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Das Deutschlandbild Taiwanischer Germanistikstudenten vor und nach ihrem Aufenthalt in Deutschland (1).

ENGLISH ABSTRACT

For a decade or so the departments of German in Taiwan have been sending their students to Germany to improve their target language on the spot. For most of the students it is their first prolonged stay and formal learning experience in that country. Will the original images of Germany and all things German these students have picked up along the line be destroyed or strengthened by their intensive contact with the local people? Are these images a help or a barrier to their learning in the host country? Will the experiences of living, learning and interacting with Germans as well as the encounter with German culture change their original impressions of the people and the country? Could future classes of students profit from the experiences of those who have been there? This study tries to answer these questions by analyzing a questionnaire conducted among the students of German departments at six universities in Taiwan.

1. Einfuhrung

Seit den 90er Jahren wird den Germanistikstudentinnen (2) / Germanistikstudenten in Taiwan neben ihrem Studium auf der Insel noch ein Sprachaufenthalt fair einen Zeitraum von 6 Monaten bis zu einem Jahr in Deutschland angeboten. Nachfolgende Tabelle 1 gibt einen kurzen Uberblick uber die existierenden Sprachaustauschprogramme an taiwanesischen Universitaten:

Ein Teil der Studenten, die Deutschkurse an den jeweiligen Universitken belegen, nimmt das Angebot wahr. Das Austauschprogramm lauft bis heute recht erfolgreich, auch wenn es ab und an Probleme verschiedener Art gibt. Kommen taiwanesische Studenten dann nach Deutschland, begegnen sie schliessich Deutschen in ihrem Lebens- und Lernalltag. Hier stellt sich die interessante Frage, welches Deutschlandbild, welche Vorstellungen und Erwartungen taiwanesische Germanistikstudenten haben, bevor sie sich dann das erste Mal selbst mit dem realen Leben in ihrem Gastland vertraut gemacht haben. Diese Fremdbilder von Deutschen und Deutschland beeinflussen ihre Interaktionen mit Deutschen, mit denen sic dann in Kontakt kommen. Mehr oder minder wird ihr Lernerfolg durch diese Wechselbeziehungen beeinflusst.

Das Anliegen der vorliegenden Arbeit besteht darin, aufzuzeigen:

1. welche positiven und negativen Fremdbilder in Bezug auf Deutsche und Deutschland Germanistikstudenten in Taiwan haben,

2. ob sich ein Wandel des Deutschlandbildes der Studenten vor und nach ihrem Aufenthalt in Deutschland vollzieht,

3. ob Unterschiede hinsichtlich des Deutschlandbildes zwischen Germanistikstudenten in Nord- und Sfidtaiwan bestehen.

Mit Untersuchungen fber bestehende Vorstellungen von Charaktereigenschaften in Bezug auf Deutsche unter Studenten in Taiwan haben sich u.a. Merkelbach (2002), Pahn (2001) und Unlusoy (2002) befasst. Ebenfalls hat auch Plank (1992) in seinem Aufsatz kurz Ober das Deutschlandbild der taiwanesischen Germanistikstudenten geschrieben. In ihrem Buch ,Leben in Deutschland" hat Wang (1998) auch in einem der Kapitel "den deutschen Charakter" thematisiert. Im Kapitel 2 Page: 145 wird darauf ndher eingegangen.

Merkelbach, Unlusoy und Plank untersuchen und eschreiben in ihren Arbeiten vorwiegend das Deutschlandbild, das unter taiwanesischen Studenten vorherrscht, bevor sic selbst das erste Mal engere oder perstinliche Kontakte mit Deutschen hatten, wie z.B. vor einem langeren Aufenthalt in Deutschland. Eine gezielt spezifische Untersuchung uber den vorhandenen Wandel des Deutschlandbildes unter Germanistikstudenten vor und nach ihrem Sprachaufenthalt im Gastland ist deshalb relevant, weil jene Germanistikstudenten nach ihrem Studium in Taiwan spater w1hrend eines moglichen Aufbaustudiums oder auch im Berufsleben mehr mit Deutschen und Deutschland in Beruhrung kommen werden.

Sollte ein Fremdbild einer Nation, mit der man sich befasst, nur aus positiven bzw. negativen Vorurteilen bestehen, dann ist eine erfolgreiche interkulturelle Kommunikation mit dem Zielland kaum zu erwarten, da Erwartungen und Vorstellungen mit der Realitat der Zielkultur kollidieren und ein gegenseitiges Verstfindnis behindern.

