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Energetic retrofit: considering socio-spatial structures of cities/Energetische sanierung: sozialraumliche strukturen von stadten berucksichtigen.

Die energetische Sanierung von Wohnhausern wird in vielen Stadten vorangetrieben. Was im Hinblick auf Energieeffizienz sinnvoll ist, kann aufgrund steigender Mietkosten zu einer Verdrangung der alteingesessenen Bewohner(innen) fuhren. Damit energetische Sanierung nicht dazu beitragt, soziale Ungleichheiten auf Stadt- und Quartiersebene zu erhohen, bedarf es sozialpolitischer Regelungen und Forderinstrumente. Doch fehlt noch eine fundierte Datenbasis, die es erlaubt, entsprechende Empfehlungen zu geben.

Die sozialen Folgen der Energiewende wurden in jungster Zeit haufig unter dem Schlagwort "Energiearmut" in der Offentlichkeit diskutiert. Energiearmut bezeichnet das Risiko von Haushalten gegenuber steigenden Energiepreisen und wird bislang oft allein aus der Perspektive steigender Strompreise behandelt. Wie Kerstin Tews (2014) bereits in GAIA zeigte, machen die Kosten der Warmeerzeugung aber einen viel bedeutenderen Teil der Energiekosten von Haushalten aus als die fur Strom. Da die Energieversorgung von Gebauden Energiearmut wesentlich starker bestimmt, pladiert die Energiearmutsforschung dafur, sich mehr auf energetische Sanierung zu konzentrieren. (1)

Diese Forderung nach energetischer Sanierung des Gebaudebestands trifft auf stark wachsende sozialraumliche Ungleichheiten in den Stadten (Kronauer und Siebel 2013); vor allem die Konzentration einkommensschwacher Haushalte in bestimmten Quartieren nimmt zu (Dohnke et al. 2012).

In der aktuellen Debatte stehen sich zwei Standpunkte zur sozialen Wirkung energetischer Sanierung gegenuber. Welche der beiden Optionen sich durchsetzen wird, hangt nicht zuletzt von den politischen Rahmenbedingungen ab:

1. Win-win-Situation: Die energetische Sanierung hat positive Effekte fur die Umwelt und fuhrt bei steigenden Energiepreisen gleichzeitig zu finanzieller Entlastung der Haushalte (Discher et al. 2010).

2. Gewinner-und-Verlierer-Situation: Einkommensstarkere Bewohnergruppen konnen sich die energetisch sanierten Wohnungen leisten und sparen trotz anfanglich hoherer Mietkosten langfristig Kosten ein; einkommensschwachere Mieter je jedoch konnen die gestiegene Miete nicht zahlen und mussen in kostengunstigere, aber ungenugend sanierte Wohnungen um ziehen ("energiebedingte Gentrifizierung", vergleiche Holm 2011, von Malottki und Vache 2013).

Grundsatzlich ist energetische Sanierung fur Haushalte ambivalent: Sie entlastet zwar von Energiekosten, erhoht aber in der Regel die Wohnkosten und schrankt so die Chancen einkommensarmer Haushalte ein, in sanierte Bestande einzuziehen. Auch aus der Perspektive der gesamtstadtischen Wohnungsmarkte haben energetische Sanierungen ambivalente Effekte: Einerseits konnen sie verhindern, dass sich die Bausubstanz in bestimmten Quartieren verschlechtert und diese sozial "abrutschen". Andererseits konnen die Wohnungspreise stark ansteigen und einkommensschwache Haushalte verdrangt werden. Empirisch unbeantwortet bleibt, wie soziale und energetische Problemlagen in Deutschland zusammenhangen. In Grossbritannien und Irland wurden in Stadten und Gemeinden bereits sich uberlagernde soziale und energetische Problemlagen diagnostiziert: Einkommensschwache Haushalte wohnen uberdurchschnittlich oft in den energetisch schlechtesten Wohnungen oder Hausern und mussen deshalb hohere Energiekosten tragen. Hierzulande ist noch unklar, ob dieser Zusammenhang ebenfalls besteht und welche Massnahmen und Forderinstrumente gegen Energiearmut geeignet waren.

