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Ruckblick auf die Linguistiksektionen des 10. Internationalen Finnougristenkongresses.

Vom 15.--21. August 2005 fand in Joskar-Ola, der Hauptstadt der Republik Mari El Mari El (mä`rē ĕl`), constituent republic (1990 pop. 760,000), c.8,900 sq mi (23,100 sq km), E central European Russia, in the middle Volga valley. Yoshkar-Ola is the capital.  (Russland), dieser Jubilaumskongress statt.

Innerhalb der Linguistiksektionen standen Standen is an Arts and Crafts house located near East Grinstead, West Sussex, England. The house and its surrounding gardens belong to the National Trust and are open to the public.  die folgenden Themen zur Zur (zûr), in the Bible.

1 Prince of Midian killed by the Jews.

2 Son of Jehiel.
 Diskussion: 1) Rekonstruktion der Grundsprache und Schlusselprobleme der Uralistik; 2) Kontakte des Uralischen zu anderen Anderen () is a town in the Dutch province of Drenthe. It is a part of the municipality of Aa en Hunze, and lies about 8 km east of Assen.  Sprachen; 3) Phonetik und Phonologie der uralischen Sprachen; 4) Morphologie und Morphonologie der uralischen Sprachen; 5) Morphosyntax mor·pho·syn·tax  
n.
1. The study of grammatical categories or linguistic units that have both morphological and syntactic properties.

2.
 und Syntax syntax: see grammar.
syntax

Arrangement of words in sentences, clauses, and phrases, and the study of the formation of sentences and the relationship of their component parts.
 der uralischen Sprachen; 6) Lexikografie und Lexikologie; 7) syntaktische Stilistik und Semantik; 8) Onomastik und Onomasiologie der uralischen Sprachen; 9) Probleme bei der Entwicklung und dem Funktionieren der Schriftsprachen; 10) Dialektologie der uralischen Sprachen; 11) Unterrichten uralischer Sprachen an Schulen und Universitaten. Neben einem nicht ganz The Ganz (Ganz vállalatok, "Ganz companies") electric works in Budapest is probably best known for the manufacture of tramcars, but was also a pioneer in the application of three-phase alternating current to electric railways.  adaquaten Programm wurde das Verfolgen der Sektionsvortrage eben dadurch erschwert, dass die Vortrage nicht immer in der thematisch passenden Sektion untergebracht waren Waren (Müritz) is a town in Mecklenburg-Western Pomerania, Germany, capital of the Müritz district. It is situated on the northern end of Lake Müritz, approximately 40 km west of Neubrandenburg. . Die nachfolgenden Darlegungen grunden sich a. 1. Such.  im Wesentlichen darauf, in welchen Sektionen die hier Unterzeichneten ihre Vortrage hielten oder als Sitzungsleiter fungierten.

Vielfach standen Probleme der Wolga- oder permischen Sprachen im Mittelpunkt, wobei naturlich das Hauptaugenmerk auf das Marische gerichtet war. So befasste sich der Vortrag von Valentina Valentina is an Italian and Slavic feminine name that may refer to:
  • Valentina (model) a Danish West African model
  • Valentina (musician), an Australian musician
  • Valentina (wrestler), a professional wrestler
  • Valentina Vezzali, an Italian fencer
 Gavrilova (Joskar-Ola) mit dem funktionalsemantischen Charakter der Numeruskategorie im Marischen. Emilija Sadovina (Joskar-Ola) behandelte die Bildung von Komparationsstufen der marischen Adjektive. Aleksandra Seldjukova (Moskau) untersuchte Homonymiebeziehungen im Wortschatzes des ostmarischen Pribel-Dialekts.

Grosser Popularitat erfreute sich das Thema um die Sprachkontakte. Ivan Ivan - A Diana-like language making up part of VHDL.

