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Wie der Wegerich in den ostseefinnischen Sprachen zu seinem Namen kam/[TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII].

1. Einleitung

Zur Gattung der Wegeriche (Plantago Plantago /Plan·ta·go/ (plan-ta´go) a genus of herbs, including P. in´dica, P. psyl´lium (Spanish psyllium), and P. ova´ta (blond psyllium); see also psyllium. ) gehoren uber 250 Arten, die uberwiegend in der gemassigten Zone beheimatet sind. Die Ostseefinnen kennen im Wesentlichen vier Arten, wobei der an Weg- und Feldrandern sowie oft oft  
adv.
Often. Often used in combination: his oft-expressed philosophy; oft-repeated tales.



[Middle English, from Old English; see upo in Indo-European roots.
 auf begrasten Hofflachen vorkommende Breitwegerich (Plantago major Plantago major,
n See plantain.
) mit seinen grossen elliptischen und ledrigen Blattern sowie seinem langen aufrechtstehenden grunen Blutenstand am meisten auftritt. Die auf mehr feuchten Boden wachsende Variante des Breitwegerichs hat einen kurzeren Blutenstand und fleischigere, nach oben spitz spitz

Any of several northern dogs, including the chow chow, Pomeranian, and Samoyed, characterized by a dense, long coat, erect pointed ears, and a tail that curves over the back. In the U.S.
 auslaufende Blatter Blat´ter

v. i. 1. To prate; to babble; to rail; to make a senseless noise; to patter.
[

imp. & p. p. os> Blattered

( ) r>.]

They procured . . .
. Est. Der Mittelwegerich (Plantago media Noun 1. Plantago media - widely distributed Old World perennial naturalized in North America having finely hairy leaves and inconspicuous white fragrant flowers
hoary plantain
) und Spitzwegerich (Plantago lanceolata Plantago lanceolata,
n See plantain.
) finden sich meist als Wiesenpflanze. Das Blatt des Mittelwegerichs ist haarig, im Vergleich mit den Blattern des Breit- und Spitzwegerichs sind diese von mittlerer Grosse, deshalb im Kompositum die Erganzung Mittel- (media). Die Kronenblatter der Blute sind hellrot, wegen der langen violetten Staubgefasse sieht die Blute wie ein hellviolettes Haubchen aus. Der Spitzwegerich zeichnet sich durch bis Second version. It means twice in Old Latin, or encore in French. Ter means three. For example, V.27bis and V.27ter are the second and third versions of the V.27 standard.  2 cm breite und langliche Blatter aus, der Blutenstand ist eiformig und gelbbraunlich. Alle diese drei Arten des Wegerichs werden in ahnlicher Weise als Heilkrauter benutzt, wobei in Estland der Breitwegerich am bekanntesten ist, aber in vielen Landern finden nur die Blatter des Spitzwegerichs eine praktische Anwendung in der Heilkunde. Eine vierte Art ist der meist an Stranden und auf Salzwiesen wachsende Strand-Wegerich (Plantago maritima Plantago maritima (Sea Plantain, Seaside Plantain, Goose Tongue) is a species of Plantago, family Plantaginaceae. It has a subcosmopolitan distribution in temperate and arctic regions, native to most of Europe, northwest Africa, northern and ), dessen Blatter eine rillenartige Form aufweisen, graugrun sind und dunkle Punkte haben (EE 9 : 327-328; Tammeorg, Kook, Vilbaste 1984 : 168-171; Laansoo, www.tba.ee; Kuusk 1972 : 233-234).

Bezeichnungen des Wegerichs in den ostseefinnischen Sprachen sind fur zwei Dialekt-Sprachatlasse, den Europaischen Sprachatlas ("Atlas Atlas, in Greek mythology
Atlas (ăt`ləs), in Greek mythology, a Titan; son of Iapetus and Clymene and the brother of Prometheus.
 Linguarum Europae" (ALE)) und den Atlas der ostseefinnischen Sprachen ("Atlas Linguarum Fennicarum" (ALFE ALFE Analog Line Front End )) gesammelt worden. In den Fragebogen fur beide Atlasse hat man sich allgemein auf die Gattung Plantago (ALE 1976 : 36, IMSKK 59) beschrankt. Unter dem gesammelten Material scheinen sich sowohl Gattungsnamen der Pflanze als auch Bezeichnungen konkreter Wegericharten zu finden. Einerseits kann man aus dem Belegmaterial oft nicht die eigentliche Pflanzenart ausmachen, andererseits mangelt es in der Volkssprache an der botanischen Genauigkeit im Hinblick auf Pflanzen- und Gattungsnamen.

Im Weiteren werden Benennungen fur den Wegerich in den ostseefinnischen Sprachen, die nach den Motiven fur die Benennung systematisiert sind, vorgestellt. Von handschriftlichen Materialien wurden das von Fachleuten der verschiedenen Sprachen fur die vorngenannten Atlasse zusammengetragene Belegmaterial und die im Institut fur estnische Sprache in Tallinn aufbewahrte Dialektwortschatzkartothek des Estnischen (EMSK EMSK Extended Master Session Key ) sowie das Lexikarchiv des Forschungszentrums fur die Landessprachen Finnlands in Helsinki (SMSA--Suomen murteiden sanaarkisto) einbezogen. Vergleichsweise werden als Belege auch Wegerichbenennungen aus entfernt verwandten Sprachen vor Augen gefuhrt. Um Fehldeutungen, die durch die unterschiedlichen Transkriptionssysteme aufkommen, moglichst aus dem Wege zu gehen, wurde das aus handschriftlichen Sammlungen stammende Material in mehr oder weniger schriftsprachlicher Form in lateinischer Schreibweise wiedergegeben. Lediglich die Palatalisation von Konsonanten wurde mit einem Strich auf oder hinter dem Konsonanten bezeichnet sowie die Vokale [??],[??],[??],[??] und [??] sind mit dem Zeichen [??] wiedergegeben. Bestandteile eines Kompositums werden gegebenenfalls mit Schragstrich voneinander getrennt.

2. Auf den Standort verweisende Benennungen

In vielen Sprachen ist die Bezeichnung fur den Wegerich mit dem Begriff 'Weg' verbunden, so auch in den indoeuropaischen Sprachen, die enge Kontakte mit den Ostseefinnen hatten; z.B. dt. Wegerich < Weg, russ. [TEXT NOT REPRODUCIBLE re·pro·duce  
v. re·pro·duced, re·pro·duc·ing, re·pro·duc·es

v.tr.
1. To produce a counterpart, image, or copy of.

2. Biology To generate (offspring) by sexual or asexual means.
 IN ASCII ASCII or American Standard Code for Information Interchange, a set of codes used to represent letters, numbers, a few symbols, and control characters. Originally designed for teletype operations, it has found wide application in computers. .], lett. celmalite < cels. Der Name geht darauf zuruck, dass der herausragendste Vertreter der Gattung, der Breitwegerich, uberwiegend an Pfaden und Wegen sowie Wegrandern wachst. Die Pflanze vermehrt sich durch Samen, die an Fuss- und Schuhsohlen und Fahrzeugradern festkleben und dann spater irgendwo aufgehen. So gelangt der Breitwegerich uberall dorthin, wo sich Menschen bewegen. Der Weg als Benennungsmotiv tritt mehr oder weniger auch in allen Al·len , Edgar 1892-1943.