2. Den Deutschen von taiwanesischen Germanistikstudenten zugeschriebene Charaktereigenschaften

Seit den 60er Jahren werden die deutsche Sprache und deutsche Literatur in Taiwan an verschiedenen Universitdten unterrichtet. Vor diesem Hintergrund interessiert man sich, wie die Studenten, die sich jahrelang mit dieser Fremdsprache und Fremdkultur beschaftigt haben, uber Deutsche und Deutschland denken. Als Ansatze werden hier die Darstellung von Plank (1992), die Untersuchung von Merkelbach (2002) und die von Unlusoy (2002) angefuhrt. Der Beobachtung Planks zufolge verfugen die Germanistikstudenten hier hauptsachlich uber positive Stereotype in Bezug auf Deutsche und Deutschland. Beispielsweise stellt Plank es so dar:
 dabei wurde man es ihnen (5) wunschen, dass sie einmal nach
 Deutschland reisen konnten, da es fur viele eine Art Paradies (6)
 darstellt, von dem sie trotz mehrjahrigen Deutschstudiums immer
 noch sehr klischeehafte Vorstellungen haben. So sind Sauberkeit
 und Ordnung die beiden Begriffe, die chinesische (7) Studenten bei
 weitem am haufigsten mit Te-Kuo, dem Tugendland verbinden.
 Fur viele ist die Bundesrepublik zuallererst ein Industrieland, das
 durch Begriffe wie Wirischaft, Technik und Wohlstand beschrieben
 wird, und Deutsche haben grundsatzlich fleissig, punktlich und
 ernst zu sein. (Plank 1992:28)


In der Untersuchung von Merkelbach im Winter 1993/94 unter Germanistikstudenten in der Deutschabteilung der Fu Jen Universitat bei Taipei ergibt sich das folgende Bild:

Positive Eigenschaften von Deutschen, die eine Zustimmung von 80-99% erfahren:

nachdenklich, wissenschaftlich denkend, methodisch, erfinderisch und intelligent

Eigenschaften, die zwischen 85-90% liegen: ehrlich, beharrlich und prakfsch und

bei mehr als 80% Bejahung befinden sich: sportlich, kunstlerisch und musikalisch.

Negative Eigenschaften, die den Deutschen (Zustimmung 85-90%) zugeschrieben werden, lauten: direkt, duferst nationalistisch, voller Anspruche und reserviert. (Zitiert nach Moller 1999:99)

Die Auseinandersetzungen Wangs (1998) in ihrem Buch ,Leben in Deutschland" gehen nicht uber die Eindrucksbildung der Germanistikstudenten in Taiwan von Deutschen und Deutschland hinaus. Sie bieten jedoch eine reichhaltige Diskussionsgrundlage und sensibilisieren die Studenten dafur, sich intensiv mit deutscher Denkund Lebensweise im Fach "Deutschlandkunde" zu beschaftigen.

Um festzustellen, uber welche Stereotype Studenten, die bereits Kontakte mit Deutschen haben bzw. zu einem Aufenthalt in Deutschland waren und jene die keine Verbindung zu Deutschen haben, verfugen, hat Pahn (2001) eine Befragung unter den Studierenden des 1. bis 4. Jahrgangs in der Deutschabteilung der Fu Jen Universitat durchgefohrt.

Unlusoy hat eine Umfrage unter den Studenten, die aus verschiedenen Fachrichtungen kommen und im Deutschen Kulturzentrum in Taipei Deutsch lemen, durchgefohrt. Die Rechercheergebnisse ergaben u.a. folgendes Vorstellungsbild:
 Nach Meinung der meisten taiwanesischen KT (8) passen Begriffe
 wie Humor, Pop, Liebesfilm oder Computer nicht zu Deutschland.
 Statt dessen akzeptierten sie: Kultur, Reisen, Demokratie und
 Sport.
 (Unlusoy 2002:216)


Es verwundert nicht, wenn man die Darstellungen von Plank, Merkelbach und Unlusoy betrachtet, dass taiwanesische Studenten sehr oft vornehmlich positive Eigenschaften mit den Deutschen assoziieren. Schon bevor sie mit ihrem Studium in der Deutschabteilung anfangen, kann man feststellen, dass sie bereits diese Bilder von Deutschen und Deutschland haben.

Bei einer mundlichen Prufung for die [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] (tuijian zhenshi) (9) im Jahr 2004 in der Deutschabteilung an der Fu Jen Universitat for Schuler, die von ihren Schulen die Emipfehlung bekamen, an der Prufung teilzunehmen, bzw. die auf eigenen Wunsch an der Deutschabteilung studieren mochten und deshalb diese Prufung ablegen wollten, lauteten die Antworten von den Kandidaten auf die Fragen, warum sie in der Deutschabteilung studieren mochten, fast immer so: Weil deutsche Produkte von guter Qualitit seien und Deutsche ernst, ehrlich, praktisch, diszipliniert, ordnungsliebend und fleissig seien. Ferner wurde gefragt, "Woher haben Sie diese Bilder?". Daraufhin kamen die Antworten: von den Eltern, von den Lehrern in der Mittelschule sowie aus Buchern und Filmen. Dies entspricht auch den Forschungsergebnissen von Lo (2005), dass Deutschland in Taiwan aus historischem Kontext heraus ein positives Fremdbild hat.

3. Verwendete Forschungsmethoden

3.1. Ausgewahlte Gruppen

Um einen soliden Untersuchungskorpus zu bekommen, wurde eine Umfrage durchgefdhrt und dazu ein Fragebogen (Muster siehe Anhang) an alle 6 Universitaten, die ihre Studenten zu einem Sprachaufenthalt nach Deutschland schicken, versandt.

Insgesamt wurden 112 Fragebogen aus- und 106 Exemplare zuruckgegeben, das bedeutet, dass ca. 95% der angesprochenen Studenten an der Umfrage teilgenommen haben und ihre Fragebogen bearbeitet und abgeliefert haben. Alle zuruckgesandten Formulare waren ordnungsgemass ausgefullt und wurden somit zur Auswertung herangezogen.