["VHDL - The Designer Environment", A. Gilman, IEEE Design & Test 3, (Apr 1986)].
 Galkin (Joskar-Ola) hatte sich einem Vergleich neuerer mordwinischer Worterbucher und finnisch-ugrischer etymologischer Worter in Bezug auf den darin auftretenden marischen Wortschatz hingegeben und sogar einen Blick auf turksprachiges Lehngut geworfen. Seine Seine (sān, Fr. sĕn), Lat. Sequana, river, c.480 mi (770 km) long, rising in the Langres Plateau and flowing generally NW through N France.  Ergebnisse zeigen, dass das Marische mit dem Ersanischen im Vergleich zum Mokschanischen ein Dreifaches an gemeinsamen Wortschatz mehr aufweist, wobei dieser uberwiegend aus dem wiesenmarischen Dialekt herstammt. Nikolaj Butylov (Saransk) analysierte in den mordwinischen Sprachen auftretende Lehnworter, ordnete diese Hauptlehngruppen zu und unterschied sowohl bei den turksprachigen als auch russischsprachigen drei intensive Entlehnungsperioden. Eine grundliche Erforschung dieses di·e·sis  
n. pl. di·e·ses
See double dagger.



[Medieval Latin, semitone (which was indicated by a double dagger), from Latin, quarter tone, from Greek diesis,
 Lehnguts setzt jedoch eine Zusammenarbeit zwischen Finnougristen, Turkologen und Slawisten voraus. Beilaufig werden Ahnlichkeiten mit dem Ostseefinnischen und entfernt verwandten Sprachen erwahnt. Galina Fedjunjova (Syktyvkar) vertrat in ihren Darlegungen die Ansicht, dass das Pluralzeichen der Personalpronomen -da in komisyrjanischen Dialekten mit dem ostseefinnischen t-Pluralzeichen eins sein konnte. Sowohl im Komisyrjanischen als auch im Estnischen konnen manchmal zwei verschiedene Pluralzeichen in demselben Wort wort 1  
n.
A plant. Often used in combination: liverwort; milkwort.



[Middle English, from Old English wyrt; see
 existieren (vgl. z.B. Udora-Dialekt nida, est. nemad, need). Janne Santeri Saarikivi (Helsinki) setzte sich mit etymologischen Entsprechungen in den uralischen Sprachen auseinander, indem er seine Aufmerksamkeit auf ostseefinnische und marische Parallelitaten gerichtet hatte.

Vortrage, die direkt ostseefinnische Sprachen oder Dialekte zum Gegenstand hatten, gab es vergleichsweise weniger als ublich. Vilja Oja (Tallinn) untersuchte die semantischen Verhaltnisse und Verbreitungsgebiete von ostseefinnischen Adjektiven, die die Begriffe 'frisch', 'neu' und 'roh' zum Ausdruck bringen. Tat'jana Agranat (Moskau) verglich den Gebrauch der die Begriffe 'hier' und 'dort' bezeichnenden wotischen Lokaladverbien seit Beginn des 19. Jahrhunderts bis Second version. It means twice in Old Latin, or encore in French. Ter means three. For example, V.27bis and V.27ter are the second and third versions of the V.27 standard.  zur Gegenwart und gelangte zur Feststellung, dass sich das System vereinfacht hat und heute dem im Estnischen gebrauchlichen Binarsystem siin--seal ahnlich ist. Jelena Markus (Moskau) stellte das zur Beschreibung der wotischen Nomina geschaffene einheitliche morphonologische System dar. Die anhand der Dialekte von Jogopera und Luuditsa erstellte Tabelle beinhaltet 13 verschiedene Typen der Nominalstamme mit einer Beschreibung aller Kasusendungen im Singular SINGULAR, construction. In grammar the singular is used to express only one, not plural. Johnson.
     2. In law, the singular frequently includes the plural.
 und Plural PLURAL. A term used in grammar, which signifies more than one.
     2. Sometimes, however, it may be so expressed that it means only one, as, if a man were to devise to another all he was worth, if he, the testator, died without children, and he died leaving one
. In dieses System fugen sich auch die jungeren russischen Lehnworter ein. Auf den Spuren von Allegroformen des Verbs olla 'sein' in finnischen Dialekten belegte Aila AILA Angioimmunoblastic lymphadenopathy, see there  Mielikainen (Jyvaskyla), wie die phonologische Variierung dieses Wortes beim Wechsel der morphologischen Kategorie mit syntaktischen Varianten gekoppelt ist. Tiiu-Ann Salasoo (Sidney--Tartu) machte Ausfuhrungen uber die Aneignung des anfanglichen Wortschatzes in Hinblick auf Verben und Nomina bei Estnisch lernenden Kindern, die in einsprachiger estnischer und zweisprachiger, d.h. estnisch-englischer Umgebung aufwachsen, in dem der Wortschatz und die Sprachentwicklung der Jungen verglichen werden. Anu Nurk und Tonu Seilenthal (Tartu) stellten in ihrem Postervortrag das in Arbeit befindliche ungarisch-estnischen Worterbuch vor.

