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Kulli Habicht, Eesti vanema kirjakeele leksikaalsest ja morfosuntaktilisest arengust ning Heinrich Stahli keele eriparast selle taustal.

Kulli Habicht, Eesti vanema kirjakeele leksikaalsest ja morfosuntaktilisest arengust ning Ning is a company co-founded by Marc Andreessen (of Netscape fame) and Gina Bianchini. It launched its service in October 2005.

Ning is an online platform for creating social websites and social networks.
 Heinrich Heinrich is a male given name or surname of Germanic origin. Equivalents in other languages are Henry (English), Enrico (Italian), Henri (French), Enrique (Spanish), and Henrique (Portuguese).  Stahli keele eriparast selle taustal, Tartu Tartu (tär`t), Ger. and Swed. Dorpat, city (1994 pop. 105,844), E Estonia, a port on the Ema River.  2001 (Dissertationes philologiae estonicae Universitatis Tartuensis 10). 290 S.

Die Forschung besteht im Wesentlichen aus neun Aufsatzen, von denen sieben morphosyntaktischen und zwei lexikalischen Themen gewidmet sind. In der Einleitung umreisst die Autorin die Ziele der Arbeit, die einerseits in der Offenlegung von Gesetzmassigkeiten der Flexion flexion /flex·ion/ (flek´shun) the act of bending or the condition of being bent.

flex·ion
n.
1. The act of bending a joint or limb in the body by the action of flexors.

2.
 und Entwicklung der estnischen Schriftsprache anhand langerer nordestnischer kirchlicher Texte aus der ersten Halfte des 17. Hahrhunderts, besonders von Werken Werken is a town in Kortemark, a part of Belgium.

See also: West Flanders External link
  • Werken @ City Review
Coordinates:  
 Heinrich Stahls bestehen, andererseits in der Einordnung des Materials der alteren estnischen Schriftsprache in einen breiteren typologischen Kontext und sein Vergleich mit der estnischen Gegenwartssprache. Die lexikalischen und morphosyntaktischen Besonderheiten des Sprachgebrauchs von H. Stahl Stahl is a surname, and may refer to:
  • Agustín Stahl Puerto Rican physician, ethnologist, and botanist
  • Armin Mueller-Stahl
  • Ben Stahl (metal head)
  • Ben Stahl
  • Ben Stahl (artist)
  • Chick Stahl
  • Daniel Stahl
  • Floyd Stahl
  • Franklin Stahl
 werden in einer Auswahl vorgestellt. Nicht in die Betrachtung einbezogen werden neben orthographischen Fragen auch Auch (ōsh), town (1990 pop. 24,728), capital of Gers dept., SW France, in Gascony, on the Gers River. It is a farm market and commercial center with a variety of manufactures and an important trade in Armagnac brandy, poultry, wine, and grain.  der Problemkreis der Herausbildung und Variierung der Flexionsparadigmen der Nomina und Verben. Eine detaillierte Analyse an·a·lyse  
v. Chiefly British
Variant of analyze.


analyse or US -lyze
Verb

[-lysing, -lysed] or -lyzing,
 dazu ware ware See Groupware, Hardware, Shareware, Software.  in Zukunft auf der Grundlage der am Lehrstuhl fur Estnisch der Universitat Tartu in Arbeit befindlichen Computerdatei der Werke von H. Stahl durchfuhrbar. Ebenso zahlreiche syntaktische Tatsachen sind noch nicht ins Blickfeld der Forscher geruckt.

Die Forschungsmethode ist uberwiegend deskriptiv und die Analyse diachronisch. In mehreren Aufsatzen hat sich a. 1. Such.  die Autorin auf die Grammatikalisations-theorie, in einem auch auf die kognitive Linguistik gestutzt. Eine bedeutende Rolle Coordinates:

Rolle is a municipality in the Canton of Vaud in Switzerland.
 spielt die statistische Beschreibung der Spracherscheinungen; die Ableitungen von H. Stahl werden aber panchronisch betrachtet. Unter diesem Begriff versteht K. Habicht die Forschungsmethode, bei der die diachronische und synchronische Darstellungsweise miteinander vereint sind. Das analysierte Belegmaterial wurde hauptsachlich aus den beiden estnischund deutschsprachige Paralleltexte enthaltenden Hauptwerken dem "Hand- vnd Hauszbuch fur das Furstenthumb Esthen in Liffland" I-IV (1632-1638) und der Predigtensammlungen "Leyen Spiegel" I-II (1641-1649) entnommen. Zu Vergleichszwecken wurden auch Texte von alteren Sprachmeistern herangezogen, so aus dem 1535 erschienenen Katechismus von Wanradt-Koell und aus den 1600-1606 von Georg Muller gehaltenen Predigten. Im Hinblick auf H. Stahl lasst verwundern, warum die reichhaltige Lexik seiner seine  
n.
A large fishing net made to hang vertically in the water by weights at the lower edge and floats at the top.

v. seined, sein·ing, seines

v.intr.
To fish with such a net.

v.
 1637 erschienenen "Anfuhrung zu der Ehstnischen Sprach" nicht systematisch einbezogen wurde. Gewisse Verweise darauf werden durch andere Forschungen gegeben und der Vocabula-Teil des Buches wird zu ungenau als H. Stahls Worterbuch bezeichnet.

Die Voraussetzung fur die Herausgabe estnischsprachiger Bucher war die sichere Beherrschung der Sprache durch H. Stahl. Den Grundstein hierfur erwarb er sich wie andere in Tallinn geborene Personen bereits durch Beobachtungen im alltaglichen Umfeld, wo er aufwuchs, und durch die weitere Bereicherung seines Wissens im spateren Wirken in den Landkreisen. Die Arbeit von H. Stahl wurde erleichtet durch handschriftliche Texte seiner Vorganger und Kollegen, die er sammelte, vereinheitlichte, erganzte und schliesslich zum Drucken gab. H. Stahl gebuhrt gleichzeitig noch die Ehre der Autor des ersten Gesangbuches zu sein, das als zweiter Teil des 1637 in Estland gedruckten estnischsprachigen Buches "Hand- vnd Hauszbuch" die Druckerei verliess.

Uber den fehlerhaften und durch das Deutsche gepragten Sprachgebrauch H. Stahls hat man sich ob kurzer oder langer bereits seit 1818 so in den von J. Hirschhausen in der Zeitschrift "Beitrage zur genauern Kenntniss der ehstnischen Sprache" publizierten Aufsatzen geaussert. F. J. Wiedemann meint im Vorwort seiner Grammatik von 1875, dass die Sprache von H. Stahl ein mit estnischen Wortern konstruiertes Deutsch sei, dessen Formen sogar instabil sind, denn H. Stahl kenne keineswegs die Besonderheiten der estnischen Flexion. Von den im 19. Jahrhundert geausserten Meinungen uber H. Stahls Sprachgebrauch hatte der Rezensent in der vorliegenden Arbeit noch die vernichtende Kritik von E. Ahrens sehen wollen, denn dieser behauptet, dass sich H. Stahl "nicht aus Unwissenheit an der estnischen Sprache versundigt habe," sondern "absichtlich" vorgegangen sei und ihr somit schweren Schaden zugefugt habe.

A. Kask lenkte die Aufmerksamkeit darauf, dass im Stahlschen Sprachgebrauch, der in der Kirchenliteratur noch die zweite Halfte des 17. Jahrhunderts uberlebte, Dialekteigentumlichkeiten vorherrschten, der Satzbau jedoch vollkommen deutsch gepragt sei.

In dem ausfuhrlichen Vorwort der vorliegenden Untersuchung (S. 9-55) geht die Autorin noch extra auf solche Themen ein, wie die Frage der Herkunft der Stahlschen Texte, seine Seine (sān, Fr. sĕn), Lat. Sequana, river, c.480 mi (770 km) long, rising in the Langres Plateau and flowing generally NW through N France.  Texte als Ubersetzung, Besonderheiten seines Estnisch, seine Variiertheit und Deutschartigkeit, die dem Deutschen angelehnten Formen und Lexik.

Die Tasache, dass sich im Deutschen aus dem Munde H. Stahls ein gewisser estnischer Einfluss feststellbar ist, lasst die Autorin von Interferenz in begrenztem Umfang sprechen. Ein anschauliches Beispiel dazu ware das Wort wort 1  
n.
A plant. Often used in combination: liverwort; milkwort.



[Middle English, from Old English wyrt; see
 fehlerit, bei dem an dt. Fehler einfach der estnische Stammvokal und das Pluralzeichen angefugt worden sind.