Status quo Sanierungsbedarf

Der energetische Sanierungsbedarf in Deutschland ist hoch, da 67,7 Prozent der 40,5 Millionen Wohnungen vor Inkrafttreten der ersten Warmeschutzverordnung 1977 errichtet wurden (Destatis 2011). Immerhin wurden bisher etwa 28 Prozent dieser Gebaude nachtraglich mit Aussenwanddammung, 52 Prozent mit Dachdammung und zwolf Prozent mit Fussboden- oder Kellerdammung ausgestattet (Diefenbach et al. 2010). Bislang fehlen leider Daten zur Einkommenssituation der Haushalte, die Ruckschlusse erlauben wurden, wie sich die Haushalte auf sanierte beziehungsweise unsanierte Hauser verteilen. Bekannt ist lediglich, dass sich der Sanierungsstand nach Gebaudetypen, Eigentumern und Regionen unterscheidet. So ist der Energiebedarf in Wohnbestanden in Nord- und Westdeutschland am hochsten. In den 1990er Jahren hat Ostdeutschland eine Sanierungswelle erlebt jedoch nicht allein aus energetischen Grunden. In Suddeutschland wurden besonders viele Kredite der Kreditanstalt furWiederaufbau(KfW) im Rahmen des C[O.sub.2]-Gebaudesanierungsprogramms in Anspruch genommen (Michelsen et al. 2011). Auch die Lage des Immobilienmarktes hat Einfluss: Zum einen werden Sanierungsanstrengungen in schrumpfenden Stadten und von Leerstand bedrohten Quartieren zuruckgestellt. Zum anderen besteht auf Markten mit Wohnungsknappheit kein Anlass zur Sanierung, da auch Wohnungen in schlechtem Zustand problemlos vermietet werden konnen (Kopatz et al. 2013, S. 145 ff.).

Der Mikrozensus 2010 hat deutlich gemacht, dass die Energiekosten in Mieterhaushalten mit geringem Einkommen pro Quadratmeter tendenziell hoher sind; Aussagen zu Quartieren und Baustrukturen sind nicht enthalten (Destatis 2010). Auch Daten, die belastbare Aussagen uber die Zusammenhange zwischen der energetischen Qualitat der Wohngebaude, den Energiekosten von Haushalten und ihren sozialen Merkmalen auf kleinraumiger Ebene ermoglichen, fehlen. Bisher gibt es nur einzelne Fallstudien, die kommunale Statistiken nutzen und mit Befragungen erganzen (Farber 2013, Grossmann et al. 2014). Sie zeigen, dass vor allem unsanierte innerstadtische Altbauviertel sowie altere Einfamilien- und Reihenhauser zu den Problemfallen zahlen.

Energetische Sanierung gegen Energiearmut

Energiearmut entsteht, wenn ein zu hoher Anteil des Haushaltseinkommens fur den Bezug von Energie (Warme, Warmwasser, Licht) aufgewendet werden muss, um eine angemessene Wohnqualitat zu erreichen. Neben geringem Haushaltseinkommen tragen mangelhafte Energieeffizienz der Gebaude oder Haushaltsgerate sowie hohe Energiepreise zu Energiearmut bei(Boardman 2010, Hills 2012). Weitere Risikofaktoren sind Haushaltszusammensetzung und Familiensituation. (2) Im Gegensatz zu Landern wie Grossbritannien, Irland und Frankreich fehlt in Deutschland bislang eine offizielle Definition sowie Statistiken zum Ausmass von Energiearmut. Die Politik begrundet diese Lucke mit dem Argument, dass Energiearmut nur ein Teilaspekt von Armut sei (Deutscher Bundestag 2012). Allerdings unterscheiden sich Einkommens-und Energiearmut deutlich in den Losungsansatzen: Die Situation eines von Einkommensarmut betroffenen Haushalts kann vor allem durch hoheres Einkommen verbessert werden, die eines von Energiearmut betroffenen Haushalts in erster Linie durch gesteigerte Energieeffizienz des Wohngebaudes (Boardman 2010). Demnach ist Energiearmut insbesondere mit energetischer Sanierung zu begegnen (Hills 2011, S.90ff., UrgeVorsatz und Herrero 2012, Tews 2014).

