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P. Habermehl: Petronius, Satyrica 79-141. Ein philologischliterarischer Kommentar.

P. HABERMEHL: Petronius, Satyrica 79-141. Ein philologischliterarischer Kommentar. Bd. 1: Sat. 79-110. Texte und Kommentare, 27/1. Pp. LXXI + 488. Berlin--New York: de Gruyter, 2006. Hardback. 128 [euro],-. ISBN ISBN
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 978-3-11-018533-1

Kommentare in deutscher Sprache sind in neuerer Zeit rar geworden; auch in diesem Bereich hat die anglophone Altphilologie die Fuhrung ubernommen. Um so erfreulicher ist es, dass das vorliegende Erlauterungswerk als musterhafter Vertreter seiner Gattung betrachtet werden darf. Freilich steht nun wiederum zu befurchten, H.s enorme wissenschaftliche Leistung werde nicht die ihr gebuhrende Aufmerksamkeit erfahren. Denn unsere Kollegen in den angelsachsischen Landern--zumindest die jungeren unter ihnen--haben es sich zur Gewohnheit gemacht, Literatur, die nicht auf Englisch geschrieben ist, zu ignorieren. Ein besonders eklatantes Beispiel bietet die Appendix "Further Reading" in A. Sharrocks Artikel uber Ovids carmina amatoria in dem von Ph. Hardie 2002 edierten Cambridge Companion to Ovid (dort S. 161): Hier lesen wir, es gebe zur Ars amatoria Ars Amatoria

Ovid’s treatise on lovemaking. [Rom. Lit.: Magill IV, 45]

See : Eroticism
 nur den Kommentar von A.S. Hollis zu Buch 1 und den (damals noch nicht einmal erschienenen) von R.K. Gibson zu Buch 3; M. Jankas 514 Seiten umfassendes, philologisch ungemein grundliches Erlauterungswerk zu Buch 2 (Heidelberg 1997) existiert also nicht. Am Ende jedoch kann H. vielleicht nicht nur in "Old Europe This article is about the term in contemporary politics. For the archaeological meaning, see Old European culture.

In January 2003 the term Old Europe surfaced after former U.S.
" (wie Verteidigungsminister Rumsfeld die politisch eigenwilligen Bundnispartner der USA 2003 im Zusammenhang mit dem Irak-Krieg einmal nannte) mit grosstem Interesse rechnen. Denn auf einen modernen Kommentar, der nicht wieder allein die Cena Trimalchionis behandelt, hat die gelehrte Welt schon sehr lange sehnsuchtig gehofft, ja sie befand sich in einem Dauerzustand hoher Spannung, da immer wieder zu horen war, zwei Teams, Conte/Labate und [dagger]Sullivan/Schmeling, wurden ganz gewiss die Lucke schliessen. H., der sie beide jetzt uberholt hat, brachte es fertig, die Erwartungshaltung in eine neue Richtung zu lenken: Nunmehr fragen wir uns, ob Conte/Labate und [dagger]Sullivan/Schmeling noch etwas zu Satyrica 79-141 zu sagen vermogen, das nicht bereits in H.s adnotationes zu diesen Kapiteln des Romans zu entdecken ist.