Im Unterkapitel "Volkstumliche Formen und Wortschatz" bringt die Autorin zu dem von H. Stahl angewandten Modaladverb nimeta die richtige Bedeutung est. nimelt und die deutsche Entsprechung nehmlich (bei Stahl noch mb enthaltendes nehmblich), doch unerwahnt bleibt, dass dessen nachstliegende lautliche Entsprechung eigentlich fi. nimittain ist. Beim Ausdruck teps beschrankt sie sich auf J. Magistes Erklarung (< mitte eps), ohne die andere ebenso in Betracht kommende Losung teepas > teps (s. P. Alvre, Zur Herkunft der Worter kas und teps in der estnischen Sprache. -- S[PHI phi
n.
Symbol The 21st letter of the Greek alphabet.


PHI,
n See health information, protected.
]U XIX 1983, S. 87) zu erwahnen. Die alte Adverbform arwan 'selten' wird mit dem finnischen instruktiven Ausdruck harvoin id. verglichen, obwohl phonetisch gesehen der gleichbedeutende Illativ harvaan naher liegt. Fi. harvoin entspricht est. haru, das sich in dieser Gestalt Gestalt (gəshtält`) [Ger.,=form], school of psychology that interprets phenomena as organized wholes rather than as aggregates of distinct parts, maintaining that the whole is greater than the sum of its parts.  im pleonastischen Adverb adverb: see part of speech; adjective.  haruharva 'sehr selten' verewigt hat.

Die Autorin bewegt sich auf richtigen Pfaden, wenn sie die im Anfangsstadium der Schriftsprache geschaffenen Verhaltniswortkonstruktionen asemel 'anstatt', heaks 'zu gut', nimel 'im Namen', viisi 'auf die Weise' fur typisch deutsch erklart. Als Neuentdeckung schliesst sich diesen Formen rinnas 'neben' an, bei dem sich H. Stahl von der deutschen Verhaltniswortphrase an der Brust leiten lasst. Das singularstammige rinnas erlaubt eine Gegenuberstellung zu fi. rinnalla 'neben'. Aus kognitiver Sicht betrachtet hat man sich bei der Grammatikalisation von rind 'Brust' an das Begriffsbildungsmodell von Anthropomorphen und Zoomorphen angelehnt. Das kann anhand des Bedeutungsplurals der Adverbien rinnu, rinnuti, rinnutsi geschlossen werden: es heisst sowohl est. rind rinna vastu vastu /vas·tu/ (vahs´too) [Sanskrit] a traditional Hindu system of space design whose purpose is to promote well-being by constructing buildings in harmony with natural forces.  ~ vastas 'Brust an Brust' als auch rind rinna korval 'nebeneinander', korvuti id.

Die Grammatikalisationstheorie mit der Etappe der Reanalyse und Analogie als wichtige Bestandteile lasst sich sehr gut gut (gut)
1. intestine.

2. the primordial digestive tube, consisting of the fore-, mid-, and hindgut.

3. surgical g.


blind gut  cecum.
 gerade auf die Beschreibung der Entstehung der estnischen Verhaltnisworter anwenden. Bei der Verwandlung eines Nomens mit eigenstandiger Bedeutung in ein Verhaltniswort kann die Lexikalisierung manchmal als Zwischenetappe auftreten. Diese Aussage belegt die Autorin mittels der aus dem Wort kasi 'Hand' ihren Anfang genommenen Verwandlungsabfolge: die Fugung aeg on kaes lasst sich auf das periphrastische Verb kaes olema 'in der Hand sein' zuruckfuhren, fur das mit Erweiterung wiederum eine Verwendung denkbar ware: aeg on meie kaes 'die Zeit ist in unserer Hand'. Die Entstehung der Verhaltnisworter konnte in Anbetracht des Belegmaterials aus der alteren estnischen Schriftsprache so abgelaufen sein: Nomen mit vollwertiger Bedeutung--Abspaltung einer haufig gebrauchten Flexionsform aus dem Paradigma (+ in einigen Fallen Lexikalisierung)--Bedeutungsverschiebung--Zusammenhang mit Nomen in einem grammatischen Kasus (Reanalyse)--Anwendung in der Art einer Formel (Analogie, Vorbild des Deutschen)--Verhaltniswort.