Eine gewisse finanzielle Entlastung kann zwar durch verandertes Verhalten erzielt werden (etwa Stoss- statt Kippluften) oder durch kleinere Investitionen, etwa den Austausch ineffizienter Beleuchtung. (3) Diese Massnahmen haben aber begrenzte Effekte, da einkommensarme Haushalte ohnehin durchschnittlich weniger Energie verbrauchen (vergleiche Kopatz et al. 2013, S. 59ff.). Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn Haushalte aufgrund ihrer finanziellen Situation oder des schlechten energetischen Gebaudezustands bereits darauf verzichten, ihre Wohnung angemessen zu heizen. Hochinvestive Massnahmen aber, wie den Austausch einer alten Heizung, die Anschaffung effizienter Gerate oder Dammmassnahmen, konnen sich diese Haushalte nicht leisten - oder sie konnen diese Massnahmen im Falle eines Mietverhaltnisses nicht beeinflussen.

Wohnungspolitische Verantwortung

Die sozialen Folgen energetischer Sanierung bestimmen jedoch nicht nur die Diskussion um Energiearmut--auch ihr Einfluss auf Wohnungsmarkte und Sozialstrukturen auf Quartiers- oder Stadtebene ist relevant. Bislang konnen nur spekulative Annahmen zum Ausmass sozialraumlicher Auswirkungen von energetischen Sanierungen getroffen werden. Systematische Studien zur Erfassung und Beschreibung betroffener oder gefahrdeter Haushalte sowie zu Umzugsplanen aufgrund steigender Kosten auf dem Wohnungsmarkt (vor allem im Hinblick auf energetische Sanierungen) fehlen. Offen bleibt daher, ob bestehende Forderprogramme und politische Massnahmen etwa im Effizienzbereich uberhaupt greifen. (4) Auch ware es sinnvoll zu prufen, welche Forderinstrumente insbesondere einkommensschwachen Hauseigentumern und Vermietern eine massvolle energetische Sanierung erleichterten. Spezielle Angebote fur diese Zielgruppe konnten zur Erhohung der gesamten Sanierungsquote beitragen.

In den offentlichen Debatten werden vor allem die Projekte kritisiert, bei denen eine flachenhafte Aufwertung den Anteil gunstigen Wohnraums reduziert oder wo die mietrechtliche Modernisierungsumlage als Vehikel zur Verdrangung von Mietern genutzt wird. (5) Energetische Sanierung befordert so Verdrangung, auch wenn sie nicht ursachlich dafur ist (von Malottki und Vache 2013). Dem entgegenwirken liesse sich, indem die Sanierung von Quartieren uber einen langeren Zeitraum gestreckt oder unterschiedlich stark saniert werden wurde.

Doch noch besteht aufgrund energetischer Sanierung fur einkommensschwache Haushalte ein Risiko der Verdrangung in unsanierte Bestande. Denn die Rechtsprechung des Bundessozialgerichts betrachtete bis vor kurzem Kosten der Unterkunft (KdU) und Kosten der Heizung (KdH) grundsatzlich getrennt--mit jeweils festen Angemessenheitsgrenzen, die nicht uberschritten und nicht gegeneinander aufgewogen werden konnen. Leistungsbeziehern war es daher grundsatzlich nicht moglich, verringerte Nebenkosten (KdH) als Argument fur hohere Mietkosten (KdU) anzubringen. Der Grundsicherungstrager konnte zudem bei den KdU eine weit starkere Kappung festlegen als bei den KdH. Der Bundesgesetzgeber hat darauf mit der kaum angewandten Satzungsermachtigung in Paragraf 22 b im Zweiten Sozialgesetzbuch reagiert. Nur wenige Grundsicherungstrager sehen bislang die Verrechnung von erhohten Unterkunftskosten mit niedrigeren Energiekosten bei energetischer Sanierung vor--eine Ausnahme ist das "Bielefelder Modell" (von Malottki 2012). Nach der neueren, aber noch kaum in der Praxis angewandten Rechtsprechung gilt de facto eine bruttowarme Angemessenheitsgrenze (vergleiche BSGE 2013). Damit werden sanierte Wohnungen und selbst genutztes Wohneigentum als eher angemessen eingestuft, doch bei nicht sanierten Wohnungen in zentralen Lagen, die nun nicht mehr unter Einzelfallausnahmen bei den KdH fallen, durfte so Verdrangung beschleunigt werden.

