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Appendix: sabbatarian texts.

1. Oswald Glaidt, How, When and Where the Law of Blood or the Judgment of God Should be Implemented, Executed and Practiced, 1530 (extracts).--Manuscript: Presov (Slowakei), Statna vedecka kniznica, V/46 Cl-1, fol. 40v-58v. Copied by Heinrich Gnersich (Genersich) (1), Leutschau (Levoca), 1545.

Wye, wenn unnd wo mann das plueth gesecz oder die gericht Gottes handlenn, fierenn unnd prauchen soil 1530 Osbald Glaydt

Verfluecht, sey, wer gaben nimpth, das eher dye sel des unschuldigenn pluets schlecht. Amenn. Deut. 27d [27:25]. Verflucht sey, wer das recht des fremdlingenn, des weygen unnd der wythwen peiigkt. Amen. Deu. 27c [27:19]. Verflucht sey, wer nicht alle worth dieses geseczes auffrichteth, das er domoch thue. Amenn. Deut. 27d [27:26].|

[41r] Inn Gottes namen, amenn. Johannes der Teuffer sprach czu den Phariseeren unnd Saduceeren: Gott yst mechtigk, ehr mag von diegenn steynenn dem Abraham kynder erkykhenn, Math. 3b [3:9], Luce 3b [3:8]. Diese steynenn seindt die heydenn, Lucae 19f [19:40]. Paulus, der dreiczehendt apostell, sageth, das die haidenn, so yhn Jhesurn Christum glauben, Abrahe unnd der vorheygung kinder seyn, Rom. 4 [4:12-18], beschnitten an hende yhn der beschrteidung Christi, rechte Israelittenn, Rom. 1d [2:29], Coloss. 2c [2:11], wie Moyes gewyfgageth hoth, Deut. 10d [10:16], 30 [30:6]. Petrus beczaigt, das die glaubigenn haidenn lebendige sthein des geystlichen hausges Gottes seyen und die heydin Sare tochter, jha, alter heiligen weyber schwestem, 1.Petri 2a [2:4], 3a [3:6]. Chrystus beschleuscht gar unnd sagt, das vyell vom auf- I [41v] gangk urid nidergangk, mittemacht Lind mittag kummen werdenn, mith Abraham, Igaac unnd Jacob czu tiesch sieczenn etc., Mathei 8b [8:11]. Das sein wier yhn Christo bekertte haiden, die wir die leczsten waren and iczt die ersten sein vor Gott, Lucae 13f [13:30].

Gott der almechtige begerth wind will es haben, das man noch semen wyllen leben sol, wer anders selig werdenn wyll. Dorumb bath ehr seyne gebotth, die czehen wortth, gebenn, das, wer eynn rec.hter Israelit unnd Isaac brueder sein Imola, der soft die von hertzen halten, Exodi 34a, Deut. 4b, 10a. Dye Judenn hetten das gesecze Gottes angenommen, Deut. 5c, und hyltens nieth, Joan. 7c [7:19], Actor. 7g [7:53], weren heuchler, wie alle prophetten klagen und Christus Men in das angeBicht sageth, Mathei 23 [23:13-15]. Dorumb hat sic Gott verstosBen unnd die heiden seine geboth czu haltten berueffth, dahin stimmen alle parabell Christi und die prophetenn, Osee 2d [2:1.25], Roma. 9e [9:25f], 1.Petri 2b [2:10].|

[42r] Wolan, eyn yeder mensch, der in Jhesu Chris to yst, magk die gebotth Gottes woll haltten, Deut. 30 [30:6], Joann. 15a [15:2], Esaie 65. Ursach: Wer mag mith worheyth sprechen, ehr mus in seinem hertzen viel gotten dienen oder muge nith lasfgen, Gottes n.hamen eyttel czu nennen, oder er milge den sabath nith heyligenn? Wer kan sprechen, er moge vatter und mutter und alle oberkeyt nith eererm, nicht furchtenn, so doch das alles unglaubige thun? Wer wirth czum mordenn, huren, stelen, liegen beczwungen den der faull, muethwilligk und viehisch mentsch, der seinem boBen fleysch wie rolg wind esell nochfolgeth, Ps. 32 [32:9]? Worumb widersteheth der boige mentsch seinen fleyschlichen begirderm nicht, die er wider Gotth noch frembden gemahell und gueth hoth, den dorum, das er Gott nicht furcht, dem er doch nicht entrinnen noch wiederstehen mag, Esaie 47a [47:10], Hese. 13c [13:10], Thob. 13a [13:2], 1.Thessa. 5a [5:3]?

Gott spricht: Wer meine gepoth oder 10 worth armimpth I [42v] unnd in Jhesu Christo von hertzerm heldt, der wirth dordurch hie unnd dort leben, Levit. 18a [18:5], Deu. 4a [4:1], Math. 19b [19:17]. Wer aber die gepoth wysBentlich, hoffertigk, grob und mutwylligk ubertrith, es sei em n eynhemischer oder frembder, der hoth den Herrn seinen Gott geschmecht, sein worth voracht und seine gepot lassen anstehen. Er sol schlechtes aus seinem volck ausgereutteth werden, die schulth sey seyn, Nume. 15d oder f [15:32]. AIfo hoth Gott in alle lender rychter unnd regenttenn einge13eczt und Men gerechtickeyth und geriecht befholen, Ecci. 17 [Sir. 17:14], Ro. 13 [13:1], szunderlich aber den, so sein volck heysEen und sein woltten, Deut. 4 [4:8], darnith die frummen und gothfurchtigenn menschen mochten rue haben und die boeBen, mutwylligen gestrafft wurden, 1.Petri 2c [2:14], 1.Thi. lb [1"9]. Und sprach: Dir solt euch noch der heiden recht nicht haltten, aber noch meinen rechten soft ir thun und meine geboth soft yhr haltten, den ych bien der Here, I [43r] euer Gotth, Levit. 18a [18:3]. Ir solt das recht nicht biegenn noch keyn perschon im geriecht kermen noch gaben nemmen, den die goben plenden die augen der weysigenn, Ecci. 20 [Sir. 20:31], und mathen krumb die rechten sachen, Deutero. 17 oder 16d [16:19]. Ir solt denn kleinen als den grosfgen, den armenn wie den reychen horenn und euch vor niemanths perschon scheuen etc., Deut. lbc [1:17]. Jr solt weder die gesth, weysigen noch witwenn weder beleydigen noch freflen und keyn unschuldigk plueth vergiesfgen, Hieremie 22a [22:3]. Jr solt nycht verkertte gesecz seczen oder tmpilliche beschwerung aufrichten, vyell lieber abpringen, Es. 10a [Jes. 10:1]]. Ir solt demuttig, senfft unnd doch auch streng seyn, eynem yedem, was recht, gotlich und pillich yst, widerfaren lasfgen, Ecci. 10, 32, 37d. Jr solt gotfurchtige und weysge raeth haben, Pro. llb [11:14]. Yedoch secht selbes dorauf, das ir nicht der menigk noch vom rechten weycht, Exodi 23a [23:2].

Summa: Yhr vorrichteth | [43v] nicht eynes menschen, szunder Gottes geriecht. Darumb secht, was ir thueth, den was ir urthailt, das wirth iiber euch selbest kummen. Seyth gothfirchtig und tueth alle dingk mit fleyg unnd ganczem herczen, 2.Para. 19b [19:9]. 0 yhr khonig, fursten und herrn, yhr rychter und beyBczer, wie eyn schwer ampt habt yhr urtd grosEe raittung! Biettet Gott -umb weyi3hayth, 2.Para. lc [1:10], Jacob. la [1:5], unnd seheth wol auff, den Gotth wyll, das rechte geriecht gehalttenn, landt und leuthe woll geregierth, wyttwen unnd wy8enn beschirmeth, straS unnd steyg versorgt unnd versichert werderm sollenn, Esai. le [1:26]], 59a [1:4], Hie. 24d [21:12?], 22a [22:1]. Jr bedurft gros13er weysheyth woll, domith yhr czwischen den partheyen rechte urthayll ehrkennen mogktt. Beseheth, was Salomon myth denn czweyen f-rauen gethann hath, 3.Regurn 3c [1 Kon. 3:16ff]. Also solt yhr auch fursichtig sein, nith aller hirBag (2) glauben noch schnell urtheylenn. Wer ungerecht yst, schmeychelt und macht seyn sach gutth, yhr solt aber denn betruek aus wortten und geberden erkennen, Prover. 26c [26:25], I [44r] wie euch die geschriefft gotter nenneth, Ps. 82 [82:6], Exodi 21a [21:6], 22b [22:8]. Wehe aber euch und uber wee, so ir nicht recht thueth, den Gott wirt das unschuldigk blueth von euern henden erfordem unnd alles unrecht an euch suchen, Joel 4d [4:21], Ezechielis 6 [6:11], Ps. 9 [9:13]. Ja yhr werdt grauBame und unausprechliche pein leiden musBen, Sap. 6 [6:6]. Ich wiell entschuldiget sein und warnen euch, geeth recht mit eurem ampt umb, Ezechiel 3 [3:18f]. Szo werdet yhr als die sternenn scheinen, Daniel 12a [12:3].