American anatomist who is noted for his studies of hormones and for the discovery (1923) of estrogen.
 ostseefinnischen Sprachen auf (s. Karte 1).

[FIGURE 1 OMITTED]

Komposita, deren Bestimmungswort das Nomen tee 'Weg' oder eine seiner seine  
n.
A large fishing net made to hang vertically in the water by weights at the lower edge and floats at the top.

v. seined, sein·ing, seines

v.intr.
To fish with such a net.

v.
 phonetischen Varianten und deren Grundwort das Wort wort 1  
n.
A plant. Often used in combination: liverwort; milkwort.



[Middle English, from Old English wyrt; see
 fur Blatt (est. leht) oder fur Kraut kraut  
n.
1. Sauerkraut.

2. often Kraut Offensive Slang Used as a disparaging term for a German.



[German; see sauerkraut.]

Noun 1.
 (est. rohi, hein, hain) ist, findet man hauptsachlich im Estnischen: estN uberwiegend tee- oder tie/leht, selten tee/rohi oder -hein; estS tii/leht (-leh't) M T Plv, tii/(h)ain T Kan Har, in Weissmeerkarelischen Dialekten: tie/heina (t'ie-) sowie in Ingermanland: fi. tie/ leht(i), ish. tee/lehti, wot wot  
v.
First and third person singular present tense of wit2.



[Middle English wat, from Old English w
. tee/lehto (Vilbaste 1957 : 177; Tsvetkov 1995 : 337). Einzelne Angaben gibt es auch aus anderen Gegenden Finnlands (tie/ lehti ManH YTor) und aus dem Olonetzischen (tie/heinu V). An der estnischen Nordkuste wurde die Pflanze wie folgt genannt: tie/tit(t)e/leht, tie/titt (s. auch unter 4) und tee/marja/leht (EMSK; Saareste 1962 : 1146). Erganzend dazu hat G. Vilbaste in estnischen Dialekten fur den Breitwegerich zusammengesetzte Benennungen aufgezeichnet, deren Grundwort wohl mit dem Blutenstand in Verbindung steht, so wie tee/lill, tii/tilk, (Plur.) tii/nuiad, (Plur.) tee/nupud (s. auch unter 4) (1993 : 477).

Beim livischsprachigen Wegerich diente ebenso der Begriff 'Weg' als Grundlage: (Plur.) riek/aaina/le'ed', in wortwortlicher Ubersetzung 'Wegkrautblatter' < liv. rek ~ riek 'Weg' < *retk, vgl. est. retk, fi. retki 'Weg, Wanderung' (Kettunen 1938 : 332-333).

Das im Finnischen auftretende schriftsprachliche ratamo (tie-, piha/ratamo u.a.) ist ein kunstliches Gebilde aus dem Wort rata 'Weg, Pfad' < germ., vgl. schwed. dial. trad 'Spur' (SSA (Serial Storage Architecture) A fault tolerant peripheral interface from IBM that transfers data at 80 and 160 Mbytes/sec. SSA uses SCSI commands, allowing existing software to drive SSA peripherals, which are typically disk drives.  3 : 53). In der Dialektsprache existiert ratamo nicht. Im Orivesi-Dialekt hat man bei der Beschreibung des Wegerichs das Kompositum rataruoho benutzt, das aber offensichtlich kein Terminus Terminus (tûr`mĭnəs), in ancient Rome, both the boundary markers between properties and the name of the god who watched over boundaries. , sondern vielmehr eine Erlauterung ist.

Das russische Lehnwort dorog- (< russ. [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII.]a 'Weg') steht fur den Begriff 'Weg' als Bestimmungswort im Suddialekt des Eigentlichen Karelischen, im Olonetzischen und im Ludischen, ebenso in nord- und mittelwepsischen Dialekten. Das Grundwort des Kompositums ist jeweils ein Wort aus der eigenen Sprache, etwa eine Variante von heina oder leht: kar. dorog/hein (doroga/heina, -l'ehti); olon. dorogu/lehti (~ -heinu); lud. doroga/lehti (dorog/l'eht, -lehte, -lehtes); weps. dorog/l'ehtez. Als parallele Benennungen kennt der Djorza-Dialekt des Karelischen dorog/lapusk (lapusk < russ. [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII.], Dim. < [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII.] 'Pfote'). Ausser diesen verwendet man in karelischen Dialekten noch gewisse junge russische Entlehnungen: kar. podoroznikka (doroznikka, doroznik), olon. podoroznikko < russ. [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII.] 'Wegerich, Plantago'. Das russische Lehnwort podoroznik konnte auch in Sudost-Estland im Setu-Dialekt aufgezeichnet werden (Vilbaste 1993 : 477; Must 2000 : 232). Die Belege fur ALE deuten darauf hin hin  
n.
A unit of liquid measure used by the ancient Hebrews, equal to about five liters.



[Middle English, from Medieval Latin, from Greek, from Hebrew hîn, of Egyptian origin.
, dass das russischsprachige Wort fur den Wegerich auch in den Wolga- und permischen Sprachen recht verbreitet ist. Im Ersanischen wird ebenso die Wortverbindung podoroznoj lopa angewandt, deren erster Bestandteil das aus dem Russischen entlehnte Adjektiv mit der Bedeutung 'Weg, Wegrand' ist (< russ. [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII.]), der zweite Teil ist lopa, das im Ersanischen 'Blatt' heisst und das wiederum in seiner Herkunft mit dem oben erwahnten russ. [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII.] zusammenfallt.

In allen in Europa gesprochenen finnisch-ugrischen Sprachen gibt es--ausser im Marischen--unter den Wegerichbenennungen Komposita und Wortverbindungen, deren erster Wortteil in der jeweiligen Sprache der Begriff 'Weg' ist: mdE ki langon tikse, wortwortl. 'Weg(flachen)kraut' < ki

'Weg' + lango Gen. -n 'Flache' + tikse 'Kraut'; mdM ki langen lopa, wortwortl. 'Weg(flachen)blatt' < ki + langen + lopa 'Blatt'; udm. sures durin budis kuar, wortwortl. 'am Wegrand wachsendes Blatt' < sures 'Weg' + durin 'Rand' + budis 'wachsend' + kuar 'Blatt' (= komiS kor), sures turim, wortwortl. 'Wegkraut' < sures + turim 'Kraut'; komiP tujdor turun, wortwortl. 'Wegrandkraut' < tuj 'Weg'(= osfi. tie, UEW UEW University of Education at Winneba (Winneba, Ghana)
UEW Uncorrelated ELINT Workorder
 794; SSA 3 : 288) + dor 'Rand' + turun 'Kraut' (= udm. turim), komiS tujdor lapkor, wortwortl. 'Wegrand-Pfotenblatt' < tuj + dor (= komiP) + lap 'Blatt; Pfote' (vgl. russ. [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII.]) + kor 'Blatt' (= osfi. korva, fiugr. s. UEW 187-188, SSA 1 : 408; vgl. auch udm. kuar 'Blatt'), ung. utifu ~ hosszu utifu, wortwortl. 'langes Wegkraut' < hosszu 'lang' + uti- 'Weg-' (ut 'Weg') + fu 'Kraut', utilevel < uti + level 'Blatt', utilapu, wortwortl. 'Wegblatt' < uti + lapu 'Blatt' (vgl. russ. [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII.]).