Gemass dem Kongressprogramm hatte man in der Sektion Phonetik und Phonologie der uralischen Sprachen an zwei Tagen etwa ein Dutzend Vortrage horen konnen. Der Gemeinschaftsvortrag von Ilse Lehiste (Columbus), Pire Teras und Tiit-Rein Viitso (Tartu), der neben den drei Anwesenden auch ein Beitrag der Kollegen Einar Meister (Tallinn), Partel Lippus, Vasilij Nikolajev und Karl Pajusalu (Tartu) war, ist der Prosodik des Wiesenmarischen gewidmet und wurde von P. Teras vorgetragen. Darin wurde zuerst uber die Zusammenarbeit von I. Lehiste mit der Universitat Tartu und dem Kybernetischen Institut der Technischen Universitat Tallinn bei der Erforschung der Prosodik der finnisch-ugrischen Sprachen berichtet und anschliessend ein Uberblick uber die wesentlichen Charakterzuge der wiesenmarischen Prosodik anhand der Aufzeichnungen von acht Sprachinformanten gebracht.

Dennis Estill (Helsinki) sprach uber einige Beobachtungen, die in Verbindung mit der komisyrjanischen Wortbetonung stehen, wobei er sich auf Benutzer der gegenwartigen Sprache, bei denen die Betonung fast ausschliesslich auf der ersten Wortsilbe liegt, stutzte. (So ist das aber nicht in den von D. Estill gebrachten alten Kirchentexten.) Bei der Betonung spielt das Zusammenwirken von Dauer und Intensivitat eine wichtige Rolle. Hingegen die Tonkontur des Wortes wird von der Satzintonation beeinflusst.

Zoja Zorina (Joskar-Ola) hatte sich mit der marischen Satzintonation auseinandergesetzt. Die Grundlage ihrer akustischen Analyse an·a·lyse  
v. Chiefly British
Variant of analyze.


analyse or US -lyze
Verb

[-lysing, -lysed] or -lyzing,
 waren von zwolf bergmarischen und zwolf wiesenmarischen Sprachinformanten gelesene Satze und dabei stellte sich heraus, dass sich die absinkende Intonation intonation

In phonetics, the melodic pattern of an utterance. Intonation is primarily a matter of variation in the pitch level of the voice (see tone), but in languages such as English, stress and rhythm are also involved.
 der Hauptsatze so auf die Tonkontur des Wortes auswirkt und auch diese absinkt. Im Bergmarischen geht mit einem Absinken des Haupttones eine Verlangerung der Dauer auslautender Phoneme phoneme

Smallest unit of speech distinguishing one word (or word element) from another (e.g., the sound p in tap, which differentiates that word from tab and tag). The term is usually restricted to vowels and consonants, but some linguists include differences of pitch,
 in Wortern am Satzende einher. In Fragesatzen liegt der Hauptton im Allgemeinen hoher und ein Absinken ist somit starker. Im Wiesenmarischen gibt es im Vergleich zum Bergmarischen umfangreichere Tonbewegungen.

Tiit-Rein Viitso konzentrierte sich in seinem Vortrag anhand von stark- und schwachstufige Silben auf insgesamt sieben Typen des qualitativen Stufenwechsels in der livischen Sprache und erlautert dessen Entstehung.