3.2. Forschungsmethoden

Zur Erforschung eines Auslandsbildes und der ihm zugehorigen Stereotypen stehen verschiedene Methoden zur Verfugung (Bassewitz 1990:27):

* die Techniken des Eigenschaftsverfahrens

* die Untersuchung von Literatur

* die Analyse von Presse-Inhalten

* die Auseinandersetzung mit dem Inhalt von Schulbuchern

* die Methode der historischen Quellen- und Dokumentenforschung

Unter den oben genannten Methoden scheint es fur die vorliegende Arbeit angebracht, die Techniken des Eigenschaftsverfahrens zu verwenden. Weiterhin wird das Worterbuch zur Klassifizierung ethnischer Stereotype von Ehrlich (1979) als Grundlage des Fragebogens fur diese Untersuchung zu Hilfe genommen. Der Vorteil des Worterbuches nach Ehrlich liegt darin, dass neue Begriffe, die im Laufe der Zeit entstanden sind, in einer Befragung hinzugefugt wurden konnen.

Neuere Worter wie Umweltschutz und tierlieb, die nicht im Klassifizierungsworterbuch enthalten, mittlerweile jedoch gelaufig sind und den Deutschen zugeschrieben werden, wurden in diese Arbeit mit einbezogen.

In diesem Aufsatz befinden sich also positive und negative Charaktereigenschaften, mit denen die Deutschen in den letzten Jahrzehnten oft in der taiwanesischen Presse assoziiert wurden sind. (vgl. Lo 2005)

Als "Pilotstudie" wurde die Umfrage mit 32 positiven und 14 negativen Charaktereigenschaften auf Deutsch unter den Studenten an der Fu Jen Universitat durchgefuhrt, nur ein paar sprachlich "schwere" Begriffe wurden mit einer chinesischen Ubersetzung erklart.

Um sicherzustellen, dass alle befragten Studenten die Begriffe unter der gleichen Bedeutung verstehen, wurden spater alle deutschsprachigen Worter fur die relevanten Eigenschaften im Fragebogen fur die Studenten der Universitaten Wenzao, Wenhua, Soochow, Tamkang und der Ersten Technischen Universitat Kaoshiung auch mit einer chinesischen Ubersetzung versehen.

Uber das Ankreuzen der Wertigkeit der Eigenschaften hinaus konnten die Befragten auch noch eigene Argumente und Erklarungen hinter die jeweilige Charaktereigenschaft hinzufugen. Diese Begrundungen dienten gleichzeitig zur Uberprufung des angekreuzten Zustimmungswertes der Eigenschaft. Das heissk, die angekreuzten Werte sollten mit den Argumenten ubereinstimmen. Zum Schluss wurde im Fragebogen noch eine Moglichkeit geboten, weitere Eigenschaften, die im Fragebogen nicht enthalten sind, ihnen aber wahrend des Aufenthalts in Deutschland begegnet oder aufgefallen sind, zusatzlich noch selbst aufzulisten.

Daruber hinaus wurden die positiven und negativen Charaktereigenschaften in den Fragebogen fur alle Universitaten in alphabetischer Reihenfolge angeordnet, um zu verhindern, dass die Befragten beim Ausfullen des Fragebogens eventuelle Vorurteile in positiver wie negativer Richtung mit in ihre Wichtung einfliessen lassen wurden. Bei der graphischen Analyse der Untersuchung werden die positiven und negativen Eigenschaften jedoch getrennt dargestellt, um die Ergebnisse besser veranschaulichen zu konnen.

3.3. Erlauterungen zu den Diagrammen

In den Fragebogen wurden die Charaktereigenschaften in Bezug auf Deutsche und Deutschland alphabetisch aufgelistet und dann mit den Spalten "vor" und "nach" dem Aufenthalt in Deutschland versehen. Daneben gibt es noch eine freie Spalte, damit die Teilnehmer eigene Bemerkungen und Begrundungen fur ihre Wertzuordnungen darlegen konnen. In den Spalten "vor" und "nach" gibt es jeweils drei Moglichkeiten zum Ankreuzen: "stark", "mittelmassig" und "schwach". Hiermit kpnnen die Befragten ihre Zustimmungs-intensitat zur jeweiligen Eigenschaft von Deutschen und Deutschland differenzieren. Bei der anschlieBenden Auswertung der Fragebogen wurde "stark" mit 3 Punkten, "mittelsssig" mit 2 Punkten und "schwach" mit 1 Punkt bewertet. Die Gesamtpunktzahl der jeweiligen Eigenschaften, getrennt fur die Zeitpunkte vor und nach dem Auslandsaufenthalt, wird zunachst durch Addition aus den Einzelpunkten der Zustimmung der Teilnehmer ermittelt und im Anschluss durch die Anzahl der Befragten an der jeweiligen Universitat geteilt, um somit einen Durchschnittswert fur eine gefragte Eigenschaft an einer bestimmten Universitat zu erhalten.

4. Darstellung und Analyse der Ergebnisse

Da von den 112 ausgegebenen Fragebogen 106 vollstandig und korrekt ausgefullt zuruckgegeben wurden sind, kann man davon ausgehen, dass aufgrund der relativ grossen Anzahl der befragten Studenten ein ausgewogener und aktueller Meinungsquerschnitt zum Befragungszeitpunkt aufgenommen wurden konnte. Somit ist festzustellen, dass diese Umfrage einen relativ stabilen Korpus fur eine Untersuchung liefert.