Einen anderen Standort als den Weg widerspiegeln die Benennungen fur den Wegerich in den karelischen Dialekten selten; im Ishorischen und im westwotischen Dialekt gibt es in der ersten Position des Kompositums das Nomen maa (mua) 'Erde, Land': ish. maa/lehti; wotW maa/lehto; kar. mua/lehti (Juj), mua/kakkaraine (Tk), -kakkarani (R), -kakkaraini (Jyj), moo/kakkara(ne) (Pa). Im Karelischen bezeichnet kakkaraine eine Wasserlilie (Nymphar) und Wasserrose (Nymphaea) (KKS KKS Kraftwerks-Kennzeichen-System
KKS Kesselprüf und Korrosionsschutz GmbH
KKS Kretskort Service (Norwegian electronic design firm)
KKS Kinsella Khemical Sales (Ireland) 
 2 : 19). Im Namen der Festlandpflanze Wegerich mua/kakkaraine usw. besteht die Hauptfunktion des den Standort angebenden Wortteils mua- darin, diesen von der Wasserpflanze mit ahnlichem Namen zu unterscheiden. Im nordestnischen Dialektgebiet hat man zum Breitwegerich manchmal maa/leht und maa/ tee/lehed gesagt (Vilbaste 1993 : 477).

In der finnischen Schriftsprache heisst der Breitwegerich piharatamo (< piha 'Hof') und ist auf begrasten Bauernhofen weit verbreitet. In der Volkssprache gibt es mehr zufallig fi. piha/kielo und -raudas (ManH), die schon individuelle Gebilde sein konnen. Inhaltlich gesehen liegt diesen kartano/ruoho (Loht) nahe, wortwortl. 'Hofkraut' < kartano 'Hofbereich'. Letzteres wurde aus dem Kontext "Puhuttiin vain kartanoruohosta" herausgepickt, unter dem man wahrscheinlich die auf der Hofflache wachsenden Krauter allgemein versteht.

Auf den Standort konnen auch die im finnischen Mittleren Ostbottnien und im an die Sudgrenze des Westlichen Mittel-Finnland-Dialekts und in der Nordspitze von Sud-Ostbottnien vorkommenden sammakon/lehti und sammakko/lehti < samma|kko Gen. -kon 'Frosch' hindeuten. Der in finnischen Pflanzennamen erscheinende Wortteil, der sich auf den Frosch bezieht, sagt oft nur aus, dass die Pflanze auf feuchtem oder nassem Grund gedeiht (Karhu 1998 : 191-192). Vielleicht ist ihre Verbreitung oder die auf feuchtem Boden wachsende Variante der Pflanze der Ausgangspunkt fur eine solche allgemeine Benennung des Wegerichs gewesen. In der estnischen Schriftsprache tragt die in flachem Wasser gedeihende Pflanzengattung Alisma die Bezeichnung konnarohi 'Froschloffel' (Kuusk 1972 : 362). In den estnischen Dialekten nennt man einige Unkrauter konnahein, so wie etwa aasosi 'Wiesen-Schachtelhalm (Equisentum pratense)' (Jam) und kirburohi 'Knoterich (Polygonum Polygonum

genus of toxic plants in the family Polygonaceae, called collectively smartweeds. Some cause nitrate-nitrite poisoning, some cause photosensitization; includes P. aviculare (wireweed), P. convolvulus (Fallopia convolvulus), P. esculentum, P.
)' (Saa Krk) (EMS 3 : 560). Von den fern fern, any plant of the division Polypodiophyta. Fern species, numbering several thousand, are found throughout the world but are especially abundant in tropical rain forests. The ferns and their relatives (e.g.  verwandten Sprachen findet sich im Ersanischen einen Benennung des Wegerichs und zwar l'ago lopa, die in wortwortlicher Ubersetzung bedeutet: 'Froschblatt' < l'aga 'Frosch' (vgl. russ. [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII.] id.).

3. Der Wegerich als Heilpflanze

In der Volksmedizin hat der Wegerich eine vielseitige Verwendung gefunden, wobei uberwiegend die Pflanzenblatter, weniger der Samen und die Wurzel zum Einsatz kommen. Sein Blattersaft heilt Wunden, Schwellungen, Entzundungen und stillt Blutungen; der aus Blattern zubereitete Tee sowie gekochte Blatter helfen Hustenschleim zu losen, haben auch eine heilende Wirkung bei Magen- und Darmbeschwerden. Mit dem gleichen Ziel kann man auch einen Brei aus dem Samen des Breitwegerichs kochen. Beim Einsatz dieser Pflanze wurde ebenso eine Blutdruck und Blutzucker senkende Wirkung beobachtet. Der Wegerich ist sogar bei der Behandlung der Unfruchtbarkeit verwendet worden (Tammeorg, Kook, Vilbaste 1984 : 167-171; www.kunksmoor.com; www.tba.ee). Der Rolle des Wegerichs als Heilmittel wird in den volkstumlichen Benennungen der Pflanze vor allem in dreierlei Hinsicht Rechnung getragen: (1) durch die Bezeichnung des Eisens--vermutlich als Verursacher von Verletzungen, (2) durch die Bezeichnung der zu heilenden Krankheit oder Verletzung, (3) durch die Bezeichnung der erkrankten Stelle.

In Finnland kennt man den Wegerich hauptsachlich als "Eisenblatt". Die meisten dialektsprachigen Benennungen der Pflanze werden mit dem Nomen rauta Gen. raudan 'Eisen' < germ. [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII.] (SSA 3 : 57) oder auf der Grundlage seiner Ableitungen gebildet. In ganz Finnland sind phonetische Varianten der Komposita rauta/lehti oder raudan/lehti verbreitet. Parallel dazu oder an ihrer Stelle gibt es im Wesentlichen in den Savo-Dialekten sowie im Sudlichen und Mittleren Sudostdialekt die Benennungen rauta/heina und/oder raudan/heina. Von den Savo-Dialekten bis hin zum Mittleren Ostbottnien erstreckt sich das Hauptverbreitungsgebiet von Ableitungen mit dem Suffix suf·fix  
n.
An affix added to the end of a word or stem, serving to form a new word or functioning as an inflectional ending, such as -ness in gentleness, -ing in walking, or -s in sits.

tr.v.
 s, wie etwa raudus und raudas (s. Karte 2). Meistens bilden die Letztgenannten das Bestimmungswort von Komposita: raudus/lehti, raudas/lehti, -heina. Lediglich in einigen finnischen Dialekten trifft man das einfache Wort raudus (Piht KorJ Oula) oder raudas (PyhOl Sie) an sowie findet dieses di·e·sis  
n. pl. di·e·ses
See double dagger.



[Medieval Latin, semitone (which was indicated by a double dagger), from Latin, quarter tone, from Greek diesis,
 in der Position des Grundwortes im Kompositum piha/raudas (ManH). Zwei finnische Benennungen verweisen auf die Blute der Pflanze: rauta/piiska (HKyr) < -piiska 'Gerte' (s. auch unter 4) und raudus/kukka (Kart) < -kukka 'Blume'. Komposita, deren Bestimmungswort das Nomen 'Eisen' ist, kennt man auch in den westlichen Dialekten von Karelien, die im Grenzgebiet zu den finnischen Dialekten liegen: kar. rauvan/heina (-lehti) und rauda/lehti. Von den anderen in Europa gesprochenen finnisch-ugrischen Sprachen trifft man das Wort fur Eisen als Bestandteil der Benennung fur Wegerich nur noch in ungarischen Dialekten: vasvirag < vas 'Eisen', vgl. osfi. vaski 'Kupfer' (SSA 3 : 416; UEW 560-561) + virag 'Blume'.

