Etymologien aus den permischen Sprachen/[TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII].1. KomiS usurKomiS V usur munni (seltener) 'von Kraften kommen, schwach werden. (F-F), Skr. [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII ASCII or American Standard Code for Information Interchange, a set of codes used to represent letters, numbers, a few symbols, and control characters. Originally designed for teletype operations, it has found wide application in computers. ] vgl. Benzing 1959 : 707; Rasanen 1969 : 510b; Ceylan 1997 : 95); -sar/-ser (denominales Privativsuffix < *-siz). Der einzige bisherige Etymologisierungsversuch dieses di·e·sis n. pl. di·e·ses See double dagger. [Medieval Latin, semitone (which was indicated by a double dagger), from Latin, quarter tone, from Greek diesis, Wortes ([TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] 1975 : 42), wonach das Wort wort 1 n. A plant. Often used in combination: liverwort; milkwort. [Middle English, from Old English wyrt; see mit mar. ywap [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] zusammenzustellen sei, scheitert zum einen an der abweichenden Semantik des Grundwortes, zum anderen am Vokalismus der zweiten Silbe: fur Erbworter ist eine Entsprechung perm Perm (pyĕrm), city (1990 est. pop. 1,090,000), capital of Perm Territory, NE European Russia, on the Kama River. It is a transfer center for rail and river traffic and a major producer of machinery in the Urals industrial region. . i ~ mar. e (nicht a, [??]) zu erwarten ([TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] 1969 : 116). (1) Semantisch wirft die Entsprechung keinerlei Probleme auf. Das komi-syrjanische Wort ist nur in idiomatischen Wortverbindungen, einer Ableitung sowie einer Art Hilfs-verbkonstruktion mit munni 'gehen; werden' belegt; als ursprungliche Bedeutung des Wortes lasst sich aber leicht 'schwach, schlaff, mude, kraftlos' erschliessen. Das anlautende u- des komi-syrjanischen Wortes weist darauf hin hin n. A unit of liquid measure used by the ancient Hebrews, equal to about five liters. [Middle English, from Medieval Latin, from Greek, from Hebrew hîn, of Egyptian origin. , dass das Wort noch vor der fur das Neutschuwaschische charakteristischen v-Prothese vor Labialvokal (hier: *u- > v.a-; Ceylan 1997 : 185) ins Komi-Syrjanische gelangt sein muss. Das inlautende -j- ist im Komi-Syrjanischen geschwunden. Eine Entsprechung von finnisch-ugrischen tautosylla-bischem -Vj- ~ komi -V- findet sich auch im komi-syrjanischen und komipermjakischen Erbwortschatz, vgl. fiugr. *kujr[??] 'ausgehohltes Gefass, Trog, Boot. > gir 'Morser', fiugr. *pajna- 'drucken' > komiS Lu pontal- 'drucken, pressen', aber heterosyllabisch fiugr. *kaja- 'werfen' > komiS Sysola, komiP koj- 'giessen, schutten' (UEW UEW University of Education at Winneba (Winneba, Ghana) UEW Uncorrelated ELINT Workorder ). Das u der zweiten Silbe einiger komi-syrjanischen Dialekte ist sekundar (u < i vor dem unpalatalisierten Konsonanten und im Wortauslaut; [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] 1973 : 209.210), d. h. der Vokal des tschuwaschischen Privativsuffixes wurde mit i (respektive dessen Vorstufe *i) substituiert. Ob die Qualitat des tschuwaschischen Vokals der zweiten Silbe noch i oder schon a war, lasst sich wohl nicht mit Sicherheit bestimmen, da dasselbe neutschuwaschische Suffix suf·fix n. An affix added to the end of a word or stem, serving to form a new word or functioning as an inflectional ending, such as -ness in gentleness, -ing in walking, or -s in sits. tr.v. -sar/-ser in den tschuwaschischen Lehnwortern des Udmurtischen immer als -sir erscheint, vgl. udm. MU ansir, amsir 'schmal, eng., U e*riksir 'wider Willen' (WW) oder (das komiS usur semantisch auffallig nahe) udm. kansir in S kansiral- 