H. beginnt nach einem kurzen Vorwort (IXf.) mit einer Einleitung zu den wichtigsten Aspekten der Petron-Exegese, darunter Autor und Entstehungszeit, narrative Technik, literarische Einflusse, Deutungsansatze, Uberlieferung (XI-XXXVI); was man hier vermissen mag, ist ein Abschnitt uber den Stil der Satyrica, aber H. aussert sich zu dem Thema oftmals detailliert im Kommentar und wird seine Seine (sān, Fr. sĕn), Lat. Sequana, river, c.480 mi (770 km) long, rising in the Langres Plateau and flowing generally NW through N France.  stets sehr wertvollen linguistischen Beobachtungen (und nicht nur sie) sicherlich in einem Register am Ende von Band 2 kategorisieren. Einen eigenen Text legt er nicht vor, sondern begnugt sich mit einer Liste seiner Abweichungen von Mullers Teubneriana (XXXVII); dass er dann doch deren Wortlaut bei den Lemmata zitiert, durfte manchen ein wenig irritieren, scheint aber sinnvoll, da man H.s Kommentar mit Blick auf diese Ausgabe benutzen muss. Auf eine Ubersicht zu Kap. 79-141 (XXXVIII) und eine sich uber 33 Seiten erstreckende Bibliographie (XXXIX-LXXI)--es verdient, da das heute nicht mehr selbstverstandlich ist, unbedingt hervorgehoben zu werden, dass H., soweit ich sehe, auf so gut wie alles fur ihn Relevante der internationalen Diskussion zuruckgegriffen hat--folgen dann 488 Seiten Erlauterungen zu 32 Kapiteln. Nein, nein, das ist nicht zu viel des Guten, denn H. prasentiert "zum Verstandnis der Sprache, der Realien und der Handlung" (IX) wirklich nur Wissenswertes, die Interpretation wesentlich Forderndes, und er beschrankt sich keineswegs auf die drei Themen. Denn er macht zudem faszinierende Entdeckungen auf dem Gebiet der Inter--und Intratextualitat, registriert sorgfaltig die antike Verwendung der Erzahlmotive--er liefert also neben kulturgeschichtlichen Exkursen wie dem uber Nieswurz im Altertum (S. 134f.) auch z.B. umfangreiches Material zu "(versuchter bzw. vollzogener) Selbstmord aus Liebe" (S. 257-260)--und verweist nicht selten auf (sinnreich ausgewahlte) Parallelen aus der neuzeitlichen Literatur von Shakespeare uber Goethes Faust bis zu Hoffmanns Struwwelpeter und Arno Schmidt Arno Schmidt (January 18, 1914 - June 3, 1979) was a German author and translator. Biography
Born in Hamburg, Schmidt was a strict individualist, almost a solipsist. Disaffected by his experience of the Third Reich, he had an extremely pessimistic world view.
.

Seine Kommentierung der einzelnen Erzahlkomplexe leitet H. durch sehr nutzliche Vorbemerkungen ein--besonders glanzend: das S. 92-94 zur Novelle "Der Ephebe e·phebe   also e·phe·bus
n. pl. e·phebes also e·phe·bi
A youth between 18 and 20 years of age in ancient Greece.



[Latin eph
 von Pergamon" (Kap. 85-87) Gesagte, weil es noch ein betrachtliches Stuck uber das einschlagige, hier bahnbrechende Kapitel in H.P. Obermayer, Martial und der Diskurs uber mannliche "Homosexualitat" in der Literatur der fruhen Kaiserzeit (Tubingen, 1998, dort S. 154-161) hinausgelangt. Am Ende eines solchen ad hoc-Prooms ist jedesmal die Spezialliteratur zum Thema zusammengestellt, und hier befindet sich H. ausnahmslos, wie auch seine Ausfuhrungen deutlich erkennen lassen, auf dem aktuellen Forschungsstand. In der Einleitung zum Kommentar beruft er sich--wenn auch nur in den Fussnoten--ebenfalls auf neueste Arbeiten, aber man gewinnt nicht den Eindruck, H. habe auch in sein Gesamtbild von den Satyrica eingebracht, was in den letzten Jahren uber Petron und den antiken Roman geschrieben wurde; im Grunde kommt er hier kaum uber H. Petersmanns heute unbefriedigenden Handbuchartikel in J. Adamietz, Die romische Satire (Darmstadt 1986, 383-426) hinaus. So setzt H. z.B. ganz selbstverstandlich voraus, dass der Autor der Satyrica mit dem Petronius der Annalen des Tacitus (16.18f.) identisch ist, ohne auch nur zu erwahnen, dass seit E.V. Marmorales La questione petroniana von 1948 (die Bibliographie nennt den Titel) immer wieder hochst plausible Argumente fur eine Datierung des Romans in eine spatere Epoche als diejenige Neros vorgetragen wurden; ich brauche sie hier nicht zu wiederholen, da A. Laird sie in seinem Aufsatz "The True Nature of the Satyricon?" (in AN Suppl. 8, 2007, 151-167) zusammengefasst und durch neue, sehr scharfsinnige Gedanken untermauert hat. Was nun H.s Kommentar betrifft, erortert er auf Schritt und Tritt sprachliche Phanomene in den von ihm erlauterten Kapiteln, die ausser in den Satyrica nur fur eine jungere Epoche der lateinischen Literatur nachweisbar sind--das beginnt S. 16 mit "Parricidalis ist hier das erste Das Erste ("The First") is the principal publicly owned television channel in Germany. It is a joint production of Germany's regional public broadcasters acting through, and coordinated by the ARD consortium.  Mal belegt, dann vereinzelt vom 2. Jh. an; seine Blute erlebt das Wort wort 1  
n.
A plant. Often used in combination: liverwort; milkwort.