Das Wort rauta wurde in finnischen Pflanzennamen so interpretiert, weil man den Wegerich als Sofort-Heilmittel bei Verletzungen, die durch aus Eisen gefertigte Werkzeuge verursacht worden waren, eingesetzt hat. Einerseits half er die Blutung zu stillen, andererseits diente er der Verhinderung einer Entzundung der Wunde und Forderung des Heilprozesses. Ob dieses Entstehungsmotiv tatsachlich der Wahrheit entspricht, lasst sich heute nicht mehr uberprufen. Die Basis fur das Kompositum rautapiiska (HKyr) sieht man eher im Vergleich der Blute des Wegerichs mit dem Eisen, sei es nun wegen ihrer Standhaftigkeit, ihrer ausseren Form oder ihrer Rotfarbung. Auf einem Vergleich konnten auch die Benennungen mit dem Wort 'Blume' als Grundwort basieren, so wie fi. rauduskukka und ung. vasvirag.

[FIGURE 2 OMITTED]

Seine Seine (sān, Fr. sĕn), Lat. Sequana, river, c.480 mi (770 km) long, rising in the Langres Plateau and flowing generally NW through N France.  Funktion der Wundheilung widerspiegeln ebenso die Komposita haava/lehti, haavan/lehti, raudan/haava/lehti, raudan/haavan/lehti, raudan/haava/heina < haava Gen. -n 'Wunde' und laastari/lehti, wortwortl. 'Pflaster-Blatt' (s. Karte 3). Im Estnischen liess sich das Kompositum haavarohud (Plur.) im Inseldialekt (Rootsikula in Kihelkonna) entdecken (Vilbaste 1993 : 476). Eine analogische Verbindung findet sich im Udmurtischen: jara kuar wortwortl. 'Wundblatt' < jara 'Wunde' + kuar 'Blatt'.

In Dialekten des Finnischen, Karelischen, Wepsischen und Estnischen gibt es Benennungen des Wegerichs, die das Wort fur ein Geschwur bzw. eine Schwellung oder eine Zelle bzw. Blase bla·sé  
adj.
1. Uninterested because of frequent exposure or indulgence.

2. Unconcerned; nonchalant: had a blasé attitude about housecleaning.

3. Very sophisticated.
 aufweisen: fi. ajos/lehti (PalJ) < ajos 'Geschwur'; lud. majai/lehtes (Phj), majai/lehtez (Hj) < majai 'grosses Geschwur'; kar. mulcu, mulcukka, mulcukka/heina (Tol) < mulcu 'Geschwur'; fi. paise/heina (Sakk) < paise pai·sa  
n. pl. pai·se or paisa
See Table at currency.



[Hindi pais
 'Geschwur', estS (Plur.) 'paiso/ haina (Se), 'paiso/leht, -leh't, -lih't (Von V), paiss (Kan) (EMSK; Vilbaste 1993 : 478); weps. pahk/lehtez < pahk 'Geschwur'; fi. rakko/ruoho (Myn) < rakko 'Zelle, Schwiele, Blase'. Ein festes Verbreitungsgebiet hat von diesen Wortern paisoleht in Sudost-Estland, bevorzugt im Voru-Dialekt (s. Karte 3). In der estnischen Schriftsprache, im nordestnischen und im Mulgi-Dialekt ist paiseleht eine ganz andere Pflanze, namlich der 'Huflattich (Tussilago farfara Tussilago farfara,
n See coltsfoot.
)'.

In Einzelfallen lassen sich Benennungen des Wegerichs aufspuren, die auf andere Entzundungsprozesse, auf Verstauchungen, Verrenkungen usw. hinweisen. So ist in finnischen Dialekten das Kompositum ruusin/lehti (Jaa), ruusun/leht (Ven) < ruusu 'Wundrose ', kipean/lehti (Sie) < kipea 'Schmerz; Entzundung', vieraan/lehti (Hat) < vieras Gen. vieraan 'fremd'; hinter diesem Wort verbirgt sich hier ein Geschwur oder eine andere krankhafte Erscheinung. Nach einer anderen Dialektangabe (Kalv) ist vieraanlehti 'vierblattrige Einbeere (Paris quadrifolia)', deren Blatter man bei einer Entzundung um den Finger herum legte. Unter den estnischen Dialektwortern finden sich Gustav Vilbastes Angaben zufolge neben dem eben genannten auch haudumise/rohi < hauduma 'wund werden (Hautverletzung)', maa-aluse/roht und maalise/rohi < maa-alune und maaline 'eine Hautkrankheit, die vom Sitzen oder Liegen auf blosser Erde entsteht' (nach dem Volksglauben sind in der Erde lebende mythologische Wesen die Verursacher der Krankheit, so genannte maa-alused bzw. maalised), venind/haige/rohud < venindhaige 'Zerrung (gewohnlich eines Muskels)', umb/leht, Plur. umme/lehe (Se) (1993 : 476-478). Der Wortteil des letzten Kompositums umme, umb- ist darauf zuruckzufuhren, dass die von den Bakterien Panaritium panaritium

an obsolete expression for paronychia. Still used with reference to cattle and meaning bovine footrot.
 an Fingern oder Zehen verursachte Entzundung im Estnischen auch als on umbes, umbe lainud 'angeschwollen' beschrieben wird.

Einige Komposita beinhalten die vom Arzt zu behandelnde Stelle oder den Korperteil, wie im Mittelwepsischen son/l'ehtoz (Vl) < weps. son 'Ader' + l'ehtoz 'Blatt' und im estnischen Inseldialekt (Plur.) soon(t)e/rohud (Mus Muş (msh), city (1990 pop. 44,019), capital of Muş prov., E Turkey. It is in a region with many vineyards. Founded c.400 B.C., it was an important town of Armenia.  Rei) < soon 'Ader' + rohud 'Heilkrauter' (der Sprachinformant aus Reigi wusste zu berichten, dass soonerohud heiss gemacht und auf das verstauchte Gelenk gelegt wurde--s. Vilbaste 1993 : 476), fi. peukalo/heina (Luh) < peukalo 'Daumen' und estS 'varba/hain (Vas) < varvas Gen. varba- 'Zeh' hain 'Kraut' (mit Wegerich behandelte man oft Entzundungen zwischen den Zehen).

[FIGURE 3 OMITTED]

Ahnlich wie der Wegerich kamen auch andere Heilkrauter, am meisten der Huflattich, bei der Behandlung von Wunden, Entzundungen, Verstauchungen usw. zum Einsatz. Aus diesem Grunde ist es eben nicht ausgeschlossen, dass ein und derselbe Name mehrere Pflanzen bezeichnet, so etwa wie das vorn genannte fi. vieraanlehti und est. paiseleht. Wenn der Dialektsammler die Pflanze selbst nicht zur Hand hat, kann es auf Grund der Beschreibung ihres Aussehens, ihrer Eigenschaften und ihrer Anwendung durchaus passieren, dass der Informant informant Historian Medtalk A person who provides a medical history  an die eine Pflanze denkt, aber der Fragende bzw. Aufzeichnende an eine ganz andere. Deshalb sollte man im Falle von Einzelangaben der Bestimmung der Pflanzenart nicht immer trauen.