Natalja Kuznecova (St. Petersburg) widmete sich Problemen, die mit den einen Gegensatz bildenden starken und schwachen Konsonantphonemen (Klusile und Frikativa) des Estnischen verbunden sind und untersucht auch wichtige Neutralisierungsfalle dieser Gegensatzlichkeit.

Svetlana Gaucseva (Saransk) erforschte, wie sich das finnisch-ugrische a im Ersanischen, Mordwinischen und Finnischen verandert hat, und verdeutlichte dies mit umfangreichem Vergleichsmaterial.

Der die Arbeit in dieser Sektion abschliessende Vortrag von Istvan Batori (Berlin) befasste sich mit virtuellen Klaviaturen, mit denen man Nachforschungen zu phonologischen Kategorien der Uralothek anstellen kann. Die Uralothek ist eine auf XML XML
 in full Extensible Markup Language.

Markup language developed to be a simplified and more structural version of SGML. It incorporates features of HTML (e.g., hypertext linking), but is designed to overcome some of HTML's limitations.
 basierende etymologische Datenbasis, der wiederum das Uralische Etymologische Worterbuch von Karoly Redei (UEW UEW University of Education at Winneba (Winneba, Ghana)
UEW Uncorrelated ELINT Workorder
) zugrunde liegt. Eine virtuelle Klaviatur ist deshalb notwendig, damit man bei der Bearbeitung von Nachforschungen auch Buchstaben mit diakritischen Zeichen eingeben kann, aber auch um diese in phonologische Kategorien einordnen zu konnen. Fur die verschiedenen uralischen Sprachen gibt es jeweils eine eigene virtuelle Klaviatur. Die Demoversion findet sich auf folgender Website http://www.unikoblenz .de/~uedb/.

In den meisten Vortrage in der Sektion Onomastik und Onomasiologie ging es um Toponyme des Wolga-Kama-Gebiets, in zwei um Hydronyme. Leonid Arslanov (Jelabuga) konzentrierte sich auf die wichtigsten Unterschiede bei den Bezeichnungen fur Seen und Flusse im Jelabuga-Gebiet von Tatarstan. Die Namen der Seen sind hauptsachlich russischer, nur wenige turksprachiger oder finnisch-ugrischer bzw. samojedischer Herkunft. Letztgenannte uberwiegen bei den Flussnamen, wo man teils auch unbekannte Herkunft vermerken muss. Die altesten sind die permischen (udmurtischen) und ugrischen bzw. samojedischen Hydronyme; die aus dem Marischen sind meist jungeren Ursprungs. Teilweise lebten in diesem Gebiet auch ugrische bzw. samojedische Volksstamme, die wahrscheinlich von den Udmurten assimiliert worden sind. Eine russische und bulgarische bzw. tatarische Besiedlung erfolgte spater. Olga Voroncova (Joskar-Ola) unterscheidet die zu den Flussnamen gehorenden Appellative ap·pel·la·tive  
adj.
1. Of or relating to the assignment of names.

2. Grammar Of or relating to a common noun.

n.
A name or descriptive epithet.
 ihrer Herkunft nach in marische (am meisten vertreten), finnisch-ugrische (ugrische, permische und mordwinische), die teils auch Entsprechungen in den samojedischen Sprachen haben, und in fremdsprachige (turksprachige, baltische, russische).

Gegenstand der Ausfuhrungen von Alina Sosajeva (Ceboksary) ist die Erforschung von Ortsnamen marischer Herkunft in Tschuwaschien.

Ljudmila Kirillova (Izevsk) untersuchte Mikrotoponyme, die mit einer sehr alten Tatigkeit der Udmurten, der Waldimkerei, in Verbindung stehen. Irma Mullonen (Petrozavodsk) stellte ein langjahriges Forschungsprojekt ihres Instituts vor. Diese uber 300 000 Zettel umfassende Ortsnamenkartothek ermoglicht nun die Erstellung von elektronischen Ortsnamenkarten. Mit Hilfe der GIS-Technologie (Geo-Infosystemen) werden die Ortsnamen untereinander und mit ihren geografischen Koordinaten verbunden. So kann man Toponyme nach mehreren Parametern suchen und neue Forschungsperspektiven erschliessen. Auf Anhieb lassen sich so alle Toponyme mit dem la-Formanten auffinden, karelische und wepsische Expansionszentren und -wege glaubwurdig herauskristallisieren. Fur die Interpretierung der Herkunft der Toponyme ist die objektive Information der Karte (Landschaftsstruktur, Lage des Objekts, Abmessungen, seine Lage im Hinblick auf andere Objekte usw.) hilfreich.