'ermatten, erschopft werden' (VSz), [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] (YPC YPC Yards Per Carry YPC Yahoo! Parental Control YPC Young People's Convention (United Methodist Church) YPC Young Patrons Circle (Canada) YPC Young Progressive Conservatives (Canada) ) (Wichmann 1903 : 39-40, 57, 68). Die sonstigen Lautentsprechungen sind klar und erfordern keinen Kommentar, vgl. die von K. Redei und A. RonaTas (1983 : 14-25) angefuhrten Lautsubstitutionen. Das Wort usur ist nur in den mittleren Dialekten des Komi-Syrjanischen belegt. Diese Tatsache (2) sowie die archaische Lautgestalt des Wortes sprechen dafur, dass es sich hier um ein alttschuwaschisches bzw. wolgabulgarisches Lehnwort handelt. Moglicherweise wurde das Wort ins Urpermische entlehnt, ging aber im Udmurtischen spater verloren bzw. wurde durch kansir verdrangt. Die knappe Liste der alttschuwaschischen Lehnworter des Permischen, welche im Zuge der Beruhrungen zwischen den Permiern und den Vorfahren der heutigen Tschuwaschen, deren Beginn auf die zweite Halfte des 8. Jahrhunderts zu datieren ist (Redei, Rona-Tas 1983 : 26), ins Urpermische eingedrungen sind, ware ware See Groupware, Hardware, Shareware, Software. damit um ein weiteres Lemma lemma (lĕm`ə): see theorem. (logic) lemma - A result already proved, which is needed in the proof of some further result. zu erganzen. 2. KomiS bugid, wotj. bigit KomiS V bugid-gerd 'dunkelrot' (F-F; gerd 'rot') ~ udm. G bigit 'Fleisch der Fruchte' (WW), [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] (yPC) < urperm. *bugit '(weiches, inneres) Fleisch'. Das komi-syrjanische Wort ist nur in D. Fokos-Fuchs. Worterbuch belegt. Lautlich ist die Zusammenstellung einwandfrei; die Korrespondenz komiS u ~ udm. i tritt in der ersten Silbe haufig auf ([TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] 1964 : 215), obgleich ihre Ursache nicht genugend geklart ist. Semantisch ist eine Entwicklung (udm.) 'weiches, inneres Fleisch. a) [right arrow] 'Muskelmasse', b) [right arrow] 'Fruchtfleisch. einerseits und (komiS) *'inneres Fleisch' bzw. 'rot wie das innere Fleisch' [right arrow] 'fleischrot' [right arrow] 'dunkelrot' andererseits denkbar. 3. Udm. vildani, ung. uldoz Udm. vyldany 'folgen, nachgehen, nachahmen; forschen, sich erkundigen, untersuchen', vyldaskyny 'folgen, nachfolgen' (Wied.), Sarapul vildal- '(unter)suchen, forschen': poj-surlan pit'ijez kuzaz utcasa vetlikizi: vildaska suo 'wenn man die Spur des Wildes suchend entlang geht, so sagt man: vildaska' (d. h. '(die Spur) wird verfolgt') (VSz), G vildani 'verfolgen' (WW) ~ mans. Sy alantali 'jagen. (Kalman 1976 : 229), T ala*nt 'toten; erlegen, fangen; Jagd treiben; schlagen; weh tun' (M-K); ung. uld-: uld-oz 'verfolgen', 1195 ild-: ildetuitvl, (3) 1510 evldezyk < fiugr. *wed[??]-nt([??])- 'jagen, verfolgen. = deverbales Verb von fiugr. *wed[??]- 'toten. > udm. S vi(j)-; komiP vij-, ostpermjakisch vi-*; mans. KU P al-, Sy al-; chant chant, general name for one-voiced, unaccompanied, liturgical music. Usually it refers to the liturgical melodies of the Byzantine, Russian Orthodox, Roman Catholic, and Anglican churches and is analogous to cantillation in Jewish liturgical music, Qur'anic chanting . O Vach wel-, DN wet-; ung. ol- 'toten, umbringen' (UEW). Die Parallelen zwischen dem ungarischen und dem udmurtischen Wort sind bereits bekannt (vgl. TESz); die Verbindung mit dem udmurtischen Wort ist neu. Im Konsonantismus fallt auf, dass in udm. vi(j)- Schwund von *-d- festzustellen ist (j ist Hiatustilger), wahrend vildani mit inlautendem l die erwartungsgemasse Fortsetzung von *-d- zeigt, wofur moglicherweise die Stellung vor d verantwortlich ist. Ob der zwischen Grundwort und Ableitung auftretende Vokalwechsel udm. i ~ i / ung. o ~ u unabhangig voneinander entstanden oder alt ist, muss vorlaufig dahingestellt bleiben. Die Herkunft des ungarischen Wortes ist nach TESz und EWU EWU Eastern Washington University EWU East-West University EWU Ewha Womans University (Seoul, South Korea) umstritten, wobei das Wort entweder zu ol- 'toten' oder zu ul- 'sitzen' gestellt wird. (4) Die Entsprechungen aus dem Mansischen und Udmurtischen stutzen aber eindeutig die Hypothese, wonach es sich hier um eine alte Ableitung von der finnisch-ugrischen Wurzel *wed[??]