Neben der vorn erwahnten udmurtischen Benennung jara kuar tauchen dort in der Volksmedizin noch andere Benennungen fur den Wegerich auf, so wie udm. vir kuar, wortwortl. 'Blutblatt' < vir 'Blut' (= osfi. veri, fiugr., s. UEW 576) + kuar, mdM soksi lopa, wortwortl. 'saugendes Blatt' < soksems 'saugen' (Pras. Partizip) + lopa 'Blatt' und versoksi lopa 'Blut saugendes Blatt' < ver 'Blut' + soksi + lopa. Wohl auch bei dem ungarischen Dialektwort inynyujtofu, wortwortl. 'ein Kraut zur Verlangerung des Zahnfleisches' < iny 'Zahnfleisch' + nyujto (Partizip), nyujt 'verlangern' + fu 'Kraut, Gras' und bei dem marischen Wort sel gustim sudi, wortwortl. 'Kraut fur das Wachsen des Fleisches' < sel 'Speck, Fleisch' + gusti- 'wachsen lassen, wachsen' + sudi 'Kraut' muss man das Benennungsmotiv in seiner Anwendung als Heilmittel suchen.

4. Auf dem Aussehen basierende Namen

Zur Grundlage fur die Benennungen des Wegerichs sind im Wesentlichen die aussere Form sowohl der Blatter als auch der Blute geworden. Man konnte voraussetzen, dass man diese Pflanzenart nach der beschreibenden Bezeichnung viel eher erkennen kann als anhand der Bezeichnung, die von der Heilanwendung ausgeht. Oft ist es aber so, dass sie sich dennoch nicht gleich eindeutig bestimmen lasst. Beispielsweise die finnischen Worter kouru/ lehti und kourun/lehti < kouru Gen. -n 'Rinne, Rille rille (rĭl): see moon. ; Furche' passen gut gut (gut)
1. intestine.

2. the primordial digestive tube, consisting of the fore-, mid-, and hindgut.

3. surgical g.


blind gut  cecum.
 zum Strand-Wegerich mit seinen rillenartigen Blattern. Theoretisch spricht auch die Verbreitung dafur, denn diese Benennungen kommen im Kustengebiet und auf den Inseln Sudwest-Finnlands vor (s. Karte 3). Andererseits kann ein solcher Name auch durch die auffalligen Adern, die sich am Blattstangel des Breitwegerichs und bei anderen Wegericharten ausgebildet haben. Die im Sudlichen Eigentlichen Finnland vorkommenden Benennungen nukka/lehti und nukan/lehti < nukka Gen. nukan 'Fluse; Haar; Faser' lassen an die haarigen Blatter des Mittelwegerichs denken. Aber als Bedeutung fur kouru(n)/lehti und nukka- wie auch nukan/lehti hat der Dialektsammler 'Plantago major' = 'Breitwegerich' vermerkt (SMSA SMSA
abbr.
standard metropolitan statistical area
).

Eine ganze Anzahl bildlicher, auf einem Vergleich basierende Benennungen entspringen ausserlichen Ahnlichkeiten der Pflanze mit allgemein bekannten Objekten. In derartigen Komposita fehlt meist jenes das Kraut, die Blatter oder die Blute bezeichende Parameterwort und an dessen Stelle erscheint als Grundwort im Kompositum das die Vergleichsgrundlage anzeigende Nomen. Die Blatter der Pflanze brachten beim Menschen oft die Zunge eines Tieres in Erinnerung, so fi. koiran/kieli < koira 'Hund' + kieli 'Zunge' und piha/kielo < piha 'Hof' + kielo (= kieli), ish. lehman keeli < lehma Gen. -n 'Kuh', est. lamba/keel 'Plantago lanceolata' < lammas Gen. lamba 'Schaf' + keel keel

1. the ventrally directed large surface of the bird's sternum, the site of attachment of the major muscles of flight. Called also carina.

2. the prominent area over the sternum in Dachshunds.
 'Zunge' (Saareste 1962 : 1124; Wiedemann 1973 : 270; Vilbaste 1993 : 478). Als Benennungen des Mittelwegerichs geben die estnischen Dialekte und die alte Schriftsprache folgende Namen preis: kassi/ kotid < kass Gen. kassi 'Katze' + kotid Plur. 'Hoden' und lamba/korv, -korvad < korv Plur. -korvad 'Ohr' (Vilbaste 1993 : 478; Wiedemann 1973 : 378). In der Kartothek des estnischen Dialektwortschatzes finden sich Aufzeichnungen von Pflanzennamen wie lambakeel, lambakorvahein, lambakorvaleht und lammaskorvaleht (s. auch VMS (1) (Virtual Memory System) A multiuser, multitasking, virtual memory operating system for the VAX series from Digital. VMS applications run on any VAX from the MicroVAX to the largest unit. See OpenVMS. ), wobei keines dieser als Benennung des Wegerichs bestimmt worden ist. Das Schafsohr und die Hundezunge sind uns als Bezeichnungsmotiv des Wegerichs auch in fern verwandten Sprachen bekannt: komiS iz/pel'/kor < iz 'Schaf' + pel' 'Ohr' + kor 'Blatt'; mar. pi/jilme < pi 'Hund' + jilme 'Zunge'; ung. kutya/nyelve < kutya 'Hund' + nyelv 'Zunge' und eb/nyelvu/fu < eb 'Hund' + nyelvu 'Zungen' + fu 'Kraut'. Ausserdem haben die Ungarn diese Pflanze Schlangenzungenkraut genannt: kigyo/nyelvu/fu < kigyo 'Schlange' + nyelvu + fu.

In Verbindung mit den Benennungen, die auf den Standort verweisen, war vorn schon kurz die Rede vom karelischen Kompositum muakakkaraine u.a., deren Grundwort eigenstandig eine Wasserpflanze bezeichnet. Die Pflanzen haben wegen ihrer breiten Blatter einen solchen Namen bekommen--kakkaraine ist eine diminutive di·min·u·tive  
adj.
1. Extremely small in size; tiny. See Synonyms at small.

2. Grammar Of or being a suffix that indicates smallness or, by semantic extension, qualities such as youth, familiarity, affection, or
 Ableitung vom Nomen kakkara 'Eierkuchen' < osfi. kakku 'Brot' < skand. (SSA 1 : 281). Das Wort kakkara findet in den ostseefinnischen Sprachen eine breite Anwendung, jedoch gibt es keine Angaben zum Gebrauch als Benennung des Wegerichs. Mit Blick auf andere finnisch-ugrische Sprachen kennt man in marischen und in komi-syrjanischen Dialekten den Wegerich in wortwortlicher Ubersetzung als 'Schweins(Eier)kuchen': mar. sosna mel'na < sosna 'Schwein' + mel'na 'Eierkuchen'; komiS pors sanga l'is < pors 'Schwein' (vgl. osfi. porsas) + sanga 'Brotchen' + l'is 'Blatt' (< russ. [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII.]).