Ihr sollt boBayth noch der gelegenheyth der ubertrettung straffen, ainttweder czum todt odder czum elendt oder czur straff des guets, oder doch gewies czum gefencknuB, 1.Esdre 7d [Esr. 7:26]. Doch wist, das muthwyllen, wysBenheyth unnd betrueg den faall schwer machethenn, Nume. 15c [15:30f], Hiere. 10d, Pro. 15 [15:32], 18a [18:1f]. | [44v] Dorurnb sol man alle umstendt woll erfaren, damit man mith der straff nit czu viell noch czu wenigk thue, wie Gotth auch handelt, Sap. 11c [11:16], und Christus lerneth: Alles, was ir woldt (spricht er), das euch die mentschen thun sollen, das tuth yhn hyenwieder, Math. 7c [7:12], das yst das gesecz und dye prophetenn.

Derhalbenn szo bekhen ich woll bedechtigk unnd frey, das keyn urtheil so gering und keyn schriefft in ganczem Bibel so klar sey, oder man bediirff weysger und gothfurchtige menner, die doruber rathschlagen. Beseheth, wie Christus sage, wer czu seinem brueder muff, racha oder narr spriecht, wes er schuldigk sey, Mathei 5c [5:22]. Ach Gott, was seczt die weldt fuer leuth und junckher yber das mentschliche plueth, far wekhes Gotth der almechtieg seinen liebsten szon, Jhesum Christum, dargestregt hoth, Rom. 8f [8:32]. 0 yr christlichen herrn rychter und beysiczer, tueth ym nicht alBo, szunder handelt mittleidig und senfftmuettigk, ebenn wie yhr woldt, das mann uber euch rychten solt, | [45r] wen yhr yhrn eben gleychenrt faal weereth. Doch das dem wort Gottes nicht entczogenn sey noch werth und das fleysch nicht lieber sey den der gayst, welches em n czurrutte (3) ordnung heutte bey fielen yst. Got, unser getreuer Vatter, vorleycht euch sein geyst, gnad unnd krafft, das ir recht regieren, im guttem bis an das endt verharren und durch Jhesum Christum seligk werden moegkt. Amen.

Merck woll, was man straffen wiell, das son man ahm ersten vorbietten, wie Gotth Levit. 18 vorbeuth und dorrtach am 20. straffeth. Warth nicht auff anklag, wie die haiden thun, straff und erledig den, der unrecht tuth tthd leideth, Ecci. 4b [4:9]. Hore kein anklag, es sei dan der gegenthaill vorhandenn, Deut. 25a [25:1], 2.Para. 19 [19:6]. Sc.hau alle wegk, aus was ursach, wie, wo, und von wem die sundt geschehen yst. Im gericht erpartn dich keines ungerechtenn, I [45v] ob ehr schonn arm yst, Exodi 23a [23:3]. Wer unrecht ehrkanth wirth, den vorgewis pis auff weytter bescheide, Levit. 24c [24:12]. A-uf eines mentschenn czeugnus soil niemantz sterben, Nume. 35d [35:30], sunder auff czweyer etc. Schau, das die czeugenn warhafft seyn, nit wie die waren, die uber Naboth, Christum und Steffanum czeugetherth, 3.Regum 21d [1 Kon. 21:13], Math. 26f [26:60], Acta 5d [6:13]. Du solt keyn vorsienung noch geldt nemmen yber denn, der des todes schuldigk yst, Nume. 35d [35:31]. Wer ahn eyn holtz gehangenn wirth, soil desselben tages begrabenn .werdenn. Gedenck auch, was obenn von Gotth czu thtin bevolhen yst.[ ... ]

| [47v] [3.sup.um] praeceptum. Das driet gebott: Den sabathstag behalt, das du yn heyligest, wie dier dein Herr und Gott gepotten hoth

Eben wie Gotth herczen unnd czungen in den erstenn czweienn gepotten pegerth, alBo wiell er auch den leyb haben, domit es alles, gedancken, worth und werck, mytheinander eynn ganczopffer Gotth gegeben werdt, ayn lebendigk, heilig und wolgefellig hosti oder auffopfferungk, Rom. 12a [12:1].

Straf: Wehr den sabath entheyligeth, der soll des todes sterben, den wer eyn gescheft darinen thueth, des seel soil ausgerottet werden vom volck, Exod. 34bc [34:21]. Der holcz klaubeth, wirth versteinigeth, dorumb das er den sabath freflich ubertrath, Num. 15d [15:32-36]. Der sabath was czu eynem wocherunarck gerotten, Nehernias aber both mith grosBer weyBheyth, mie unnd fleyB das volck unterwiesBenn und herwieder auffgericht, was aus ableBigkeyth und poBheyth abkhommen was, 2.Esdr. 13c [Neb. 13:15-22]. AlBo soll man mith der czeyth mitBam (4) yhn der forcht Gottes, was nidergefallen, wieder auffpauenn, Acto. 15d [15:16-18], Amos 9c [9:111]. | [48v] Die Machabei in der grosBen todesnoth haben den sabath czuruth (5), Mach. 2e [1.Makk. 2:31-48], alBo Davidt, 1.Reg. 21b [1 Sam. 21:7], und die priester, Math. 12a [12:5], und was nicht unrecht. Christus spricht, es geczirne am sabath woll czu thuerm etc., Math. 12b [12:12]. Der sabath yst von des mentschen wegen und nicht der mentsch von sabaths wegen, Mar. 2d [2:27]. Der szun und tochter, knecht und diren, auch der frembdling sol an dieBem tag frey haben, ja darczu gehalten werdenn, das sie den rechten ewigen sabath, Esai. 66g [66:23], betrachtenn und suchenn. OchBen, eseell und alles viech soil rhue am sabath haben, den er yst ein figur des ewigenn und eyn czeychen der hoffnungk, Ezech. 20 [20:12]. Wer eyn geschefft am sabath thueth, soll des todes sterben, Exodi 31d [31:14]. [ ... ]

| [57r] Beschlues

Gotth bath die 10 worth oder geboth geben, das, wer dye heldt, sol dordurch leben, wie obgesagt, wer sic aber ubertrieth, der soll von den mentschenn, die Gotth yhn die obrickeyth geseczt hoth, gestrafft werden. Dornoch wissen sich alle mentschen czu halten. Hie sicht man, wo eynn gottselige herschafft oder nit, den die christliche | [57v] obrickeyth siech[t] auff ir ampth und strafft die ubelthetter der 10 geboth Gottes und macht guette ordnung und pollicei, damit auch die ursach der szfuden, als greinen, czancken, spielen, scheltten, truczen, spoten, tanczenn, czutrincken, kunigslesterenn etc., vermitten werdt, wie auch die alten gethann habenn, als noch pier- oder feuerglocken (6), scharwacht (7), schulczucht (8) und auf denn pergen und neben der stras die gelgen und reder beczeigenn, domith jeder gewarneth die geboth Gottes halt, ader er werdt gestrafft werden. Das was und yst recht und gut, wu man dornoch lebt und handelth.

Dye uncristlich obrickeyth aber strafft die ubertreter der mentschengeboth und acht gar wenig, was wider Goth geschicht, sie mus dan schanden halben thun (9); gleich wie Saul die unschuldigenn Gabaonitter schlugk, 2. Regum 21 [2 Sam. 21:1], und der Amalechitter erparmt er sich, 1.Regum 15 [1 Sam. 15:9], peide wider Gotth.

Wolan, wo nith ausgedruckte straff ym worth Gottes erfunden wirth, soli man auff die histori sehen, wie die gottseligenn etwann dasselb laster gestrafft habenn, findet man das auch nith, so sollen die gotter fursichticklich handlenn, | [58r] das denn noch das ubel gstrafft werdt, wie woll nith czum todt.

Sprichstu, was dan fur underschiedt czwischen uns und den Juden sey? Antworth: Am grosBe, den die Judenn vor Christi czukunft musthen gleych so woll als wier lyb und lebenn umb der warheyth wyllen darstrecken, wolden sie anders seligk werdenn, unnd uber das auch das gancz priestergesecz mith so vyel opffem, vasthen, reinigenn, beschneidenn etc. urnb der bedeuttung wyllen haltten. Und welcher auch dasselb stolcz ubertrath oder vorspottet, der must sterben, wie man Num. 15d [15:30f1, Exo. 12 etc. sicht, ai.f3o sein sie viell lieber gestorben, [als] das sie das czeremonische oder priestergesecz ubertretten woltten, 2 Macha. 6:7. Und von dem allem hoth uns Christus gefreieth, fur das gesecz die gnadt und fur den schatten die warheyth geben, Joan. lb [1:17], das wier nur drey czeremony in der gedechtnis seiner erledigung, woltath und czuBagen fleyssigk haltten sollen, als die tauff, nachtmall urn-id sabath. Wer die vor- | [58v] spotten und stolcz ubertretten wurdt, rneynstu, man sol yhms vor gering achtenn, wie auch viell, ee sie das thun wolttenn, gestorben seynn? Wer sich aber em n mittell ader dispensacion in den gerichten Gottes (on die Gotth selbest meldet) madlenn wyll, der mus auch in denn gebotten aines czulassen. Ende.