- handeln muss und damit die Zusammenstellung mit ung. ol- 'toten' richtig ist (so z. B. auch Pais 1960 : 81; Barczi 1982 : 177). Die als Hauptstutze der ul-Hypothese angefuhrte Wendung utana ul valakinek 'uldozeobe vesz; lora ulven uldoz. (s. TESz) ware somit als Volksetymologie zu werten. Die klaren lautlichen und semantischen Entsprechungen einerseits sowie die deutliche semantische Abweichung zwischen Grundwort und Ableitung andererseits lassen vermuten, dass die Ableitung bereits in finnisch-ugrischer Zeit existierte. Das Suffix *-nt-, welches die Kontinuativitat bzw. den nicht-perfektiven Charakter des Verbgeschehens markiert (Collinder 1960 : 277.278), ware damit bereits im Finnisch-Ugrischen an den Stamm getreten. Abkurzungen alttschuw.--alttschuwaschisch (~ wolgabulgarisch); DN--obere Demjanka (Narygin); G--Glazov; KU--untere Konda; Lu--Luza; MU--Malmycz-Urczum; O--Obdorsk; P--Pelymka; Pec.--Peccora; S-- Sarapul; Skr.--Syktyvkar; Sy--Sygva; T--Tavda; U--Ufa; V--Vyccegda; VO--obere Vycegda. EWU--Etymologisches Worterbuch des Ungarischen 1-4, Budapest 1993-1994; F-F--D. R. Fokos-Fuchs, Syrjanisches Worterbuch I-II, Budapest 1959; M-K--B. Munkacsi, B. Kalman, Wogulisches Worterbuch, Budapest 1986; SW--Syrjanischer Wortschatz nebst Hauptzugen der Formenlehre. Aufgezeichnet von Yrjo Wichmann. Bearbeitet und herausgegeben von T. E. Uotila, Helsinki 1942 (LSFU VII); VSz--B. Munkacsi, A votjak nyelv szotara, Budapest 1896; Wied.--F. J. Wiedemann, Syrjanisch-deutsches Worterbuch nebst einem wotjakisch-deutschen im Anhange, Bloomington--The Hague 1964 (UAS 40); WW--Y. Wichmann, Wotjakischer Wortschatz. Aufgezeichnet von Yrjo Wichmann. Bearbeitet von T. E. Uotila und Mikko Korhonen. Herausgegeben von Mikko Korhonen, Helsinki 1987 (LSFU XXI); [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] LITERATUR Barczi, G. 1982, A Halotti Beszed nyelvtorteneti elemzese, Budapest. Benzing, J. 1959, Das Tschuwaschische.--PhTF, Wiesbaden, 695-751. Ceylan, E. 1997, Cuvasca cok zamanli ses bilgisi, Ankara (Ataturk Kultur, Dil ve Tarih Yuksek Kurumu Turk Dil Kurumu Yayinlari 675). Collinder, B. 1960, Comparative Grammar the science which determines the relations of kindred languages by examining and comparing their grammatical forms. See also: Grammar of the Uralic Languages, Stockholm. Pais, D. 1960, Uldoz, kisert.--MNy 56, 76-85. Rasanen, M. 1969, Versuch eines etymologischen Worterbuchs der Turksprachen, Helsinki (LSFU XVII 1). Redei, K. 1978, Szofejtesek.--NyK 80, 120-126. Redei, K., Rona-Tas, A. 1983, Early Bulgarian Loanwords in the Permian Languages.--Acta Orientalia o·ri·en·ta·li·a or O·ri·en·ta·li·a pl.n. Things, especially decorative objects, produced in or associated with eastern Asia. Academiae Scientiarum Hungaricae 37, Budapest, 3.41. Wichmann, Y. 1903, Die tschuwassischen Lehnworter in den permischen Sprachen, Helsinki (MSFOu XXI). [TEXT NOT REPRODUCIBLE IN ASCII] (1) Falls ywap wie komiS usur ebenfalls aus alttschuw. *usir entlehnt ist, ware marisch anlautend u- zu erwarten. (2) Vgl. das diesbezugliche Kriterium von Redei, Rona-Tas 1983 : 3. (3) Zur Segmentierung dieses Belegs (Halotti Beszed) vgl. Barczi 1982 : 177.178. (4) Die ugrische Etymologie von K. Redei (1978 : 121; UEW : 850) wird von EWU abgelehnt. MICHAEL GEISLER (Munchen) |
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