In einigen Vortragen ging es um die Onomasiologie. Semjon Cernych (Joskar-Ola) widmete sich der Herkunft und dem Inhalt altmarischer Namen und Benennungen und stutzte sich darauf, dass die Vorfahren der heutigen Mari einst sehr lange im ural-altaischen Stammesverband gelebt und auch enge Kontakte zu anderen Urvolkern und -stammen Eurasiens gehabt haben. Die Lebensumstande dieser vorzeitlichen Ethnos, ihre eigentumlichen Glaubensbrauche (z.B. der Baumkult) und Gepflogenheiten spiegeln sich in Mythen, Legenden und anderen Uberlieferungen wider. Diese Uberzeugung beflugelte S. Cernych marische Worter mit Wortern aus sehr weit entfernten Sprachen zu verbinden und Parallelen aus dem Indonesischen, Tamilischen, Chinesischen, Japanischen und anderen Sprachen vorzubringen (z.B. mar. keye 'Sonne' und das chinesischjapanische Lexem ke, ko). Valentin Vasil'jev (Joskar-Ola) analysierte die Struktur marischer onomatopoetischer Vogelbenennungen. Helmi Neetar (Tallinn) nahm die ostseefinnischen Bezeichnungen von sieben Korperteilen (Scheitel, Ruckgrat, Schlafe, Nasenloch, Augenlid, Zahnfleisch, Wade) unter die Lupe, wobei es ihr in erster Linie um die Motive motive or motif (mōtēf`), in music, a short phrase or passage of two or more notes and repeated or elaborated throughout the composition. The term is usually used synonymously with figure.  der Namensgabe ging: aussere Form, Lage, Funktion, Glauben (wie etwa est. meelekoht: meel 'Sinn, Verstand' und koht 'Ort') usw.

Neben sprachwissenschaftlichen Forschungen zog auch die Sprachpolitik das Interesse auf sich, die bezuglich des Schicksals der Muttersprachen von finnisch-ugrischen Volkern, die auf dem Territorium Russlands leben, Sorgen bereitet. Der Eroffnungsvortrag in der Sektion, der sich mit der Entwicklung der Schriftsprachen und ihrem Funktionieren befasste, stammte von Tonu Tender (Tartu), wurde von Andres Heinapuu (Tallinn) vorgetragen und erlauterte die wesentlichen Grundsatze der europaischen Sprachpolitik. Prognosen zufolge herrscht die Gefahr, dass viele der heute noch existierenden Sprachen gegen Ende des 21. Jahrhunderts ausgeloscht sein werden. Die Sprachpolitik des Europarates und der Europaischen Kommission spricht sich fur eine sprachliche Vielfalt in Europa aus, indem sowohl Sprachen nationaler Minderheiten als auch Dialekte den "grossen" Sprachen gleichgestellt werden. Es wird empfohlen, dass jeder Mensch mensch or mensh  
n. pl. mensch·es or mensch·en Informal
A person having admirable characteristics, such as fortitude and firmness of purpose:
 neben seiner seine  
n.
A large fishing net made to hang vertically in the water by weights at the lower edge and floats at the top.

v. seined, sein·ing, seines

v.intr.
To fish with such a net.