Allerhand Namen des Wegerichs ruhren von der eigenartigen Form seiner Bluten her. An der estnischen Nordkuste sagt man zu seiner Blute (wie auch zu rundlichen Bluten anderer Pflanzen) titt, und damit entstanden die Pflanzennamen tee- oder tie/tit(t)e/leht, titte/leht und tie/titt. Das Nomen titt Gen. -e bezeichnet im Estnischen eine Puppe, ein Baby und ein Kleinkind und in bildlichen Ausdrucken, die sich auf die Form beziehen, Gegenstande, die an einen in Windeln gewickelten Saugling erinnern. Das Wort gilt als Diminutivform des russischen Lehnwortes tita < russ. ditq 'Kind' (Magiste 1962 : 23; EEW EEW Elementary Edge Wave
EEW Neenah, Wisconsin
 3190). Vom gleichen Motiv wurde auch beim komi-permischen Dialektwort fur den Wegerich akan/l'is(t) < akan 'Puppe' + l'is(t) 'Blatt' ausgegangen.

Nach Angaben aus gedruckten Quellen hat man in estnischen Dialekten sowohl die Pflanze als auch ihre Blute nach dem Schwanz verschiedener Tiere genannt: hiire/saba (KJn) < hiir Gen. hiire 'Maus' + saba 'Schwanz', kassi/saba < kass Gen. kassi 'Katze', roti/saba (Rei) < rott Gen. roti 'Ratte', roti/annad (Mus) < and Plur. annad 'Schweif, Schwanz'; sea/saba < siga Gen. sea 'Schwein' (Kul); harja/saba < harg Gen. harja 'Stier, Ochse' (Vilbaste 1993 : 478; Wiedemann 1973 : 994). Vgl. udm. sir/biz und sir/biz kuar < sir 'Maus' (= osfi. hiiri) + biz biz  
n. Informal
Business.


biz
Noun

Informal business

Noun 1.
 'Schwanz' + kuar 'Blatt'.

Den Esten kam die Blute des Wegerichs noch wie eine Keule (nui), Knauf (nupp) oder auch als Schopf bzw. Haube (tutt) und als Tropfen (tilk) vor. Nui findet sich im nordlichen Teil des Tartu- und Mulgi-Dialekts sowie in der Viljandi-Mundart: Plur. tii/nuiad (Trv Noo) < -nui 'Keule', undi/nui (Pst) < unt Gen. undi 'Wolf', voidu/nui (Vil) < voit Voit , Carl von 1831-1908.

German physiologist known for his studies on metabolism.
 Gen. voidu 'Sieg' (Vilbaste 1993 : 477-478). Es ist moglich, dass der letztgenannte Namen aus einem Kriegsspiel der Kinder stammt (s. unter 5). In der Schriftsprache und in vielen Dialekten steht hundinui fur die Pflanzengattung Typha, das Rohrkolbenschilf (s. Kuusk 1972 : 462; Vilbaste 1993 : 637). Aus den Mundarten der estnischen Inseln kennt man Plur. tee/nupud < tee 'Weg' + -nupp 'Knauf' und aus dem Voru-Dialekt nutt/hain (Rou) < nutt- 'Schopf, Knauf', tii/tilk (Rap) < tii 'Weg' + -tilk 'Tropfen'. In Finnland wurde die Wegerichblute mit einer Gerte verglichen: ruaskanen (Vah Isok KauJ) < ruoska 'Peitsche'; rauta/piiska (HKyr) < piiska 'Gerte'. In fern verwandten Sprachen stosst man auf ahnliche Vorstellungen: ung. gombos/koro < gombos 'Knauf-, Knopf-' + koro 'Stiel' und komiS gumja lapkor < gum 'Stangel; Halm; rohrenartige Pflanzenblute' + das Suffix -ja + lap 'Pfote' + kor 'Blatt'.

5. Andere Benennungen

Neben den nun bereits behandelten Namen gibt es noch Benennungen, deren Entstehungsmotiv im Dunklen verharrt oder die einfach nicht zu den aufgezahlten Gruppen passen. Im sudlichen und teils im mittelwepsischen Dialekt nennt man den Wegerich macoh/l'eht < macoh 'Stiefmutter' < russ. [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII.] id., jedoch die offensichtliche Lehnquelle fur diesen Pflanzennamen [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII.] ist im Russischen die Bezeichnung fur den Huflattich. Vergleichsweise konnte man das inhaltlich naheliegende finnische Wort lesken/lehti (< leski 'Witwe'), das man im Allgemeinen als eine Pflanze mit runden Blattern, den Huflattich (Tussilago farfara) kennt, aber in einigen Dialekten (z.B. KorJ) wurde es als Bezeichnung fur den Wegerich gebraucht. Letztere Bedeutung liess dennoch Zweifel aufkommen.

Im finnischen Dialekt in Ingermanland (Markova) wurde als einzige Benennung fur den Wegerich das Kompositum hermu/leht aufgezeichnet. Nicht ausgeschlossen werden kann, dass es auf der Basis des Nomens hermu 'Schmuck, Verzierung' gebildet worden ist, das im sudlichen Teil des finnischen Ostdialekts Verbreitung findet (SMS (1) (Storage Management System) Software used to routinely back up and archive files. See HSM.

(2) (Systems Management Server) Systems management software from Microsoft that runs on Windows NT Server.
 3 : 277). Das Motiv dafur ist mangels mangels

Beta vulgaris; called also mangel-wurzel.
 Informationen schwer zu bestimmen; bezieht es sich nun auf das Aussehen der Pflanze, auf ihren Gebrauch zur Herstellung von irgendwelchen Verzierungen oder anderes.

Kinder haben im Wegerich eine Spielkanne entdeckt und somit die Pflanze entsprechend ihrer Rolle im Spiel spiel   Informal
n.
A lengthy or extravagant speech or argument usually intended to persuade.

intr. & tr.v. spieled, spiel·ing, spiels
To talk or say (something) at length or extravagantly.
 benannt. In Nordestland, aber besonders im Sprachraum des Inseldialekts kennt man die Anfertigung eines so genannten "saksasaan" (saksa/saan < saks Gen. saksa 'deutsch; eine der herrschenden Schicht angehorende Person' + saan 'Schlitten'). Dafur benutzte man meist die Blatter oder Bluten des Mittelwegerichs, aber auch andere biegsame Graser und Krauter, aus deren Stangel ein dem Schlittenkorb ahnelndes Spielzeug so geflochten wurde, dass der beim Flechten hinter die Finger reichende gekrummte Bogen des ersten Stangels die Ruckenlehne bildete. Aus diesem Grunde entstand der Pflanzenname saani/jalas(ed) < jalas Plur. jalased 'Kufe', saani/kannid < kann Plur. kannid 'Blume', saani/lilled < lill Plur. lilled 'Blume', saani/puud < puu Plur. -d 'Holz (als Baumaterial(', saani/rohud, saani/tutid, saksa/saanid, saksa/ saani/ leht, saksa/saani/puu, saksa/saani/rohi ~ -rohud, saksa/tollad < told Plur. tollad 'Kutsche', tolla/rohud (EMSK; Saareste 1962 : 1142; Vilbaste 1993 : 477-478; Wiedemann 1973 : 968). Ein Sprachinformant aus Juri hat erganzt, dass man in den aus den Blattern des Wegerichs geflochtenen "Schlitten" die Bluten als "Deutsche" hineingab. Auf der Insel Muhu und in Hanila hiess dieses Geflecht auch tika/rohi < tikk Gen. tika Tika can be:
  • A Nepalese name for Tilaka
  • A title in certain Indian monarchies for a Crown Prince
  • A place in Abkhazia
  • A place on Saturn's satellite Rhea, named after the last place
 'Steinschmatzer', tika/told, -tollad und tika/tolla/rohud (Saareste 1962 : 1146; Vilbaste 1993 : 477-478). Die vorangehenden Belege weisen darauf hin, dass man diese winzig kleine Kutsche im Spiel zum Ausfahren der kleinen von Stein Stein , William Howard 1911-1980.