2. Petition of Sabbatarian Anabaptists to Duke Albrecht of Prussia; their enclosed Confession of Faith. South Moravia, May 23, 1535.--Manuscript: Berlin, Geheimes Staatsarchiv Preuflischer Kulturbesitz, XX, HA Hist. StA Konigsberg Ostpr., HBA A 5, Nr. 230, pp. 3-10. Original.

Gnad, fried und ewiges leben von Got durch Jest= Cristum. Durchleuchtiger hochgeporner furst, gnedigster herr, euer furs tlichen gnaden wunschen und pitten wir von Got unserm Vater gesundheit an sehel und an leip und gotseliges lang leben mit unnser aller underthenigkeit und cristlicher gehorsam.

Hochgepomer furst, gnedigster herr, euer furstlichen gnaden ist wol wissen, wie der allerhochst, unnser aller einiger Got und Vater, in dieser letzten geferlichen zeiten sein gotlichs wort und himlischen willen so gnedigclich eroffent, und sein liecht so herrlich scheinen lest, damit er alle merischen underweiset, von dem bosen leben der weltlichen wollust abzustehen und nichter (10), gerecht und gotselig in dieser welt zu leben und also der heiligen hoffnung und zuekonfft der ehren des groBen Gots und unsers heilands Jesu Cristi zu erwarten. Also sein auch wir, gnedigster herr, dem hochsten Got nach pesten-t vleis zu dienen bewegt worden. Und nachdem wir selbs das gotliche wort gehort, erkandt und verstanden, haben haben wir Got von hertzen gelobt, sein wort wol bedechtig angenommen, bekent und uns darein von hertzen begeben. Sein auch nach der ordenung Jesu Cristi daruber getaufft worden. Verhoffen uns auch, wie bitgher, durch die hulffe Gots, geduldig und bestendig darin zu verham etc. | (4) und wiewol unnser vii getodt, gepeinigt, verjagt und verfolgt sindt, hat dennoch der frome Got nach seiner barmhertzigkeit uns armen nit allein genedige herschafft, sunder auch rechte und gotsforchtige vatter im land Mherem verordnet, under welchen wir bifgherr in aller underthenigkeit and gehorsam gotseligclic_h und friedsam leben mochten. Der ewige Got betzak men die treue und woltadt, das bieten wir unauffhorlich von hertzen.

Jetz aber, dieweil die konigliche majestat [w]ider alle getauffte one unterschaid ertzomet, mueB der from des bosen entgelten und auB alien iren landen, unverschuldet, nit von ubeltadt oder ungehorsam, sunder allein von des heiligen glaubens wegen, vertrieben werden. Derhalb gebiirt unsem fromen, gnedigen grundhern, als der hohen oberkeit auc.h underthenig, uns nit weiter wider das koniglich martdat zu halten. Und wir, durch Gots wort gelemet, mogen und wollen keiner ordentlichen oberkeit widersteheni sunder in aller billicher gehorsam underthenig allzeit erscheinen etc., darumb uns, sampt unsern haugfrauen und armen kindlen, in die elendt pilgermschafft begeben, damit wir konigliche majestat nit zu etwan ergerm verursachen. Wiewol uns ihr von hertzen leidt ist, das | (5) wir von solchen unnsem gnedigen hersdiafften und oberkeiten abschaiden sollen, undeter welchen wir zum tell geporen, amen und frauen gehabt haben, zum teil aber etliche jar als gehorsame und in aller gepur mitleidige underthanen, gleich als die kinder in irer vater schog, ertzogen sem. Jedoch miessens wirs mit weinenden hertzen und augen leiden, Got verzeich alien, so uns unwissend verfulgen etc.

AuB dieser obgemelter ursach, durchleuchtiger hochgepomer gnedigster herr, nachdem euer furstliche gnaden als ein sonderer liphaber des gotlichen worts allenthalben beschrieren ist, pitten wir undertheniglich und umb Gots willen, euer fiirstliche gnaden wolle uns arme cristgleubige mensche, von des worts Gots wegen jetzt in das elendt geurlaubt, under euer fiirstlichen gnaden schutz und schierm in euer fiirstlichen gnaden fiirstenthumb zu wonen vergonnen und neben andern euer fiirstlichen gnaden landtleuten zu gehorsamen underthanen, haussesig und erblich, g-nediglich annehmen. So globen wir euer fiirstlichen gnaden wilkorige gehorsam und underthenigkeit pey unserer selygkeit, ehern und treuen, fest, steiff und vhest in allem, so nit wider Got ist, zu halten. Das uns euer fiirstliche gnaden allein den glauben, das ist, die heiligen Gots zehen gebot und cristliche apostolische ordenung, so zum dienst Gots und sehlen seligkeit gehoren, frey laB, welches wir keiriem menschen | (6) wieder zu lieb nach zu leide, allein Got zu ehren, halten und uben.

0 gnedigster furst, herr, euer fiirstlichen gnaden thu barmhertzigckeit an uns elenden pilgramen umb des Gots und Herren when, von welchem doch auch euer furstliche gnaden barmhertzigkeit hofft. Den wir wissen je noch nit em stadt auff dem grossen umbkreiB der erden, dahin wir unsern koph legen mochten etc. Und ist uns cloth auff vertzickhen Sant Michels tag nechstkonfftig (11), auff den winter, auB dem land zu ziehen gepotten. (12)

Das aber euer furstliche gnaden nit gedecht, wir hetten etwan einen sched lichen, der heiligen geschriefft oder der von Got eingesetzten ordentlicher oberkeit widerwertigen glauben, haben wir hieunden urmser bekentnuB einen kortzen begriff gesetzt, dara-uB euer fiirstliche gnaden, als em n cristlicher hochverstendiger furst und herr, verstehen kan, was wir von Got hoffen und warumb wir itzund die trupsall mit gedult tragen.

Euer furstliche gnaden bedeng uns elenden und erfreu uns mit gnediger antwort durch Jesum Cristura unnsern heiland, Amen.

Gegeben in Mherem auB der wolgepornen hern, hern Marschalchs (13), Tschernahor (14), Liechtenstain (15), Scherotin (16), Auspitzer (17) herrschafft, des M[degrees] CCCCC[degrees] XXXV. jars, am Sontag Trinitatis.

Wir gleuben und bekennen fiir Got, euer fiirstlichen gnaden und der gantzen welt, das Jesus Cristus der war lebendig Got, Vater, Son, Heiliger Geist, und der gantzen welt heiland ist, vom himel gestigen, aug Marien der jungfrauen geporen, fur uns alle menschen am creutz ein ewigs genugsames opffer gestorben, aufferstanden mit ehrn, gen himel genommen und am jungsten tag zu richten lebendig und todten, gewiglich kommen wirt. Dem zu ehren sol iderman die gotlichen gepot inwendig und auBwendig treulich halten, gotselig leben, zuchtig und ersam sem. Wer aber das nit thut, der hat gewiB des rechten glaubens nicht.

Das gotlich gesetz, durch Moisen gegeben, hatt drey teil: Gepot (18) , sietten (19) und gericht (20) . Und Jesus hat anher den miteln tell, als ceremonien, beschneidurtg sampt dem gantzen priester gesetz, als ein figur seiner ersten zukonfft, leidens und pluetvergissens geendert und auffgehebt. Die 10 gebot aber und gericht plaiben ewig, darurnb heiligen wir den saboth tag, wie in Got selbst geheiligt, geret, geschriben und in den 10 pundtworten gepoten hat.

Das ewig stehend wort Gots haben wir selbs gehort, im auch wolbedechtig geglaubt, darumb sint wir auch mit wasser im nhamen, | (8) das ist auff die krafft und hulff, des Vaters, Sones und Heiligen Geists zu der verzeihung der sund getaufft warden. Die unmondigen wigen kinder bekennen wir ahne sund rain, derhalb der tauff nit notdorfftig etc.

Wir halten des Herren nachtmal mit fasten und beten, essen suesprot und trinckhen unvermiscchten wein (21) in der gedechtnuB des tods und pluetvergiegens Jesu. Cristus aber leiplich pleipt biB zum gericht im himel etc.

Wer tuglich und gelert, den welen wir zum prediger. Und welen in mit hend aufflegen und volgen im, so fern er Gots wort treulich und warhafftig tut und lernet. Wider die rechtverstendigen heiligen geschrifft glauben wir niemandts etc.

Alle versprechung Gots und alle geistliche zukonfftig gaben glauben und bekermen wir allen glaubigen gemain. Die zeitlichen guetter aber, hantirung und narung, lassen wir einem iden frey, das er ein treuer schaffer, wie ers fur Got verantworten muB, pleib. (22)

Aller unnserer weltlichen ordentlichen oberkeit sey wir als amptsleuten Gots gehorsam in allem, waB nit wider Got, iren und unsem Herrn, ist.