[Middle English, from Old English wyrt; see
 in der christlichen Literatur" -, aber fur ihn steht es offenbar ganzlich ausser Frage, dass Petron in solchen Fallen sozusagen "seiner Zeit voraus" ist.

Dem entspricht H.s Umgang mit auffalligen motivischen Gemeinsamkeiten zwischen Petron und Autoren, die nachweislich vom spaten 1. Jahrhundert n.Chr. an wirkten. Nehmen wir etwa die in Kap. 92.7-10 relativ anschaulich geschilderte Szene, in der Askylt im Bad wegen seines inguinum pondus ... grande beklatscht und dann von einem speziell daran interessierten eques eques

(Latin: “horseman”) In ancient Rome, a knight. In early Rome, the equites (in full, equites equo publico, “horsemen with mounts provided at public expense”) were of the senatorial class.
 Romanus ut aiebant infamis abgeschleppt wird. Als Parallele verzeichnet H., der (so gut wie) nichts ubersieht, Mart. 9.33: Audieris in quo, Flacce, balneo plausum, / Maronis illic esse mentulam scio. Er wurde sicherlich fur richtig erachten, was S. Busch, Versus balnearum. Die antike Dichtung uber Bader und Baden im romischen Reich (Stuttgart usw. 1999; fehlt unter H.s Literaturangaben S. 231 zu 92.5) zu dem Zweizeiler Martials bemerkt, nachdem er konstatiert hat, Petr. 92.7-10 lese "sich geradezu wie eine ausfuhrliche Paraphrase dieses di·e·sis  
n. pl. di·e·ses
See double dagger.



[Medieval Latin, semitone (which was indicated by a double dagger), from Latin, quarter tone, from Greek diesis,
 Epigramms": "[T]atsachlich schreibt Petron naturlich vor Martial" (S. 473). Wirklich? Dann ware es wohl auch "naturlich", dass, falls einer der beiden Texte vom anderen angeregt ist, der denkbar knapp dargebotene Witz auf der uber vier Paragraphen erzahlten Szene und nicht die Szene auf dem Witz fusst? Aber warum findet sich bei Martial (wie ubrigens auch in 3.82 uber Zoilus, der Trimalchio so auffallig gleicht und noch dazu in V. 32 als malchio = "geschmacklos, widerlich" disqualifiziert wird) keine Anspielung auf Petron, wie man sie eigentlich von ihm erwarten sollte, ja warum heisst sein "Grande" nicht einfach ebenfalls Askylt? Ich meine, weil es Martial ausser um die obszone Pointe ganz wesentlich darum geht, mit Hilfe der Namen Flaccus und Maro einen frechen literarischen Scherz zu bieten: Man kann sich vorstellen, dass hier zwischen den Zeilen Q. Horatius mit dem cognomen COGNOMEN. A Latin word, which signifies a family name. The praenomen among the Romans distinguished the person, the nomen, the gens, or all the kindred descended from a remote common stock through males, while the cognomen denoted the particular family.  "Schlappschwanz" (vgl. bes. Epo. 15.12) darauf hingewiesen wird, sein Freund P. Vergilius Maro, dem man wegen seiner Verse im Theater hochste Verehrung entgegenbrachte (Tac. Dial. 13.2) und den man in Neapel "Parthenias" nannte (Vita Donatiana [section] 11), habe seinem Publikum auch beim Baden Bewunderung abgenotigt--aber hier durch sein uberraschend riesiges Glied. Nichts Vergleichbares entdeckt man bei Petron, der schwerlich mehr intendiert als eine genussliche Vergegenwartigung der "Show at the pool" als solcher und der zumindest deshalb eher als der Nehmende in Frage kommen durfte.