Bei hohen Leerstanden sind Vermieter ohnehin meist gezwungen, ihre Kaltmieten unterhalb der Angemessenheitsgrenze zu halten. (6) In Mietermarkten mussen sich die Vermieter an der Zahlungsbereitschaft selbst einkommensschwacher Haushalte orientieren. Wurden die Mietkosten zwischen Mietern, Vermietern und Staat aufgeteilt, wie etwa vom Mieterbund vorgeschlagen, konnte auch einkommensschwachen Haushalten Zugang zu effizientem--und gesundem--Wohnraum ermoglicht werden. Auch die Forderprogramme der KfW sollten auf soziale Belange hin uberpruft werden.

Forschungs- und Handlungsbedarf

Um Problemlagen zu identifizieren, Handlungsempfehlungen fur eine behutsame energetische Sanierung fur die Praxis zu formulieren und damit von Energiearmut betroffene Haushalte zu entlasten, sehen wir folgenden Forschungsbedarf:

Definition und Bestimmung von Energiearmut: Der Begriff Energiearmut sollte in der internationalen Debatte gescharft werden, sodass er operationalisierbar wird. Um die aktuelle und kunftige Betroffenheit gegenuber Energiearmut abzuschatzen, sind Problemfaktoren und ihre wechselseitige Beeinflussung zu klaren.

Entwicklung von Monitoring-Methoden, Aufbau einer querschnittsorientierten Datenbasis: Um die Uberlagerung von energetischen und sozialen Problemlagen raumlich und im Zeitverlauf konkret zu erfassen, bedarf es einer Monitoring-Methodik. Dafur mussen auf nationaler und kommunaler Ebene Daten erhoben werden, die Aussagen uber Gebaudesubstanz und Sozialstruktur zulassen.Vor allem auf kleinraumiger Ebene fehlen Daten zum Gebaudebestand und dessen energetischer Qualitat. Dafur sollten bestehende nationale und kommunale Erhebungen--wie Soziookonomisches Panel (SOEP), Gebaude- und Wohnungszahlung (GWZ), Mikrozensus, Mietspiegel, kommunale Burgerumfragen--um gezielte Fragestellungen erganzt werden.

Hotspots identifizieren: Um den Zusammenhang von Energiekosten der Haushalte, Energiebedarf der Wohnbausubstanz und sozialraumlichen Strukturen aufzuzeigen, konnen vorhandene Daten der Kommunalstatistik genutzt werden. Je nach Kommune liessen sich mit Hilfe von Proxy-Indikatoren (zum Beispiel Alter der Gebaude, Baustruktur) lokale Schwerpunkte von Energiearmut lokalisieren und diese in Risikokategorien einstufen. Auf dieser Grundlage konnen Fordermittel raumlich gezielter verwendet und energetische Sanierung als Massnahme gegen Energiearmut in Deutschland etabliert werden.

Energetische Sanierung nach Marktdynamik differenzieren: Die Debatte um die Wirkungen energetischer Sanierung ist mit der Entwicklung der Wohnungsmarkte, die sowohl regional als auch innerhalb stadtischer Teilraume variieren kann, zu verknupfen. Hier sind unterschiedliche Motivationen und Entscheidungen der Eigentumer sowie soziale und demografische Strukturen der Stadte und Quartiere zu beachten, auf die die Forderinstrumente derzeit nicht eingehen.

Belege fur sozialraumliche Effekte energetischer Sanierungen vorlegen: Die Wirkungen energetischer Sanierung ("Win-win" und "Gewinner-Verlierer") bedurfen der systematischen empirischen Uberprufung, auch wenn dies methodisch anspruchsvoll und aufwendig ist. Mit der Identifizierung von Hotspots und der Erfassung der Wirkung energetischer Sanierungen in unterschiedlichen Markten konnen jedoch Konzepte zur sozial vertraglichen energetischen Sanierung von Gebieten erarbeitet werden, die eine Verdrangung alteingesessener und einkommensschwacher Bewohnergruppen verhindern.