v.
 Muttersprache noch zwei Sprachen beherrschen sollte. Bekanntlich wirkt sich eine Mehrsprachigkeit positiv auf Kreativitat und Innovation aus. Damit uns die finnisch-ugrischen Sprachen erhalten bleiben, sollten die jungen Angehorigen dieser Volker ihre Muttersprache hochschatzen und bewahren. Das Schicksal der Sprachen der im Osten lebenden Finnougrier hangt im Wesentlichen davon ab, ob Russland den europaischen Grundsatz--in der Vielfalt der Sprachen verbirgt sich ein hoher Wert--anerkennt. Helena Sulkala (Oulu) machte allgemeine Ausfuhrungen zum Status der ostseefinnischen Sprachen, wie meankieli 'unsere Sprache' (Finnisch, im Flusstal des Tornealv, Schweden), Kvanisch (in der norwegischen Provinz Finnmark), Karelisch, Wepsisch, Voru-Sprache, Setukesisch (beide in Estland) und Livisch, indem sie mittels wissenschaftlich begrundeter Theorien und Belegmaterial aufzeigte, welche negativen Erscheinungen die Assimilation Assimilation

The absorption of stock by the public from a new issue.

Notes:
Underwriters hope to sell all of a new issue to the public.
See also: Issuer, Underwriting



Assimilation
 von kleinen Sprachen mit sich bringt. Annika Pasanen (Klaukkala) leitete ihren Vortrag mit Zitaten aus der Internationalen Menschenrechtsdeklaration, wo es um Sprachen und ihr Erlernen geht, ein. Anschliessend beschrieb sie die Situation der Sprachen in Karelien und Mari El und gelangte zu dem Schluss, dass das Recht der karelischen und marischen Kinder auf das Erlernen ihrer Muttersprache verletzt oder sogar ignoriert wird. Eine Massnahme um dieser Assimilierung entgegen zu wirken ware ware See Groupware, Hardware, Shareware, Software. , wenn man fur Kinder im Vorschulalter sog. Sprachnester bilden wurde und dies dann auch in der Schule fortsetzten konnte.

Einige Vortrage waren verschiedenen Aspekten der Sprachpflege gewidmet. Boris Karakulov (Glazov) beschrieb die im heutigen Udmurtischen ablaufenden Prozesse. Die sozialpolitische Lage im Russland des ausgehenden 20. Jahrhunderts fuhrte zu einer Demokratisierung der Sprache. In dieser Periode veranderten sich die Normen der udmurtischen Schriftsprache, indem mehr Freiheiten zugelassen wurden, und besonders in die Sprache der Massenmedien fanden zahlreiche umgangssprachliche Formen und Ausdrucke ungehindert Zugang. Viele udmurtische Sprachwissenschaftler haben einer derart verunstalteten Sprache den Kampf angesagt. Andererseits haben Jugendliche gerade durch die Massenmedien ihre udmurtischen Kenntnisse erweitern und verfestigen konnen. Im Ergebnis seiner Analyse des Systems der mordwinischen Termini konnte Michail Mosin (Saransk) konstatieren, dass neue eigenartige Worter aus den Dialekten ubernommen wurden, ebenso wachst derartiger Wortschatz durch Ableitungen und durch eine bildliche Anwendung gewohnlicher Worter, jedoch macht sich in der Terminologie auch ein starker russischer Einfluss bemerkbar. Vasilij Glucsak (Surgut) stellte in seinen Ausfuhrungen die Prinzipien der orthografischen Normierung im Surgut-Dialekt des Chantischen vor. Weil die Autoren keine unterschiedlichen Schreibweisen in Gebrauch nehmen sollen, hat man sich auf die folgenden Prinzipien geeinigt: Gebrauch der kyrillischen Schrift; bei der Wahl von Transkriptionszeichen wird aus wirtschaftlichen Aspekte auf uberflussige diakritische Zeichen verzichtet; das gleiche Phonem wird in allen Al·len , Edgar 1892-1943.

American anatomist who is noted for his studies of hormones and for the discovery (1923) of estrogen.
 Dialekten mit dem gleichen Zeichen wiedergegeben; in russischen Lehnwortern werden stimmhafte Konsonanten bezeichnet.

Eine lebhafte Diskussion entfachte um den Problemkomplex, der mit der Erschaffung bzw. Wiederbelebung einer Schriftsprache einhergeht. Die wepsische Sprache, die in Russland jahrzehntelang keine Existenzberechtigung fand, hat dank dank  
adj. dank·er, dank·est
Disagreeably damp or humid. See Synonyms at wet.