Die Datierung der Satyrica in die Zeit DIE ZEIT (pronounced /diː tsait/, in English, literally The Time, more idiomatically The Times) is a German nationwide weekly newspaper that is highly respected for its quality journalism.  Neros ist schon deshalb zweifelhaft, weil neuere Untersuchungen (vgl. bes. S. Swain, Hellenism and Empire [Oxford, 1996], 423ff. und E. Bowie in AN 2, 2002, 47ff.) uberzeugend gezeigt haben, dass die altesten idealisierenden griechischen Romane nicht fruher als in der Mitte des 1. Jahrhunderts n.Chr. entstanden sind. H., der mit R. Heinze annimmt, Petron habe Texte solcher Art parodiert (S. XXIV), braucht sich, weil er die Gattung "Roman" nach wie vor als "(spat)hellenistisch" ansieht (S. XXIII und 258), daruber keine Gedanken zu machen, ob der Autor der Satyrica schon vor 66 n.Chr. auf Chariton & Co. anzuspielen in der Lage gewesen ware. Da die Kallirhoe nun aber offenkundig zwischen 41 und 62 n.Chr. und der Ninus-Roman sogar erst zwischen 63 und ca. 75 n.Chr. verfasst wurden (Bowie 57), mussten die Leser der Satyrica die beiden Texte, die als die altesten des Gattungstyps gelten, sehr schnell kennengelernt haben, um Petrons Persiflage per·si·flage  
n.
1. Light good-natured talk; banter.

2. Light or frivolous manner of discussing a subject.



[French, from persifler, to banter : per-,
 goutieren zu konnen. Ganz unmoglich ware das naturlich nicht, doch plausibler erscheint, dass ein im 2. Jahrhundert schreibender Autor der Satyrica, der sich die Maske des elegantiae arbiter Neros bei Tacitus aufsetzte (so Rez., CJ 94, 1997/98, 99 und Laird 161f.), typische Szenen des idealisierenden Romans ins Lacherliche zog. Kunftige Untersuchungen zur Intertextualitat Petrons sollten endlich einmal wenigstens ausprobieren, was sich ergibt, wenn man Episoden z.B. bei Achilleus Tatios, die bisher nur als Motivparallelen bzw. Reflexe einer Episode in einem verlorenen alteren Roman betrachtet wurden, nunmehr als Pratexte der entsprechenden Satyrica-Episoden interpretiert; dabei sollte man sich die Moglichkeit offenhalten, dass der Roman, wie G. Jensson, The Recollections of Encolpius. The Satyrica of Petronius as Milesian Fiction (Groningen, 2004), vermutet--H. erwahnt das nirgends, obwohl er Jensson zitiert--eine direkte griechische Vorlage vor·la·ge  
n.
A posture assumed in skiing in which the skier leans forward from the ankles, usually without lifting the heels.