American biochemist. He shared a 1972 Nobel Prize for pioneering studies of ribonuclease.
 zu Stein hupfenden Vogelchen, der Steinschmatzer, geflochten hatte.

In Estland haben die Kinder mit den Blutenstanden des Mittelwegerichs im Spiel so manches Gefecht gefochten. Aus Kadrina stammt zu diesem Spiel die folgende Erklarung: "Beide Spieler nehmen die Blume in die Hand und versuchen sich gegenseitig die Blute herunterzumetzeln. Bei wem die Blute abfallt (das hangt hauptsachlich gerade von der Widerstandsfahigkeit des Stangels ab), der hat verloren. Die Spieler schlagen die Stiele moglichst uber Kreuz und in den unteren Teil der Blute." (Vilbaste 1993 : 477-478). Die Pflanze heisst in der Kadrina-Mundart soja/mees 'Krieger' < soda Gen. soja 'Krieg' + mees 'Mann' und tapu/taadid (Kad) < tapp Gen. tapu 'das Umbringen' (< tapma) + taat Plur. taadid '(alter) Mann'. Mit dem gleichen Spiel konnte auch das vorn erwahnte voidu/nui in Verbindung stehen. Im Tartu-Dialekt kennt man die Bezeichnungen taplemis/hain < taplema 'kampfen', voidu/hein < voit Gen. voidu 'Sieg' + hein 'Kraut', Plur. voidu/mehe 'Sieger' < voidu + mees 'Mann'. Die Pflanze wurde auch in anderen Sprachen 'Krieger' genannt, sicher nicht auf Grund dieses Spiels, sondern wegen der geraden aufrechten Form des Blutenstands, so z.B. mdM saldat 'Krieger, Soldat; Wegerich' < russ. soldat 'Soldat', schwed. kampar 'Soldat; Wegerich'.

In Finnland sagte man zum Wegerich vale/heina (KanN), vale/lehti (Vla), valheen/lehti (LapL) < vale ~ valhe Gen. valheen 'Luge' und valehtelema/ lehti (PerS) < valehdella 'lugen'. Diese Benennungen gehen auf ein Spiel zuruck, das die Sprachinformantin Marjatta Hieta aus Peraseinajoki wie folgt beschrieb: Das Blatt des Wegerichs wurde von einem Spieler mit beiden Handen an den Enden festgehalten und ein anderer wurde gefragt: Paljonko olet valehrellu? 'Wie oft hast du gelogen?' Nachdem der Mitspieler auf diese Frage geantwortet hatte, wurde das Blatt zerrissen. Die dunnen grunen Blattadern, die an der Rissflache zum Vorschein kamen, zeigten an, wie viele Male der Befragte gelogen hatte. Da sich die zahen Blattrippen nicht so leicht zerreissen liessen, hingen diese manchmal als lange Fasern an einer Seite des Blattes heraus, worauf verkundet wurde: Mitenka pitkia valehia! 'Oi was fur lange Lugen!'

Um Einzelangaben handelt es sich bei den finnischen Wortern joutolehti, tyhjalehti, lehtiheina (ManH); ukonlehti (Saari)--allgemein 'Klette'; im wepsischen Worterbuch findet sich tat'uk/hiin, -l'ehtes 'Plantago' (SVQ SVQ n abbr (= Scottish Vocational Qualification) → titulación de formación profesional en Escocia

SVQ n abbr (= Scottish Vocational Qualification) →
 594). Es ist moglich, dass es sich bei dem Bestimmungswort dieser Komposita t'at'uk um ein russisches Lehnwort handelt, vgl. russ. ditq 'Kind', dial. [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII.], est. (tie)titteleht (s. unter 4). Nach Angaben von G. Vilbaste hat man den Mittelwegerich in estnischen Dialekten noch lambamaluheinad (Han) < lammas Gen. lamba 'Schaf' + malu 'Kauen' + heinad Plur. 'Krauter, Gras' und jaani/lill (LNg), jaani/rohi (Pha) < jaan Gen. jaani 'Johannistag' und den Breitwegerich vagihein (Vai) < vagi va·gi  
n.
Plural of vagus.
 'Wirkungskraft' + hein genannt (1993 : 477-478). Vagihein kennt die estnische Sprache allgemein als Name von Pflanzen der Gattung Konigskerze (Verbascum Verbascum

a potentially poisonous genus of plants in the family Scrophulariaceae. The plants contain cardiac glycosides similar to digitalis but poisoning is not recorded. Called also mullein.
), in den Dialekten besonders als Heilpflanze Wollkraut (Verbascum thapsus Verbascum thapsus,
n See mullein.
, est. uheksavagine). Die Worter jaanilill und jaanirohi verweisen sicher auf die Blutezeit der Pflanze. Der Wortteil jaani- kommt in vielen volkstumlichen Pflanzennamen vor, die bekanntesten sind verschiedene Komposita fur est. paasusilm 'Mehl-Primel (Primula farinosa Primula farinosa, the bird's-eye primrose, is a small perennial plant in the family Primulaceae, native to northern Europe and northern Asia, and (rarely) further south at high altitudes in the mountains of southern Europe. )' (s. EMS 3 : 7-11). Aus der sudestnischen Hargla-Mundart findet sich in G. Vilbastes Aufzahlung fur den Wegerich das Wort ploksja. Der Form nach konnte es sich um ein Nomen agentis des onomatopoetischen Verbs ploksma handeln. In Einzelfallen kommen dennoch Zweifel in Hinblick auf die Bestimmung der Pflanze auf.

Der Sachverhalt, dass Vogel sehr gern den Samen des Wegerichs fressen, wird in ostseefinnischen Pflanzennamen nicht widergespiegelt, aber auf seine Weise in den Wolga-Sprachen: mar. tsibe sudo < tsibe 'Gans' + sudo 'Gras, Kraut'; mdE narmun lopa und narmunin lopa < narmun Gen. narmunin 'Vogel' + lopa 'Blatt'. Das ersanische tuvu/nar < tuvu 'Schwein' + nar 'Gras' kann darauf hindeuten, dass auch Schweine den Wegerich nicht verschmahen (andererseits konnte es sich eher um eine Erscheinung, der Verachtung entgegen gebracht wird, handeln). Das Bezeichnungsmotiv 'Schwein' erscheint ebenso in vorn erwahnten Komposita, so in mar. sosna mel'na 'Schweins-Eierkuchen' und komiS pors sanga l'is 'Schweins-Brotchen-Blatt' (s. unter 4). Drei ungarischsprachige Benennungen bringen Einschatzungen von Menschen uber den Geschmack der Pflanze zum Ausdruck: ung. edes/lapu < edes 'suss' + lapu 'Blatt'; keseru/fu < keseru 'bitter' + fu 'Gras, Kraut' und vad/repa < vad 'Wild-' + repa 'Rube'.