4.1. Vergleich der Fremdbildparameter vor und nach dem Studienaufenthalt in Deutschland

Als Ausgangspunkt fur die Bewertung (der Verlinderung der Fremdbildparameter) wurden die Angaben der Befragten, die sie fur den Zeitpunkt vor ihrem ersten Deutschlandaufenthalt gemacht haben, zugrunde gelegt. Die graphische Darstellung der Befragungswerte zum Zeitpunkt "vor", hier auch "vor "--Kurve genannt, erfolgt mittels einer blauen Verlaufskurve in den Diagrammen. Die ermittelten Zustimmungswerte, die auf den Zeitpunkt nach der Ruckkehr der Studenten aus Deutschland fallen, sind im Diagramm durch eine rote Verlaufskurve, hier auch "nach"--Kurve genannt, eingezeichnet worden.

Ferner werden alle behandelten Eigenschaften nicht in der alphabetischen Reihenfolge dargestellt, sondern aufsteigend sortiert nach dem Zustimmungswert der schwarzen "vor"--Verlaufskurve. Hierbei ist der Stellenwert der jeweiligen Eigenschaft und der Wandel nach dem Aufenthalt (graue Verlaufskurve) ubersichtlicher dargestellt.

4.1.1. Fu Jen Universitat

[GRAPHIC 1 OMITTED]

Analyse des Wandels der Zustimmungswerte unter den Studenten der Fu Jen Universitat:

A. Wandel der positiven Eigenschaften nach dem Aufenthalt:

zunehmend: freundlich, hilfsberelt, selbstkritisch, kunstlerisch, korrekt, sparsam, wissenschaftlich denkend, ehrlich, tierlieb, pflichtbewussi, diszipliniert, demokratisch und umweltbewusst

gleichbleibend: anti-nationalsozialistisch, methodisch, grundlich, gerecht, vernunflig und sportlich

abnehmend: intelligent, reich, fleissig, fortschrittlich, patriotisch, leidenschaftlich, efzient, ordentlich, praktisch, prazise, sauber, ernsthaft und technikorientiert

B. Wandel der negativen Eigenschaften nach dem Aufenthalt::

zunehmend: arrogant

gleichbleibend: abergldiubisch, korrupt, sexsfchtig

abnehmend: rechtsradikal, grausam, aggressiv, reserviert, ethnozentrisch, kalt, humorlos, auslanderfeindlich, kriegerisch und stur.

4.1.2. Wenzao College

[GRAPHIC 2 OMITTED]

Analyse des Wandels der Zustimmungswerte unter den Sludenten des Wenzao-Colleges:

A. Wasdel der positiven Eigenschaften nach dem Aufenthalt:

zunehmend: leidenschaftlich, sparsam, hilfsbereit, reich, freundlich, grundlich, sauber, demokratisch, kunstlerisch, patriotisch, sportlich, ehrlich, methodisch, ordentlich und pflichtbewusst

gleichbleibend: vernunftig, wissenschaftlich denkend, gerecht, tierlieb, prazise, ordentlich und umweltbewusst

abnehmend: anti-nationalsozialistisch, selbstkritisch, intelligent, korrekt, flessig, praktisch, technikorientiert, ernsthaft, fortschrittlich, diszipliniert und effizient

B. Wasdel der negativen Eigenschaften:

zunehmend: korrupt, sexsuchtig, kriegerisch und stur

gleichbleibend: aberglaubisch, rechtsradikal

abnehmend: grausam, aggressive, arrogant, reserviert, humorlos, auslanderfeindlich, ethnozentrisch und kalt

4.1.3 Chinese Culture University (CCU, Wenhua Universatat)

[GRAPHIC 3 OMITTED]

Analyse des Wandels der Zustimmungswerte unter den Studenten der Wenhua Universitat:

A. Wandel der positiven Eigenschaften nach dem Aufenthalt:

zunehmend: freundlich, hilfsbereit, intelligent, leidenschaftlich, kunstlerisch, ehrlich, korreki, sparsam, gerecht, grundlich, patriotisch, sauber, sportlich, tierlieb, fortschrittlich, methodisch und umweltbewusst

gleichbleibend: anti-nationalsozialistisch, selbstkritisch, feissig, pflichtbewussi, praktisch und diszipliniert

abnehmend: reich, effizient, wissenschaftlich denkend, ordentlich, prazise, demokratisch, technikorientiert und ernsthaft

B. Wandel der negativen Eigenschaften:

zunehmend: aberglaubisch, arrogant, sexsuchtig und reserviert

gleichbleibend: korrupt, rechtsradikal, grausam, stur und ethnozentrisch

abnehmend: aggressiv, kriegerisch, auslanderfeindlich, humorlos und kalt

4.1.4. Soochow Universitat

[GRAPHIC 4 OMITTED]

Analyse des Wandels der Zustimmungswerte unter den Studenten der Soochow Universitat:

A. Wandel der positiven Eigenschaften nach dem Aufenthalt:

zunehmend: leidenschaftlich, freundlich, hilfsbereit, ehrlich, sparsam, kunstlerisch, fleissig, korrekt, tierlieb, sportlich, umweltbewusst und methodisch

gleichbleibend: intelligent, pflichtbewusst, prazise, wissenschaftlich denkend demokratisch und praktisch

abnehmend: anti-nationalsozialistisch, selbstkritisch, reich, gerecht, sauber, effizient, ernsthaft, patriotisch, vernunftig, diszipliniert fortschrittlich, ordentlich und technikorientiert

B. Wandel der negativen Eigenschaften:

zunehmend: sexsuchtig

gleichbleibend: aberglaubisch, korrupt, rechtsradikal, stur

abnehmend: grausam, kriegerisch, reserviert, aggressiv, humorlos, arrogant, kalt, ausldnderfeindlich und ethnozentrisch

4.1.5 Tamkang Universitat

[GRAPHIC 5 OMITTED]

Analyse des Wandels der Zustimmungswerte unter den Studenten der Tamkang Universitat:

A. Wandel der positiven Eigenschaften nach dem Aufenthalt:

zunehmend: leidenschaftlich, anti-nationalistisch, hilfsbereit, kunstlerisch, tierlieb, sportlich und umweltbewusst

gleichbleibend: freundlich, ehrlich, reich, patriotisch, wissenschaftlich denkend und demokratisch

abnehmend: selbstkritisch, sparsam, grundlich, korrekt, gerecht, intelligent, sauber, fleissig, pflichtbewusst, prazise, technikorientiert, ernsthaft, effizient, methodisch, ordentlich, praktisch, vernunftig, diszipliniert und fortschrittlich

B. Wandel der negativen Eigenschaften:

zunehmend: aberglaubisch, korrupt, sexsuchtig, arrogant, auslanderfeindlich und ethnozentrisch

gleichbleibend: grausam, rechisradikal, stur

abnehmend: kriegerisch, aggressiv, reserviert, humorlos und kalt

4.1.6. 1. Technische Universitat Kaoshiung

[GRAPHIC 6 OMITTED]

Analyse des Wandels der Zustimmungswerte unter den Studenten der 1. Technischen Universitat Kaoshiung:

A. Wandel der positiven Eigenschaften nach dem Aufenthalt:

zunehmend: leidenschaftlich, selbstkritisch, korrekt freundlich, grundlich, hilfsbereit, anti-nationalsozialistisch, kunstlerisch, patriotisch, pflichtbewusst, praktisch, sportlich und tierlieb

gleichbleibend: sparsam, ehrlich, vernunftig, methodisch, ordentlich, wissenschaftlich denkend und umweltbewusst

abnehmend: intelligent, effizient, fleissig, gerecht, reich, sauber, ernsthaft, fortschrittlich, technikorientieri, demokratisch und diszipliniert

B. Wandel der negativen Eigenschaften:

zunehmend: stur

gleichbleibend: aberglaubisch, korrupt, rechtsradikal

abnehmend: aggressiv, kriegerisch, auslunderfeindlich, grausam, sexsuchtig, arrogant, humorlos, kalt, reserviert und ethnozentrisch

4.2. Auflistung der gewandelten Eigenschaften

Die Ergebnisse zeigen deutlich, welcher Wandel sich im Deutschlandbild der Germanistikstudenten nach ihrem Studienaufenthalt in Deutschland vollzogen hat im Vergleich zu ihren Angaben zum Zeitpunkt vor ihrem Auslandsstudium. Die wichtigsten Verunderungen im Deutschlandbild der Studenten werden im Folgenden noch einmal zusammenfassend ubersichtlich dar estellt:

A. Positive Eigenschaften, die nach dem Aufenthalt zugenommen haben:

* ehrlich, freundlich, hilfsbereit, korrekt, kunstlerisch, leidenschaftlich, sparsam, sportlich, tierlieb und umweltbewusst

B. Positive Eigenschaften, die nach dem Aufenthalt abgenommen haben:

* diszipliniert, effizient, ernsthat fleissig fortschrittlich, intelligent, ordentlich, reich, sauber und technikorientiert

C. Negative Eigenschaften, die nach dem Aufenthalt zugenommen haben:

Es gibt keine negativen Eigenschaften, die an min. 4 Universitaten zugenommen haben.

D. Negative Eigenschaften, die nach dem Aufenthalt abgenommen haben:

* aggressiv, auslanderfeindlich, ethnozentrisch, grausam, humorlos, kalt, kriegerisch und reserviert

Bei den positiven Stereotypen ist die Zunahme und die Abnahme uneinheitlich. Zu erklaren ist diese Tatsache so, dass man ein realitatsnahes Fremdbild von Deutschen und Deutschland erworben hat, nachdem man in Deutschland eine Zeit lang gelebt und personliche Kontakte mit Deutschen geknupft hat. Deswegen kann man auch eigene Erfahrungen in die Bewertung mit einfliessen lassen. Die negativen Eigenschaften aggressiv, ethnozentrisch, grausam und kriegerisch stammen eigentlich aus der nationalsozialistischen Zeit. Es ist verstandlich, dass sie heutzutage wenig von Auslindern wahrgenommen werden. Interessant ist jedoch, dass die oft anzutreffenden Klischees gegenuber Deutschen wie z.B. humorlos, kalt und reserviert von den taiwanesischen Studenten im Umfrageergebnis wenig bestatigt worden sind.