[German : vor, forward, before
 hatte. Auf jeden Fall offeriert H. fur solche Analysen reiches Stellenmaterial, und ich mochte noch einmal betonen, dass allein schon deshalb sein Kommentar als eine herausragende wissenschaftliche Leistung anzusehen ist. So sind es denn auch nur Kleinigkeiten, die ich zu einzelnen Lemmata anmerken mochte:

S. 7-10 zu 79.8

qualis nox fuit illa ...: H. verweist mit Recht auf Prop. 2.15, aber vor allem scheinen mir die Hendekasyllabi eine Art Fortsetzung zu Catul. 5 zu liefern: Statt der nox ... perpetua una dormienda haben wir hier nox .... illa, in der zunachst wieder gekusst, dann aber mit ego sic perdere coepi eine andere Art von "Tod", als es die nox perpetua ware, angegangen wird: die "petite mort". H. spricht diese Bedeutung von perire an, nennt aber nicht die einschlagigen Parallelen: Hor. C. 3.9.24; Prop. 1.10.5 mit 1.4.12 und 1.13.15.17; Apul. Met. 2.17 (vgl. Th. Poiss, WS 114, 2001, 262f.).

S. 47-50 zu 82.2f.

caedem et sanguinem cogito This article is about the philosophical magazine. For the software used in the extended version of the current Linux revision system git, see Cogito (software). For the famous philosophical saying by Descartes, see cogito ergo sum. : Wie schon F. Zeitlin (Latomus 30, 1971, 59) sieht H. im Hintergrund die Helena-Szene Verg. Aen. 2.559ff. Petron benutzte also womoglich einen Text, in dem auch die Verse 567-588 standen. Philologen wie N. Horsfall, die energisch deren Athetese fordern, sollten das vielleicht in ihre Argumentation einbeziehen.

S. 49 zu 82.2

notavit me miles: H. halt es aus guten Grunden fur "nicht allzu wahrscheinlich", dass der Soldat wirklich ein solcher ist. Sein Verweis auf Apul. Met. 9.39.2, die Szene mit dem romischen Legionar, sollte im Lichte der neueren Uberlegungen zur Datierung der Satyrica dazu ermuntern, an diese und andere Szenen im Goldenen Esel, zu denen es Motivparallelen bei Petron gibt, eine bisher wohl nicht gestellte Frage zu richten: ob es sich um den jeweils alteren Text handeln konnte. Dabei waren selbstverstandlich die Metamorphosen des Lukios von Patrai bzw. deren Epitome, der Onos Ps.-Lukians, zu berucksichtigen.

S. 117 zu 87.1

ut pateretur satis fieri sibi: uber antike und moderne mo·derne  
adj.
Striving to be modern in appearance or style but lacking taste or refinement; pretentious.



[French, modern, from Old French; see modern.]

Adj. 1.
 Ausserungen im Zusammenhang mit der Frage, ob der "Eromenos ... Lust beim Verkehr" hatte, jetzt sehr instruktiv Obermayer (s.o.) 145ff.

S. 124 zu 87.8

utcumque igitur inter anhelitus sudoresque tritus: "Utcumque ('so gut es ging, recht und schlecht') erinnert daran, dass Eumolpus sich immerhin das dritte Mal verausgabt." Diese Beobachtung nimmt H. zum Anlass, Stellen in der antiken Literatur aufzulisten, an denen von mehreren "Malen" die Rede ist. Auf die fur ihn interessanteste ist er nicht gestossen: Vita Aesopi 75: Asop, von der Frau des Xanthos beim Masturbieren ertappt, bekommt von ihr fur den Fall, dass er zehnmal mit ihr schlaft, [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII ASCII or American Standard Code for Information Interchange, a set of codes used to represent letters, numbers, a few symbols, and control characters. Originally designed for teletype operations, it has found wide application in computers. .] als Belohnung versprochen, wobei sie sogar einen Eid schwort. Nach dem neunten Mal sagt Asop: "[TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII.].", und als er beim zehnten trotz viel Muhe ([TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII.]) nur auf ihren Schenkel zu ejakulieren vermag, verweigert die Frau ihm die Pramie. Eumolp dagegen wird von dem Epheben von Pergamon, obwohl er diesem trotz seines Versprechens das dritte Geschenk nicht gegeben hat, zu jenem dritten Mal und uberdies zu einem vierten aufgefordert, worauf er, wie sich aus seiner Weigerung schliessen lasst, "nicht mehr kann". Vergleichbar sind beide Geschichten auch darin, dass in ihnen mit dem Verrat des gemeinsamen Sex an eine dritte Person gedroht wird: Asop reagiert auf den Eidbruch der Frau mit den Worten: "[TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII.].", und bei Petron besteht der besondere Witz im Wechselbezug von aut dormi, aut ego iam patri dicam, das erst der Ephebe, dann Eumolp sagt.