Mutwilliger aber, reuber und ubeltether, sal die | (9) oberkeit nach Gots ordnung straffen, verfolgen und todten, dazu wollen wir gerne mit leip und guet helffen, damit die fri5men beschiermet, witben und waisen erredtet, straB und steig versichert werd etc. Wir leben im gemeinen lauff der welt mit kleider und geperden, doch ane heucheley, kauffen und verkauffen ahne betrug, essen und trinckhen mit dangsagung an underschaid und uberflus, was uns Got beschert.

Ob etwan auB un.s einer ubeltad thut, so lassen wir die oberkeit regiren und straffen. Straucht aber etwar (23), so straffen wir ihen bruderlich nach Cristi ordenung (24). Folgt und pessert er sich nit, so schlieBen wir in auB unnserer gemeinschafft und lassen in darnach das sein schaffen.

Unnser versamlung wirt zu gestimpter zeit mit beten, lesen, singen und predigen angefangen, gehalten und volendet, darin wir Gots wort horen, seine heilige gepot uben und gotlichen willen lernen, trosten und vermanen uns undernander zu aller gotseligkeit und gedult.

Thuen iderman lip und nachparschafft, so vii sich gepurt, wolten gerne, das alle menschen, zur busfertigkeit bekert, selig worden. Den wir stehen in solicher ordnung steiff, hoffen und gewarten, nach dem das ewig | (10) lebenn, in welchern wir mit leip und sehel nach Gots verheiBung, wesentlich wonen werden. Doch alles durch Jesum Cristum, unnsem Hailand.

Amen.

3. "Confession and Account of Faith" of the Nikolsburg Anabaptists. Nikolsburg, June 10, 1535.--Manuscript: Bratislava, Univerzitna kniznica XXI F 19028, fol. 213v-227v. Copy by Michel Schober, 1566.

Bekantnus und rechenschafft der getauffte in den namen Jesu Cristi, zu Nicolspurg und umb den Stain (25) bey obgemelten Nicolspurg im Margraffthuem zu Merhem wonendt, von dem cristenlichen glauben, in welichen, wie sie von anfang darein, edan k[o]n[igliche] m[ajesta]t obgemelts marggraffthuem als emn gepilettunder herr und regierer eingenumen hat (26) , berueffen, also noch steent, und wollent auch, durch die hilff und gnadt Gotes, darin verharren bis an ir endt. Amen. |

[214r] Gottes genad, fridt und ainigkait in Cristo Jesu winschen und begeren wier alien gotforchtsamen menschen auf erden, bittent und vermanent, das sie nach radt des apostel, 1.Tesso. 5 [5:21], alles wol proben und das best in einfelt der tauben daraus klauben und behalten wollen, damit innen das heilsam wortt des evangely ein geruch werde nit zum todt, sunder zumb leben, Amen.

Weyllent wier glaubens halben durch das gantz erdrich als die ketzerischen, aufruerig und verfierisch groslich beschuldet, versc.hrierren und verunglimpffet sein, wirt tins ursach, unsers glaubens leer und bekantnus schrifftlich fierzupringen. Dariiber wier auch gem wollen gerichtet und geurtaillet werden, wo man uns des warhafft mit zeugnus heiliger geschrifft (darauff wir uns alzeit fliehen) beweisen mag, das wier unwarhafft bezichtet werden. Seind wier aber unschuldig, des wier | [214v] uns gentzlich versehen [und] verhoffen, warumb vergundt man uns nit des, so wier recht haben, und lest uns unsers glaubens frey leben? Bitten hiemit gantz diemuttigklich all obrigkaitten, was standts und wirden sie ye seind, das sie sic.h glaubens halben den menschen zu herschen nit understeen wollen, dan die seel allain Got dem Herren gefreit ist. Wo sie es aber underlassen und des toben uber die glaubigen nit auffhoren, so wirts Gott hie mit zeittlicher und dortt mit ebiger straff an innen groslich ersuechen. Der almechtige Got aber wolle innen alle heuchler und falsche propheten zu erkennen geben und das warhafft wort des evangely in yeren hertzen aufgeen Lassen, damit sie mit alien heiligen Gottes das ebig reich ererben mogen. Amen.

Wie nun nuer ain Got, ain Herr und ant Geist ist, das Paulus zum Ephe. 4 [4:6] bezeuget, und am funfften puech Moisi am 6. ca. [6:4], Hore Israel, dein Got ist ain Got etc., wiewol in der welt, als Paulus in der 1. zum Corin. 8 [8:5], vil gotter und vill | [215r] herren seint, so ist doch uns nuer ain Got, ain Herr aller ding. Darumb auch nuer am n glauben, Eph. 4 [4:5], welichen all menschen, ain yeder fur sich selbs, haben sol, wollent sie anders salig werden, wie geschriben ist zun Hebre. am 11. [11:6]: Der zu Got wit der mues glauben, den ein yedlicher wardt aintbeders seines glaubens leben und genesen, wie der prophet Abacuck am 2. [2:4] ausdruckht, oder seines unglaubens verderben, wie Johan. am 3. [3:16] klar geschriben ist: Got hat seinen sun nit gesendet, das er die welt richten solt, sunder das sie durch in hailbertig wurde. Welicher nun glaubet, das Jesus Cristus sey ein sun des lebendigen Gottes, wirdt nit gerichtet. VVelicher aber nit glaubt, ist schon geurtailt. So wiert auch ain yeder fur sich von seinem thuen, nach dem er aintbeder guets oder bos in seinem leben gewirckht hat, Got dem Herren raittung geben milessen, wen wir all vor dem ric.hterstuel Cristi erscheinen werden, wie Paulus am 14. zun Rome. [14:10] und in der 1. Petri am 3. [3:15] zeugent und Cristus uns deutet Luce 16 [16:1-9] durch die parabel | [215v] vont reichen man, der raittung fordert von seinem maier etc.

Darumb, wie kainen seines nagsten boshait oder ungerechtigkait verdamen mag, also wirt auch kainen seines nagsten frombkait und gerechtigkait heiligen, wie im propheten Ezech. 14 [14:14,16,18, 20], 18 [18:20] und 33 [33:12] von Got bezeuget wirt. Derwegen spricht Johannes, Mathei 3 [3:10]: Die hackhen ist an die wurtzel des paumbs gelegt. Welicher paumb nun nit guet frucht pringet, der wirt zumb ewigen feur ausgehauen und verprennet. Es wirt kainer mit dem andern entschuldigung haben und ausredt, den das heilig evangelium die gantz welt durchschollen ist, alien verkiindiget worden, wo nit, so hietten sie kain sindt, wie Johan. 15 [15:22] geschriben stet: Wen ich nit kumen war und mit irmen nit geredt, so hietten sie kain sindt. Nun aber haben sie kain entschuldigung, so ist bey Got, kein ansehung der person. Im gilt der gros wie der klain, den er hat bede beschaffen, am 6. des puechs der Weyshait [6:8], der im gericht | [216r] des gbeltigen nit verschonen, noch dem armen was versehen wirt.

Und wie all menschen, ein yeder bey im selbs das ewig leben verhoffen und erwartten zu haben pey Got, also sollen sie auch ein yeder fur sich das erkantnus Gottes erlernen und Jesu Cristi, den darin steet das ebig leben, als Johan. am 17. [17:3] Cristus selbs sagt: Das ist das ebig leben, das sie dich allein waren Got erkennen, und den du gesendt hast, Jesum Cristum. Daraus den der glauben erwagst, der allain rechtfertiget, wie es dan des Herren apostel hin und wider genuegsamb in yeren schrifften antzaigen, und wirt Johan. 6 [6:40] bevestiget, da Cristus also spricht: Das ist der willen des Vaters, der mich gesendt hat, das ein yeder, der den son siecht und glaubt in in, hab das ewig leben. Und ich wirt in arnb jungisten tag aufferweckhen. Die da gehorsamen dem evangelio, so guets gebiirckht haben, werden eingeen zurnb leben, die ungehorsamen, so ubel gethan haben, werden geen zumb ewigen feuer, wie Mathei 25 [25:46] | [216v] ausgetruckht wirt und der 2. zum Tesso. am 1. ca. [1:8].

Solichs aber erkennen nodi glauben der merer tail der menschen nit. Darumb verirren sie sich sc_hberlich and mainen, thser oder jener heiling wer sie vertretten pey Got, und vertrauen sich auch auf manigerlay geschlec_hten der menschen, wellent also, dise soLlens bey Got vertretten und verantburten. Damit wirt Cristus, der ainig hailandt und genuegthuer, sambt mit seinem verdienst aus dem mitl gestossen und under die fues getretten, und suechen innen die menschen manigerlay weg und weis, ausserhalb Cristo salig zu werden. Werden aber nichts finden, die weil nun sie den waren Got und hailla_ndt verlassen und innen andere gotter, die nit helffen kinnen, fiirnemen und artpetten. Und geschiecht eben wie sich Got durch den propheten Hiere. am 2 [2:12t1 beklagt, sprechent: 0 ir himel, erschregkhent und verdorrent seher uber soliches, dan mein volckh hat zbay ubels begangen: Mich, amen prunen der lebendigen wasser, haben sie verlassen | [217r] und innen cisternen, die nit wasser behalten mogen, graben etc. (27)

Wier aber wissen, glauben und bekennen nuer amen waren lebendigen und almechtigen Got, der beschaffer, anfanckh und endt ist aller ding, wie Esaie am 44. [44:6] und 48. [48:12] bezeugt wirdt: Ich bin der erst und der lest, und ausserhalb mein ist kain Got. Und in der Offenbarung Johan. am 1. [1:8] und 21. [21:6]: Ich bin der anfanckh und das endt, ein almechtiger Got, der durch sein wort alle ding im hirnel, auf erdt und im mer beschaffen hat, Gene. am 1. [1:1] und im 32. Ps. [33:6], und durch desselben krafft noch alle geschi5pff erhalten werden, Hebr. 1 [1:3] und am 8. Ps. [8:4]. 1Neliches wort Got selbs ist, Johan. 1 [1:1], von dem all creaturen sichtliche and Imsichtliche leben und ier wesen haben. Er ist das ebig, ainig und tmwandelbarig, das edlist und peste guet, Mathei 19 [19:17], von dem alles, so le guet ist, den namen hat, und ist doch derselben ding kaines.