Negative Eigenschaften mit gewisser Relevanz fur taiwanesische Studenten zahlen zum Sammelbegriff der Auslanderfeindlichkeit, die jedoch von der Mehrheit der Befragten nicht bestatigt wurde (gleichbleibend: 1 Nennung; abnehmend: 5 Nennungen). Eine Untersuchung von negativen Eigenschaften, die auf auslanderfeindliche Tendenzen hindeuten, ist deshalb bedeutsam, weil diese Attribute auslandische Studierende bei ihrer Entscheidung fur oder gegen den Studienstandort Deutschland massgebend beeinflussen konnten.

Mogliche Erklarungen, dass dieses negative Bild des auslanderfeindlichen Deutschen nicht mehr so in den Vordergrund tritt, konnten die folgenden sein:

a) Deutsche sind gegenuber auslandischen Studierenden doch nicht so negativ und feindlich eingestellt;

b) die meisten Befragten haben in Westdeutschland in Universitatsstadten ihre Studienstandorte gehabt, wo weniger uber Auslanderfeindlichkeit berichtet wurde;

c) seit dem Jahr 2001 herrschen auch in Europa und speziell in Deutschland verschRrfte Sicherheitsvorschriften im Rahmen des globalen Anti-Terrorkampfes und

d) man ist in Deutschland z.B. gegenuber Taiwanern, Japanern und Koreanern offener und freundlicher eingestellt, als gegenuber anderen Auslundern aus Regionen wie z.B. Afrika.

Auf jeden Fall ist es positiv zu interpretieren, dass die taiwanischen Studenten in Deutschland selbst keine schlimmen auslAnderfeindlichen Taten erlebt haben.

4.3. Die von den Befragten selbst hinzugefugten Eigenschaften

Wie eingangs schon erwahnt, wurde die Moglichkeit angeboten, zusatzliche Charaktereigenschaften, die in dem Fragebogen nicht aufgelistet waren, selbst anzufdhren. (11) von den 106 Teilnehmern der Studie haben von ihnen beobachtete bzw. erlebte Eigenschaften dargestellt.

Positive Eigenschaften:

--unabhdngig, urlaubslustig, gute Wohfahrt, schonheitsliebend

Von negativ vor dem Aufenthalt auf positiv nach dem Aufenthalt gewandelte Eigenschaften:

--unzuganglich -> zuganglich,

--empfindsam -> wenig empjindsam,

--geschmackloses Essen -> schmackhaftes und vielfaltiges Essen,

--Kaufer-unfreundliche Geschafte und keine passenden Grossen -> einkaufsfreundlich, preisgunstig und alle Grossen vorhanden,

- wenig sexuell liberalisiert -> sehr liberalisiert

Sonstige, negative bzw. von positiv nach negativ gewandelte Eigenschaften:

--unpunktlich, gesprdchig -> wortkarg,

--Haxen- und Eisbeinesser -> keine Haxen-/ Eisbeinesser (10)

Den Aussagen der Befragten zufolge lasst sich feststellen, dass die Studenten Deutsche und Deutschland zwar ziemlich positiv bewertet haben, jedoch auch negative Eigenschaften wie z.B. unpunktlich nennen.

Kulinarisch gesehen, sieht man vor Ort selber, dass von Deutschen vielleicht doch nicht so viei Haxen und Eisbeine verzehrt werden, wie man es sich noch vor dem Aufenthalt in Deutschland vorgestellt hat.

4.4. Zusammenfassung der Ergebnisse

Die 6 Diagramme zeigen deutlich, dass in den Vorstellungen der Studenten vor ihrem Aufenthalt im Gastland hauptsfichlich positive Stereotype fiber Deutschland vorzufinden sind.

Nach dem Aufenthalt in Deutschland vollzog sich jedoch ein Wandel des Deutschlandbildes, das jetzt eine viel grofere Differenzierung der positiven Eigenschaften aufweist. Die rote Verlaufskurve (die Werte nach dem Aufenthalt) der positiven Charaktereigenschaften in den Diagrammen ist nicht mehr identisch mit der blauen (die Werte vor dem Aufenthalt). Eine klare Abweichung ist bei alien Studenten der 6 Universitqten zu erkennen.

Gleichfalls auffallend ist, dass die Werte der negativen Eigenschaften sich verringert haben. Das heisst, dass sich die negativen Stereotype, die man vor dem Studium in Deutschland in seiner Vorstellung hat, nach dem Umgang mit Deutschen reduziert haben.

Die den Deutschen in der Untersuchung von Merkelbach und Unlusoy zugeschriebenen Eigenschaften wie z.B. intelligent, reserviert und humorlos werden von den Germanistikstudenten nach ihren eigenen Kontakten und Beobachtungen mit Deutschen nicht mehr sehr hoch bewertet bzw. nicht bestatigt. Das zeigt sehr deutlich den Umstand, dass sich ein Auslandsbild nach dem eigenen Besuch und Umgang mit dem Zielland stark wandeln kann.

Des Weiteren ist noch zu erwi hnen, dass bei der Untersuchung kein auffalliger Unterschied des Deutschlandbildes von Germanistikstudenten in Nord- und Sudtaiwan festzustellen ist.