S. 186f. zu 89 V. 40

sibilisque undae fremunt: "Gerade in der dominanten Gerauschkulisse findet Lessing den Beweis fur Petrons Epigonentum--wohl zu Unrecht" (vgl. auch S. 153). Gewiss zu Unrecht, denn z.B. auch in Catulls Beschreibung der Decke auf dem Hochzeitsbett des Peleus und der Thetis (64.50ff.) spielt Akustisches eine wichtige Rolle; vgl. A. Laird, "Sounding out Ecphrasis: Art and Text in Catullus 64", JRS JRS Jesuit Refugee Service
JRS Journal of Roman Studies
JRS Japan Radiological Society
JRS Journal of Refractive Surgery
JRS Joint Reporting Structure
JRS Job Referral Service
JRS Joint Reporting System
JRS Joint Research Center
JRS Jamaica Reservation Service
 83, 1993, 18-30.

S. 199-202 zu 89 V. 58-60

ceu vi ... iubas: "Wie ein sarkastischer Kommentar aus goldener Vorzeit entzaubert der hohe Vergleich das niedere Treiben der Hellenen." Es wird geradezu systematisch "entzaubert" in einem Text der fiktionalen Prosa, der den Trojastoff behandelt, dem des Ps.-Diktys (vgl. S. Merkle, Die Ephemeris ephemeris (ĭfĕm`ərĭs) (pl., ephemerides), table listing the position of one or more celestial bodies for each day of the year.  belli Troiani des Diktys von Kreta, Frankfurt a.M. usw. 1989). Das (bis auf geringe Reste verlorene) griechische Original durfte ins 1./2. Jahrhundert n.Chr. zu datieren sein!

S. 233 zu 92.9

inguinum pondus tam grande: Soweit ich sehe, erwahnt H.s Kommentar nicht das pompejanische Fresko im Eingangsbereich des Hauses der Vettier mit dem Priap, der seinen Phallus phallus /phal·lus/ (fal´us) pl. phal´li  
1. penis.

2. a representation of the penis.

3. the primordium of the penis or clitoris that develops from the genital tubercle.
 auf eine Waage legt (62-79 n.Chr.); vgl. die Abbildung in J.R. Clarke, Roman Sex, New York New York, state, United States
New York, Middle Atlantic state of the United States. It is bordered by Vermont, Massachusetts, Connecticut, and the Atlantic Ocean (E), New Jersey and Pennsylvania (S), Lakes Erie and Ontario and the Canadian province of
 2003, S. 21.

S. 253f. zu 94.2

ego laudes tuas carminibus implebo: In erotisch-obszonem Kontext verheisst Catul. 6.16f. Ahnliches: uolo te ac tuos amores / ad caelum lepido uocare uersu.