[Middle English, probably of Scandinavian origin.
 des Einsatzes von Nina Zajceva (Petrozavodsk), die Autorin von wepsischen Lehrbuchern und gleichzeitig Ausbilderin von Lehrern ist, wieder ihren Weg in Schullehrplane gefunden. Auf dem Kongress sprach die geburtige Wepsin uber die Schwierigkeiten, die in Karelien mit der Wiederbelebung von ostseefinnischen Schriftsprachen aufkamen. Der Optimismus von N. Zajceva, der einst von grossen Hoffnungen getragen war, scheint gegenwartig schon gedampft zu sein. Wenn eine Schriftsprache auf der Basis von Dialekten entstehen soll, dann erhebt sich sogleich die Frage, soll man sich auf nur einen Dialekt ohne Berucksichtigung der Besonderheiten der anderen Dialekte stutzen (so wie man bei der Schaffung der karelischen Schriftsprachen vorgegangen ist) oder soll sie eine Synthese aus allen Dialekten bilden. Falls es gelingt eine Schriftsprache zu schaffen, dann bedeutet dies aber noch lange nicht, dass man sie auch benutzt. Es werden Lehrer und Lehrbucher, eine eigene Methodik des Unterrichtens und vieles mehr benotigt, allem voran steht aber die Anwendung der Sprache selbst. Wenn im familiaren Umfeld die Schriftsprache nicht praktiziert werden kann, dann reicht der Schulunterricht nicht aus, und das umso mehr, denn in der Schule Russlands werden die Sprachen nationaler Minderheiten nicht als vorrangiges Unterrichtsfach angesehen. Die erschaffene Schriftsprache und die in ihr veroffentlichte Literatur sind dann nur einem kleinen Personenkreis zuganglich, der meist aus interessierten Angehorigen der Intelligenz besteht. Abschliessend wandte sich N. Zajceva mit einer Frage, die man ihr wiederholt gestellt hat, an die vor ihr sitzenden Zuhorer: "Macht eine solche Arbeit einen Sinn?" Die Anwesenden waren einhellig der Ansicht, dass eine Wiederbelebung der Nationalsprachen grosse Bedeutung hat. Pekka Zajkov (Petrozavodsk) legte die gegenwartige Situation der karelischen Sprache dar, indem er die Argumente des Fur und Wider einer einheitlichen karelischen Schriftsprache vortrug. In Karelien wird ein fakultativer Unterricht zum Erlernen des Eigentlichen Karelischen und des Olonetzischen angeboten. In beiden Sprachen erscheint eine Zeitung. Damit Karelisch den Status einer Amtssprache erlangen und finanzielle Untertsutzung fur Publikationen und das Unterrichten erhalten kann, muss eine einheitliche Schriftsprache vorhanden sein. Wenn man eine solche erschaffen wurde, so ware diese unweigerlich eine kunstliche Sprache, denn weder die Sprecher des einen noch des anderen Dialekts, die heute unterrichtet werden, ware bereit seinen Dialekt zugunsten des anderen aufzugeben. Den Bedarf fur eine einheitliche Sprache haben auch die Mari zu spuren bekommen. Lidija Vasikova (Joskar-Ola) ausserte sich uber die Orthografie von marischen Texten. Die erste bergmarische Fibel erschien 1867, die erste auf Wiesenmarisch 1870. Die Orthografieregeln beider Sprachen kamen aber erst viel spater auf. Im Zeitraum 1939 bis 1994 gab man zu beiden Sprachen je funf Ausgaben von orthografischen Worterbuchern heraus. Obwohl zwei marische Sprachen existieren, versucht man diese Tatsache in zweisprachigen Worterbuchern (wie marisch--russisch) irgendwie unter einen Hut zu bekommen. Die Bergmari haben Protest eingelegt, denn ihrer Meinung nach findet darin das Wiesenmarische mehr Berucksichtigung. Die Vertreter beider Schriftsprachen sind nicht bereit fur eine einheitliche Schriftsprache auf die ihre zu verzichten, was indirekt das Aussterben der Muttersprache aller Mari fordern wird, denn es lehren die Erfahrungen: kommt es zur Heirat von Sprechern eines Dialekts, dann wird dieser zur Familiensprache, heiraten aber zwei Menschen, die verschiedene Dialekte vertreten, dann wird Russisch zur hauslichen Umgangssprache.