Einfluss der steigenden Energiekosten auf Wohnstandortentscheidungen ermitteln: Erste Studien belegen, dass steigende Energiekosten zunehmend Wohnstandortentscheidungen beeinflussen (Grossmann et al. 2014). Durch Umzuge verandern sich die sozialraumlichen Muster der Stadte, was Einfluss auf den Sozialstatus von Quartieren hat und zu weiteren Umzugsanlassen fuhren kann. Diese komplexen Wirkungen gilt es zu verstehen. Die energieeffizientesten und zugleich preiswertesten Wohnungen sind im sanierten Geschosswohnungsbestand zu finden und werden vermutlich in Zukunft besonders stark nachgefragt.

Die Diskussion um Energiearmut sollte dazu motivieren, soziale und energetische Einflussfaktoren von Wohnstandortentscheidungen auf kleinraumlicher Ebene zu betrachten.Weitgehend ungeklart ist die Frage, welche Bedeutung energetische Sanierung fur Haushalte mit geringem Einkommen hat, die mit uberdurchschnittlichen Kostenbelastungen kampfen, und welche Verdrangungsprozesse dadurch in Gang gesetzt werden. Handlungsbedarf besteht im Hinblick darauf, wie energetische Sanierung dazu beitragen kann, soziale Ungleichheiten auf Stadt- und Quartiersebene bestenfalls zu reduzieren, sie zumindest aber nicht zu vergrossern. Wesentlich ist hier das Zusammendenken von Sozialund Umweltpolitik.Wir schlagen daher ein Forschungsprogramm vor, das die Formulierung politischer Massnahmen ermoglicht und bestehende Wechselwirkungen positiv beeinflusst.

Keywords: energy poverty, housing policies, residential segregation, retrofitting

Literatur

Boardman,B.2010. Fixing fuel poverty: Challenges and solutions. London: Earthscan.

BSGE (Bundessozialgericht). 2013. Urteil vom 12.6.2013, B 14 AS 60/12 R. http://juris.bundessozialgericht.de/cgi-bin/rechtsprechung/document. py?Gericht=bsg&Art=en&nr=13184 (abgerufen 05.11.2014).

Destatis (Statistisches Bundesamt). 2010. Bauen und Wohnen. Mikrozensus Zusatzerhebung 2010. Bestand und Struktur der Wohneinheiten, Wohnsituation der Haushalte. Wiesbaden: Destatis.

Destatis. 2011. Zensus. Wiesbaden: Destatis.

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Discher, H., E. Hinz, A. Enseling. 2010. dena-Sanierungsstudie. Teil 1: Wirtschaftlichkeit energetischer Modernisierung im Mietwohnungsbestand. Begleitforschung zum dena-Projekt " Niedrigenergiehaus im Bestand". Berlin: Deutsche Energie-Agentur(dena).

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Heindl, P. 2014. Measuring fuel poverty: General considerations and application to German household data. SOEPpapers 362. Berlin: Deutsches Institut fur Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin.

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Holm, A. 2011. Ein okosoziales Paradoxon. Stadtumbau und Gentrifizierung. politische okologie 124: 45 -52.

Kopatz, M. et al. 2013. Energiewende. Aber fair! Wie sich die Energiezukunft sozial tragfahig gestalten lasst. Munchen: oekom.

Kronauer, M., W. Siebel (Hrsg.). 2013.Polarisierte Stadte:Soziale Ungleichheit als Herausforderung fur die Stadtpolitik. Frankfurt am Main: Campus.

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von Malottki, C., M.Vache. 2013. Energieeffizienz und die Kosten des Wohnens. RaumPlanung 169/4: 27-31.

Eingegangen am 13.Juni 2014; uberarbeitete Fassung angenommen am 20. Oktober 2014.

Kontakt: Prof. Dr. Katrin Grossmann | Fachhochschule Erfurt | Fachbereich Stadt- und Raumplanung | Schluterstr. 1 | 99089 Erfurt | Deutschland | Tel.: +49 361 6700414 | E-Mail: katrin.grossmann@fh-erfurt.de und Helmholtz-Zentrum fur Umweltforschung - UFZ | Leipzig | Deutschland

(1) Dieser Beitrag bundelt Diskussionsergebnisse eines Workshops zum Thema "Energiearmut in Deutschland aus sozialraumlicher Perspektive" im April 2014 am Helmholtz-Zentrum fur Umweltforschung--UFZ. doch konnen die gestiegene Miete nicht zahlen und mussen in kostengunstigere, aber ungenugend sanierte Wohnungen umziehen ("energiebedingte Gentrifizierung", vergleiche Holm 2011, von Malottki und Vache 2013).