Auch sol,| [217v] kan noch mag ime aus disen dingen nichts vergleicht werden, wie er dan selbs am andern puech Moisy am 20. [20:4] und an vii andern ortten mer in der gesdtrifft verpotten hat, sprechundt: Ich bin dein Herr und Got, der icb mit dier aus den himeln herab geredt hab, des angesicht Lind gestalt du nie gesehen hast. Darumb soltu dier kain pildnus oder gleichnus machen (verstee: zu eim Got oder mier gleich), weder aus den dingen, so im himel seind, noch auf erden oder in dem wasser. Den Got gibt sein eer und preys kainem andern, wie er selbs Esaie 42 [42:8]. Wer es aber thuet, der entzeucht Got sein eer und gibts dem, das nit Got ist, davon lis Paulum am 2. Ro. [1:25]. Woher aber solicher yrtumb erwagssen sey, das die menschen das pildwerch der rnenschen hendt fur Got zu eeren angefangen haben, mag man lesen das 14. ca. im buch der Weyshait [14:12]. Was aber fur ain greul dise seind vor Got und den gottglaubigen menschen, besech man das leste ca. i.m Baruch (6).

Der ainig | [218r] Got aber ist der hogst sterckist und mechtigst ainiger Herr uber alles, vor im ist kein Got, auch nit nach im, wie er selbs bezeuget am 43. Esaie [43:10]: Es ist kain Got vor mier und wirt auch kainer nach mier sein. Er pleibt imer und ebig und wirt nit verwandelt, wie David im 101 Ps. [102:13] zeuget. Darum all menschen kainen andem Got weder haben noch erkennen sollen, wie er selbs spricht, Osee am 13. [13:4]: Ich bin der Herr dein Got, far mich soltu kainen andern erkennen, und im David am 80. Ps. [81:10]. Aber sunst, was aus den creaturen oder menschen werckhen, fiir Got weder eeren noch anbetten. Wie hin und wider heilige geschrifft verpeut, aLs sonderlich am 20. im andem buech Moisi [Ex. 20,3-5] und im funffte am 5 ca. [Dtn. 5:7-9] Wer es aber thuet, der wirt vertluecht mit sambt dem pildwerch, wie im puech der Weishait am 14. [14:9] und 15. [15:6] hell angezeigt wirdt, und der apostel Paulus an vii ortten ausweist, das denen, so abgottler seint, das ist, die die das pildwerckh eeren und anpetten, das ist, die es mit silber und golt zieren und schrnuckhen, yere knie darvor biegen und | [218v1 anrieffen, (28) das reich Gottes vertzigen wirt. Darumb darumb spricht Johan. in der 1. am 5 ca. [1 Joh. 5:21]: Ir kinder, hiettent euch vor den gotzen oder abgattereien.

Deshalben Got dem Herren allain durch unsere hertzen im himel oben durch Cristum Jesum sol alter preys, glori und und eer von yetz an in ebigkait, in der ersten zu Thimo. am 1 [1 Tim. 1:17], 6 [6:16] uncl in der Offenbarung am 4. [4:11] und 19. [19:7]. Weliches den Got selbs von uns erfordert, Esaie 45 [45:22f], sprechent: Bekert euch zu mier, o yer geschlacht der erden, den ich bin Got und es ist kain ander. Bey mier selbs hab ich geschboren: Es sol aus meinem mundt ausgeen das wort der gerechtigkait und nit widerkeren, den mier sollen alle knie knie gepogen werden etc. Den mein eer gib ich kainem andern, und mein lob gib ich nit dem pildwerch oder gotzen, Esaie 42 [42:8]. Weil den Gott der himelische ainige Herr und Vater von den menschen bekent wirt und auch ist, so sol er allain als ein Herr geforcht und als ein Vater geeret werden, als Malach. am 1. [1:6] ge- | [219r] schriben steet, dem man aller ding gehorsam thuen sol, wie ers von uns begert, wallen wier anders nit des ebigen leben bey im beraubt sem.

Aus disem allen ist ja beweislich, das die Cristen, ja all menschen aus gottlicher erfordrung und pflicht kain gemel oder pildwerchen haben, eeren noch anpetten sollen. Darumb wier schberlich under dem pabsturnb verirTet haben (welche verfierung heut tags kain endt sein wil), das wier das gepildwercht prot des sacraments getzieret und gesclimuckht haben, und als Got mit gottlicher eer erpiettung angebeett haben, weliches kundlicher ist, als man davon reden mag. Gottes wirt nit mit menschen henden gepfleget, der auch sein wonung nit hat in heusern von silber, gold oder stain gebauet, des sitz der himel ist und die erden ein schamel seiner fues, darumb lis Esaiam am 66. [66:1] die Geschicht der zbelff potten am 7. [Apg. 7:49] und 17. [17:24f].

Zumb andem wissen, glauben und bekermen wir | [219v] Jestun Cristutn, unsern ainigen Herren, ein Sun des lebendigen Gottes, Mathei 16 [16:16]. Disen gebenedeitten samen, warin all volker gesegnet werden, der erstlich dem Adam, Gene. 3 [3:15], hinach Abraham, Gene. 15 [15:4] und dem David am 2. der Kinigen am 7. [2.Sam. 7:12f] versprochen was, der geboren aus dem weibspildt, solte der schlangen den koph zertretten und also benedeiurtg und obsig pringen von sind, todt und hell allen menschen, so in in glauben. Wie aber das geschehen wurde, beschraib Esaie am 7. [7:14], sprechent: Siech, ain junckfrau wirt emphachen (weliches durch Gottes Geist und lcrafft geschehen, wie Luce am 1. [1:35] davon zeuget) und wirt geberen ein sun, des namb haissen wirt Ymanuel, sovil lauttent als: Got mit uns, warmit der prophet das gros gehaimbnus arttzaiget, davon Paulus in der 2. zu Thimo. am 3. im endt des capi. [3:16] meld-ung thuet, das Got, khumen im fleisch in Cristo, die welt im selbs versiennen solt, in der andem epistel am 5. ca. zutn Corin. [2 Kor. 5:19], mit verzeihung ierer sinden. Darumben Cristus von | [220r] dem engel Jesus genent warde, Mathei 1 [1:21], das ist, ein seligmacher von den sinden. Das clan Got allain zuegehort, wie er spricht Esaie 43 [43:11]: Ich bins, ich bins, derselb, der ich dier alle deine sinde verzeich etc. Und also hat sich Got uns dargestelt in der gleichait eines sirtdlichen fleisch und doch on sirtdt, Rome. 8 [8:2], Esaie 53 [53:4f], und under uns auf erden gebonet, wie Jere. betzeuget durch seinen schreiber Baruch am 1. ca. am endt [Bar. 1:21f]. Jesus Cristus, warer Got und warer mensch, wie Paulus auch darvon schreibt zu den Philip. am 2. [2:6f], und von int selbs durch den Johan. bin und wider offtmaLs zeuget, wer er sey und warumb er in die welt kumen [Joh. 12:46; 18:37 u.o.]. Dan es mach (29) ja niemants aus alien menschen kindern vom Adam her den fal, so an im durch die sindt beschehen, widerpringen und erstatten dan allain Got, welic.hes dan Got eben an dem ortt, da der fal geschehen was, abgreiffen muest, als nemlich an der schbachait des fleisch, der als[dann] den teufel, der des todts gebalt het, erwirget und | [220v] sein gpiet zerstoret und die, so yer leben lang mit forcht dem todt underborffen waren, erlediget, wie der apostel zum Hebre. am 2. [2:14f] klar bezeuget und uns also im vorgang lemet, wie durch die krafft Gottes wiser sindlich fleisch wider zu recht solt pracht werden.