6. Zusammenfassung

Bei der Benennung des Wegerichs dominieren bei den Ostseefinnen zwei Motive motive or motif (mōtēf`), in music, a short phrase or passage of two or more notes and repeated or elaborated throughout the composition. The term is usually used synonymously with figure. : der Standort und seine Anwendung in der volkstumlichen Heilkunde. Ausserdem gibt es Namen fur die Pflanze, die vom Aussehen oder von einem anderen Motiv herruhren. In finnischen Dialekten sind das uberwiegend auf der Grundlage des Nomens rauta 'Eisen' gebildete Pflanzennamen. In anderen ostseefinnischen Sprachen sind am meisten solche Worter verbreitet, die den Begriff 'Weg' beinhalten.

Der uberwiegende Teil der in den ostseefinnischen Sprachen gebrauchlichen Benennungen fur den Wegerich sind Komposita mit einem Nomen als Grundwort, das ein Kraut, ein Blatt, oder seltener eine Blume bezeichnet. Einige Dialektsprecher aus dem finnischen Sprachraum haben behauptet, dass das Kompositum mit -lehti lediglich die Blatter der Pflanze bezeichnet und im Namen der Pflanze insgesamt das das Kraut bezeichnende Grundwort (-heina) ist (so z.B. Iit rautaheinaks sanotah tat heinaa ja siit raulallehliks nait lehtii), jedoch scheint eine solche Unterscheidung mehr zufalligen Charakter zu haben. Das Bestimmungswort eines solchen Kompositums verkorpert das eigentliche Bezeichnungsmotiv, d.h. den Standort, die Anwendung als Heilmittel, manchmal auch die Funktion im Kinderspiel, die Blutezeit, das Aussehen usw. Gewohnlich wird ein Nomen, das ein als Vergleichsgrundlage benutztes Objekt (beispielsweise eine Tierzunge oder einen Schwanz) bezeichnet, zum Grundwort der Komposita, das nach dem Aussehen der Blatter oder der Blute gebildet worden ist.

Bei den (gemeinsamen) Bezeichnungsmotiven steht in den ostseefinnischen und auch fern verwandten Sprachen 'Weg' an erster Stelle, jedoch einige ahnliche Motive treten auch in Benennungen auf, die auf der Basis eines Vergleichs nach dem Aussehen der Pflanze entstanden sind. Der auffalligste Unterschied besteht darin, dass viele ostseefinnische Worter auf die Anwendung des Wegerichs in der Heilkunde zuruckgehen, aber in anderen in Europa gesprochenen finnisch-ugrischen Sprachen lassen sich nur einige wenige Benennungen aufspuren, die man mit der Heilanwendung in Verbindung bringen konnte, wobei man das mit dem Ostseefinnischen gleiche Motiv--'Wunde' nur in der urdmurtischen Benennung jara kuar antrifft.

Abkurzungen

ALE 1976--Atlas Linguarum Europae (ALE). Premier questionnaire: onomasiologie, vocabulaire, fondamental, Assen; EE 9--Eesti entsuklopeedia 9, Tallinn 1996; EMS 3--Eesti murrete sonaraamat III 14, Tallinn 2003; IMSKK--Itamerensuomalainen kielikartasto. Kyselysarja, Helsinki 1989; KKS--Karjalan kielen sanakirja 1-6, Helsinki 1968-2005 (LSFU XVI. Kotimaisten kielten tutkimuskeskuksen julkaisuja 25); ME--K. Muhlenbachs, Lettisch-deutsches Worterbuch III. Redigiert, erganzt und fortgesetzt von J. Endzelin, Riga 1927-1929; SMS--Suomen murteiden sanakirja, 3. Kotimaisten kielten tutkimuskeskuksen julkaisuja 36. Helsinki 1992; VMS--Vaike murdesonastik I. Toimetanud Valdek Pall, Tallinn 1982; SVR--M. [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII.] 1972.

Dialekte: Han--Hanila; Har--Hargla; Hat--Hattula; Hj--Halijarvi; HKyr--Hameenkyro; Isok--Isokyro; JMd--Jarva-Madise; Juj--Juustjarvi; Jam--Jamaja; Jaa--Jaaski; Jyj--Jyskyjarvi; Kad--Kadrina; Kalv--Kalvola; Kan--Kanepi; KanN--Kangasniemi; Kart--Karttula; KauJ--Kauhajoki; KJn--Kolga-Jaani; KorJ--Kortesjarvi; Krk--Karksi; Kul--Kullamaa; LapL--Lapinlahti; LNg--Laane-Nigula; Loht--Lohtaja; Luh--Luhanka; M--Mulgi; Mus--Mustjala; ManH--Mantyharju; Myn--Mynamaki; Oula--Oulainen; Pa--Paatene; PerS--Peraseinajoki; Pha--Puha; Phj--Pyhajarvi; Piht--Pihtipudas; Plv--Polva; Pr--Prokkoila; Pst--Paistu; PalJ--Palkjarvi; PyhOl--Pyhajarvi Ol.; R--Repola; Rei--Reigi; Rou--Rouge; Rap--Rapina; Saa--Saarde; Se--Setu; Sie--Sievi; Sakk--Sakkijarvi; T--Tartu; Tk--Tunkua; Tol--Tolmaccu; Trv--Tarvastu; V--Voru (est.); V--Vitele (olon.); Vai--Vaivara; Vas--Vastseliina; Ven--Venjoki; Vil--Viljandi; Vl--Voilahti; Vla--Valkeala; Von--Vonnu; Vah--Vahakyro; YTor--Ylitornio

LITERATUR

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Kettunen, L. 1938, Livisches Worterbuch mit grammatischer Einleitung, Helsinki (LSFU V).

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Kuusk, V. 1972, Taimede valimaaraja. Kasiraamat korgemate taimede tundmaoppimiseks, Tallinn.

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Language viewed as a system including vocabulary, grammar, and pronunciation of a particular community.



[French, from Old French; see language.]
 estonienne III, Stockholm.

Tammeorg, J., Kook, O., Vilbaste, G. 1984, Eesti NSV NSV Net Sales Value
NSV Nullsoft Streaming Video
NSV Noise Shaped Video (Sony)
NSV No-Scalpel Vasectomy (Chinese puncture technique)
NSV Nationalistische Studentenvereniging
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Tsvetkov, D. 1995, Vatjan kielen Joenperan murteen sanasto. Toimittanut, kaanteissanaston ja hakemiston laatinut Johanna Laakso, Helsinki (LSFU XXV).

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Wiedemann, F. J. 1973, Eesti-saksa sonaraamat. Neljas, muutmata trukk teisest, Jakob Hurda redigeeritud valjaandest, Tallinn.

[TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII.]

* Die Forschung wurde finanziell unterstutzt durch die Estnische Wissenschaftsstiftung (Eesti Teadusfond, Nr. 5967).

VILJA OJA (Tallinn)
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Author:Oja, Vilja
Publication:Linguistica Uralica
Date:Dec 1, 2005
Words:5473
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