der Transformation zur Nachhaltigkeit weist.

Eingegangen am 10. Januar 2013; uberarbeitete Fassung angenommen am 3. Juli 2013.

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(1) Der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler Karl Polanyi beschrieb als "Grosse Transformation" den Prozess, bei dem im Verlauf des 19. Jahrhunderts die Einbettung des "wirtschaftlichen Systems" in die "allgemeinen gesellschaftlichen Verhaltnisse" verloren ging (Polanyi 1978, S.101) und viele Bereiche der Gesellschaft marktwirtschaftlich uberformt wurden (vergleiche auch Sachs 2013, S. 21). Heute verweist der Begriff auf "politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Transformationsstrategien fur den Ubergang zu einer dekarbonisierten und ressourceneffizienten (Welt-)Wirtschaft und Gesellschaft" (WBGU 2011, S. 87, 71 f.), die vergleichbar weitreichend sind. Es geht um die "Ruckeinbettung (...) des Wirtschaftssystems ins sozio-kulturelle System" und in die naturliche Umwelt (Rostock 2012, S. 2).

(2) Vergleiche beispielsweise fur Bottrop Paar et al. (2012, S.3f.).

(3) Fur OKOPROFIT siehe www.oekoprofit-nrw.de, www.emas.de fur EMAS.

(4) Wenn etwa nach dem Auslaufen der Forderung auf dieser Grundlage eingerichtete Stellen nicht fortgefuhrt werden, bei Hennings und StadtRau m Konzept (2010, S. 54) am Beispiel von Gewerbegebietsmanagern in Schleswig-Holstein beschrieben.

(5) Im Auftrag des Ministeriums fur Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Naturund Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen wurden von Mai 2009 bis Juli 2012 elf Modellprojekte wissenschaftlich begleitet sowie Beispiele ausserhalb Nordrhein-Westfalens recherchiert und ausgewertet. Projektergebnisse und Dokumentationen unter www.nachhaltige-gewerbegebiete.de.

(6) Zahlen und Fakten aus SINN (2012) sowie Reichstein(2012); vergleiche auch www.sinn-es.de. Die Massnahmen sind in SINN (2012) ausfuhrlicher beschrieben.

(7) Vergleiche www.motzener-strasse.de; zu Aktivitaten, Massnahmen und Projekten siehe Isenberg-Holm (2013, Folien 9ff.); uberschlagig wurden hier per Befragung auch bereits Ressourcen-Einsparpotenziale ermittelt (Folie 20).

(8) Vergleiche Schiffelers (2011), Budding(2010), Spee (2010),Van Wersch (2010).

(9) Vergleiche Spee (2010),Van Wersch (2010); was ubrigens auch in Flandern der Fall ist (vergleiche De Sutter 2012).

(10) Vergleiche Funken (2011), Van Eetvelde et al. (2009), www.dbt.ugent.be, sowie die Vortrage von Moentjens (2012), De Sutter (2012) und De Smedt (2012) bei einem Workshop des Instituts fur Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS) am 20.04.2012 in Dortmund.

Kontakt: Dr. Frank Betker | Deutsches Zentrum fur Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) | Projekttrager im DLR | Umwelt, Kultur, Nachhaltigkeit | Heinrich-Konen-Str. 1 | 53227 Bonn | Tel.: +49 228 38211975 | E-Mail: frank.betker@dlr.de

Frank Betker

Geboren 1960 in Wiehl, Nordrhein-Westfalen. Studium der Stadtplanung und Sozialwissenschaften. 2004 Promotion. Lehrbeauftragter fur Stadtsoziologie und Planungsgeschichte an der Rheinisch-Westfalischen Technischen Hochschule Aachen. Bis 2012 Institut fur Landes- und Stadtentwicklungsforschung(ILS). Seitdem Deutsches Zentrum fur Luft- und Raumfahrt (PT-DLR). Forschungsschwerpunkte: sozial-okologische Forschung, nachhaltige Stadtentwicklung, Urbanisierungsforschung.
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Title Annotation:RESEARCH/FORSCHUNG
Author:Betker, Frank
Publication:GAIA - Ecological Perspectives for Science and Society
Article Type:Report
Geographic Code:4EUGE
Date:Oct 1, 2013
Words:5201
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