Nun aber soliches an uns ausserhalb triebsal und leiden nit geschehen kundt, muest Cristus aller ding sich tins gleichformig stellen und der versuechung und triebsaligkeitten sambt dem todt sich underwerffen, uns zumb trost, auf das wier in solicher triebsal und leiden, wo sie uber uns kumen, nit verzagten. Und soliches von Cristo hat Moises manigerlay weys durch figuren beschriben, als durch den Joseph, Gene. 39 etc., durch die eeren schlangen, Ntrmeri 21 [21:4-9], und durch die opffer im gesetz, wie im 49., 50. Ps. [50:13f; 51:18f] ausweissen, die propheten aber mit hellen wortten davon geredt, wie er in den menschen henden wurde gesch- I [221r] macht werden, davon Esaie 53. [53:4f], am 50. [50:6], -und das als urnb unserer sindt wegen, Esaie 47 [?], und David in vilen Ps. 21 [22], 24 [25] und 68 [69] etc., das sich Cristus also leiden muest und also in sein herligkait eingeen, Luce 23 [24:26], Act. 17 [17:31]. Und das ist an im beschehen, da das kynigreich bey den Juden aufgehaben was und die haiden uber sie herschten, nach der weissagung des patriarchen Jacobs, Gene. 49 [49:10]. Under dem landpfleger Pilato, genant Poncio, ist diser Jesus Cristus, ein haillandt aller menschen, gecreutziget worden, der durch wunder und zaichen, nach antzaigung des propheten Esaie 61 [61:1f] der warhafft hailandt, so versprochen was, ist bezeuget worden, darurnb wir kains andern erwartten, der ainmal durch seinen todt gantz genuegsame erledigung den menschen pracht hat, auf das die gelaubigen durch seinen todt das leben hietten, Johannes 6 [6:40]. Und ist in emn new grab, da noch niemantz eingelegt warde, begraben, Johan. 19 [19:41], zu verhietten, das die Juden nit sagen kinden, es war ein ander aus disem grab den Jesus aufer- | [221v] standen. Des leib die verwesligkait nit gesehen hat, wie David im 15. Ps. [1610] vorgesagt het: Du wirst mein seel nit in der hellen lassen, und deinen heiligen die zerrittligkait nit sehen lassen. Darum ist Jesus in seinem geist, paldt er begraben was, nach weissagung der geschrifft zu der hellen abgestigen und daselbs den geistern gepredigt, wie Petrus in der ersten am 3. [1.Petr. 3:19] und 4. [4:6] meldet, auf das auch den vattern sichtlich kundt wurde der hailand, so versprochen was von Got, den sie mit hertzlichem verlangen bgerten zu sehen.

Damach amb dritten tag nach der geschrifftt, Esaie 53 [53:101] und am 15. Ps. [16:10], von den todten aufferstanden und yer vilen durch viertzig tag ersehen, die mit im geessen und trungkhen haben, Act. 1 [1:31 und 10 [10:40f], und im selben fleisch aufgestigen in die himel, Act. 1 [1:9], wie von im durch David ward t weisgesagt am 67. und 109. Ps. [68:19; 110:1]. Und daselbs gesetzt ist zu der gerechten Got, seines | [222r] himelischen Vatters, darmit zu bezeugen seinen gbalt und herligkait, das er des todts und des lebens Herr sey, uns zur hoffnung, wo wir seynen fuesstapffen werden nachfolgen, das auch wir wider zu dem ebigen leben gebracht werden, davon wir umb der sindt when ausgestossen waren. Und wirt von himelen nit ee kumen, bis im alle seine veindt zu ainem fuesschamel underworffen werden, in der ersten zu den Corin. am 15 [1 Kor. 15:25] und am 109. Ps. [110:1], die innen nit wolten uber sich herschen lassen, Luce 19 [19:39]. Alsden wirt er erscheinen, wie er auffgestigen ist, Act. 1 [1:11], zu richten lebendig und todt. Die lebendigen, so in seinem willen gewandelt und der sinden abgestanden seindt zumb ebigen leben, die andem so in sinden todtligen, ztunb ebigen feuer, Math. 25 [25:46].

Dises evartgeliurn, das Got lengst durch sein heilige prophetten von seinem Sun versprochen hat, Ro. 1 [1:2], und durch wunder und zaichen genuegsam bevestiget, Marci am 16. [16:20], zun Hebr. 2 [2:4],| [222v] ist nach dem bevelch Cristi von den apostIn alien volkem verkindiget, wie den der hall vom evangelio ausgangen ist in alle welt, Ps. 18 [19:5]. Uber welche, so disem evangelio glaubt haben, wie sonderlich uber die apostel, er seinen Geist ausgossen hat, Act. 2 [2:31], nach seiner verhaissung, Johelis 2 [3:11], Esaie 44 [44:3] und Ezech. am 36. [36:261]. Darumb glauben und bekennen wier auch, das dise leer des heiligen evangeli, so wier von den aposteln entpfangen, nit aus dem teuffel, wie die verkertten phariseer und hohen priester lesterten und noch das natergezicht lestren thuet, sonder aus dem Heiligen Geist ist, der von Got dem Vater und dem Sun ausgeet und zeuget ein urtwandelbarigs wesen des Vaters und des Suns.

Aus disem Heiligen Geist durch das wort des lebens wirt die cristlich ldrchen versamblt und geregiret, in welicher allain ist vertzeichung der sinden aus dem gebalt, so sie von Cristo emphartgen, Johan. 20 [20:22f]: Nembt bin den Heiligen Geist. Wem ier die sindt | [223r] vertzeichen werdt, dem sollen sie vertzigen sein etc., und Mathei 16 [16:18f] zu Petro: Du pist Petrus (an stat der gemain) und auf disen felsen (welicher Cristus selbs ist, in der ersten zun Corin. .am 10. [1 Kor. 10:4]) will ich mein kirchen, das ist mein glaubig volckh, erpauen und dier die schlissel der hirnelen geben. Was ier pinden wert auf erden, sol im himel gepunden sein etc.

Wer nun vertzeichung seiner sinden und in die gemainschafft der heiligen khumen wil, der mues mit Petro das bekantnus Cristi haben und sich mit der cristenlichen kirchen verainigen in der nachfolgung Cristi, mit verlaugnung sein selbs und der welt, den dienst der ungerechtigkait und allem gottlossem wesen absagen, darumb den der Sun Gottes erschinen ist, zu Tito am 2. [2:12], Lind uns nach im aus diser welt gefodert, mit erd-uldung des taglichen kreitz, Mathei 10 [10:16], Luce 9 [9:23], das wir nun fort an nit anderst als die schlacht schaff | [223v] tins achten sollen, wie Paulus Ro. 8 [8,36] aus dem 43. Ps. [44:23] beweist, umb des namen Cristi und seines evangelion willen. Wie dart alle die verfolgung leiden miiessen, so in Cristo gotselig leben wollen, wie Paulus 2. Thimo. am 3. [3:12] zeuget, und also in die herligkait des ebigen leben zu Cristo eingeen. Da uns den die hoffnung des leben behalten wirt, Collo. 1 [1:27], hoffent, das wier Got unsern Herren in disem fleisch mit dem fromen Job, am 19. [19:25], wie er ist, sehen werden, 1. Johan. 3 [3:2], im erdrich der lebendigen, irn 26. Ps. [26:13]. Das ist aller glaubigen ainiger trost, daruber sic guet leib und leben (so es der welt nach nit anders sein kan) lassen zu drimern geen, wissent, das es innen dort hundertfeltig mit sambt dem ebigen leben wirt vergolten werden.

Wen nun also discs evangelium von Cristo durch den prediger, der von der cristlichen kixchen erwollet und erfordert, gelernet und verkindiget wirt, so sollen als dan die, so demselben glauben und mit jerem mundt bekennen und sich | [224r] mit der lcirchen Gottes verainigen wolten, nach dem bevelch Cristi getaufft werden, darmit sie mit der kirchen verpunden und verainget werden zu gleicher gemainschafft aller der ding, so die glaubigen in Cristo erlangt und zu wegen pracht haben durch den glauben, als vertzeichung der sinden, uberwindung der hellen und des todts, die gaben und krefften des Heiligen Geists, dardurch sic zumb ebigen leben erhalten werden, und was der kunfftigen ebigen gietter seindt, die Got den seinen vorberait hat. Soliche ordnung des taufs haben die apostel von Cristo emphangen und also in yerem arnbt gehalten. Darumb besech, wer da wil, die Historien der apostel am 2. [2:37f], 8. [8:36f], 9. [9:18], 10. [10:48] und 16. [16:15-33] etc. ca., wo durch Cristus bekhent wirt, wie das allain in seinem namen vertzeichung der sinden von Got gestelt sey, die verkin[di]get sol werden in alle volker, Luce 23 [24:47], und offenlich Act. 2 [2:37f] bezeugt wirt, da das vollch Petrum fragten, was sic thuen sollen. Spricht Petrus: Thuet pues und werde euer jetzlicher | [224v] getaufft auf den namen Jesu in die vertzeichung der sinden. Darumb pinden wier die seligkeit nit an das eusser wasser, wie es die welt weisen fier wenden, sonder an den glauben in Got Vatter, Sun und Heiligen Geist. Derhalben sagen wir nach inhalt des evangely, das der mensch ee und er getaufft werde, vor des glaubens in disc Heilige Dreyhait sol erlernet sein, sunst ist im die tauff vergeblich. Danimb sprach Cristus [Mk. 16:16]: Wer aber nit glaubt (ob er schon getaufft wurde), wirt verdamet. Also waren die zbelff zu Corintho, die von dem Heiligen Geist kain wissen hetten, von Paulo wider getaufft, Act. 19 [19:5], die vor ee die tauff Johannis emphangen hetten. Daraus man ja siecht, das das erkantnus Gottes und Cristi im Heiligen Geist mit sambt dem glauben vor sein sol durch bekantnus und bewilligung des mundts. Weitter haben wir nit zu richten und kainen in sein hertz zusehen. So ist auch das wasser an im selbs nit der tauff Cristi, gleich wie prott und wein nit das nachtmal, sunder sie diennen: Daz wasser | [225r] dem tauff, prot und wein dem nachtmal. Durch den tauff, weliches ist der gantz handl im fiertragen des wort von dem diener der kirchen dem, so getaufft wil werden, in krafft des Heiligen Geist und die erfordrung seiner bekantrius und glaubens und gentzlich ergebung etc., da man den gantzen leib hingibt in die abtodtung der sinden im fleisch, in den todt Cristi, Ro. 6 [6:3f], werden wir eingeftirt in die vertzeichung der sinden, das uns durch das wasser alsdan dargeraicht wirt von der cristenlichen kirchen etc. (30) Daraus mart ja wol abnemen mag, ob der tauff fur die fleisch kindlein von Cristo geordnet sey oder nit.