Die Kasusendung -ga besass alle seine heutigen Funktionen bereits in dem Verhaltniswort der alten Schriftsprache kaas 'mit', das vor der Herausbildung der Kasusendung existierte. Die Komitativendung -ga stellt an sich die nachste Etappe der Grammatikalisation, die Bewegung in synthetische Richtung, in der sich aus dem Hilfswort ein grammatisches Morphem entwickelt hat, dar.

Eine positive Seite der Untersuchung offenbart sich darin, dass die Autorin bei der Darlegung der Entstehungsmechanismen der Verhaltnisworter die Gesetzmassigkeiten der Herausbildung von Adverbien und Diskurspartikeln sowie beim Analysieren des Gebrauchs infiniter Konstruktionen auch sprachtypologische Aspekte herangezogen hat. Verschiedene universale grammatische Veranderungen verlaufen unabhangig von ihrer Sprachverwandtschaft nach Gesetzmassigkeiten.

In den Grammatikalisationsprozess des 16. und 17. Jahrhunderts hatten sich nach Ansicht von K. Habicht auch die Ausdrucke asemele 'an die Stelle' asemel 'an der Stelle', kombel 'in der Art' und tarbeks 'zum Gebrauch' eingefugt. Als ausgepragte Verhaltnisworter konnen kesk 'Mitte', keskel 'in der Mitte', poole 'dorthin, in die Richtung', poolest 'von dort, aus der Richtung', parra, paras Paras may refer to:
  • Paras, Crown Prince of Nepal
  • "The Paras", a nickname of the Parachute Regiment (United Kingdom), an elite regiment of the British Army
  • "The Paras" is a nickname given to the Parachute Regiment (India) of the Indian Army which include the Special
, parast 'nach', sekka 'inmitten', seas 'darunter', die in vielen Belegen vertreten sind, gelten; in etwas schwacherer Weise verkorpern korval 'neben', nimel 'im Namen', taval 'in der Art' und viisi id. die Kategorie der Verhaltnisworter.

Sowohl bei der Grammatikalisation als auch Lexikalisierung handelt es sich um einen universal in der Sprache ablaufender Prozess, bei dem sich die Bedeutung stufenartig verandert, und der im Endeffekt zu einer Bereicherung der Ausdrucksmoglichkeiten der Sprache fuhrt. Die Autorin betont zu Recht, dass es sich hier im weiteren Sinne nicht um eine Gegenerscheinung der Grammatikalisation handelt, sondern vielmehr um einen Bestandteil der Verwandlungsabfolge. Zur Lexikalisierung neigen im Wesentlichen sekundare Formen des Verbparadigmas: v-, nud- und tud-Partizipien, Formen auf -mata, das des-Gerundium. In H. Stahls Sprachgebrauch finden sich auch die Diskurspartikel katsu (katzo), pea, vaata 'sieh, schau' sowie die Gerundiumformen elades 'lebend' und silma nahes 'sehend'. Die ursprungliche Bedeutung des Verbs katsuma 'schauen, sehen' hatte noch Bestand.

Interessantes bietet die Abhandlung von K. Habicht uber die alten Modalkonstruktionen. Naher untersucht werden die Verben: pidama 'halten', tahtma 'wollen, voima 'durfen', saama 'konnen', laskma 'lassen', tohtima 'durfen', kolbama 'passen, sich eignen', (h)arendama 'vermogen', suutma id. und leema 'konnen'. Ihre Einteilung nach dem Ausdrucken von dynamischer, deontischer und epistemischer Modalitat unterscheidet sich in einigen Punkten von der gegenwartigen Einteilung. Belege zu den Verben pidama und voima finden sich in allen Al·len , Edgar 1892-1943.

American anatomist who is noted for his studies of hormones and for the discovery (1923) of estrogen.
 drei Modalitatsarten. Der Sprachgebrauch von H. Stahl war in vielem weit mehr durch das Deutsche gepragt als der seiner Vorganger. In seinen Werken liegt die wichtigste Funktion des Verbes saama im Ausdrucken des Futurums. G. Muller hat dieses di·e·sis  
n. pl. di·e·ses
See double dagger.