(2) Insbesondere Haushalte mit Kindern haben einen hohen Energiebedarf, Alleinerziehende haben zudem ein erhohtes Armutsrisiko(Heindl 2014, S.21, Hills 2012, S. 61, Boardman 2010, S.37, Healy 2004, S.50).

(3) In mehr als 150 Stadten wird einkommensschwachen Haushalten erfolgreich eine Energiesparberatung angeboten, die neben dem Strombereich auch zu Heizenergie- und Wassereinsparungen berat. Diese Beratung erfolgt innerhalb des Projekts Stromsparcheck PLUS des Deutschen Caritasverbands e.V. und des Bundesverbands der Energie- und Klimaschutzagenturen.

(4) In diesem Zusammenhang ist die Umlage von elf Prozent der fur die energetische Sanierung aufgewendeten Kosten auf die Miete zu nennen (vergleiche Paragraf 559 Burgerliches Gesetzbuch).

(5) Siehe zum Beispiel

* fur Stuttgart: www.s-oe-s.de/leitartikel/verkauf-der-lbbw-wohnungen-vonschwarz-rot-gruen-an-heuschrecken-verfuettert;

* fur Berlin: www.berliner-zeitung.de/berlin/streit-um-sanierungskosten-auchohne-luxus-unbezahlbar, 10809148.24165934.html;

* allgemein: www.zeit.de/news/2014-03/22/wohnen-mieterbundvermieternutzen-sanierung-immer-oefter-als-waffe-22100406.

(6) So hat die Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH bei der Sanierung eines Wohnkomplexes in Halle Heide-Nord die Steigerung der Kaltmiete gekappt, so dass die Bestande weiterhin fur Haushalte zuganglich sind, die auf Transferleistungen angewiesen sind. Katrin Grossmann

Geboren 1972 in Bad Salzungen, Thuringen. Studium der Soziologie und Promotion an der Philipps-Universitat Marburg. Professorin fur Stadt- und Raumsoziologie an der Fachhochschule Erfurt sowie Gastwissenschaftlerin am Helmholtz-Zentrum fur Umweltforschung--UFZ, Leipzig. Forschungsschwerpunkte: Energiearmut und sozialraumliche Segregation in Stadten, nachhaltige Quartiers- und Stadtentwicklung, schrumpfende Stadte.

Anja Bierwirth

Geboren1973 in Neuss, Nordrhein-Westfalen.Architekturstudium (FH) in Bremen und Koln, Masterstudiengang Umweltwissenschaften, Fernuniversitat Hagen. Projektleiterin am Wuppertal Institut fur Klima,Umwelt, Energie. Forschungsschwerpunkte: Energie- und Klimaschutzpolitik, energetische Gebaudesanierung, nachhaltige Stadtentwicklung.

Christian von Malottki

Geboren 1977 in Munchen. Promotion in Stadtplanung mit Fokus auf Stadtokonomie.Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut Wohnen und Umwelt (IWU), Darmstadt. Forschungsschwerpunkte: energetische Sanierung, Wohnungspolitik, Mietrecht und Stadtentwicklung.

Ines Mayer

Geboren 1983 in Wangen im Allgau, Baden-Wurttemberg. Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Europaischen Institut fur Energieforschung (EIFER); derzeit Promotion an der Universitat Konstanz. Forschungsschwerpunkte: Politikfeldanalyse im Bereich Energie, mit Schwerpunkt Evaluierung von Energiearmut auf nationaler und lokaler Ebene.
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Title Annotation:FORUM
Author:Grossmann, Katrin; Bierwirth, Anja; Bartke, Stephan; Jensen, Thorben; Kabisch, Sigrun; von Malottki,
Publication:GAIA - Ecological Perspectives for Science and Society
Geographic Code:4EUGE
Date:Dec 1, 2014
Words:2742
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