Also das nachtmal Cristi, weliches auch die gantz handlung ist, in der verkindigung des todts Cristi und seiner wolthat ingedenckh zu sem, wie wir in den todt Cristi, den er zu verzeichung und zur genuegthueung unserer sinden erliften hat, seint getaufft worden, das wir desselben albeg ingedenckh wirdig darin herein wandleten, uns an- | [225v] einander zu verkindigen, das, wie Cristus durch triebsal -und leiden in der prechung seines leibes in die herligkait seines Vaters eingangen ist, das wier, so da volgen seinen fueStritten, nit pessers werden haben, sunder das auch wier unsern leib umb seinent wegen, so es Got schickht, und zumb trost unserer prueder dargeben und under dem creutz prechen lassen im pluetvergiessen, wie Cristus amb holtz des creiitz far uns gethan hat. Das [v]erkindigen sich aneinander die glaubigen im gedachtnus Cristi und bezeugen all ainrnuettig solichen glauben, hertz, sin und gemuet in der prot prechung mit hochfleissiger danckhsagung Got yerem Herren, der solche erledigung an innen von sindt, todt und hel erweist hat. (31) Also hats Paulus, wie ers von seinem Herren und maister emphangenm, den Corin. geordnet in der ersten am 11. ca. [1 Kor. 11:23-29], darumb auch noch die cristlich kirchen yer ordnung im nachtmal Cristi halten sol. Wo im nun an- | [226r] ders geschicht, so ist es yrthumb und verfierung der seelen.

Hie hat man nun mit kurtz inhalt und rechenschafft unserer leer und glaubens, wollen gem, wo er aus heiliger schrifft der biblien uberzeuget wirt, das er der leer Cristi und aposteln zuwider ist, uns erleiden als die schuldigen, wo man aber ja nichts mit gottlicher schrffft darwider kan, des wier uns gentzlich verhoffen, so vermanen und bitten wir alle obrigkaitten auf erden, sie wollen sich darwider nit lassen entzirtden und erwegkhen, disen cristenlichen glauben zu vervolgen, das sie auch kains wegs thuen mogen. Uns zbar als menschen mogen sie todten und umbringen, des Herren wort aber pleipt imer und ebig und ist untodtlich. (32) Sonder sie wollen vii mer, nac.h dem auch sie begeren salig zu werden, sich in solichen glauben richten, den ainigen waren Gott in rechter warhait mit uns bekhennen und seinen Sun Jesurn Cristum | [226v] eeren und preysen. So wurde aLsdan der preys Gottes bey ieren underthanen und merer frombkait des lebens erwagssen, deren sunst vil aus vorcht der obrigkait die gottlich cristlich warhait nit bekhennen dirffen, das ein schbare verantburttmg bey Got haben wirt und zbifeltige straff fier die andern, darumb besecht Sapiencie am 6. ca. [6:6f].

Wier seindt auch nie der obrigkait yemals im gehorsam, yer ambt beraichent, zuwider gebest, wie on underschaidt uber die taufften em n geschrai ausgangen, (33) seind almals eerpiettig gebessen, innen mitt leib und guett, so fern sich die gottlich ordnung in yerem ambt verstreckhet, yer schbert zumb beschutz der frumen und zur straff der bosen fieren, darumb dan yer gebalt von Got verordnet ist, Ro. 13 [13:4], 1.Petri 4 [2:13f] innen in solichem gehorsam zu sein. Wie noch almals wier gesinnet sein, in was fleckhen und ortten uns Got pleibhafft sein wil, dan wier wissen, das aller ge- | [227r] walt von Gott und ein ordenung Gottes ist, darwider wier uns nimer mer laynen werden.

Wier reden vor Got, on heuchlerey, niemants zu wolgevallen. Allain das wier unsem glauben frey bekennen, den wier auch mit gottlicher schrifft wissen zu beschutzen. Wier sagen allrnals: so fern sich yer ambt streckht nach Got. Wo sie es aber wider Got misprauchen und uns darmit zbingen wollen, wie yetz beschiecht, glaubens halben, dariiber yer gbalt nichts zu gebietten hat, den glauben die seel und nit den leib betreffen thuet, dariiber haben sie kainen gebalt. Darumb miessen wier in solichem Got mer furchten und gehorsam sein den innen. Got sterckh unsem glauben und geb uns gedult, solichen last zu erobern. Er while auch all obrigkait und all menschen erleuchten in seinem wort, das sie yer unrecht erkennen mogen, alsdan bues wircichen | [227v] und durch Jesum Cristum salig werden.

Euer fiirstlichen gnaden arme underthenige und gehorsame bruder und schwester in Jesu Cristo getaufft | (7) BekentnuB unnsers glaubens

(1.) Heinrich was the son of the well documented local dignitary Melchior Genersich (ca. 1480.-after 1552), 1535 city councilman; 1546 city judge in .Leutschau (Levoca), Zips, Upper Hungary (Slovakia).

(2.) Horensagen (hearsay).

(3.) Zerruttete (neglected, lapsed).

(4.) Urnganglich; ohne Shrit zu erregen (meekly; without confrontation).

(5.) Zerruttet, ubertreten (neglected, violated).

(6.) The ringing of the "beer bell" was the sign to close the taverns in the evening. The "fire bell" was rung every evening to remind the city's inhabitants to exercise caution with fire and lighting; it also served as an alarm bell in case of fire.

(7.) Armed night watchman.

(8.) Permission granted to the teacher to exercise corporal punishment on students.

(9.) Es sei denn, sie muBte es zur Vermeidung von Schande tun (except they do it for the fear of shame).

(10.) Nuchtern (sober).

(11.) Sept. 29, 1535.

(12.) Since February 1535, King Ferdinand I repeatedly demanded the expulsion of the Anabaptists from the territory of Moravia. Among the numerous orders Ferdinand I issued in this matter was a note (Vienna, June 6, 1535, Prague, Narodni archly, Rg 13, 242f) to Jan z Lipe Chief Marshall of the Kingdom of Bohemia, which was also sent to Dobes Cernohorsky z Boskovic, Bartolomej z Zerotina, Vaclav Cernohorsky z Boskovic, Johann

von Liechtenstein and others. The recipients included the same territorial lords who were named at the conclusion of the Sabbatarian Confession of Faith.

(13.) Johann von Leipa (Jan z Lipe, 1512-1541), Supreme Marshal of the Kingdom of Bohemia and lord of the Moravian dominion of Kromau (Moravsky Krumlov), including the city of Eibenschitz (Ivancice).

(14.) Dobes Cernohorsky z Boskovic (d. 1540), lord of the dominion of Rossitz, and Vaclav Cernohorsky z Boskovic (d. 1554), lord of the dominion of Butschowitz (Bucovice).

(15.) Johann VI. von Liechtenstein (1500-1552), lord of the dominion of Nikolsburg (Mikulov), Eisgrub (Lednice) and Diirnholz .(Drnholec).

(16.) Bartolomej z Zeratina (gest. 1550), lord of the dominion of Breclav (Lundenburg).

(17.) The town and dominion of Auspitz (Hustopee) was owned by the Cistercian Sisters of the Koniginklosters (Maria Saal., Aula Regia) in Alt-Brunn (Stare Brno), the abbess was Barbora z Sovince.

(18.) Praecepta moralia.

(19.) Praecepta caeremonialia.

(20.) Praecepta iudicialia.