[Medieval Latin, semitone (which was indicated by a double dagger), from Latin, quarter tone, from Greek diesis,
 Verb in keiner Weise nach dem deutschen Vorbild im Sprachgebrauch. H. Stahl scheint auch keine richtigen Vorstellungen vom Gebrauch der ma- und da-Infinitive im Zusammenhang mit Modalverben gehabt zu haben. So behauptet er irrtumlicherweise in der "Anfuhrung zu der Esthnischen Sprach", dass man im Hinblick auf die 1. Person auch sagen kann: mina saan olema oder olla 'ich kann sein', bei der 2. und 3. Person sei nur die ma-Form zulassig.

Die bei H. Stahl sehr reichhaltig vorkommende formelle Variierung unter den infiniten Konstruktionen (ma- und mas-Supinum, da-Infinitiv, va-Partizip) begrundet K. Habicht mit deutscher Beeinflussung. Eine Vorstellung von der auf dem volkssprachigen Gebrauch beruhenden Tradition vermitteln acht Vorkommensfalle, die mit G. Muller ubereinstimmen: tegema 'machen, tun'+ -ma, jaama 'bleiben' + -ma, motlema 'denken' + -da, oppima 'lernen' + -ma, tootama 'versprechen, geloben' + -da, ahvardama 'drohen' + -da, tundma 'kennen' + -da, andma 'geben' + -da. All diese finden auch in der estnischen Gegenwartssprache ihre Anwendung. Der Rezensent ist beim Studium der Forschung auf keine Begrundung gestossen, warum G. Muller in Verbindung mit dem Verb algama 'beginnen' konsequent den da-Infinitiv (halckap sundida '(sie) beginnt zu gebaren' u. a.) einsetzt. Bekanntlich war der im Kustendialekt verbreitete Rektionstyp (Iis algasin puid raiuda 'ich begann Holz zu hacken') einst auch aus dem Munde der Bewohner Tallinns zu horen. Die gleiche Rektion hat auch das Verb alkaa id. im Finnischen.

Eine bewusste Wahl der Objektkasus hat es unter den deutschen Sprachmeistern des 17. Jahrhunderts offensichtlich noch nicht gegeben. So pflegte man erwartungsgemass am meisten den Partitiv, jedoch bei den Verben kannatama 'leiden', kartma 'furchten', tundma 'kennen' und vaatama 'schauen' wurde der Genitiv bevorzugt.

Der in H. Stahls Werken auftauchende Wortschatz ist uberaus reichhaltig und vielfaltig. Darunter finden sich selten gebrauchte und eigenwillige Ausdrucke, die noch alteren Handschriften entstammen. Von Wortschopfungen mit volkstumlichem Hintergrund bringt K. Habicht so einige Dutzend ausdrucksvolle Beispiele: asti 'bis' (auch aus dem Finnischen bekannt), kure 'taub', katk 'Schatz, Vermogen', leema 'konnen', magu 'Geschmack', meevikene 'Taube', omanik 'bis', poos 'Felsen', rahu 'Niere' usw. Die Verben mit phonetischem Unterschied luul(e)ma und nuul(e)ma hat die Autorin ungerechterweise getrennt gehalten, denn in H. Stahls "Anfuhrung zu der Ehstnischen Sprach" sind beide noch unter dem Stichwort meinen vereint aufgefuhrt. Etwas grundlicher und genauer hatte man sich die etymologischen Darlegungen der ebenso schwer zu analysierenden Partikel kooldes 'gantzlich, ganz und gar' gewunscht. Obwohl sich die Standpunkte verschiedener Forscher hierzu nicht decken, wurde in der Arbeit nur auf den von J. Magiste zuruckgegriffen.

Im Ergebnis des Studiums der Untersuchung von K. Habicht gewinnt man die Uberzeugung, dass mit der Ubertragung von kirchlichen Texten in die estnische Sprache viel Fremdartiges eingedrungen ist, das diese Sprache in ihrer Struktur den indoeuropaischen Sprachen etwas naher gebracht hat. So heisst es auf S. 255: Viele im 17. Jahrhundert in den Sprachgebrauch ubernommene grammatische Konstruktionen gibt es auch heute noch im Estnischen, was ein Beweis fur das Uberleben der schriftsprachlichen Tradition ist.

PAUL ALVRE (Tartu)
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Author:Alvre, Paul
Publication:Linguistica Uralica
Date:Dec 1, 2003
Words:2006
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