Sehr nutzlich sind Bucherausstellungen, die zwischen den Kongressen erschienene finnougristische Literatur prasentieren. Auf der Ausstellung in Joskar-Ola waren leider bedeutsame Werke, die in Finnland, Ungarn und Estland publiziert worden sind, nicht vertreten, so wie der 2004 als Gemeinschaftsprojekt estnischer, finnischer und karelischer Sprachwissenschaftler herausgegebene 1. Teil des ostseefinnischen Sprachatlases "Atlas Atlas, in Greek mythology
Atlas (ăt`ləs), in Greek mythology, a Titan; son of Iapetus and Clymene and the brother of Prometheus.
 Linguarum Fennicarum". Zum Marischen sind zwischen 2000-2005 ein Worterbuch mit neuerer Lexik, ein Worterbuch linguistischer Termini, die Geschichte der marischen Schriftsprache, eine historisch-linguistische Analyse handschriftlicher Sprachdenkmaler des 17. bis 19. Jahrhunderts, ein umfangreiches marisches toponymisches Worterbuch erschienen. In der Endphase befindet sich die Erstellung eines zehnbandigen marischen Worterbuches. Zum Kongress lag auch ein bibliografisches Nachschlagewerk uber marische Linguisten vor, aus dem zu erfahren ist, dass von den 62 aufgefuhrten Sprachwissenschaftlern 17 ihre Kandidatenarbeit einst unter der Anleitung von Paul Ariste Paul Ariste (February 31905, Torma, Jõgevamaa – February 21990, Tartu) was an Estonian linguist renowned for his studies of the Finno-Ugric languages (especially Estonian and Votic), Yiddish[1] and Baltic Romani language.  geschrieben haben. Ausserdem wurden fur Lehrzwecke noch Schriften zur marischen Lexikologie, Phonetik, Geschichte der Schriftsprache sowie ein rucklaufiges Worterbuch der marischen Sprache publiziert. In Zusammenarbeit mit finnischen Kollegen und in einem finnischen Verlag erschien auch ein grosses marisches rucklaufiges Worterbuch. Unter der Redaktion von Ildiko Lehtinen wurden auf Finnisch zwei ethnologische Werke publiziert: "Marien mekot. Volgasuomalaisten kansanpukujen muutoksista" (Helsinki 1999) und "Marit, mordvalaiset ja udmurtit. Perinteisen kulttuurin tietosanakirja" (Helsinki 2005). Im ungarischen Szombathely gab man einen weiteren Band des Worterbuches der marischen Dialekte von O eOdon Beke (neun Bande, 1997-2002), das als einziges den gesamten marischen Sprachraum umfasst, heraus. Das Sprachmaterial dafur wurde in den Jahren 1916-1918 von 29 Kriegsgefangenen aufgezeichnet. In Ungarn ist noch eine Phonetik und Morphologie des Bergmarischen auf den Markt gekommen.

Infolge der etwas ubertriebenen Eifrigkeit der Veranstalter mangelte es diesmal an Zeit und Gelegenheit fur ungezwungene Gesprache mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Landern, die gewohnlich dem freien Gedankenaustausch und dem Schliessen neuer Bekanntschaften dienen und somit zu den positiven Seiten jedes Kongresses zahlen.

Gemass dem Beschluss des Internationalen Finnougristenkomitees findet der 11. Kongress 2010 in Piliscsaba (Ungarn) statt.

HELMI NEETAR, VILJA OJA (Tallinn), PIRE TERAS (Tartu)
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Author:Neetar, Helmi; Oja, Vilja; Teras, Pire
Publication:Linguistica Uralica
Date:Sep 1, 2006
Words:2933
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