(21.) Cf. Conrad Grebel's biblical arguments at the second Zurich Disputation in October, 1523 regarding which type of bread and wine should be used for the Lord's Supper. "Uff das redt Conrat Grebe': 'Es waren noch ander miBbruch ouch on die. Namlich, so wolte er gem ein wissen haben, ob das brot geheblet oder ungeheblet sin mueBte; dann inn wolte ansehen, Christus habe geheblet brot gnommen, demrtach ouch die heyligen botten [ ... ] Es were wol zuo gedencken; dann es stuende ,panis' im text und solty nitsinwel' sin [ ... ] Das ist ouch ein gruwel gottes, das man in das bluot Christi wasser schuttet on grund und anzug aller gotlicher gschrifft. Nun hat Got, der allmechtig, styff verbotten, das alle Christen stat und vest halten sollend, das wir nut darzuo oder darvon thueent [Dtn. 4,2;12,32]."--Ludwig Hatzer, Ada oder geschicht | wie es vff dem gesprech d(es) I 26.27. znind. 28. tagen Wynmonadtsl in | der Christeniichen Stott Zurich [ ... ] | (Zurich: Christoph Froschauer d.A., 1523), VD16 H 136, Edition: Huldreich Zwinglis samiliche Werke (Leipzig: M. Heinsius, 1908), 2:789-791.

22. In opposition to the community of goods practiced by the Hutterian Brethren.

23. Irgend jemand (anybody).

24. Rule of Christ (Regula Christi), Mali. 18:15-18.

(25.) Pollau (Palava) Hills, dominion of Nikolsburg.

26. In October 1526 Ferdinand I was elected in Prague as King of Bohemia and crowned there in Februraly of 1527. In February 1527 he assumed rule over the Margrave of Moravia.

(27.) For a reference to Jer. 2:13 as an argument against idolatry and human ordinances, see Hubmaier's phrase "pfitzen urid kotlachen menschlicher satzurigen."--Hubmaier, Westin / Bergsten, Sehriften, 307. The contrast between Scripture as pure spring water and the slimy cistern water (cf. Gen. 26:13ff; Jer. 2:13) of church tradition (or Scholastic philosophy) is a characteristic motive of the writings of Erasmus, e.g., in his letter of dedication to Pope Leo X in the edition of the New Testament, where he writes "cum viderem salutarem illam doctrinam longe purius ac vividius ex ipsis peti venis, ex ipsis hauriri fontibus, quam ex lacunis aut rivulis," NOVVM IN | strumentu(m) omne, diligenter ab ERASMO ROTERODAMO | recognitum & emendat urn [ ... ] | (Basel: Johann Froben, 1516), Bl. aaa2v, VD16 B 4196.

(28.) In opposition to the practice of eucharistic adoration.

(29.) Konnte (could).

(30.) Cf. the liturgy of baptism of the Nikolsburg church according to Balthasar Hubmaier's description in Ein Form ze | Tauffen im wasser | die onnderrielnen | im glauben.| D. Balthasar Hubmor | von Fridberg | [ ...] | (Nikolsburg: [Simprecht Sorg Froschauer], 1527)--VD16 ZV 175, Westin / Bergsten, Hubmaier Schriften, 347-352.

(31.) Cf. the liturgy of the Lord's Supper of the Nikolsburg Church according to the description in Hubmaier in: Ein Form | des Nachtmals | ChrisH.| D. Balthasar Hub- | mor. von Frid-| berg.| [ ... ] | (Nikolsburg: Sirnprecht Sorg Froschaueri 1527).--VD16 M 4895, Hubmaier, Sehriften, 353-365.

(32.) Cf. Jer. 40:8; 1 Pet. 1:25 as well as Hubmaier's motto "Truth is Immortal" ("Die Wahrheit ist untodlich"; "veritas immortalis est"), based on Augustinus, "Enarrationes in Psalmos," in Ps. 123 [section] 2, PL 37, 1640.

(33.) Jakob Hutter and his congregations that emerged out of the Hans Hut movement were especially regarded as rebellious against the government.

(34.) Since Muschau (see next note) was a parish incorporated to the Premonstrate Order, this Matthias Artopius (Greek "baker") may be identical with the Premonstrate with the priest, Matthias Pistons (Latin "baker"), from the Premonstrate monastery of Klosterbruck (Louka) near Znaim, how was enrolled at the University of Vienna between 1509 and 1517.--Cf. Die Matrikel des Ungarischen Nation an der Universitat Wien 1453-1630, ed. Karl Schrauf (Wien: Holzhausen, 1902), 86, 164, 175.

35. Markt (small town) Muschau (MuSov), 10 kilometers northeast of Nikolsburg. The parish church of St. Leonhard, like the other parish churches in the territory of Nikolsburg, was incorporated in the Premonstrate monastery of Kanitz (Dolni Kounice), whose prior between 1517 and 1525 was Martin Goschl. With Goschr's conversion to the Reformation in 1525, the priory became vacant, and the monastery was dissolved.

36. Johannes Spittelmaier from Straubing (Bayern), was enrolled in the University of Ingolstadt in 1514 and priest at the Nikolsburger parish church of St. Wenzel beginning no later than 1524.--Cf. , Martin Rothkegel, "Spittelmaier, Johannes," Mennonitisches Lexikon, ed. Hans-Jurgen Goertz, vol. 5: Revision und Erganzung. Online: http://www.mennlex.de.

37. The city of Nikolsburg (Mikulov). Die Pfarrkirche St. Wenzel was incorporated into the Premonstrate monastery of Kanitz (Dolni Kounice) until 1525. Another church building used by the Nikolsburg Anabaptists was the St. John the Baptist Hospital church.--Cf. Zieglsch mid, Alteste Chronik, 50, 53. The Nikolsburg castle was the residence of the territorial lords, Leonhard von Liechtenstein (1482-1534) and (until 1541) Johann VI. von Liechtenstein (1500-1552).

38. A "Bernhardinus Schonleitgeb" from Brunn matriculated at the University of Brum in the winter of 1505-1506.--Cf. Die Matrikel der Universitiit Wien, vol. 2-3, ed. Franz Gall and Willy Szaivert (Wien, Koln and Graz: Bohlau, 1959-1971), 2/1:33. A priest by the name of Bernhardinus (i.e., Schonleitgeb?) is mentioned as the priest of Pausram along in 1499 and 1501.--Cf. Gregor Wo10, Kirchliche Topographic von Miihren, meist nach Urkunden und Handschrifteri, II. Abtheilung: Brunner Diocese (Briinn: Selbstverlag des Verfassers, 1858), 2/4:112f.

39. Markt (small town) Pausram (Pouzdfany), 17 kilometers north of Nikolsburg. The parish church of St. Michael was incorporated into the Premonstraten monastery of Kanitz (Dolni Kounice) until 1525. After the Nikolsburger Reformation the parish holdings were secularized.--Cf. the order of Ferdinand I to Ambrosius von Otterdorf, Vienna, February 12, 1556, Praha, Narodni knihovna, MS. 17 A 27, Bl. 334v-335r.

40. Andreas Moisil ("Anderle Mosel") is mentioned in the Hutterite Chronicle in. 1527 among the Anabaptist preachers in the territory of Nikolsburg.--Cf. Zieglschmid, Alteste Chronik, 50.

41. The village of Bergen (Perna) was 8 kilometers north of Nikolsburg. The village church, St. Nikolaus (expanded in 1510 by a chapel with patronage rights held by the village and the territorial lord) was a filial church of the Nikolsburg parish church of St. Wenzel and incorporated as such until 1525 into the Premonstraten monastery of Kanitz. As a consequence of the Nikolsburg reformation, the church parsonage was converted into a tavern.--Cf. Zieglschmid, Alteste Chronik, 52.

42. Cf. Martin Rothkegel, -Fischer, Andreas," in Mennonitisches Lexikon, ed. Hans-Jurgen Goertz, vol. 5: Revision und Erganzung. Online: http://www.mennlex.de.

43. The village of Pollau (Pavlov), 10 kilometers northeast of Nikolsburg. The parish church was incorporated into the Premonstranten cloister of Kanitz (Dolni Kounice) until 1525. 44. After July 26, 1535. This second date may refer to the date of origin of the template, which accordingly, would then be a copy made six weeks after the composition of the Confession of Faith.

(Transcribed and Annotated by Martin Rothkegel)
                   Gotth yst:
antfang            mittell                endt
Vatter             Szonri Worth.          Geysth
                   [48r] Er will haben:
Gayst              seell                  leyb
glaubenn           lyeb                   hoffnungk.
                   Dye pringen:
gedancken          wort                   werck
erkentrius         bekentnus              verharrung.
                   Unnd erscheinen:
tauff              riachtmall             sabath
ergebung           yehung                 helonungk
straff             geriecht               todt.
Marc. 16d [16:16]  1.Corinth. 11f [11:29]  Exod. 31b [31:14]

              Amen. Am X. Juny des 1535.
Matthias Artopius (34)                        Muschau (35)
Johannes Spite1mair (36)                  zu  Nicolspurg (37)
Bernhardinus Schonleitgeb (38)  prediger      Pausram (39)
Andreas Moisil (40)                       zu  Pergen (41)
Andreas Fischer (42)                          PaIau (43)
Nicoispurge, anno 1535 scriptus post Jacobi diem. (44)
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Author:Rothkegel, Martin
Publication:Mennonite Quarterly Review
Date:Oct 1, 2013
Words:10195
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