5. Resumee

Der Aufenthalt im Zielsprachenland ist kein Allheilmittel zum angemessenen Umgang mit Stereotypen. (vgl. Loschmann 1998:25) Ein Auslandsaufenthalt konnte Stereotype sogar verstarken, da man nach der Ruckkehr aus dem Gastland die Ansicht haben kdnnte, dass man ein Kenner des jeweiligen Landes sei, weil man selbst vor Ort gewesen ist. (vgl. auch Keller 1998: 150). Dies kann leicht der Fall sein, falls man im Gastland nur kulturelle perceptas (11)0 wahrnimmt und nicht nach kulturellen konceptas (12) fragt.

Mochte man den Studenten die Kulturunterschiede vermitteln, dann zahlen Kontakte zu den sehr wirkungsvollen Massnahmen, um Stereotype und Vorurteile zu reduzieren. Hingegen sind andere Alternativen wie zum Beispiel Schulbildung, Medien, Gesetzgebung sowie Anderung der sozialen Kategorisierung oftmals weniger erfolgreich. Diese Ansicht vertreten auch Wissenschaftler wie Bierhoff (2000), Maletzke (1996), Schafer (1994), Six (1999) und Thomas (2000).

Nach einem langeren Aufenthalt zum Spracherwerb in Deutschland und durch die dabei entstandenen Kontakte mit deutschen Lehrern und Mitstudenten, Beamten, Gastfamilien, Dienstleistungen usw. haben sich sowohl die positiven als auch die negativen Stereotype in Bezug auf Deutsche und Deutschland gewandelt. Die Studenten kehren also mit einem realitatsnaheren Deutschlandbild als Begleitbonus neben dem Spracherwerb heim, was zu einem erfolgreichen Studium beitragen wird, falls diese Germanistikstudenten spAter ihr Studium noch in Deutschland fortsetzen mochten, da ihnen die Akkommodation (13) oder gar Akkulturation (14) leichter fallt. Weiterhin konnten der personliche Kontakt und der Wandel des Deutschlandbildes eine Anderung der Lese- und Lernweise mit einschliessen. (15) Die Studienerfahrungen an der Universitat in Deutschland konnten ebenfalls zum gezielteren Lesen und Lernen beitragen, denn die Anderung des Fremdbildes zieht unbedingt eine Anderung des Eigenbildes nach: Man lernt Bildungslucken im Mutterland zu erkennen; klart eigene Interessen; will mehr Ober Eigenes und Fremdes wissen. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der Aufenthalt im Gastland (hier am Beispiel Deutschland) auch generell bildungsfdrdernd sein kann.

Fur diejenigen, die kunftig beruflich mit Deutschen / Deutschland zu tun haben werden, sind diese Auslandserfahrungen wertvoll, weil sic als Studenten bereits Kontakte und Interaktionen mit vielen Schichten der deutschen Gesellschaft gehabt haben. Bei der Zusammenarbeit bzw. in Verhandlungen mit deutschen Partnern kann man im Bewusstsein des Gewichtes interkultureller Kommunikation erfolgreicher agieren.

Der Sprachaufenthalt in Deutschland ist keine Garantie fur die Germanistikstudenten aus Taiwan, dass ihre Deutschkenntnisse aufgrund des Besuchs der deutschen Partneruniversitiit automatisch grosse Fortschritte aufweisen. Intensives und konsequentes Lernen sowie die Reduzierung des Umgangs mit ihreren taiwanesischen Kommilitonen in ihrer Muttersprache im Universitatsalltag sind sehr wichtige Faktoren fur ihr sprachliches Fortkommen. Ihr alltaglicher Umgang und ihre Erlebnisse in Deutschland konnen auf jeden Fall als eine wertvolle Lebenserfahrung eingestuft werden, die sic mit nach Hause bringen.

Ob diese Germanistikstudenten ihre Deutschkenntnisse nach dem Austauschprogramm so verbessert haben, wie sic es sich vorher vorgestellt hatten, ist in dieser Untersuchung nicht festzustellen. Aber diese Studie zeigt deutlich, dass sich ihr Deutschiandbild auf Grund der Kontakte im Gastland gewandelt hat.

Vor diesem Hintergrund sei alien Deutschabteilungen in Taiwan empfohlen, den betreffenden Studierenden vor dem Abflug ein interkulturelles Training anzubieten. Relevant fur alle teilnehmenden Studenten an einem Sprachaustauschprogramm in Deutschland ist neben der Vorstellung und Erlguterung von Lehrinhalten, Studiengebuhren und -bedingungen an der deutschen Gasthochschule auch noch eine entsprechende Sensibilisierung fur die Wahrnehmung kultureller Unterschiede. So verhindert man, dass sic in "kritischen Interaktionssituationen" (Bucher 2003) in ihrem Lebensalltag einen "Kulturschock" erleben bzw. erleiden mussen, sollten die deutschen Partner sich nicht nach den Charaktereigenschaften, die sic sich zu Hause im Mutterland vor der Abreise vorgestellt haben, verhalten. (16)

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Yang, Zheng-fei. 2005. "Kulturschock Deutschland" Studentenzeitschrift des Instituts fur Deutsch an der Fu Jen Universitat: Stimme 26.40-42. [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] 2005. [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII]

Studentenzeitschrift des Instituts fur Deutsch an der Fu Jen Universitat." Stimme 26.43-50.