S. 331 zu 100.3

quasi [Latin, Almost as it were; as if; analogous to.] In the legal sense, the term denotes that one subject has certain characteristics in common with another subject but that intrinsic and material differences exist between them.  destruente fortuna constantiam meam: "Zur Fortuna in den Sat." vergleiche man ausser der von H. genannten Literatur die Ausfuhrungen uber das Prinzip "Gluckswechsel" in dem fast schon legendaren Petron-Kapitel "Fortunata" in E. Auerbach, Mimesis mimesis /mi·me·sis/ (mi-me´sis) the simulation of one disease by another.mimet´ic

mi·me·sis
n.
1. The appearance of symptoms of a disease not actually present, often caused by hysteria.
, Bern 21959, 28ff. (das H. durchaus in die Bibliographie aufgenommen hat).

S. 353 zu 102.1

descendimus in scapham: Zur scapha (mit der vielleicht oberdt. Schaff fur "Bottich, Zuber" verwandt ist) liefert reiches Material E. Zinn, "[TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII.]. Horaz im Rettungsboot (carm. III 29, 62)", in: H. Oppermann (Hg.), Wege zu Horaz, Darmstadt 1972, 225-257 (dort 230ff.).

Was mir an H.s Buch ausser der stupenden Gelehrsamkeit besonders gefallt, ist die unkonventionell lockere Diktion, welche diejenige anglophoner Kommentatoren evoziert. Wo findet man sonst in einem deutschsprachigen Erlauterungswerk Formulierungen wie "die hippophile Fraktion" (S. 174 fur die Befurworter der Einholung des Trojanischen Pferdes) oder (S. 244 zu 93.2 V. 4 et pictis anas involuta pennis) "Das von der Uberlieferung gezauste Federkleid des Enterichs hat die philologische Phantasie sichtlich beflugelt"? Das zweite Beispiel kann einen Eindruck davon vermitteln, dass H. die Kunst beherrscht, all die mit den Satyrica verbundenen textkritischen Probleme nicht nur hochst kompetent und souveran, sondern auch auf eine Art zu diskutieren, dass man seine Erorterungen wirklich gerne, ja passagenweise voller Spannung liest. Man muss dabei bedenken, dass bis in die bis in die

[L.] twice a day; abbreviated b.i.d.
 achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts die Petron-Literatur uberwiegend aus Vorschlagen zur Emendation e·men·da·tion  
n.
1. The act of emending.

2. An alteration intended to improve: textual emendations made by the editor.

Noun 1.
 des tradierten Wortlautes bestanden und dass diejenigen, die sie zu Papier brachten, meist trockene Gelehrte waren, die nicht viel mit dem Inhalt des von ihnen als korrekturbedurftig empfundenen Textes anfangen konnten. Um so bemerkenswerter ist es, dass die Lekture von H.s Kommentar von der ersten bis zur letzten Seite ein richtiges Lesevergnugen bietet. Aber was machen wir, damit dies unter den angelsachsischen classici nicht nur vel duo vel nemo feststellt? Nun, auch bei ihnen wird es ublich sein, dass man beim Aufschlagen einer Rezension erst einmal den letzten Satz liest, und das vielleicht auch (oder gerade) dann, wenn sie in einer fremden Zunge geschrieben wurde. Also lautet mein Schlusswort wie folgt: Peter Habermehl's commentary is, in all its profundity, an outstanding scholarly achievement, and its charming style makes for pleasant reading to boot. For those of you out there working on Petronius, then, it will be an absolute must. Yes, there is that little snag: it is written in German. But it abounds, among other things, in quotations from the Latin texts drawn on for comparison, and isn't it Latin, not (as David Niven David Niven (March 1, 1910 – July 29, 1983)[1][2] was an Academy Award-winning English actor. Biography
James David Graham Niven
 supposed in Death on the Nile Death on the Nile is a work of detective fiction by Agatha Christie and first published in the UK by the Collins Crime Club in November 1937 and in the US by Dodd, Mead and Company the following year. The UK edition retailed at seven shillings and sixpence. ) English, which is the language we all understand?

Reviewed by Niklas Holzberg, Munchen
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Author:Holzberg, Niklas
Publication:Ancient Narrative
Article Type:Book review
Date:Jan 1, 2008
Words:2855
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