Anmerkungen

(1) Die Forschung wurde vom Forschungs- und Entwicklungszentrum der Fu Jen Universitit finanziell unterstutzt.

(2) Aus Grunden der sprachlichen Vereinfachung wird folgend nur die maskuline Form fur beide Geschlechter aufgefdhrt, entsprechend soll der weitere Text verstanden werden.

(3) Der Austauschvertrag wurde 2006 unterzeichnet. Jedoch werden schon seit 2004 jeweils zwei Studenten von Wenzao zur Universitat Leipzig geschickt.

(4) Die genannten Angaben sind auf den Homepages der jeweiligen Abteilungen zu finden.

(5) gemeint sind hier die Germanistikstudenten in Taiwan.

(6) Worter vom Autor kursiv geschrieben.

(7) Zuordnung fdr Studenten in Taiwan.

(8) Kursteilnehmer.

(9) eine Variante der Aufnahmeprufung fur die Universitat in Taiwan.

(10) Haxen und Eisbeine werden in Taiwan als typisches und schmackhaftes deutsches Essen betrachtet. Beispielsweise wurde eine Haxe in einer Werbung eines deutschen Restaurants in der Broschure "Travel Guide Germany" 2004/2005. S. 23 als Blickfang verwendet.

(11) Bolten zufolge beziehen sich kulturelle perceptas auf die Beschreibung kultureller Wahrnehmungen, wahrend konceptas die Erklarung kultureller Eigenarten bezeichnen. Siehe Bolten 2003, S. 17.

(12) Siehe Fussnote 10.

(13) Akkommodation: "Phase der Aneignung von Kommunikations-und Interaktionsregeln derjenigen Kultur, in die man seinen Lebensmittelpunkt verlagert hat. Hierzu zahlt insbesondere die Aneignung fremdkulturellen Wissens, um in der fremden Gesellschaft handlungsfdhig sein zu konnen". Bolten 2003, S. 61.

(14) Akkulturation: "Aufbauend auf die Phase der Akkommodation werden infolge eines langeren Aufenthaltes in einer anderen Kultur nach und nach deren Werte, Normen, Denkweisen etc. ubernommen und als ,eigene' deklariert." ebd. S. 61.

(15) Dass eine Begegnung mit Studierenden in ancleren Landern/Kulturraumen zu einer Reflexion uber den eigenen Lernstil bzw. die eigene Lernmotivation fuhrt, liegt auf der Hand. Der Besuch der Studentinnen der Fu-Jen Universitat an der FremdsprachenuniversitAt Beijing hat ein anderes anschauliches Beispiel geliefert: "... [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] (Alle Studierende hier (an der Fremdsprachenuniversitat Beijing) sind sehr mutig im Umgang mit der gelernten Sprache, ihre eigenen Meinungen zu aussern. Es scheint so zu sein, class ich nach meiner Ruckkehr nach Taiwan die deutsche Sprache gut lernen und verwenden muss. Das ist mein hochstes Gefuhl am ersten Tag in Beijing.--ubersetzt von T.C. L). Siehe [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] 2005, S. 44, in ,Stimme", Nr. 26.

(16) Hier geht es nicht um Beclenken bzw. eine Vorwarnung des Autors, sondern es gibt bereits Austauschstudenten aus Taiwan, die in Deutschland einen "Kultursehock" erlebten. Siehe Yang "Kulturschock Deutschland" (2005), in ,Stimme" Nr. 26, 2005, S. 40-42.

[TABLE OMITTED]
Tabelle 1: Uberblick uber die Sprachaufenthalts-Programme
verschiedener Deutschabteilungen in Taiwan. (4)

Universitat Startjahr durchschnittliche
 Anzahl
 Teilnehmer/ Jahrgang

Tamkang 1994 20 (3. Jahrgang)
Soochow 1995 20 (3. Jahrgang)
 1999 20 (3. Jahrgang)
Fu Jen 1996 20 (3. Jahrgang)
Wenhua 1996 20 (3. Jahrgang)
 1997 20 (3. Jahrgang)
1. TUK 1999 20 (3. Jahrgang)
Wenzao 2003 5-6 (4. und 5. Jahrgang
 der Fachoberschule
 sowie Studierende des
 zweijahrigen und
 vierjahrigen
 Collegeprogramms)

 2006 (3) 2 (4. und 5. Jahrgang
 der Fachoberschule
 sowie Studierende des
 zweijahrigen und
 vierjahrigen
 Collegeprogramms)

Universitat Startjahr Aufenthaltsdauer Studienort

Tamkang 1994 1 Jahr Bonn
Soochow 1995 1 Semester Munster
 1999 1 Jahr Munster
Fu Jen 1996 1 Jahr Marburg
Wenhua 1996 1 Jahr Siegen
 1997 1 Jahr Heidelberg
1. TUK 1999 1 Semester Bonn
Wenzao 2003 1 Semester Mainz
 2006 (3) 1 Semester Leipzig
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Article Details
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Author:Tsann-ching Lo, Daniel
Publication:Fu Jen Studies: literature & linguistics
Article Type:Essay
Geographic Code:9TAIW
Date:Jan 1, 2006
Words:4769
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